Ich habe jetzt nur das Eingangsposting gelesen.
Deiner o.a. These stimme ich teilweise zu.
Jeder hat für sich eine andere Definition von "Konflikt".
Was bei dem einen eine bloße Meinungsverschiedenheit ohne weiterreichende Konsequenzen darstellt, ist für den anderen die Grundlage tiefgehender Differenzen.
Es ist auch nicht immer eine Frage der Geisteshaltung, sondern hat mit dem Grad an Vertrauen und Vertrautheit zwischen zwei Menschen zu tun. Du sprichst vom Ernstfall = Kennenlernen.
Das wäre für mich eine recht frühe Phase, um all meine Tiefgründigkeiten an die Oberfläche zu holen. Gut Ding braucht Weile![]()
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05.04.2012, 19:52
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
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06.04.2012, 10:16Inaktiver User
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
So sehe ich es auch. Eine gute Beziehung muss sich entwickeln, man lernt den anderen immer besser kennen.
Der TE geht es aber -wenn ich es richtig verstanden habe- um die Kennenlernphase und darum, den anderen möglichst schnell(!) zu "durchschauen". Nur ja keine Zeit verlieren mit vermeintlich "unaufrichtigen" Menschen, deshalb Generalbeichte ? Nee, also da kann ich nicht mit.
Gruß, Elli
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06.04.2012, 12:16
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
falsch. mir geht es primär um wissenswertes, das sich während der gemeinsamen zeit ereignet. die vergangenheit ist dabei m.e. nur insofern von belang, als dass bzw. wenn sie das gegenwärtige denken und handeln prägt, es also (teilweise) zu erklären geeignet ist.
dass man einen gewissen offenbarungseifer nicht als beweiskräftiges indiz für den wunsch nach aufrichtigkeit werten sollte, hat wildwusel bereits erörtert.
doch danke für die vorführung fragwürdiger gesprächskultur in #16: freidrehen und in den verdächtigungs-/anklagemodus kippen (statt beispielsweise verständnisfragen stellen) ist gewiss nicht geeignet, das gegenüber geneigt zu machen, seinerseits offen zu sein.Geändert von nebenschauplatz (06.04.2012 um 14:38 Uhr) Grund: bezug
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06.04.2012, 13:59
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
Dann stelle ich jetzt eine Verständnisfrage:
Möchtest Du Dein eigentliches Anliegen nochmals etwas genauer erklären?
Ggfls unter Anführung relevanter Beispiele?
Mich würden auch Deine Interpretationen zu Beiträgen, welche für Dich "fragwürdige Gesprächskultur" suggerieren, sehr interessieren.
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10.04.2012, 09:06
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
Motiv für so eine Generalbeichte kann auch Egoismus sein: Wenn ich nämlich drauf angewiesen bin, dass der andere mir eine Absolution erteilt, da ich mich ansonsten schlecht fühle.
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10.04.2012, 21:52
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
Ich bin nicht sicher, ob ich das zwangsläufig als Egoismus bezeichnen würde. Ich finde auch das Wort "Absolution" sehr negativ. Wenn ich beispielsweise einen Fehler gemacht habe und diesen dem Geschädigten gegenüber eingestehe, dann doch in erster Linie um mich zu entschuldigen und- ja, auch um Verzeihung zu bitten. Ist das nicht legitim?
Klar fühle ich mich besser, wenn mein Gegenüber Bescheid weiß und mir gegebenenfalls verziehen hat. Ist das dann gleich Egoismus? Die logische Konsequenz wäre es ja sonst, sich für seine Fehler gar nicht mehr zu entschuldigen, sondern sie zu verheimlichen.
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10.04.2012, 22:45
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
Isidora, ich denke, der Unterschied ist, für wen tust du was? "Egoistsich" heißt ja genau, daß du etwas vor allem für dich tust. Das kann (wie Massashi sagt), bei einer Generalbeichte der Fall sein. Aber "kann" beinhaltet ja auch "muß aber nicht".
Wenn du dich entschuldigst, damit du dich besser fühlst, und erwartest, daß der andere dir, jetzt, wo du dich schon entschuldigt hast, gefälligst auch verzeihst: Ja, das ist m.E. Egozentrismus, der sämtliche andere Menschen zur Staffage degradiert.
Wenn deine Motivation ist, daß der andere weiß, was Sache ist, und du keine Reaktion seinerseits vorwegnimmst, ist das nicht egoistisch. Du bist nicht hinter deinem Vorteil her, und es geht nicht primär um dich.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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10.04.2012, 23:11
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
@wildwusel,
genau, ich meinte eigentlich das letztere. Wenn ich meinem Gegenüber einen Fehler eingestehe und um Verzeihung bitte, dann sollte ich das in erster Linie deswegen tun, weil ich will, dass er/sie weiß was los ist und dann selbst entscheiden kann, wie er/ sie mit dieser Situation umgehen will. Natürlich steht es ihm/ihr dann auch jeweils frei zu sagen: Das kann ich dir nicht verzeihen. (Dass ich mich aber besser fühle, wenn er/sie verzeihen kann, ist ja legitim. ) Soweit die Theorie.
Aber häufig ist das doch auch eine Grauzone. Nehmen wir das Standard- Beispiel Betrug/Fremdgehen. Beichte ich das, dann in erster Linie, um dem anderen die Möglichkeit zu geben, sich darauf einzustellen. In welcher Weise auch immer. Aber irgendwie tut man das doch immer auch für sich, weil man mit dem schlechten Gewissen, dem Verheimlichen auch nicht leben kann und möchte. Und auch das ist doch legitim. Sich ein Leben lang mies zu fühlen deswegen und nichts zu sagen ist doch auch nicht richtig.
Es ist doch eine Mischung aus "er/sie sollte das wissen" (was ja auch eine sehr individuelle Einschätzung ist, denn wer entscheidet was für den anderen von Bedeutung ist?) und "ich halt´s nicht mehr aus mit dem schlechten Gewissen, ich muss das jetzt erzählen".Geändert von isidora (10.04.2012 um 23:15 Uhr)
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11.04.2012, 06:41
AW: HÖFLICH! die unterscheidung zwischen zu- und abträglicher unaufrichtigkeit.
Gerade die Frage, ob und in welcher Form ein Beziehungspartner Sex ausserhalb der Paarbeziehung hat, ist doch für die meisten Leute etwas, was sie als sehr wichtig betrachten. Und etwas, wo oft auch sehr klar von Anfang an deklariert wird "für mich kommt es nicht in Frage, eine Beziehung mit einer Person zu führen, die sexuell untreu ist." Da scheint das Fehlen von Aufrichtigkeit eher damit zusammenzuhängen, dass die untreue Person keinen Bock darauf hat, die Konsequenzen ihres Verhaltens zu erfahren, also verlassen zu werden.
Doch wenn man noch nicht einmal dem Beziehungspartner alles erzählen und sagen kann - mit wem sonst kann man denn unbefangen über alles sprechen? Es ist doch wichtig, mindestens eine Person im Leben zu haben, mit der Gespräche über alles möglich ist. Es ist doch wichtig, hin und wieder die Masken von Professionalität und Konventionen ablegen zu können, zu denen man beruflich und öffentlich oft verpflichtet ist.
Ausserdem empfinde ich das Erzählen selbst schon als befreiend, auch dann, wenn die andere Person nicht darüber erfreut ist und nicht (sofort) verzeiht. Draussen ist draussen, die Last ist abgeladen; die Situation wird dadurch nicht immer einfacher und ist nicht immer bequem, aber es ist eine andere Form von Anstrengung als das Hüten eines Geheimnisses.
grüsse, barbara
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11.04.2012, 11:12Inaktiver User



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