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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Genau das ist ein gutes Beispiel dafür, was ich mit Egoismus meine: Wenn es mir in erster Linie darum geht, mich selbst zu entlasten und dem anderen eine Last aufzubürden, weil ich selbst dies als befreiend empfinde, und mich nicht dafür interessiere, was mit dem anderen ist.
    .
    Aber du willst doch auch, dass dein Partner wahrhaftig zu dir ist. Würde er mit etwas, das ihn schwer belastet zurückhalten, um dich nicht zu verletzten, klingt das zwar vielleicht ehrenhaft, aber er ist doch dann nicht ganz "er selbst". Er hält etwas zurück, das wird ihn verändern. Wäre es dann nicht besser, es zu sagen (was es auch ist)?
    Ich finde es ein bisschen arg theoretisch, wie hier manchmal unterschieden wird zwischen: Das muss er/sie wissen, er hat ein Recht darauf vs. das darfst du nicht erzählen, das tust du nur zur eigenen Gewissenserleichterung. Das kann man doch so einfach gar nicht unterscheiden! Wenn man irgendetwas gemacht hat, wegen dem man ein schlechtes Gewissen hat, dann ja meist aus gutem Grund, sprich, der Gegenüber hätte ein Interesse daran, es zu wissen. Sonst hätte man ja kein schlechtes Gewissen, wäre es kein "Fehler". Gleichzeitig will man es aber loswerden AUCH um das eigene Gewissen zu erleichtern, oder besser: Die Last loszuwerden. Das geht doch Hand in Hand. In welchem Fall geht es denn NUR um die eigene Gewissenserleichterung oder NUR darum, dem anderen etwas mitzuteilen/zu beichten, ohne dass es einem dabei (auch) um die Gewissenserleichterung geht?

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von isidora Beitrag anzeigen
    Aber du willst doch auch, dass dein Partner wahrhaftig zu dir ist.
    Ich schrieb ja schon, dass ich mit meinem Partner dahingehende Vereinbarungen habe.

    Zitat Zitat von isidora Beitrag anzeigen
    Ich finde es ein bisschen arg theoretisch, wie hier manchmal unterschieden wird zwischen: Das muss er/sie wissen, er hat ein Recht darauf vs. das darfst du nicht erzählen, das tust du nur zur eigenen Gewissenserleichterung
    Ist für mich nicht Theorie, sondern gelebte Partnerschaft.

    Das kann ich zweifelsfrei an meinen Gefühlen ablesen, ob es mir darum geht, fair zu sein oder mich zu entlasten. Arg theoretisch finde ich eher, dass wir so ganz allgemein herumphilosophieren. Anhand eines konkreten Falls - z.B. eines Problems der TE - könnte ich ziemlich genau sagen, wie ich damit umginge.

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von isidora Beitrag anzeigen
    Ich stimme dir da prinzipiell absolut zu. Aber ist es nicht auch irgendwie merkwürdig sowas zu besprechen? Ich stelle mir vor: Die Beziehung läuft super, wir sind glücklich und lieben uns. Dann setzen wir uns gemütlich mit einem Glas Wein zusammen und besprechen, was ich und er alles machen dürfen, ohne es sagen zu müssen. "Schatz, wenn ich einen anderen toll finde und mit dem flirte, willst du das dann wissen?", "Schatz, wenn ich mit jemanden intensiv Mails tausche, aber ihn nicht treffe und auch nicht treffen will, willst du das dann wissen?", "Schatz, wenn ich total betrunken mit einem andern zu heftig flirte, willst du das dann wissen?", "Schatz, wie genau definieren wir <zu heftig flirten<?"
    Ob das so produktiv ist? Habt ihr das so gemacht?
    Naja, es kann ja auch andere Aufhänger geben, um so ein Thema mal anzusprechen. Z.B. ein Film, in dem es darum geht und wo man hinterher darüber redet, wie man selbst das gerne hätte. Im luftleeren Raum verhandelt man solche Dinge sicher nicht. Und ich sehe das auch nicht als Vertrag mit zig Paragraphen, den man miteinander abschließt, sondern schon als ein gemeinsames Beziehungsverständnis, das sich mit der Zeit herauskristallisiert oder eben nicht.

    Wie geht man denn damit um, wenn einer alles wissen will und der andere nicht bereit ist, sich um jeden Preis zu offenbaren? Findet man einen Kompromiss? Fragt sich der eine dann immer, was der andere wohl alles verschweigt? Ist ein Dissens in diesem Punkt ein Beziehungshindernis?

    In der Praxis hatte ich das Problem noch nie. Vermutlich bin ich immer stillschweigend davon ausgegangen, dass meine Partner das genauso sehen wie ich, und es ergab sich nie eine Diskussion dazu. Aber ich wüsste auch nicht, wie ich damit umginge, wenn jemand von mir die totale Offenheit verlangen würde. Vermutlich würde ich mich einfach weigern.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen

    In der Praxis hatte ich das Problem noch nie. Vermutlich bin ich immer stillschweigend davon ausgegangen, dass meine Partner das genauso sehen wie ich, und es ergab sich nie eine Diskussion dazu. Aber ich wüsste auch nicht, wie ich damit umginge, wenn jemand von mir die totale Offenheit verlangen würde. Vermutlich würde ich mich einfach weigern.

    Gruß,

    Malina
    Genau, ich gehe irgendwie auch davon aus, dass man sich da schon irgendwie einig ist. Wer weiß ob das stimmt. Ich wäre allerdings auch zur totalen Offenheit bereit. Wenn mein Gegenüber was wissen will bekommt er auch eine Antwort. Wüsste nicht, was es da geben könnte, was ich unbedingt für mich behalten will. Gibt es bei dir solche Dinge?

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von isidora Beitrag anzeigen
    Das muss er/sie wissen, er hat ein Recht darauf vs. das darfst du nicht erzählen, das tust du nur zur eigenen Gewissenserleichterung.
    Übrigens ist mir wichtig, dass ich diese Unterscheidung nicht auf diese Weise treffe.

    Jeder kann doch selbst entscheiden, was er/sie sagen will. Nur sollte man sich über seine Motive im Klaren sein und über den Preis, den man selbst/der andere/die Beziehung dafür zahlen muss.

  6. Inaktiver User

    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von isidora Beitrag anzeigen
    Genau, ich gehe irgendwie auch davon aus, dass man sich da schon irgendwie einig ist. Wer weiß ob das stimmt. Ich wäre allerdings auch zur totalen Offenheit bereit. Wenn mein Gegenüber was wissen will bekommt er auch eine Antwort. Wüsste nicht, was es da geben könnte, was ich unbedingt für mich behalten will. Gibt es bei dir solche Dinge?

    siehst du und genau das glaube ich niemand.

    da wird beschönigt oder weggelassen und schon ist es nicht mehr die wahrheit.
    kleine notlügen sozusagen sind keine totale offenheit!

    da lügt sich jeder in die eigene tasche.

  7. gesperrt

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Übrigens ist mir wichtig, dass ich diese Unterscheidung nicht auf diese Weise treffe.

    Jeder kann doch selbst entscheiden, was er/sie sagen will. Nur sollte man sich über seine Motive im Klaren sein und über den Preis, den man selbst/der andere/die Beziehung dafür zahlen muss.
    ich weiß schon, was du meinst und sehe es ja eigentlich genauso. Ich wollte nur anmerken, dass es auch beides sein kann. Ich teile z.B. etwas mit, weil es mir schlecht damit geht, es für mich zu behalten und ich GLEICHZEITIG der Meinung bin, mein Gegenüber sollte es (warum auch immer) wissen.
    Es gibt ja durchaus auch Situationen, wo man nicht sicher ist, wie der andere reagiert. Ob es bspw. genauso "richtig" oder egal gewesen wäre es für sich zu behalten, man es aber vorsichtshalber doch mitteilt, um einfach den anderen entscheiden zu lassen, was er mit dieser Info macht. Es gibt ja Dinge, die man selbst total "schlimm" findet, der andere dann aber ganz locker darauf reagiert. Oder andersrum.

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    siehst du und genau das glaube ich niemand.
    musst du auch nicht
    War auch nicht immer so. Jetzt aber sehr wohl.

    Ergänzung: Aber natürlich nicht JEDEM gegenüber

  9. Inaktiver User

    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    es gibt natürlich Dinge, die ich in der Beziehung nicht bespreche: all jene, wo nicht von beiden ein Interesse vorhanden ist. Zum Beispiel bei Hobbies, die wir beide jede/r für sich pflegen, wo sich das Gespräch meist beschränkt auf "hat's Spass gemacht, und habt ihr das Spiel gewonnen?", und das wars dann auch.

    Aber alles, was wichtig ist, wird besprochen, auch und gerade dann, wenn es unangenehm ist. Und welche der wichtigen Dinge sind, die zu besprechen sind, haben wir natürlich auch schon besprochen. und ja, das wichtigste Thema ist durchaus alles rund um Sex. Mit getrennten Wohnungen und getrenntem Einkommen und getrennten Konten fallen halt schon viele mögliche Streitpunkte einfach weg.




    nein, aber es ist der erste Schritt. Der Ausdruck *Beichten* finde ich auch nicht passend. "Mitteilen" ist besser. Es ist ja nicht so, als ob es um Absolution ginge, sondern es geht um Beziehungsgestaltung. Es geht darum, dass der Andere auch weiss, was Sache ist in den Themen, die in dieser Beziehung als wesentlich definiert wurden.

    grüsse, barbara

    hört sich toll an, wird aber in der realität nicht umgesetzt.

    sogar wenn du barbara immer die wahrheit deinem partner sagst, kannst du nicht zu 100 % sagen, dass auch er es tut.
    gerade männer sind im "verschweigen" von unangenehmem weltmeister. meist sogar ungewollt.

    jetzt aus meiner sicht.
    ICH wollte garkeinen partner der mich in alles mit einbezieht.
    nee, ich muss mir nicht jeden schuh anziehen, der grade rumsteht.
    in langjährigen partnerschaften weiss man eh bald, was man dem partner zumuten kann oder nicht.

  10. gesperrt

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    AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    in langjährigen partnerschaften weiss man eh bald, was man dem partner zumuten kann oder nicht.
    mich gruselt´s da. Wenn es Dinge gäbe, die mein Partner gemacht hat und von denen er glaubt, dass er sie mir nicht zumuten kann. Puh. GENAU DAS sind doch die Dinge, die ich wissen wollen würde, um selbst zu entscheiden, ob ich damit leben kann oder nicht.
    Zu sagen: "diese Wahrheit kann ich ihm/ihr nicht zumuten" finde ich total übergriffig.

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