Liebe Community,
als langjährige stille Mitleserin dieses Forums habe ich hier schon einige gute Denkanstöße erhalten und hoffe, dass ihr mir nun auch mit meinem (ersten) Problem ein bisschen zur Seite stehen könnt.
Ich bin Mitte 20, Studentin und in Therapie, begonnen mit Gesprächstherapie bzw. Trauma-Bewältigung und übergegangen in eine Psychoanalyse. Ich bin sehr stolz auf mich, diesen Schritt „Therapie“ damals gegangen zu sein, stolz auf das, was ich dort gelernt habe und welche Fortschritte ich gemacht habe. Meine Lebensqualität hat sich innerhalb von zwei Jahren erheblich gebessert, ich habe mit vielen Dingen ab- bzw. Frieden geschlossen. Mein Leben ist immer noch ziemlich chaotisch, und ich bin immer noch ein recht sensibler und ängstlicher Mensch, aber ich kann das inzwischen so hinnehmen, positiv sein (hatte früher auch mit Panik-Attacken zu kämpfen) und daraus dann auch eine gewisse Ruhe ziehen... wenn ihr versteht, was ich meine. Ich MAG mein Leben – die meiste Zeit jedenfalls – habe eine Handvoll guter Freunde, die für mich Familie sind und den tollsten Hund der Welt. Das reicht(e) mir vollkommen aus die letzten Monate, eine Beziehung wollte ich nicht. Männer kennen lernen, Dates haben – ja!, ggf. sexuelle Erfahrungen sammeln, mir „die Hörner abstoßen“ – warum nicht?! Mich fest binden, Gespräche über Zusammenziehen oder Kinderkriegen führen, jemanden (der das womöglich gar nicht wert ist) Anderes als mich zum Mittelpunkt meines Lebens machen – nein danke.
Dann kommt ein Mann in mein Leben… nennen wir ihn Paul. Paul ist 30 und war, nach eigener Aussage, sofort hin und weg von mir. Wir haben uns näher kennen gelernt, ich war von Anfang an sehr offen, was meine Therapie, meine Erfahrungen und auch meine ich-sage-mal Prämissen bzgl. Männer angeht. Habe gesagt, ich wolle keine Beziehung. Nun ja. Paul war sehr offen, hat alles, was ich ihm über mich erzählte, sehr positiv aufgenommen, mich bestärkt, hat mich und Hund sogar bei sich wohnen lassen, als es mit meiner Wohnung und Gesundheit(! - Ich war über Wochen hinweg mit allem erkrankt, was man sich mal eben schnell zuziehen kann.) drunter und drüber ging, mich gepflegt - neben dem Vollzeit-Job - und mir durch die Prüfungszeit geholfen. Gab mir einen Schlüssel, hat mir Platz in seinem Kleiderschrank gemacht. Ich dachte: Wow, soviel Vertrauen, obwohl wir uns doch erst ein paar Tage kennen. War ein bisschen überwältigt. Wir haben zusammen gekocht, über jeden Kram gelacht, haben viele Gemeinsamkeiten. Er: „Ich kann es kaum erwarten, dich meinen Eltern vorzustellen. Die werden sagen: Endlich mal eine vernünftige Schwiegertochter!“ Seiner Mutter wurde ich auch recht schnell als Freundin vorgestellt. Ich konnte abends in seinen Armen einschlafen und morgens in derselben Position aufwachen. Hätte ich mir nie träumen lassen. Hatten auch recht schnell und die ersten Wochen dann auch täglich Sex, was für mich schön, wenn auch nicht überragend war. Aber ich bin da auch ein bisschen vorbelastet und es ist wohl normal, dass man sich da erst einspielen muss (sagt er). Und irgendwann kam dann auch dieses warme Gefühl: Den möchtest du festhalten! Den möchtest du so nah bei dir haben, wie es nur geht. Ihr versteht mich.
Nun zum Problem. Er hat so ziemlich von Anfang an, wenn auch zuerst noch sehr subtil, immer wieder ein Verhalten an den Tag gelegt, welches ich inzwischen unter „profilieren“… oder besser „mich klein machen, um selbst größer zu sein“ einordne. Da wären irgendwelche Frauengeschichten, die immer mal wieder eingestreut(?) wurden – seien es die Bekannten, die ihn auf sozialen Netzwerken bestürmt hätten, sodass er den Status „Single“ doch glatt wieder rausnehmen musste… oder die Ex bzw. ein Date, die noch (wieder) unbedingt eine Beziehung haben wollen, denen er zwar (angeblich) Absagen erteilt, aber offenbar auch nicht gesagt hat, dass es eine neue Freundin gibt. (Okay, muss ja auch nicht sein.) Oder auch die Apothekerin, die ihm ihre Handynummer zugesteckt hat, als er doch eigentlich nur Medikamente für seine damalige Freundin holen wollte… diese Geschichte fiel ihm übrigens genau dann ein, als wir in der Apotheke waren, um für MICH Medikamente zu holen… …
Dazu sein Ton. Er nennt es „Aufziehen“ oder „Scherz“, ich nenne es „Sticheln“. Es sind oft einfach halb-spöttische Randbemerkungen, es ist schwer, das wiederzugeben.
Ein Beispiel: Wir kochen, ich sage ihm, dass ich den Salat fertig hätte, er mit halb gutmütigem, halb spöttischem Ton: „Na, das hast du doch mal was richtig gemacht.“
Gerne kommt auch auf einen Konter von mir, ich solle „mal meine Rolle nicht übertreiben“, auf einen Einwand „Das sagst DU.“ Gerade auf so eine Antwort wie die erste hin hätte ich früher mit extremem Rückzug oder alternativ Zickigkeit reagiert, weil das wunde Punkte trifft. Ja, es tut mir weh. Aber ich sehe es als Fortschritt, das äußern und begründen zu können, statt einfach herumzuzetern oder zu schmollen. Das Gefühl, hier einfach runtergemacht zu werden, bleibt jedoch. Ich habe zu Anfang wirklich fünfmal am Tag gefragt: „Ist das jetzt Spaß oder Ernst?“ – es war für mich nicht erkenntlich… und ich glaube mittlerweile, das liegt nicht nur an mir. Er findet seine "Scherze" ganz normal, so würde er mit jedem reden. Das passiere ganz unbewusst, das kann er nicht abschalten. Das würde auch überhaupt nur MICH stören.
Vor ein paar Wochen hat er seinen Job verloren. Seitdem ist die Kacke richtig am Dampfen, wenn ich es mal so sagen darf. Fast zeitgleich hat er sich beim Sport verletzt; man(n) kann es ja auch nicht - nach mehreren schweren Sportverletzungen und Monaten Pause – ruhig angehen lassen, sondern muss direkt wieder richtig einsteigen! Und nein, man(n) muss damit nicht zum Arzt gehen, sondern humpelt lieber erst mal tagelang mit Schmerzen durch die Gegend. Nun ja.
Er hat sich zunehmend eingeigelt, Bewerbungen geschrieben, war schlecht gelaunt, hat immer wieder Streit provoziert, mich viermal! – mal mehr, mal weniger direkt – aus seiner Wohnung geworfen. Wenige Stunden später geschrieben, es täte ihm Leid, ich würde ihm fehlen, etc.
Den Vogel abgeschossen hat er, als er mich von so einem Rausschmiss „zurückholen“ wollte: Er wollte mich zu … abholen. Eine Viertelstunde vorher rufe ich ihn an, er geht nicht ans Telefon. Ich denke, er wird wohl schon auf dem Weg zu mir sein und sein Handy vergessen haben. Ich habe gewartet, er kam nicht. Habe auf seinem Handy und Festnetzanschluss angerufen, niemand geht ran und er kommt und kommt nicht. Zwischen unseren Wohnungen liegen nur ein paar Autominuten. Er ist (oder besser: war) mir gegenüber sehr zuverlässig, pünktlich, hasst selbst Unpünktlichkeit bei anderen Menschen. Daher fange ich nach einer halben Stunde über der Zeit an, an Treppenstürze, Autounfälle zu denken, stehe kurz vor einer Panikattacke, hätte aber gar nicht schnell mal zu ihm fahren können: Öffentliche Verkehrsmittel und Schlüssel zu seiner Wohnung abgegeben. Dann ist er doch da, eine Dreiviertelstunde zu spät und seit über einer Stunde nicht erreichbar. Ich extrem aufgelöst, zugegeben. Will natürlich wissen, was passiert ist.
Er, ganz entspannt: Er sei noch bei seiner Oma gewesen und die hätte halt gerade so schön erzählt. Ja, das Handy hatte er zu Hause vergessen und mich so halt nicht erreichen können… ja, natürlich hat er daran gedacht, dass ich auf ihn warte… aber ist doch nicht so schlimm, jetzt sei er ja da?!
Auf meinen Einwand, ich hätte mir Sorgen gemacht, null Verständnis – das könne doch mal passieren?!? Auf meinen Einwand, dass man der Oma doch auch sagen könnte, dass man verabredet sei und einen neuen Termin machen – oder die Freundin schnell holen und mitbringen? – oder schnell noch einmal nach Hause fahren, das Handy holen und der Freundin Bescheid sagen?... – null Verständnis. Er habe das jetzt so gemacht. Und seine Oma sei schließlich FAMILIE! Und das könne mir auch passieren!
Ich teile ihm mit, dass ich mich niemals mit irgendwem zum Kaffeekränzchen setzen und erst einmal gemütlich plaudern würde, wenn ich weiß, dass da jemand auf mich wartet und ich nicht die Möglichkeit habe, denjenigen zu erreichen.
Nur Kopfschütteln seinerseits. Dann die Feststellung, so habe er keine Lust auf mich, ich würde mich ja doch des Rest des Tages nur aufregen (womit er bei DIESER Geschichte durchaus Recht hatte). Lässt mich stehen, fährt nach Hause. Schreibt mir ein paar Stunden später eine SMS „Tut mir Leid, aber passiert nun mal.“
Und überhaupt: Wann immer wir uns über etwas unterhalten und einen unterschiedlichen „Wissensstand“ haben… was wird gemacht? Man(n) setzt sich vors Internet und recherchiert das nach. Natürlich alles rein Interesse-halber… und es ist auch nicht schlimm, wenn ich Recht habe!! Aber so wissen wir wenigstens, wer Recht hat!!! Ich habe mich schon dabei ertappt, das Thema schnell vom Tisch wischen zu wollen – „… ist ja auch nicht so wichtig!“ – um meine RUHE zu haben. Weil es mich gar nicht juckt, wer dann da mehr weiß oder Recht hat. Trotzdem bekomme ich regelmäßig zu hören, es müsse immer alles nach meiner Nase gehen.
Dass wir seit seinem Jobverlust nur noch einmal - ziemlich bemühten - Sex hatten (seine Verletzung tut weh!!... und überhaupt, es sei bei ihm normal, mal vier, fünf Tage keine Lust zu haben... hmpf), brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen. Vielleicht bin ich egoistisch, aber es ist einfach frustrierend, frisch mit jemandem zusammen zu sein, ihn zu begehren und dann immer wieder abgewiesen zu werden. Man könnte böse sein und sagen: Der Sex wird doch noch früh genug weniger - wenn es schon SO losgeht... ...
Nachdem er letzte Woche morgens einen Streit vom Zaun gebrochen, indem er seinen Frust (verbal) an meinem Hund ausgelassen und mich anschließend mit den Worten „Wir brauchen wohl mal wieder zwei Tage für uns.“ bei der Therapie – die er inzwischen scheinbar abwechselnd als Teekränzchen oder Voodoo-Session wahrnimmt – abgesetzt hat, bin ich fertig. Ich sitze in der Stunde, zum x-ten Mal in drei Wochen weggeschickt, weggestoßen – verbal, emotional und räumlich – und gefühlsmäßig Single. Mein Therapeut erklärt mir, es sei sehr verbreitet, dass die Partner seiner Patientinnen auf die Therapie mit Ablehnung reagieren; dass sie sich „außen vor“ fühlen würden und Angst hätten, „manipuliert“ zu werden. So auch Paul; irgendwann sagte er im Streit, ich könne/solle meinen „Therapie-Kram“ nicht ständig in die Beziehung „reinpressen“. Ich bin mir nicht sicher wie er das meint (er kann es mir selbst nicht sagen). Aber wenn er meine Frage, welcher Subtext in Aussagen wie „Da hast du mal was richtig gemacht.“ denn drin stecke, als „Psycho-Scheiß“ oder auch als „pseudo-elitär“ bezeichnet, kriege ich eine Ahnung.
Er - mein Therapeut - sieht da bei Paul auch einiges im Argen liegen, sieht in seinem Verhalten die Bemühung, sich stark und mich klein zu machen... aber auf seine möglichen Motive gehen wir natürlich nicht ein - weil er nicht da ist und es ja auch MEINE Therapie ist, wo es um MICH gehen soll.
Nach der Therapie-Sitzung hatte ich mich beruhigt, wollte ihn aber auch erst einmal nicht sehen: Du willst zwei Tage für dich? Gleiches Recht für alle! Habe in der Zeit viel nachgedacht, war mit dem Hund unterwegs. Habe ihn NICHT vermisst. Direkt nach der Therapie-Stunde seine SMS, ich solle „nach Hause“ kommen… mehrere Anrufe auf Handy und Festnetz, er war zweimal bei mir zu Hause, hatb geklingelt (hat mir meine Nachbarin freudestrahlend erzählt). Aber ich wollte ihn nicht sehen, nicht hören, nicht lesen, ihm nicht mal sagen, dass ich ihn nicht sehen, hören, lesen will… War bedrückt und verletzt, aber habe mich wieder freier gefühlt, habe aufgeatmet, mein Zuhause genossen. Die letzten Wochen bei und mit ihm…Ich war bei ihm, weil ich es WOLLTE. Wollte für ihn da sein, hatte aber das Gefühl, einfach alles falsch zu machen. War gewissermaßen immer in Alarmbereitschaft; wann knallt es wieder? Wann wirft er dich wieder raus?
Am Samstag haben wir telefoniert, nach zwei Tagen Funkstille. Er war sauer auf mich deswegen, hätte beinahe die Polizei gerufen. Ich sagte, ich habe den Hund, man kenne mich hier und würde mich schon vermissen, wenn was wäre; meine Nachbarin hat einen Wohnungsschlüssel; er müsse sich keine Sorgen machen. War ihm dann auch nicht recht. Hatte Karten für ein gemeinsames Dinner. Die Karten hatte ich vor Wochen gekauft; als Dankeschön, dass er sich so gut um mich gekümmert hat.
Am Samstag wollte ich wissen, was wir mit den Karten machen. Wisse er nicht.
Wollen wir zusammen gehen? Wisse er nicht.
Wolle er sie verschenken, es seien ja seine? Wisse er nicht.
Er wusste bzw. weiß auch nicht, was ich für ihn bin, was er von mir will, wann oder wie er es herausfindet. Ich kriege nichts aus ihm raus, gar nichts. Nicht mal, dass er darüber jetzt nicht nachdenken möchte. Oder, dass ich warten soll. Nichts.Ich habe ihm noch eine SMS geschrieben, dass ich so nicht leben kann. Damit war es das für mich mit der Beziehung. Habe die ganze Nacht geheult und bin am Sonntag mit meiner Freundin zum Dinner gegangen.
Gestern waren wir doch nochmal Spazieren - er wollte mich zu Anfang küssen; ich dachte, ich bin im falschen Film! - und er hat zum ersten Mal überhaupt geäußert, dass er sich Sorgen macht, wie schwierig es finanziell bei ihm aussieht. Dass er genervt ist, weil nichts vorangeht. (Verstehe ich vollkommen.) Dass er sowas halt schon immer mit sich allein ausgemacht hat. (Kenne ich.) Dass er sich da nicht ändern könne. (Hm.) Dass er nun mal auch keine Gefühle zeigen kann; er wüsste nicht, dass er vor mir überhaupt schon einmal einer Frau gesagt habe, er sei verliebt in sie?!...
Und dass er die Geschichte mit seiner Oma zwei Kumpels erzählt hat und beide meinten, das sei überhaupt kein Grund, ein „Theater zu veranstalten“. Ich habe diese Sache ebenfalls mit Freundinnen besprochen… weil ich mich ernsthaft gefragt habe, ob ich jetzt spinne? Ob ich wirklich überängstlich bin?! Was meint ihr?
Gestern Abend habe ich an ihn gedacht, da piept das Telefon: Er habe ein Vorstellungsgespräch, freue sich sehr. Ich mich auch. Wir telefonieren. Ich möchte ihn gern sehen, frage ob ich auf eine Stunde vorbei kommen darf.
„Klar kannst du. Aber worüber willst du denn reden?“
Ich: „Warum nicht über dein Gespräch morgen?“
„Das glaube ich jetzt aber nicht, dass du nur deswegen kommen willst.“
„Weswegen denn sonst?“
„Vielleicht willst du mich gern sehen.“
„Das auch. Aber wenn du nicht möchtest, können wir es gern lassen.“
„Es kommt mir nur komisch vor, dass du jetzt unbedingt über das Gespräch morgen reden willst?! Ich weiß doch noch gar nichts Genaues.“
„Okay, dann lassen wir es und sehen uns morgen.“
... Zwanzig Minuten später seine SMS „Ich hätte dich wirklich gerne gesehen.“… und ich hätte wirklich gern das Handy gegen die Wand geklatscht und losgebrüllt. Denke: Junge, von deinen Launen kriege ich Kopfschmerzen!
Heute Abend hole ich meine restlichen Sachen von ihm ab. Danach war es das mit uns – zumindest „technisch“; jeder hat seine Sachen wieder usw. Es gibt keinen Anlass mehr zu reden… außer, man(n) will es. Ich vermute, dass er weiter den Kontakt suchen wird. Und ich weiß, dass er mir fehlen wird, ich aber so nicht leben kann, nicht wissen, was er will, was in ihm vorgeht, warum er mich so behandelt, wenn er angeblich so für mich empfindet. Warum er mich wegstößt, wenn ich auf ihn zugehe(n will), mich aber festhält, wenn ich gehen will.
Warum alles, was ich mache, irgendwie falsch ist.
Liebe Leute, ich falle virtuell auf die Knie vor euch, dass ihr bis hierher gelesen habt!!!
Ich bitte euch, werft alles in den Raum, was euch einfällt, Theorien, Erfahrungen… Diagnosen?!
Spinne ich? -- Spinnt er? -- Spinnen wir Beide??
"Sollte es nicht sein?" oder was haut da nicht hin?
Tobt euch aus, die Trennung ist ja „durch“, es gibt also nichts, was ihr schlimmer oder kaputt machen könntet. Das Schlimmste für mich ist eh, gar keine Antworten zu bekommen auf meine Fragen… Vielleicht helft ihr mir ein bisschen, das für mich zu ordnen.
Ich danke euch!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 40
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03.04.2012, 13:26
Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
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03.04.2012, 14:06Inaktiver User
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
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Geändert von Inaktiver User (06.04.2012 um 02:28 Uhr)
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03.04.2012, 14:36
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Der Eindruck hat sich mir beim Lesen auch aufgedrängt. Noch dazu wo sein Verhalten noch merkwürdiger geworden ist, nach dem Jobverlust. Er empfindet es wahrscheinlich so, dass er jetzt in der schwächeren Position ist und das schein für ihn unterträglich zu sein bzw. er versucht es zu überspielen und sich als stark darzustellen. Ich hab auch mal eine Beziehung mit so einem Mann gehabt und zum Schluss auch gedacht, dass ich nicht mehr richtig im Kopf bin, so sehr hat mich sein Verhalten verwirrt und so sehr wollte ich alles richtig machen. Geht aber nicht. Alles was man damit erreicht, ist sich selber fertig zu machen und sein eigenes Selbstbewusstsein geht den Bach runter.
Insofern hast Du schon richtig gehandelt. Bist wieder in Deinen eigenen vier Wänden und hast Dein eigenes Leben. Lass es Dir nicht nehmen. Dafür hast Du zu hart an Dir gearbeitet.It`s not only fine feathers that make fine birds.
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03.04.2012, 15:19
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Hört sich nach einem Bindungsphobiker mit sehr schwachem Selbstwertgefühl und einer Kommunikationsstörung an.
Jedenfalls als sehr heftige Packung.
Dazu noch seine körperlichen Schmerzen, weil er eben den Held spielen wollte und seiner Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis - da ticken auch stärkere Gemüter aus.
Aber egal, für eine innige Verbindung fehlt da einfach zu viel.
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03.04.2012, 15:27
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Ich glaub nicht, dass einer von euch spinnt.
Ich glaub eher, dass ihr, was bestimmte Bereiche angeht, bei näherem Kennenlernen einfach nicht harmoniert.
Ich denke dabei z.B. an seine Art zu 'witzeln', die dir offenbar nicht so nah ist, dass du nicht drüber nachdenken mußt.
Für mich hört es sich so an, als hätte er (vielleicht genau deswegen) nach anfänglichem Total-Verliebtsein auf Rational-Modus umgeschaltet.
Er reizte bestimmte Verhaltensweisen nun einfach aus (dich Wartenlassen, Wegschicken, danach Zurückbeordern ect.)
Das hat schon was von Machtspielchen.
Man kann ihm zugute halten, dass der Verlust des Jobs ihn ganz bestimmt ziemlich unter Stress gesetzt hat.
Trotzdem, ich glaube, er hat sich irgendwie entliebt, weil er merkte, dass so Einiges nicht passt und daraus resultierten diese ganze Zickereien und letztendlich die Trennung.
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03.04.2012, 20:15
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Hallo,
also mein allererster Gedanke war erstmal "puh, sind die beiden kompliziert!" ...ist nicht böse gemeint. Vielleicht seid Ihr wirklich einfach nur zu unterschiedlich? Ich kann einige Sachen nachvollziehen die Dich stören, kann aber auch einiges von ihm nachvollziehen (das mit dem Besuch bei der Oma würde mich jetzt gar nicht stören. Was mich eher stören würde (aber das liegt vielleicht eher an ihm) ist die mangelnde Kommunikationsfähigkeit. Damit hätte ich ein Problem. Habt Ihr denn wirklich schon mal ganz vernünftig und ernsthaft geredet? Oder geht das gar nicht mit ihm? in einer ruhigen Minute? Hast Du ihm gesagst, dass Dich die Sticheleien stören oder die Kommentare zu Exfreundinnen oder sonstigen Frauen? Wie lange kennt Ihr Euch denn nun schon? Ich kann schon auch verstehen dass er durch Arbeitslosigkeit und die Sportverletzungen im Moment einfach frustiert und leicht reizbar ist..... und ich les zwischen den Zeilen die Du schreibst auch bißchen was raus, was auch von Deiner Seite nicht so besonders liebevoll klingt....sondern auch eher bißchen von oben herab. (z.B. man muß ja nicht zum Arzt gehen und man muß ja sofort wieder mit Sport loslegen.....klar ist das nicht das Vernünftigste, aber wenn man viel Sport gewohnt ist fällt es halt schwer darauf zu verzichten...und ich kenn fast keinen Mann der gern zum Arzt geht)
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03.04.2012, 20:31
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Ihr seid ja nun noch nicht 5 Jahre verheiratet, dann würde ich zu einer Paarberatung raten wollen.
Aber so...
Wenn es einem mit Freund schlechter geht als ohne ihn,
dann muss man doch sagen, wenn man das hier alles gelesen hat:
Adieu mein Freund, danke für die Mühe, es passt leider doch nicht.
Ein paarmal rausschmeißen usw...das ist alles so Kindergarten, das hat mit "Liebe", wenn du mich fragst, wenig zu tun.
Ich bin besonders entsetzt darüber, dass er mit etwas, was dir wehtut (dämliche Kommentare und Antworten) nicht aufhört. Man verletzt niemanden permanent, wenn man es vermeiden kann! Schon gar nicht den Menschen, den man lieb hat!
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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04.04.2012, 19:55
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Klare Antwort auf deine Abschlussfrage: Ja, ihr spinnt beide. Und wohl auch ein bisschen in die selbe Richtung.
Ich picke mir mal ein paar Details raus:
- Er besucht die Oma, statt direkt zu dir zu kommen. Du machst dir a) Sorgen und b) ihm eine Szene (ok, das können viele Frauen aus dem Stehgreif recht gut
). Und du kannst so gar nicht verstehen, dass er deine Szene nicht nachvollziehen kann.
Als du dir dann - ich glaube es war nach deinem Therapeutengespräch- deine 2 Tage (!!!) "Auszeit" nimmst, und das ohne ihn davon zu unterrichten, macht er sich (wie ich finde berechtigt) a) Sorgen und b) dir eine Szene. Und er kann so gar nicht verstehen, dass du seine Szene nicht nachvollziehen kannst.
- Der Gute hat eine Sportverletzung und hat keinen Schimmer, wie es mit ihm weiter geht, weil er seinen Job los ist. Und du bist pissig, weil es nicht genug Sex gibt
. Wie wäre es mit Verständnis für ihn statt weiterer Forderungen?
- Es gibt einen netten Spruch für das, was dein "Freund" tut, wenn er dich "runtermacht":
"Mach dich nicht so groß, so klein bist du gar nicht." Ich schätze, trotz der großen Klappe ist es um sein Selbstwertgefühl nicht eben rosig gestellt. Der Jobverlust ist da sowas wie Salz in der Wunde.
Da du aber nicht seine Therapeutin bist, ist es nicht dein Job, ihm da auf den Pott zu helfen. Also überlege dir, ob seine Macken für dich akzeptabel sind, oder ob sie so sehr nerven, dass er einfach für dich nicht in Frage kommt.
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Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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06.04.2012, 16:34
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Liebe Leute...!
Vielen Dank erst einmal für eure Antworten; ich war jetzt ein paar Tage nicht online, es war einiges los und ich hätte nicht gedacht, dass ich doch so viele und so ausführliche Antworten bekomme. - merci beaucoup!

Ich werde gleich mal versuchen, nacheinander auf jeden Beitrag bzw. jede Frage einzugehen.
@ WINTERGOLD und LOINETTE
Beim Lesen eurer Einschätzung musste ich ein bisschen schmunzeln, ich halte das nämlich für sehr zutreffend und mein Therapeut hat von sich aus dieselbe Vermutung in dne Raum geworfen! Paul hat mich da schon ein bisschen aus der Misere gezogen, mich "gerettet". Kann schon sein, dass ihm das - neben seinem Job, der ihn laut eigener Aussage nur noch genervt hat - gut getan hat.
Was allerdings meine "Forderungen" betrifft, so kamen diese nicht erst nach ein paar Wochen bei/mit Paul aus dem Boden geschossen; ich habe mit ihm von Anfang an sehr offen über meine frühere Beziehung gesprochen, habe gesagt was ich alles grundsätzlich NICHT mehr will. Solche "Störfaktoren" wie bspw. die Sticheleien haben sich erst im Laufe der Wochen manifestiert, wurden natürlich dann erst angesprochen.
Und ganz ehrlich?... Im Moment empfinde ich es nicht so, dass mich diese Beziehung stärker macht oder gemacht hat. Im Gegenteil, ich fühle mich sehr zerrissen, weiß nicht, was richtig oder falsch ist... fühle mich nicht "in Ordnung so, wie ich bin".
@ ANGIE
"Bindungsphobie" klingt natürlich erst einmal sehr hart - und mir ist (leider) auch klar, dass ich ihm mit einer solchen "Diagnose" nicht kommen brauche, jetzt nicht und wahrscheinlich auch in (einer besseren?) Zukunft nicht; er ist schon bei harmloseren Nachfragen meinerseits an die Decke gegangen. Dass ich meine Interpretation seines Verhaltens im gegenüber nicht äußere, bedeutet natürlich nicht, dass ich da keine Vermutung habe. Und wenn ich höre, dass er außer mir noch keiner Frau gesagt habe, er sei verliebt in sie und nur eine seiner "Beziehungen" von ihm ausgegangen und er in den Rest so reingeschlittert sei... da komme ich schon ins Grübeln. Übrigens hat ihm diese Frau nach ein paar Monaten gestanden, sie sei in Therapie, weil sie in Beziehungen immer zu viel klammern würde. Diese Eigenheit ihrerseits hat ihm wohl auch dazu veranlasst, irgendwann den Schlussstrich zu ziehen. Naja.
@ CIX
Versteh das jetzt bitte nicht als Angriff, aber hältst du das
in irgendeiner Art für angemessen einem (Noch-)Beziehungspartner oder sonstigem, dir wichtigen Menschen gegenüber? Ja, das sind wirklich Dinge, dir mir fremd sind!
(Klar, Sticheln kann ich auch und als er mit der Verletzung nach Hause kam, konnte ich mir einen etwas bissigen Kommentar nicht verkneifen. Aber doch nicht ständig und nicht, wenn mir schon einmal klipp und klar gesagt wurde, dass das nicht erwünscht sei.)
Sind solche "Witze" denn normal für dich? Machst du das auch? Und wie wird sowas dann von "für dich normalen" Menschen aufgenommen? Paul und ich haben uns ja über eine gemeinsame Freundin kennen gelernt. Sie meinte, ja, sie fände solche "Witze" auch furchtbar, sei aber - im Gegensatz zu mir - nicht einmal schlagfertig genug, darauf noch irgendwas zu sagen (aber weh tut es ggf. ja trotzdem) und würde dann still bleiben. Wäre das eine Möglichkeit? - Solche Sprüche durch Nichtbeachtung ins Leere laufen zu lassen?? Aber ist man denn DANN noch auf Augenhöhe?!
@ BERLIN
Ich kann natürlich nicht behaupten, vollkommen zu verstehen, was jetzt gerade in ihm vorgeht. Das hängt zum einen damit zusammen, dass ich als Studentin einen ganz anderen finanziellen Hintergrund habe. Ich habe per se schon mal viel weniger Geld zur Verfügung als er und da sicherlich andere Maßstäbe. Zum Anderen habe ich auch mitgekriegt, dass sich Männer durchaus über ihren Job… definieren, es also ein Stück weit ans Ego geht, nicht arbeiten zu können („Versorger-Rolle“… und so?). Ich glaube schon, dass ich da nicht die volle Einsicht habe, wie sich das für einen Mann anfühlt.
Ansonsten – ich habe ihm gesagt, dass mich die Sticheleien stören und ja: Das habe ich (immer) in ruhigem Ton gesagt und auch begründet (… Dass mich solche „Scherze“, wenn gehäuft, darauf bringen, zu fragen, ob da nicht doch Ernst dahinter steckt… und ich etwas „falsch“ mache. Letzeres habe ich leider sehr oft zu hören gekriegt als Kind. Daher ist das ein sehr wunder Punkt.). Ich sage solche Dinge schon sehr direkt und, wenn es geht, bevor sich das richtig aufstaut und ich platze und nur noch zeternd kommunizieren kann.
Antwort, stets und auf alles: Er sei halt so, mache das immer so, könne das nicht ändern, Ende Gelände. Diese anderen Frauengeschichten… nun ja… mir ist das eher aufgefallen als aufgestoßen. Ich habe es ziemlich schnell als einen Versuch aufgefasst, sich zu profilieren. Habe ja grundsätzlich nichts dagegen, dass auch andere Frauen ihn toll finden und fanden. Aber es nervt halt, mich interessieren Exen oder Interessentinnen nicht, solange sie nicht auf seinem Schoß sitzen oder sich sonstwie einmischen… aber das ist nochmal ein anderer Punkt. Ich sehe in diesen Stories natürlich auch einen Versuch seinerseits, sich aufzuwerten. Das nervt aber „nur“ – die Sticheleien gehen mir mehr an die Nieren…
Und die Oma… Ich habe natürlich KEIN Problem damit, dass er sie besucht. Ich habe auch KEIN Problem damit, dass man sein Handy liegen lässt. Ich habe ein Problem damit, dass man um 15.30 zur Oma fährt, obwohl man um 15.30 mit der Freundin verabredet ist, sein Handy nicht dabei hat, das auch weiß und dennoch erst einmal mit Oma plauscht – ohne irgendeinen Versuch, den Termin mit der Freundin einzuhalten oder auch nur mal darüber zu informieren, dass man den Termin nicht einhält. Tut mir Leid, aber ich interpretiere das als mangelnde Wertschätzung. Das ist mir fremd, denn so behandele ich NIEMANDEN, den ich halbwegs respektiere.
@ KARLA und BEKLAMO
Ihr sprecht mir aus der Seele. Aber ich kann mich so gar nicht darüber freuen.
No good sittin' worryin' abou' it. What's comin' will come, an' we'll meet it when it does. - Hagrid
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06.04.2012, 16:38
AW: Ich und mein Paul - was läuft da schief?! (Manipulation? Machtkampf? Ego?)
Das verstehe ich. Es macht keinen Spaß, Abschied zu nehmen. Es ist m.E. mit die schwerste Aufgabe, die man im Leben hat. "Adieu" zu sagen, wie und wo auch immer.
Dennoch: Es würde dir die Chance eröffnen, wieder glücklich und zufrieden zu sein.
Das ist doch etwas Schönes.The original Karla
est. 2006













) drunter und drüber ging, mich gepflegt - neben dem Vollzeit-Job - und mir durch die Prüfungszeit geholfen. Gab mir einen Schlüssel, hat mir Platz in seinem Kleiderschrank gemacht. Ich dachte: Wow, soviel Vertrauen, obwohl wir uns doch erst ein paar Tage kennen. War ein bisschen überwältigt. Wir haben zusammen gekocht, über jeden Kram gelacht, haben viele Gemeinsamkeiten. Er: „Ich kann es kaum erwarten, dich meinen Eltern vorzustellen. Die werden sagen: Endlich mal eine vernünftige Schwiegertochter!“ Seiner Mutter wurde ich auch recht schnell als Freundin vorgestellt. Ich konnte abends in seinen Armen einschlafen und morgens in derselben Position aufwachen. Hätte ich mir nie träumen lassen. Hatten auch recht schnell und die ersten Wochen dann auch täglich Sex, was für mich schön, wenn auch nicht überragend war. Aber ich bin da auch ein bisschen vorbelastet und es ist wohl normal, dass man sich da erst einspielen muss (sagt er). Und irgendwann kam dann auch dieses warme Gefühl: Den möchtest du festhalten! Den möchtest du so nah bei dir haben, wie es nur geht. Ihr versteht mich.
Ich habe ihm noch eine SMS geschrieben, dass ich so nicht leben kann. Damit war es das für mich mit der Beziehung. Habe die ganze Nacht geheult und bin am Sonntag mit meiner Freundin zum Dinner gegangen.

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