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  1. Inaktiver User

    Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Nachdem ich schon seit meiner Jugend große Probleme im zwischenmenschlichen Bereich habe, hat sich für mich in der letzten Zeit folgende Erkenntnis herauskristallisiert: Ich habe offensichtlich ein massives Problem mit Nähe und Bindung. Das äußert sich unter anderem so, dass ich ganz schnell und auch instinktiv abblocke, wenn jemand mir zu nahe kommt und auch vermeide, zu viel von mir selber preiszugeben oder zu verbindlich zu werden.
    Dieses Verhalten zeigt sich auch bei Menschen, die mir eigentlich recht nahe stehen – also Partner, Familie, gute Freunde.
    Ich fühle mich existenziell bedroht wenn ich das Gefühl habe, jemand „kennt mich zu gut“ und dringt in mein verletzliches Inneres vor; leide aber paradoxerweise darunter, dass mich eigentlich niemand richtig kennt.

    Ich habe mal gelesen, dass bei Menschen, die negative Bindungserfahrungen in der Kindheit hatten, bestimmte Synapsen im Gehirn fehlen. Keine Ahnung, ob da was dran ist, aber genauso fühle ich mich. Mir fehlt dieses schöne Gefühl, die Geborgenheit, die eine richtige, enge Bindung bei anderen Menschen offensichtlich auslöst.

    Nun ja, jetzt stehe ich da mit dieser Erkenntnis und weiß nicht weiter. Ich habe nun schon drei längere Gesprächstherapien hinter mir (die letzte habe ich vor einem Jahr beendet), immer ging es zentral um die Frage, wie ich mit anderen Menschen besser in Kontakt kommen kann – aber so richtig zum Kern der Sache sind wir nie vorgedrungen.
    Es kamen immer eher „praktische“ Vorschläge in Richtung sich von schwierigen Familienstrukturen lösen, neue Leute kennenlernen, bessere Gespräche führen etc. – sicherlich auf gewisse Weise hilfreich, aber keine Lösung für mein Problem.

    Gibt es jemanden, der es geschafft hat, dieses Problem effektiv anzugehen? Kann man da überhaupt etwas gegen tun? Kann man "lernen", Nähe und feste Bindungen auszuhalten bzw. zu genießen?

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Schade, dass dir die Therapien nicht geholfen habe. Na klar kann man daran etwas ändern.

    Für mich hört es sich an als ob Scham eine Rolle spielt, als wenn Scham auftritt wenn dich jemand näher kennenlernt. Da würde ich versuchen Verbindungen herzustellen.

    Außerdem haben Menschen unterschiedliche Nähebedürfnisse, da gibt es kein falsch oder richtig.
    Es gilt dein Bedürfnis zu erkennen und entsprechend dafür einzutreten.

    Jeder Mensch hat das Bedürfnis als derjenige erkannt zu werden der er ist. Dazu gehört sich in seinen Facetten zeigen zu können damit andere dich als den speziellen Menschen erkennen der du bist.

    Was möchtest du von dir zeigen, was nicht? Nicht alles möchten wir offen machen.

  3. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Hallo emdi,

    dein Problem kenne ich selbst, bei mir gab es ein prägendes Kindheitserlebnis und die späte Erkenntnis hat doch viel positives in mir ausgelöst: dass ich mich erst einmal so annehmen kann und mich nicht immer wie ein Alien fühlen muss.

    Was Familie und Freunde anbelangt, bin ich wirklich "aufgetaut", habe nicht mehr versucht meine Fassade der unnahbaren, unverletzlichen Person aufrecht zu erhalten.

    Mein Problem war und ist dann eher, dass ich mich meistens mit Männern eingelassen habe, die mir nicht zu nahe kommen konnten. Weil sie entweder genau so drauf waren, oberflächlich oder einfach nicht wollten, warum auch immer.
    Was hab ich mir da Mühe gegeben, es war, als wollte ich einen See ausschöpfen mit einem Teelöffel, in dem auch noch ein Loch war...

    Es ist mühsam, aber es geht voran. Ich habe mich von meinem nähevermeidenden Mann getrennt und bin jetzt erst einmal glücklich allein. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, irgendwann noch einmal einem Mann zu begegnen, mit dem ich emotionale Nähe erleben darf, sowohl gebend als auch annehmend.

  4. User Info Menu

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    immer ging es zentral um die Frage, wie ich mit anderen Menschen besser in Kontakt kommen kann – aber so richtig zum Kern der Sache sind wir nie vorgedrungen.
    Bist Du denn mit Dir gut in Kontakt? Kennst Du Dich und Deine Bedürfnisse? Weißt Du, wie Du "tickst"? Wofür Du brennst, was Du ablehnst, womit Du Dich wohlfühlst, was Du gern machst?

    Je bewusster Du Dir über Dich selbst bist, um so (wortwörtlich) selbst-bewusster bist Du und wirkst Du.

    Small Talk und Kontaktaufnahme kann man trainieren. Wenn Du Dich selbst aber nicht gut kennst bzw. mit Dir selbst nicht einigermaßen im Reinen bist (so ganz ist man das wohl nie ), dann kennst Du Deine Grenzen auch kaum. Und so paradox es klingen mag: Seine Grenzen kennen ist unbedingt erforderlich, um Menschen an sich heran zu lassen.

    By the way: Ich halte es nicht für notwendig, dass andere einem bis ins tiefste Innere kennen. Ich glaube, dass es einen Wesenskern gibt, zu dem man nur allein durchdringt.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  5. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von LaRimbecca Beitrag anzeigen
    Bist Du denn mit Dir gut in Kontakt? Kennst Du Dich und Deine Bedürfnisse? Weißt Du, wie Du "tickst"? Wofür Du brennst, was Du ablehnst, womit Du Dich wohlfühlst, was Du gern machst?

    Je bewusster Du Dir über Dich selbst bist, um so (wortwörtlich) selbst-bewusster bist Du und wirkst Du.
    LaRimbecca-

    nein, das, was Du da schreibst, ist leider viel zu simpel. Es steht zwar in allen Selbsthilfebüchlein so drin, und vielleicht hast Du es für dich ja auch so erfahren-
    Aber so´ne Sätze können jemanden noch viel stärker runterziehen, als ermutigen!

    Es ist durchaus auch so, dass man sich selbst sehr gut kennen kann und trotzdem nicht selbstbewusst ist, weil man sich in dieser Welt unpassend fühlt.
    Und dann kommt noch der Selbsthass (großes Wort) darüber hinzu, solche wohlmeinenden Rat-Schläge nicht umzusetzen imstande zu sein.

    Manches, das man über sich selbst nämlich herausfindet, kann einen auch ängstigen.
    ("Was für Abgründe habe ich da in mir??! Welche Zerstörungskraft?")
    Da greift m.E. das mit der Scham von AngieStone viel eher.
    Zumindest erlebe ich meine Kontaktscheu dahingehend.

  6. Moderation

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe mal gelesen, dass bei Menschen, die negative Bindungserfahrungen in der Kindheit hatten, bestimmte Synapsen im Gehirn fehlen. Keine Ahnung, ob da was dran ist, aber genauso fühle ich mich. Mir fehlt dieses schöne Gefühl, die Geborgenheit, die eine richtige, enge Bindung bei anderen Menschen offensichtlich auslöst.

    Es stimmt, daß es bei der kindlichen Hirnentwicklung speziell in der ersten Zeit ausschlaggebend ist für die Reichhaltigkeit und Vernetztheit der Entwicklung, wie sehr (oder besser ob ausreichend) ein naher, zuverlässiger, einfühlsamer und das Kind spiegelnder Erwachsenen-Kontakt gegeben ist. Die frühen Erfahrungen von Interaktion mit Blickkontakt, gesehen-Werden und Gefühle-Teilen führen tatsächlich zur Stimulation von Wachstumsprozessen und hormonalen Regelprozessen im kindlichen Gehirn - und noch dazu zum vermutlich größten menschlichen Glücksgefühl.

    Manche Menschen können dieses Glücksgefühl so nicht empfinden, zum Beispiel solche mit antisozialer Persönlichkeitsstörung. Aber aus deinem Post klingt es erst mal nicht so, als sei dies bei dir der Fall. Es klingt vielmehr so, als ob du Angst und Zweifel in nahen Beziehungen hast, aber auch eine Sehnsucht nach ihnen? Das klingt dann mehr nach einer Angst, nicht abgegrenzt genug zu sein, überwältigt und/oder aufgegeben zu werden, also mehr nach ganz großem Schutzbedürfnis als nach nicht-Können - kann das stimmen?

    Ich weiß ja, nicht, ob du im Rahmen deiner Therapien eine Diagnose bekommen hast, die diesen Teil deines Seins gut beschreibt. Im Grunde ist dies auch nicht so entscheidend, aber ich finde es wichtig, im Rahmen einer Behandlung auch gemeinsam ein Verständnis davon zu entwickeln, wie genau die Schwierigkeit geartet ist - ob es Annahmen sind, die du vielleicht durch frühe Erfahrungen erworben hast, ob dies vielleicht mit Traumatisierung (muß nicht alles PTSD-Symptome haben) gekoppelt ist?


    Ich habe selbst eine Ausbildung in und Erfahrung mit MBT (hier ein link zu dem Konzept mit guten wenngleich sehr fachlichen Slides), die nachweislich gut geeignet ist, die ersten Beziehungserfahrungen, die unser Beziehunsgverhalten prägen, schrittweise untersuchen und verändern zu können - wurde entwickelt für Borderline PS wird aber inzwischen weiter angewendet. Es mag sein, daß du eine Borderline-ähnliche Weise hast, mit gefühlsmäßiger "Aktivierung" und "Umschalten" in ganz alte Muster zu antworten. So eine Therapie fokussiert auf Verstehen und Zusammensein in der Therapie, nicht auf die Verhaltensebene. Insofern ist sie eine Art Hirn-Training und könnte vielleicht auch für dich gut geeignet sein - denn wenn du in der Situation, in der die Ängste übermächtig werden, nicht in die Gefühle abtauchst sondern deine erwachsenen, steuernden Anteile wachhalten kannst, kannst du neue Erfahrungen machen. Aber mehr kann man per Netz nicht sagen, das müßtest du zusammen mit einem Fachmann/-frau herausarbeiten, und du bist vielleicht nach drei Therapien auch etwas skeptisch?


    Ich weiß auch nicht, wo in Deutschland so etwas angeboten würde - aber es gibt auch andere geeignete Konzepte, z.B. Schematherapie.


    Naja,jedenfalls kann ich meine Eingangsbotschaft noch mal kurz fassen: Ja, frühe Erfahrungen prägen - aber selten so, daß man die Prägungen nicht verändern kann. Meistens ist genug "da", um gut zu leben - wenn man lernen kann, andere Wege einzuschlagen .
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    LaRimbecca-

    nein, das, was Du da schreibst, ist leider viel zu simpel. Es steht zwar in allen Selbsthilfebüchlein so drin, und vielleicht hast Du es für dich ja auch so erfahren-
    Aber so´ne Sätze können jemanden noch viel stärker runterziehen, als ermutigen!

    Es ist durchaus auch so, dass man sich selbst sehr gut kennen kann und trotzdem nicht selbstbewusst ist, weil man sich in dieser Welt unpassend fühlt.
    Und dann kommt noch der Selbsthass (großes Wort) darüber hinzu, solche wohlmeinenden Rat-Schläge nicht umzusetzen imstande zu sein.

    Manches, das man über sich selbst nämlich herausfindet, kann einen auch ängstigen.
    ("Was für Abgründe habe ich da in mir??! Welche Zerstörungskraft?")
    Da greift m.E. das mit der Scham von AngieStone viel eher.
    Zumindest erlebe ich meine Kontaktscheu dahingehend.
    Blueserin, ich habe diese Fragen nicht als Rat-Schläge gemeint, sondern als Anregungen bzw. erst einmal als Nachfrage. Wenn Du damit nichts anfangen kannst oder sie sogar kontraproduktiv findest, dann ist das Dein Standpunkt und in Ordnung. Aber emdi hat hier ein Problem geschildert, und ob sie mit AngieStones, meinen oder Deinen Anregungen etwas anfangen kann, das kann sie nur selbst entscheiden. Du schreibst ja selbst, dass mein Posting für Deine Kontaktscheu nicht passt.
    Geändert von LaRimbecca (11.04.2012 um 23:16 Uhr)
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  8. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von LaRimbecca Beitrag anzeigen
    Bist Du denn mit Dir gut in Kontakt? Kennst Du Dich und Deine Bedürfnisse? Weißt Du, wie Du "tickst"? Wofür Du brennst, was Du ablehnst, womit Du Dich wohlfühlst, was Du gern machst?
    Ich nähere mich mir selbst langsam wieder an. Aber über lange Zeit hinweg war das tatsächlich ein Problem. Ich habe schon früh die Botschaft mitbekommen, dass ich so wie ich bin nicht "richtig" bin und bei meinem Umfeld nicht gut ankomme. Dementsprechend habe ich angefangen, mich nach anderen zu richten und konnte irgendwann nicht mehr unterscheiden, was meine Bedürfnisse sind und was nicht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was Familie und Freunde anbelangt, bin ich wirklich "aufgetaut", habe nicht mehr versucht meine Fassade der unnahbaren, unverletzlichen Person aufrecht zu erhalten.
    Gerade in dem Bereich habe ich die meiste Angst, mich zu zeigen.
    Darf ich dich fragen, wie die Reaktionen auf dein Auftauen waren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Manches, das man über sich selbst nämlich herausfindet, kann einen auch ängstigen.
    ("Was für Abgründe habe ich da in mir??! Welche Zerstörungskraft?")
    Da greift m.E. das mit der Scham von AngieStone viel eher.
    Zumindest erlebe ich meine Kontaktscheu dahingehend.
    Scham spielt sicherlich eine Rolle. Wie oben schon erwähnt habe ich lange versucht, die "schlechten" Teile von mir quasi auszuschalten.

  9. gesperrt

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    immer ging es zentral um die Frage, wie ich mit anderen Menschen besser in Kontakt kommen kann – aber so richtig zum Kern der Sache sind wir nie vorgedrungen.

    Gibt es jemanden, der es geschafft hat, dieses Problem effektiv anzugehen? Kann man da überhaupt etwas gegen tun? Kann man "lernen", Nähe und feste Bindungen auszuhalten bzw. zu genießen?
    Ein direkterer Ansatz könnte über Körperarbeit laufen - Massagen, Shiatsu (hm vielleicht nicht, das soll weh tun), Feldenkrais, was es da alles gibt... weil hier im buchstäblichen Sinn ein Kontakt von Körper zu Körper geschaffen wird, und das im geschützen Rahmen einer Therapie.

    Der Körper kann oft Dinge annehmen und umsetzen, die mit dem Weg über Worte nicht funktionieren. Und eine gute Therapeutin, der du das Thema erklärst, wird auch vorsichtig und aufmerksam arbeiten und nicht über deine Grenzen gehen.

    und ja, man kann es lernen. Aber es wird immer wieder Momente geben, wo du bereit sein musst, trotz einer akut vorhandenen Angst eine Berührung zu akzeptieren, damit du deine Muster umprogrammieren kannst.

    es lohnt sich.

    grüsse, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Das klingt dann mehr nach einer Angst, nicht abgegrenzt genug zu sein, überwältigt und/oder aufgegeben zu werden, also mehr nach ganz großem Schutzbedürfnis als nach nicht-Können - kann das stimmen?
    Ja, das trifft es ziemlich gut. Wobei die Angst eben für mich einem Nicht-Können gleichkommt, weil ich nicht weiß, wie ich sie ausschalten kann.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Im Grunde ist dies auch nicht so entscheidend, aber ich finde es wichtig, im Rahmen einer Behandlung auch gemeinsam ein Verständnis davon zu entwickeln, wie genau die Schwierigkeit geartet ist - ob es Annahmen sind, die du vielleicht durch frühe Erfahrungen erworben hast, ob dies vielleicht mit Traumatisierung (muß nicht alles PTSD-Symptome haben) gekoppelt ist?
    Eine Diagnose habe ich in dem Sinne nicht. Ursachenforschung habe ich im Rahmen der Therapie viel betrieben. Ein entscheidender Faktor sind sicherlich die sehr schwierigen Strukturen in meiner Familie; eine Traumatisierung gab es meines Wissens nach nicht.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Ich habe selbst eine Ausbildung in und Erfahrung mit MBT (hier ein link zu dem Konzept mit guten wenngleich sehr fachlichen Slides), die nachweislich gut geeignet ist, die ersten Beziehungserfahrungen, die unser Beziehunsgverhalten prägen, schrittweise untersuchen und verändern zu können - wurde entwickelt für Borderline PS wird aber inzwischen weiter angewendet. Es mag sein, daß du eine Borderline-ähnliche Weise hast, mit gefühlsmäßiger "Aktivierung" und "Umschalten" in ganz alte Muster zu antworten. So eine Therapie fokussiert auf Verstehen und Zusammensein in der Therapie, nicht auf die Verhaltensebene. Insofern ist sie eine Art Hirn-Training und könnte vielleicht auch für dich gut geeignet sein - denn wenn du in der Situation, in der die Ängste übermächtig werden, nicht in die Gefühle abtauchst sondern deine erwachsenen, steuernden Anteile wachhalten kannst, kannst du neue Erfahrungen machen. Aber mehr kann man per Netz nicht sagen, das müßtest du zusammen mit einem Fachmann/-frau herausarbeiten, und du bist vielleicht nach drei Therapien auch etwas skeptisch?
    Ich bin in der Tat beim Thema Therapie skeptisch, zumindest was die klassische Gesprächstherapie angeht. Ich hatte dort das Gefühl, dass die Therapeuten sich von meiner Vermeidungsstrategie ("bloß nicht zu viel erzählen") in die Irre führen lassen, was eine effektive Therapie irgendwie schwierig macht.

    Aber der Ansatz, den du beschreibst, hört sich sehr interessant an. Ich werde mal versuchen, herauszukriegen, ob so etwas bei mir in der Nähe angeboten wird.

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