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16.04.2012, 16:37Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
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16.04.2012, 16:56
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Wenn jemand mit einem grundsätzlichen Näheproblem zusätzlich zu der ohnehin schon ständig präsenten Distanz um Zeit für sich bittet, ist eine Reaktion wie die deines Mannes nur allzu verständlich! Ganz anders sähe das Umsetzen deines Wunsches aus, wenn du den persönlichen Umbruch in dir bereits hinter dir hättest.
Dazu kommt, dass eine nachfolgende Beziehung irgendwann das gleiche auslösen würde, solange du nicht bei der Ursache ans Werk gehst. Vordergründig scheint es erstmal so, dass es angenehmer und weniger von zusätzlichen Schwierigkeiten belastet wäre, wenn einen wenigstens keiner dabei sieht, wie man da in seinem Bunker "lebt". Dieser Weg ist in der Realität jedoch deutlich schwieriger als das Ausbrechen. Mach es dir leichter und schlag dich durch die Wände! Ziehe die Ursache an den Wurzeln heraus, bevor du darüber nachdenkst, wie du es dir in deinem Bunker etwas lebenswerter machen könntest. Es wird dort nie gut werden, egal wie hübsch du es dir einrichtest.Der Wunsch, aus der Beziehung auszubrechen, ist eng gekoppelt mit dem Gefühl „ich will endlich ich selbst sein können“. Rein rational gesehen weiß ich, dass nicht alles plötzlich besser würde, wenn ich die Beziehung beende. Es fühlt sich nur gerade so an.
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16.04.2012, 17:00
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
P.S.: Erinnere dich an deinen ersten Sprung vom 3-Meter-Turm im Freibad. Wieviel einfacher als vermutet war er, als du ihn hinter dir hattest?
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16.04.2012, 19:18Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Wie meinst du denn das: schlag dich durch die Wände. Ziehe die Ursache an den Wurzeln heraus. ? ich bin zwar nicht angesprochen und vielleicht versteht emdi, was du ihr sagen willst, aber ich als aufmerksame Leserin, würde gern wissen, worum es dir hier geht mit diesen Sätzen. Oder ist das anmaßend?
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16.04.2012, 19:53
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Beispiel: Angst vor Ablehnung.
Erlerntes Verhaltensmuster: Verhalten nach den Bedürfnissen und Wünschen anderer ausrichten
Umsetzung: Eigene Bedürfnisse verdrängen und die der anderen erfüllen
Resultat: Selbstunterdrückung, inneres Leid, Abhängigkeit von den Reaktionen anderer
Endergebnis: Tiefe innere Unzufriedenheit, Selbstablehnung, verlorene Achtung vor sich und anderen
Beispiel: Angst vor Verletzung
Erlerntes Verhaltensmuster: Sich bei anderen beliebt machen, eigenes Inneres unterdrücken
Umsetzung: Vermeidung von Kontakten, die einen verletzen könnten, weil sie einem zu nahe kommen
Resultat: Zwischenmenschliche Kontakte ohne wirkliche Nähe
Endergebnis: Niemand kennt einen wirklich, zu jedem ist Distanz vorhanden, Einsamkeit, innere Unruhe
Durch die Wände schlagen, Beispiel Angst vor Ablehnung:
Erlerntes Verhaltensmuster als negativ für einen selbst identifizieren
Umsetzung: Verbalisierung von eigenen Wünschen/Bedürfnissen, egal ob sie mit denen anderer konträr laufen
Resultat: Mit sich selbst im Reinen sein
Endergebnis: Steigendes Selbstwertgefühl, Aufatmen, klarer Kopf, innere Ruhe
Durch die Wände schlagen, Beispiel Angst vor Verletzung:
Erlerntes Verhaltensmuster als negativ für einen selbst identifizieren
Umsetzung: Die eigenen Gefühle annehmen, verbalisieren und zu ihnen stehen
Resultat: Manchmal schön, manchmal Streit - doch immer das Gefühl, man ist bei sich selbst
Endergebnis: Steigendes Selbstwertgefühl, wirkliches Verstehen der Wechselwirkungen von Gefühlen, innere Ruhe, Glücksempfinden
Das so als Beispiel in Kurzform.Geändert von Divino (16.04.2012 um 19:57 Uhr)
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16.04.2012, 19:55
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16.04.2012, 20:05
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Beispiel:
Den Betreffenden (vermutlich Elternteilen) ins Gesicht sagen: "Ihr habt damals schwerwiegende Erziehungsfehler gemacht und nur an Euch selbst gedacht. Ich bin Euch nicht mehr böse, denn ich bin erwachsen. Aber lasst Euch gesagt sein: Sowas lasse ich mir nie wieder gefallen, weder von Euch noch von sonst irgendwem."
Aufhören, sich nach anderen zu richten.Dementsprechend habe ich angefangen, mich nach anderen zu richten und konnte irgendwann nicht mehr unterscheiden, was meine Bedürfnisse sind und was nicht.
Auf die Betreffenden zugehen, gegenüber denen dies getan wurde und sagen: "Ich bin wie ich bin. Auch Seiten, die dir nicht gefallen, gehören zu mir. Ich werde sie in Zukunft alle zeigen. Wenn du damit nicht zurechtkommen solltest, kann ich dir nicht helfen. Wir werden sehen, ob wir uns mögen wie wir wirklich sind oder ob wir getrennte Wege einschlagen werden."Scham spielt sicherlich eine Rolle. Wie oben schon erwähnt habe ich lange versucht, die "schlechten" Teile von mir quasi auszuschalten.
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16.04.2012, 20:11
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Beispiel:
Denkfehler ausschalten. Ein Vertrauensverhältnis ist nicht nötig, um einem Berufspsychologen seine Gefühlswelt zu zeigen. Es geht in der Therapie darum, sie gegenüber sich selbst zeigen zu können und sie herauszulassen. Der Therapeut selbst hat keine persönliche Bindung zu einem.
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16.04.2012, 20:14Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Ich finde Deine Beiträge wirklich gut, und obwohl ich nicht die TE bin, rührt es mich auch sehr an, was Du schreibst. Nur eine kleine Verständnisfrage habe ich - meinst Du z. B. obiges als "ausbrechen aus der Beziehung" oder "ausbrechen aus den bisher angewandten Verhaltensmustern"?
Dankeschön für die Aufklärung
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16.04.2012, 20:24Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
und wenn man ausbricht aus den alten Denkmustern,also ich meine, wenn man darüber nachdenkt sich zu ändern, kommen dann nicht ganz viele Erinnerungen hoch, frühere Erfahrungen? Wie schafft man es die zu verarbeiten - oder sollte man sie einfach wegschieben?



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