Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 73
-
12.04.2012, 00:14Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
-
12.04.2012, 00:23Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Positiv. Ich kann jetzt nur für mich sprechen: es hat zu mehr Offenheit, zu mehr gegenseitigem Interesse geführt und mehr miteinander sprechen über relevante Dinge, also ab vom Small Talk.
Meine Mutter hat mir dann viel erzählt, aus meiner Kindheit und auch aus ihrer. Es war an manchen Stellen wie ein "Reset" für mich, weil ich erkennen konnte, dass meine Ängste und Muster auf falschen Annahmen gründeten.
Ein Beispiel: sie hat mir erzählt, dass die einzige Möglichkeit für sie war, ihre Mutter "zu bestrafen": nicht mit ihr zu reden (das hatte sie von ihrem Vater abgeschaut).
Mit mir hat sie das dann später auch gemacht, wenn ich nicht "brav" war. Was mich aufgrund eben eines anderen Kindheitserlebnisses völlig verzweifeln liess..... aber so konnte ich ihr Verhalten in einen anderen Zusammenhang stellen. Es war ihre Strategie, nicht ein Zeichen dafür, dass sie mich nicht mehr lieb hatte.
Ähnlich erging es mir mit meiner Schwester, zu der ich viele Jahre kaum Kontakt hatte. Ich bin sehr froh darüber, dass sich das geändert hat.
-
12.04.2012, 10:03
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Hallo Emdi,
ich mach jetzt mal n Mutmacher-Eintrag, ok?
Ich bin mir gaaaaaaaaaaaaaaaaanz sicher: Mit deinen "Synapsen im Gehirn" ist alles bestens.
Da "fehlt" auch nichts, an dir ist alles dran, was an Emdi dran gehört.
Bindungsangst kommt oft durch übertriebenes Kontrollverhalten der Elternteile. Aber lassen wir doch mal dieses ganze blöde therapeutische Zeugs: Fakt ist, du bist super. Wie du bist.
Schiss zu haben, sich zu öffnen, haben ganz, ganz viele Menschen. Jeder Mensch hat ein Stückweit Angst vor Nähe. Weil sie macht sooo verletzlich.
Zeig mir jemanden, dem es nicht erstmal unangenehm ist, sich zu öffnen? Zeig mir jemanden, der nicht Herzrasen kriegt, wenn er sich verliebt - und sich offenbaren soll?!
Da ich damit Erfahrung habe, kann ich dir nur sagen: Lerne, die Angst, verletzt zu werden, auszuhalten.
Bleibe, wenn dir nach "flüchten" ist. Guck, dass du deine Persönlichkeit nicht am Kleiderhaken abgibst, nur, um deiner Umwelt "zu gefallen". Und "robbe" dich ran an Nähe - Stückchen für Stückchen.
-
12.04.2012, 20:57Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Danke für das Mutmachen
. Ja, vermutlich haben andere Menschen auch Probleme, sich zu öffnen. Aber irgendwie kriegen die offensichtlich trotzdem ihr Leben ganz gut auf die Reihe und haben Freunde, eine erfüllte Partnerschaft, eine glückliche Familie...Zumindest sieht es von außen immer so aus.
Ich habe gerade das Gefühl, dass das Leben an mir vorbeirauscht. Ich bin halt auch in einem Alter, in dem das verbleibende Zeitfenster für bestimmte Ziele (z.B. eigene Familie) sehr eng ist. Das setzt mich zusätzlich unter Druck.
-
13.04.2012, 08:40
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Jemandem mit echten Bindungsängsten ist eine erfüllte Partnerschaft nicht möglich. Höchstens er arbeitet an sich.
Sag mal: Wie kommst du genau darauf, dass du Bindungsängste hast?
Bindungsängste zeichnen sich aus durch:
-häufige und kurze Partnerwechsel
-"on und off"-Beziehung (die Beziehung wird mittendrin, wenns ernster wird, aprupt beendet - und dann später meist wieder aufgenommen)
- Beziehungen beginnen meist extrem leidenschaftlich - und enden aprupt
- Männer haben oft ein Problem mit ihrer Mutter
- Freundschaften gibt es meist gar nicht
- Die Wohnung ist karg oder gar nicht eingerichtet, häufige Wohnortwechsel
Ist dies bei dir der Fall?
-
13.04.2012, 11:03Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Ganz so extrem ist es bei mir nicht.
Aber:
Obwohl ich in einer langjährigen, äußerlich stabilen Partnerschaft lebe, kann ich mich auf meinen Partner nicht hundertprozentig einlassen. Ich brauche die Gewissheit, dass ich mich trennen könnte, wenn ich wollte – und male mir auch immer wieder aus, wie es wäre, wenn ich wieder alleine leben würde. Ich wahre auch emotional die Distanz, bzw. schwanke oft stark zwischen Anhänglichkeit und Distanz/abweisendem Verhalten.
Ich habe zwei langjährige Freundschaften, in denen ich mich immerhin manchmal teilweise emotional öffnen kann. Aber ich schließe keine neuen Freundschaften. Nicht, weil ich keine Menschen kennenlerne oder niemand mit mir befreundet sein möchte, sondern weil ich sofort abblocke, wenn eine Bekanntschaft „droht“ sich zu vertiefen.
Ich bin bemüht, einen minimalistischen Lebensstil zu pflegen, der es mir auch ermöglicht, möglichst „autark“ zu sein. Ich helfe zwar gerne anderen Menschen (solange es um praktische Dinge geht), aber hasse es, Hilfe annehmen zu müssen oder jemandem einem Gefallen zu schulden.
Auch bei meiner Familie wahre ich die Distanz, u.a. weil ich schon mit dem Gefühl aufgewachsen bin, dass ich dort nur gewollt bin, wenn ich eine passende Fassade präsentiere. Der Gedanke, selber für das emotionale Wohlergehen eines Kindes (oder überhaupt irgendeines anderen Menschen) verantwortlich zu sein verursacht Beklemmungen und Panikgefühle.
-
13.04.2012, 11:33Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Wie wäre es mit anderen Therapieformen??
Wie Du selber erkannt hast- ist Gesprächstherapie da nicht der richtige Ansatz.
Die Probleme kannst Du vom Kopf her ansehen und besprechen, aber das wirkliche Problem liegt ja nicht im Kopf oder im Denken- sondern im Fühlen.
Da muss der Ansatz therapeutisch viel tiefer geschehen.
Um an Vertrauen zu kommen- wirst Du weit zurückgehen müssen.....in die Kindheit und das ansehen - vor allem hinFÜHLEN.
Ich bin mir nicht ganz sicher- aber Psychoanalytik müsste da gut passen.
Natürlich kann man über viele Wege zu sich finden- der Direkteste ist sicher über das Hinwenden zu den Prozessen, die dazu geführt haben.
Ganz sicher auch schmerzhaft und nicht leicht, aber ganz sicher sehr erfolgsversprechend und auch nachhaltig.
da gibt es noch viel gute Zukunft für Dich
kenzia
-
13.04.2012, 11:59
-
13.04.2012, 13:05Inaktiver User
AW: Nähe-/Bindungsfähigkeit erlernen?
Ich tue mich z.B. extrem schwer mit langfristiger Zukunftsplanung, weiche da grundsätzlich aus oder bleibe unverbindlich. Selbst wenn ich mich dann zu etwas entschließe zweifle ich ständig daran, ob es die richtige Entscheidung war und stelle mir die Alternativen vor.
Im Alltag bin ich oft unberechenbar, wenn ich gerade gut drauf bin gehe ich z.B. auf seine Gepplänkel oder Zärtlichkeiten ein, wenn ich gerade schlecht drauf bin reagiere ich extrem zurückweisend.
Mein Mann leidet da schon drunter, aber er hat akzeptiert, dass ich so bin. Zusätzlich problematisch ist, dass er jemand ist, der sehr viel Wert auf (äußerliche) Nähe und Zuneigungsbeweise legt. Gleichzeitig vermeidet er aber ernsthafte Konflikte, zur Not damit, dass er Dinge einfach ignoriert oder unter den Teppich kehrt. Das ist natürlich seine Baustelle, aber ich glaube, wir „ergänzen“ uns da eigentlich auf sehr unglückliche Weise.
-
13.04.2012, 13:08Inaktiver User



Zitieren
