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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit extrem meine ich, dass ich in einem Moment die glückliche Zukunft mit meinem Mann plane und zwei Stunden später eigentlich am liebsten die Koffer packen würde. Ohne, dass sich sein Verhalten irgendwie verändert hätte.
    Liebst du ihn? Aus tiefstem Herzen?

    Resultieren die Fluchtgedanken aus Zweifel an deiner Liebe zu ihm oder aus Zweifel daran, dass du die tiefe Liebe zu ihm aushalten kannst?

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    10 Jahre eine feste Partnerschaft?! Ist doch mal ganz ordentlich für jemanden, der "bindungsunfähig" ist, hm? Und geheiratet habt ihr auch! Klingt doch schonmal fundiert.
    Dass jemand bindungsunfähig ist, bedeutet nicht zwangsläufig, dass er Single sein muss. Es gibt Menschen, für die ist eine Ehe mit jemandem, der sie weder aus der Reserve lockt noch der ihnen emotional irgendwie zu nahe kommen könnte, eine stärker ausgeprägte Flucht, als Single zu bleiben und der Tatsache ins Auge zu sehen. Paare dieser Art sind viel häufiger anzutreffen, als allgemein vermutet wird. Guck doch mal ein bisschen über den Tellerrand.

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    P.S. Das meine ich allgemein, nicht auf emdi bezogen.

  4. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Divino- Deine letzten Beiträge haben mich (auch als Nicht-TE ) jetzt einigermaßen bewegt !
    Aber auch Fragen aufgeworfen.

    Einerseits schreibst Du, dass ein nicht vom Verstand forciertes Erlebnis "eine eingefrorene Synapse aufgetaut hat" (was für ein schönes Bild!)-

    und wenige Zeilen später empfiehlst Du: Brich aus, besser sofort als später.

    Ich wüsste nicht so richtig, wie das zusammengehen kann.
    Zumindest ist es auch meine Erfahrung, dass es nach hinten losgeht zu "beschließen":

    So, ab jetzt wird alles anders, ab jetzt gibt es keinen Betonbunker mehr.

    Festgekettet ist nun mal festgekettet, und wenn der Schlüssel zu den Ketten, den ich weggeworfen habe, auch direkt vor meiner Nase liegt, komme ich da trotzdem nicht so einfach ran.

    Der Gedanke, dass einem die Zeit auch noch davonläuft, würde mich da noch zusätzlich ängstigen und unter Druck setzen.

    Auch ist Therapie nicht garantiert das Allheilmittel, weil es eben mit dem Therapeuten auch passen muss, um Vertrauen entwickeln zu können (was ein gewaltiger Glücksfall ist!).

    Ich denke, dass alles seine Zeit hat und man nur hoffen kann, dass irgendein wohlwollendes Schicksal (oder wie auch immer man es nennen möchte) durch eine Erfahrung, wie Du sie erlebt hast, den Bunker sprengt.
    Was aber vermutlich nur passieren kann, wenn sich der angekettete kurz vorm Erfrieren lebende Mensch innerlich ernsthaft mit seinem Zustand auseinandergesetzt hat und sich reflektiert.

    Insofern, liebe emdi, bin ich überzeugt, dass Du in die richtige Richtung gehst, indem Du Dir Fragen stellst.

  5. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Liebst du ihn? Aus tiefstem Herzen?

    Resultieren die Fluchtgedanken aus Zweifel an deiner Liebe zu ihm oder aus Zweifel daran, dass du die tiefe Liebe zu ihm aushalten kannst?
    Das kann ich garnicht so klar beantworten. Auch wenn sich das jetzt sehr traurig anhört: ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich jemanden aus tiefstem Herzen lieben kann. Oder wie sich das dann anfühlen würde.

    Ich zweifle oft daran, ob ich ihn liebe, und ich zweifle auch oft daran, dass er wirklich mich liebt und nicht nur das Bild, was er sich von mir aufgebaut hat. Wobei letzteres natürlich eine Wiederholung von Mustern aus der Kindheit ist: ich wurde nur geliebt, wenn ich mich verstellt habe.

    Es gab einige Situationen, wo mein Mann mich, nachdem ich zur Abwechslung mal sehr ehrlich über bestimmte Wünsche/Vorstellungen meinerseits gesprochen habe, sehr verletzt hat, weil er anstatt sich mit der Thematik auseinanderzusetzen gleich mit Trennung gedroht hat. Ich merke immer wieder, dass mir das noch ziemlich nachgeht.

  6. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Irgendeine eingefrorene Synapse hat dadurch plötzlich Regungssignale freigesetzt. Geholfen hat es akut nicht, aber später. Nach mehrjährigem Versuch, die aufgewachte Synapse zum Schweigen zu bringen, hat sie irgendwann einen Kurzschluss veranstaltet und seitdem bin ich "frei".
    Das, was du hier beschreibst, finde ich sehr interessant. Ich hatte vor einigen Monaten ebenfalls das Gefühl, dass "synapsenmäßig" bei mir etwas passiert. Auslöser war ein plötzlicher Todesfall in meiner Familie, der mir - zum ersten Mal in meinem Leben - so richtig den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

    Ich denke, das ist auch der Auslöser dafür, dass ich mich gerade wieder sehr intensiv mit dem Thema Nähe/Bindung beschäftige, nachdem ich das lange erfolgreich verdrängt hatte.

  7. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das kann ich garnicht so klar beantworten. Auch wenn sich das jetzt sehr traurig anhört: ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich jemanden aus tiefstem Herzen lieben kann. Oder wie sich das dann anfühlen würde.

    Ich zweifle oft daran, ob ich ihn liebe, und ich zweifle auch oft daran, dass er wirklich mich liebt und nicht nur das Bild, was er sich von mir aufgebaut hat. Wobei letzteres natürlich eine Wiederholung von Mustern aus der Kindheit ist: ich wurde nur geliebt, wenn ich mich verstellt habe.

    Es gab einige Situationen, wo mein Mann mich, nachdem ich zur Abwechslung mal sehr ehrlich über bestimmte Wünsche/Vorstellungen meinerseits gesprochen habe, sehr verletzt hat, weil er anstatt sich mit der Thematik auseinanderzusetzen gleich mit Trennung gedroht hat. Ich merke immer wieder, dass mir das noch ziemlich nachgeht.
    liebe emdi
    Da Du nach Therapien gefragt hast frage ich mich auf diesen Beitrag von Dir hin, ob allenfalls auch eine Paartherapie einige Zeit hilfreich sein könnte für Dich? Wo Du Deine Wünsche/Vorstellungen von einem Profi begleitet Deinem Mann verständlich machen könntest, ohne dass er sich "bedroht" fühlen muss und gleich mit Trennung droht...Wo Du ruhiger, gelassener in Deiner Ehe Dich sein kannst, ohne Dich verstellen zu müssen.

    Meine Erfahrung ist, dass in jeder längerdauernden Beziehung jeder Beziehungspartner seine eigene Autonomie wieder stärken können muss, ich lese Deine "Ausbruchs- oder Abbruchswünsche" in diesem Kontext. Wenn es Euch da gelingt, Euch gegenseitig genügend Freiraum für Eigenes zu lassen - und Ihr auch weiterhin Zeiten gemeinsam verbringen mögt - dann könnte sich da Einiges einpendeln und Du Dich freier fühlen.

    Emdi, das, was Du von Dir schreibst tönt für mich jedoch zusätzlich danach, dass Dir eine eigene Therapie gut tun könnte. Wo Du Deine Gefühle spüren lernst, Du eine Therapeutin findest, in die Du Vertrauen finden kannst. Allenfalls könnte eine Gestalttherapie auch gut sein für Dich neben den wertvollen Vorschlägen, die hier bereits gepostet wurden.

    Emdi, Dein Bemühen wirkt ehrlich und berührend - weiter so. Jede Lebensgeschichte hat ihre Hürden, die sie nehmen muss und Beziehungen sowieso. Nur wer diese so ehrlich und mutig anpackt wie Du kann diese meistern. Verlier das Vertrauen nicht in Dich.

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch wenn sich das jetzt sehr traurig anhört: ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich jemanden aus tiefstem Herzen lieben kann.
    Du kannst.

    Ich zweifle oft daran, ob ich ihn liebe, und ich zweifle auch oft daran, dass er wirklich mich liebt und nicht nur das Bild, was er sich von mir aufgebaut hat.
    Wie fühlt sich der Gedanke für dich an, ohne ihn zu leben?

    Dein Mann kann nur das von dir kennen, was du ihm zeigst. Wenn er das Bild von dir liebt, dass er sich aufgebaut hat, nicht aber dich, so ist dies ein Resultat aus deiner Handlungsweise.

    Wobei letzteres natürlich eine Wiederholung von Mustern aus der Kindheit ist: ich wurde nur geliebt, wenn ich mich verstellt habe.
    Schön, dass du das Muster erkennst. Jegliche besondere Erfahrung in deinem Leben prägt dich, nicht nur dein Elternhaus. Folgst du dem altbekannten Muster weiterhin, prägen dich weiterhin die gleichen oder zumindest ähnliche Erfahrungen. Änderst du den Kurs, prägen dich zwangsläufig andere Erfahrungen. Es ist Zeit, andere Erfahrungen zu sammeln. Ändere den Kurs, auch wenn es dir widerstrebt. Stillstand ist Sackgasse. Gib deinem Mann die Chance, zu sehen, mit wem er lebt. Betrüge weder dich selbst noch ihn mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen, egal wie hoch der Preis dafür sein mag. Liebt er dich um deinetwillen, könnt Ihr beide nur gewinnen. Verlierst du ihn, war er nie bei dir.

    Es gab einige Situationen, wo mein Mann mich, nachdem ich zur Abwechslung mal sehr ehrlich über bestimmte Wünsche/Vorstellungen meinerseits gesprochen habe, sehr verletzt hat, weil er anstatt sich mit der Thematik auseinanderzusetzen gleich mit Trennung gedroht hat.
    Was war das?

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    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einerseits schreibst Du, dass ein nicht vom Verstand forciertes Erlebnis "eine eingefrorene Synapse aufgetaut hat" (was für ein schönes Bild!)-

    und wenige Zeilen später empfiehlst Du: Brich aus, besser sofort als später.

    Ich wüsste nicht so richtig, wie das zusammengehen kann.
    Das habe ich gesagt, weil bei emdi hier schon von Anfang an erkennbar ist, dass etwas aufgerüttelt wurde - allein schon deshalb, weil sie hier darüber schreibt, etwas erkannt hat und die Dinge bereits beim Namen nennt.

    Diese Phase würde ich im Nachhinein dringend dazu nutzen, um sich loszureißen. Lässt man jetzt den Ängsten Raum und beleuchtet erstmal alles monatelang mit der Taschenlampe vorsichtig, bevor man einen Schritt in Erwägung zieht, geht die Batterie irgendwann aus und es kann Jahre dauern, bis man sich einem neuen Versuch gewachsen fühlt. Es muss nicht sein, dass ein erneuter Eimer kaltes Wasser nötig ist, der vielleicht erst 10 Jahre später folgt, bevor man sich entscheidet, zu leben. Dafür ist es einfach zu kurz. Das Leben ist ein Geschenk. Wir müssen es nutzen, es ist unseres - ganz gleich, was andere erwarten. Life ist to short, to be anyone else! Sei du selbst, denn andere gibts schon! Ich weiss nicht, wie ich es noch ausdrücken könnte. Im Bunker sterben möchte niemand. Eines Tages muss man ja doch raus. Umso früher, desto leichter, egal wie schwer es ist. Später wird es noch schwerer.

    Auch wenn sich das nach Druck anhört, Augen zu und durch. Jetzt. Draußen lässt sich die Vergangenheit nicht nur leichter, sondern auch deutlich effektiver bearbeiten. Gerade für unlösbar scheinende Aufgaben benötigt man soviel Licht und Luft wie möglich.

  10. Inaktiver User

    AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Dein Mann kann nur das von dir kennen, was du ihm zeigst. Wenn er das Bild von dir liebt, dass er sich aufgebaut hat, nicht aber dich, so ist dies ein Resultat aus deiner Handlungsweise.
    Ja, da hast du natürlich absolut recht. Ich habe mich in meine jetzige Situation auch dadurch hineinmanövriert, indem ich jahrelang meine Bedürfnisse nicht klar geäußert habe, bzw. sie selber gar nicht richtig begreifen und dadurch natürlich auch nicht adäquat kommunizieren konnte.

    Ein Streitthema war zum Beispiel die Anpassung meines Alltags auf meine introvertierte Veranlagung. Ich brauche Zeit für mich, um zu regenerieren (habe ich lange nicht erkannt bzw. als „krankhaft“ zu bekämpfen versucht) und kann auch Menschen, die ich sehr mag, nicht immer um mich haben. Obwohl ich versucht habe, dass sehr diplomatisch zu formulieren, hat er das wohl als Angriff auf unsere Beziehung aufgefasst.

    Es ist aber auch für mich selber nicht so einfach, die Introvertiertheit von meinem Näheproblem zu unterscheiden.

    Es ist wohl auch zutreffend, was du schreibst, wedernoch, dass man nach längerer Beziehung die Autonomie wieder stärken muss.
    Schwierig ist es aber, wenn der Wunsch nur einseitig ist. Ob mein Mann zu einer Paartherapie bereit wäre weiß ich nicht, er steht diesen Dingen eher skeptisch gegenüber.

    Der Wunsch, aus der Beziehung auszubrechen, ist eng gekoppelt mit dem Gefühl „ich will endlich ich selbst sein können“. Rein rational gesehen weiß ich, dass nicht alles plötzlich besser würde, wenn ich die Beziehung beende. Es fühlt sich nur gerade so an.

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