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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde Deine Beiträge wirklich gut, und obwohl ich nicht die TE bin, rührt es mich auch sehr an, was Du schreibst. Nur eine kleine Verständnisfrage habe ich - meinst Du z. B. obiges als "ausbrechen aus der Beziehung" oder "ausbrechen aus den bisher angewandten Verhaltensmustern"?
    Danke...

    Ich meine letzteres. Ob sich dabei herausstellt, dass die Beziehung infolgedessen
    (k)eine Chance zum Weiterleben hat, weiss man vorher nicht. Sie wird sich verändern, das ist sicher.

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    und wenn man ausbricht aus den alten Denkmustern,also ich meine, wenn man darüber nachdenkt sich zu ändern, kommen dann nicht ganz viele Erinnerungen hoch, frühere Erfahrungen? Wie schafft man es die zu verarbeiten - oder sollte man sie einfach wegschieben?
    Die vielen Erinnerungen haben vor dem Ausbruch eine weitaus größere Oberhand als nachher. Sie lassen sich nicht nur einfacher sondern überhaupt erst richtig verarbeiten, wenn sie nicht verdrängt werden.

  3. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Ich denke, ich verstehe ein bißchen wie du es meinst. Es wachsen einem Energien zu, wenn man zu sich steht, wenn man erkant hat, was in einem steckt, was innewohnt., und es dann zum Ausdruck bringt.
    Aber wie sieht es mit Rückfällen aus? ich kann mir vorstellen, dass es zu Rückfällen kommt. Ist dann die Veränderung null und nichtig, wird sie vergessen, weggeschoben? Wenn es in dieser beschriebenen Partnerschaft nun zu heftigenKonflikten kommt, mal angenommen, durch emdis Veränderung, dann könnte es doch auch passieren, dass sie einknickt und zu ihrem früheren Verhalten zurückkehrt, weil sie es damit in der Partnerschaft ruhiger und bequemer hatte. (ich meine das nicht negativ, liebe emdi, ich mache mir nur so meine Gedanken, ganz theoretisch, bitte nicht angegriffen fühlen )

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, ich verstehe ein bißchen wie du es meinst. Es wachsen einem Energien zu, wenn man zu sich steht, wenn man erkant hat, was in einem steckt, was innewohnt., und es dann zum Ausdruck bringt.
    Ganz richtig. Sie wachsen nicht nur zu, sondern sie kommen überhaupt erst richtig raus.

    Aber wie sieht es mit Rückfällen aus? ich kann mir vorstellen, dass es zu Rückfällen kommt.
    Niemand geht freiwillig ins Gefängnis zurück, auch nicht dann, wenn irgendwas zwischenmenschliches mit anderen "schiefläuft". Findet er sich doch dort wieder, war er nie wirklich draußen oder hat sich ein Hintertürchen offengelassen, um im Fall des Falles schnell wieder ins Gebäude flüchten zu können. Deshalb empfehle ich einen Komplettabriss. Mal ausprobieren, wie sich das so macht und wie es bei anderen ankommt, ist kein Ausbruch sondern Hafturlaub.

    Wenn es in dieser beschriebenen Partnerschaft nun zu heftigenKonflikten kommt, mal angenommen, durch emdis Veränderung, dann könnte es doch auch passieren, dass sie einknickt und zu ihrem früheren Verhalten zurückkehrt, weil sie es damit in der Partnerschaft ruhiger und bequemer hatte.
    Ich denke nicht, dass ein wirklich Ausgebrochener ins Gefängnis zurückkehrt, weils da warmes Essen gibt. Eher verzichtet er ganz darauf und macht sich Butterbrot, bis bessere Zeiten kommen.

  5. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Mich berührt das Thema, weil ich mich auch in einer ähnlichen Situation fühle, wie Emdi, ich staune, wie sehr sich ihre Beiträge mit meinen momentanen Empfindungen decken. Liebe Emdi, Du bist nicht allein

    Es stimmt, dass - wenn man sich traut, zu seinen Bedürfnissen zu stehen und sie zu verfolgen - man bzw. ich Energien spüre, aber gleichzeitig auch etwas, das sich anfühlt, wie eine angezogene Handbremse. Ich habe regelrecht Angst davor, mein Ganzes auszuschütten, weil ich befürchte, das hält die Beziehung nicht aus.... und dann knicke ich regelmäßig wieder ein und merke, wie das zu einem Auf und Ab führt, das manchmal kaum auszuhalten ist. Und dann kommen die Selbstzweifel wieder, bin ich jetzt bloß trotzig des Trotzes willen, oder ist das wirklich mein Bedürfnis... vielleicht geht es Dir, Emdi, ähnlich. Ich merke dann auch, dass meine emotionale Distanz zu meinem Partner größer wird, weil ich ihm irgendwo die Schuld gebe, dass er mich nicht sein lässt, wie ich bin - dabei müsste ich doch die Verantwortung für mein Leben übernehmen und das kommt mir manchmal so schwer vor... wie der besagte Sprung vom 3-Meter-Brett - und ich gebe zu, ich habe mich davor immer gedrückt, ich scheue sogar den 1-Meter-Absprungbock...

    Liebe Divino, ich jedenfalls kann jedes Deiner Worte sehr gut nachvollziehen und danke Dir für Deine Beiträge. Und liebe Emdi - vielleicht tröstet es Dich, dass es hier noch jemandem so geht wie Dir

  6. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Das so als Beispiel in Kurzform.
    Vielen Dank für die Beispiele, die sind wirklich sehr anschaulich .

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es stimmt, dass - wenn man sich traut, zu seinen Bedürfnissen zu stehen und sie zu verfolgen - man bzw. ich Energien spüre, aber gleichzeitig auch etwas, das sich anfühlt, wie eine angezogene Handbremse. Ich habe regelrecht Angst davor, mein Ganzes auszuschütten, weil ich befürchte, das hält die Beziehung nicht aus.... und dann knicke ich regelmäßig wieder ein und merke, wie das zu einem Auf und Ab führt, das manchmal kaum auszuhalten ist. Und dann kommen die Selbstzweifel wieder, bin ich jetzt bloß trotzig des Trotzes willen, oder ist das wirklich mein Bedürfnis... vielleicht geht es Dir, Emdi, ähnlich. Ich merke dann auch, dass meine emotionale Distanz zu meinem Partner größer wird, weil ich ihm irgendwo die Schuld gebe, dass er mich nicht sein lässt, wie ich bin - dabei müsste ich doch die Verantwortung für mein Leben übernehmen [...]
    Ja, solche Gedanken habe ich auch. Ich habe Angst, meinen Mann mit meiner Persönlichkeit quasi zu „erdrücken“, so dass er die Flucht ergreift und halte mich deshalb zurück. Gleichzeitig ärgere ich mich, wenn ich das Gefühl habe, er „erlaubt“ es mir nicht, mich zu zeigen. Dieser Ärger ist aber eigentlich gegen mich selber gerichtet.

    Wie gehst du momentan mit diesem Thema um? Machst du eine Therapie u.ä.?

  7. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Denkfehler ausschalten. Ein Vertrauensverhältnis ist nicht nötig, um einem Berufspsychologen seine Gefühlswelt zu zeigen. Es geht in der Therapie darum, sie gegenüber sich selbst zeigen zu können und sie herauszulassen. Der Therapeut selbst hat keine persönliche Bindung zu einem.
    Eigentlich ist ein Therapeut natürlich eine rein neutrale, professionelle Person. Ich habe aber bisher trotzdem immer Hemmungen gehabt. Mag daran liegen, dass meine Therapeutinnen immer so etwas "mütterliches" hatten. Das ist vielleicht garnicht so gut in meiner Situation.

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Vielleicht, emdi, kannst Du ja auch einen männlichen Therapeuten gebrauchen, der Dir auf die Sprünge oder auch auf die Hinterbeine hilft, aber gleichzeitg ein wenig ein Auge darauf hat, dass Du dabei dann aber nicht zu einer ungeniessbaren Megazicke mutierst, mal etwas locker formuliert.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  9. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eigentlich ist ein Therapeut natürlich eine rein neutrale, professionelle Person. Ich habe aber bisher trotzdem immer Hemmungen gehabt. Mag daran liegen, dass meine Therapeutinnen immer so etwas "mütterliches" hatten. Das ist vielleicht garnicht so gut in meiner Situation.
    Das ging mir auch so. Da meine Mutter auf eine Weise recht schwierig war, war ich gewohnt sie mit Samthandschuhen anzufassen, wie man so sagt, um sie nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie war sehr leicht eingeschnappt oder fing an zu weinen, wurde wütend, also es gab leicht mal heftige Reaktionen. Und dann passierte es mir machmal, dass sie mir sehr leid tat, ich mich schuldig fühlte an ihrem Unglück, das sie mir gegenüber häufig offen klagte. Naja, ich wollte auch nicht leiden, darum war es besser nichts zu sagen oder nicht viel zu sagen, vorsichtig zu formulieren, manches zu umschreiben. Leider führt das dann dazu, dass man nicht mehr richtig spürt, was man eigentlich fühlt oder denkt, es ist einfach immer besser gewesen das alles zu unterdrücken. Und so bemühte ich mich schließlich eine Psychologin bloß nicht zu belasten, und wenn da Scham aufkam ihr auch bloß nicht zu viel anzuvertrauen; denn die mütterlichen Wutausbrüche waren ja voller Vorwürfen und ich empfand auch Kälte. Ich denke, es ist schwierig, wenn das Verhältnis zur Mutter problematisch war einer Frau als Therapeutin wirklich zu vertrauen. Obwohl die Psychologin, die ich kennengelernt habe, sehr nett war. Und mit der Zeit habe ich ihr auch wirklich vertraut, dennoch fällt es mir persönlich immer wieder schwer mich zu öffnen. Ich halte es so auch für völlig normal
    Geändert von Inaktiver User (17.04.2012 um 21:23 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, solche Gedanken habe ich auch. Ich habe Angst, meinen Mann mit meiner Persönlichkeit quasi zu „erdrücken“, so dass er die Flucht ergreift und halte mich deshalb zurück. Gleichzeitig ärgere ich mich, wenn ich das Gefühl habe, er „erlaubt“ es mir nicht, mich zu zeigen. Dieser Ärger ist aber eigentlich gegen mich selber gerichtet.

    Wie gehst du momentan mit diesem Thema um? Machst du eine Therapie u.ä.?
    Hallo Emdi,

    ja, ich mache seit gut einem halben Jahr eine Therapie. Ich hatte auch schon einige Therapien hinter mir, auch eine Psychoanalyse. Hatte männliche Therapeuten, weibliche, aber ich hatte mich im Rückblick auch nicht zu 100% öffnen können.

    Die jetzige Therapie ist die, bei der ich mich sehr wohl fühle. Es ist eine ganz liebe, ganz wohlwollende und "warme" Frau, mit der ich gemeinsam an dem "Ziel" (alles andere als statisch) arbeite, meine Bedürfnisse aufzuspüren, ihnen nachzuspüren und dann entsprechend umzusetzen. Aber ich kann auch Themen ansprechen, die mit ihrer Person zusammenhängen, z. B. Schamgefühle, oder das Gefühl, sie mit meinen ewig gleichen Themen zu langweilen.

    Aber trotz allem fällt mir nach wie vor oft schwer, meinen Bedürfnissen zu vertrauen, meinem Bauch zu vertrauen. Ich wäge permanent ab, ist das Bedürfnis "richtig" oder "falsch", darf ich so empfinden und wenn ja, wie kann ich das in Einklang bringen mit meinem erlernten Verhalten von früher, andere Menschen nicht zu verletzen...und viel zu oft drücke ich dann mein Bauchgefühl noch weg zugunsten des Friedens mit dem anderen - was im Nachhinein der Beziehung nicht förderlich ist, eher im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, als würden sich die Bedürfnisse immer stärker zu Wort melden, je mehr ich kämpfe...
    Geändert von Inaktiver User (17.04.2012 um 22:32 Uhr)

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