Mir geht es genauso, ich habe vor ein paar Monaten ziemlich viele Veränderungen auf einmal vorgenommen, die ich alle wollte und die ich sehr mag, und trotzdem überlege ich jetzt noch hin und her, was am Alten besser war und was am Neuen nicht 100%ig passt und bin auch eher unzufrieden und schlecht gelaunt - und weiß nicht genau, warum.
Die Erklärung mit dem Gewohnheitstier ist gut, aber müsste man sich nicht selber sagen können, dass es jetzt besser ist als vorher? Tristanya hat beruflich mehr Luft und auch schon erste Erfolgserlebnisse in der neuen Gegend und außerdem schon sehr viel Veränderungs-Erfahrung...
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Ergebnis 11 bis 13 von 13
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10.04.2012, 18:50
AW: Viele Veränderungen - jetzt kommt Frust....
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10.04.2012, 21:26
AW: Viele Veränderungen - jetzt kommt Frust....
Genau das ist ja der Anreiz, nicht sofort die Flinte ins Korn zu werfen. Rational wird sich jeder mit den Vorteilen einer Veränderung schon vor dem Wechsel auseinander gesetzt haben. Aber etwas zu verändern, ist anstrengend, und man braucht Zeit, alles zu verarbeiten. Bloß, weil man etwas weiß, wirds ja nicht einfacher.
Als Gegenbeispiel: Routinetätigkeiten können langweilig sein, sie entlasten aber auch, weil die Dinge fast automatisiert ablaufen und nur wenig Energieeinsatz erfordern. Eine so große Veränderung wie ein Jobwechsel und ein Umzug bringt Veränderungen fast aller Lebensgewohnheiten und -routinen mit sich. Das ist einfach anstrengend, auch wenn es positiv ist, und darauf reagiert die Seele. Ist übrigens auch ein neurologischer Vorgang: Es müssen neue neurologische Verknüpfungen im Gehirn hergestellt werden, weil die alten nicht mehr "gelten".
Ich finde Tristanyas Erlebnisse noch im normalen Rahmen, so unangenehm sich das zur Zeit auch anfühlen mag.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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11.04.2012, 11:46
AW: Viele Veränderungen - jetzt kommt Frust....
Das sehe ich genauso. Mit zunehmendem Alter schließt man in der Regel auch nicht mehr so schnell neue Kontakte. Viele sind familiär verbuddelt und nicht mehr so offen wie in jüngeren Jahren. Hobbies haben sich mit den Jahren eingeschliffen, man ist nicht mehr in der Phase, wo man oft was Neues ausprobieren will, man kennt seinen Verein, etc.
Ich glaube auch, dass so eine Umstellung Zeit kostet und von daher auch gut erwogen werden soll. Der Job ist halt nicht das einzige Kriterium, das Drumherum muss zumindest mittelfristig auch stimmen.
Ich würde ganz bewusst versuchen, mir Ersatz für das zu suchen, was mir fehlt. Wenn es keinen vergleichbaren Sportverein vor Ort gibt, wäre ein neues, zusätzliches Hobby, etwas, was man immer schon mal machen wollte, vielleicht eine Option. Ich finde es wichtig zu versuchen, vor Ort ein bisschen heimisch zu werden, gerade wenn der Job die Zeit dafür lässt. Sonst kann es passieren, dass sich die Unzufriedenheite verfestigt.
Ich würde auf alle Fälle versuchen, Wohlfühlinseln zu finden. Ein schöner Park, in dem ich nach Feierabend joggen oder inlinern gehe, ein Cafe, wo ich gerne mal reinsetze, ein paar Lieblingsgeschäfte, das kleine Programmkino, etc.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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