Hallo liebe Gemeinde,
ich möchte mal eine Frage zu einem Thema loswerden, das mich nicht umtreibt, aber doch interessiert. Und zwar ist mir in meinem Bekannten- und Freundeskreis aufgefallen, dass der Beruf bzw. die Neigung eine Rolle bei der Beziehungsfähigkeit zu spielen scheint. Vielleicht ist das auch Zufall oder völliger Humbug, nichtsdestrotz ...
Viele meiner Freunde, die eher technisch- oder zahlenorientierte Berufe haben - ein Bauingenieur, ein Mathematiker - kriegen es eher hin, lange Beziehungen zu führen. Nun gibt es ja die Vorstellung, dass Männer eher zahlen- und Frauen tendenziell eher sprachbegabt sind (schlagt mich nicht, wenn ich jetzt ein Klischee aufkoche). Also frage ich mich, ob diese zahlenorientierten Typen sich eher auf die typische Rollenverteilung in Beziehungen einlassen können. Also das klar ist, wer was macht. Er hämmert im Haus, sie macht's schön (nicht schon wieder schlagen).
Ich persönlich bin eher der Sprachentyp, habe zwar einige 3- bis 5-jährige Beziehungen gehabt, doch irgendwann ist es gescheitert. Auch - das gebe ich zu - weil es mir immer schwer fiel, mich festzulegen. Dabei habe ich eigentlich immer einen ganz guten Draht zu Frauen gehabt (also nicht im Sinne von Frauenheld, sondern auf Gesprächsbasis).
Was sagt ihr. Ist meine Beobachtung Schwachsinn? Und was ist wichtiger, dass man sich ergänzt oder ähnlich tickt. Sorry, wenn das alles ein bisschen wirr klingt.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 17
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25.03.2012, 19:58
Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
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25.03.2012, 22:09
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
ich frag' mich als erstes, wieso du nur jeweils eine seite dieser zweierbeziehungen erwähnst, nämlich die männer.
und was ist mit den partnerinnen? haben die keinen anteil an der beziehung? und was haben die denn für berufe?
so einseitig funktioniert die betrachtung jedenfalls nicht
(sagt dir eine frau, die beruflich mit sprache und technik zu tun hat. das gibt's nämlich auch)
mir ist deine darstellung zu schwarz-weiß.Geändert von Lizzie64 (25.03.2012 um 22:23 Uhr)
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25.03.2012, 22:22Inaktiver User
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
beruf- beziehungsfähigkeit--------------------
ist mir zu einfach. ich kenne genügend menschen die in sozialen berufen unterwegs sind- das sich aber nicht oder negativ auf die eigene beziehungsfähigkeit auswirkt.
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25.03.2012, 22:53
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
Der gewählte Beruf hat genau gar nichts mit der Beziehungsfähigkeit zu tun ;)
Der Grundstein für die Beziehungsfähigkeit wird in der (frühen) Kindheit gelegt (ob man will oder nicht ;)
Allerdings würde ich nicht sagen, dass jemand, der Beziehungen von drei bis fünf Jahren hatte beziehungsunfähig ist. Da war der passende Partner einfach noch nicht dabei. Und man lernt ja auch aus jeder Beziehung bzw. hat man die Möglichkeit, daraus zu lernen, um es in der nächsten Beziehung besser zu machen :)
In einigen Bereichen ist es von Vorteil, wenn man ähnlich tickt (z.B. bei den Themen Lebensentwurf oder Kinder), in anderen Bereichen kann man sagen, dass Gegensätze sich anziehen. Zwei 'ruhende Pole' werden sich möglicherweise miteinander zu Tode langweilen, ähnlich wie zwei Zappelphilipps sich vielleicht total auf den Geist gehen. Ein paar gemeinsame Interessen sind hilfreich. Völlige Deckungsgleichheit bzgl. Interessen kann langweilig sein. (Ich persönlich finde hier einen Mittelweg ganz gut...)Und was ist wichtiger, dass man sich ergänzt oder ähnlich tickt.
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25.03.2012, 23:24
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
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26.03.2012, 06:00Inaktiver User
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
Denke- es geht da allen ähnlich......
Schau ich in meinen Beruf- gibts die, die lange Beziehungen führen und genauso die, die es nicht hinbringen.
ALso- wird das nicht DIE Rolle spielen........wäre ja auch zu einfach- dann bräuchten sich die Menschen ja nur in so einem Berufszweig nach Mann oder Frau umsehen
kenzia
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26.03.2012, 08:07
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
Hallo,
hm, um mal auf die Ausgangsfrage mit den Mathematikern oder Ingenieuren zurückzukommen. Ich könnte mir eventuell unter Umständen vorstellen, dass Menschen (Männlein wie Weiblein), die sehr zahlen- und logikorientierte Jobs haben (und auch in ihrem Wesen zu diesen Berufszweigen neigen) eventuell auch in Beziehungen eher logisch, "vom Kopf her", überlegt vorgehen.
Das könnte (achtung Konjunktiv) dazu führen, dass sich kleinere Rangeleien in Beziehungen nicht so schnell auswachsen zu richtig tiefen Krisen, weil eben jene Menschen nicht zu überbordender Emotionalität neigen könnten (Tellerwerfen und Vasenzerdeppern inklusive). Dies könnte in bestimmten Streitsituationen helfen, dass es nicht eskaliert und zu einer echten Beziehungskrise kommt bzw. zum Beziehungsaus, weil sich beide Partner in ihrer Emotionalität immer weiter hochschaukeln.
Das könnte ich mir u.U. vorstellen.
Ist aber zugegebener Maßen Küchenpsychologie.
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26.03.2012, 11:50
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
Hi Beebles,
ich würde da Henne und Ei anders betrachten. Mein Eindruck ist, daß Leute, die sich in technischen, mathematischen oder naturwissenschaftlichen Berufen etabliert haben, eine gewisse Sicherheit im Leben und im Selbst haben, die sich auch im Alltag umsetzt. Ob Mann oder Frau, ein (halbwegs) stabiler Job mit stabiler Bezahle und regelmäßigen Arbeitszeiten tut m.E. Wunder für die Stabilität von Beziehungen. Außerdem scheinen mir die TMNI-Berufe eher introvertierte Leute anzuziehen, die (jetzt begebe ich mich auf dünnes Eis) nicht leicht Freundschaften schließen, aber dafür tiefe. Entsprechend tendieren sie zu Anhänglichkeit, auch in Beziehungen.
Was all diese Dinge nicht automatisch mit sich bringen, ist handwerkliches Geschick
. Meine lieben Mathematikeranverwandten können alle ganz toll Klavierspielen (und Saxophon oder Trompete), aber das Hämmern im Hause überlassen sie doch lieber der Ehefrau (wenn die ihnen nicht schon verboten hat, den Werkzeugkasten anzufassen...)
Und als Frau, die den (weiblichen) Verwandten als "sprachbegabt" gilt, weil sie es geschafft hat, innerhalb von 15 Jahren eine (einzige) Fremdsprache bis zu einem akzeptablen Niveau zu lernen, und aufgrund eines leicht obsessiven Interesses an Linguistik und Kritik in ihrer Muttersprache gelehrt daherreden kann, habe ich sowieso so meine Ansichten über vermeintliche weibliche Sprachbegabung.Geändert von wildwusel (26.03.2012 um 11:53 Uhr) Grund: Absätze...
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26.03.2012, 13:58Inaktiver User
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
Beebles,
die Mathematiker und Naturwissenschaftler in meinem Bekanntenkreis sind bis auf wenige Ausnahmen Ihre Beziehungen allesamt recht unaufgeregt angegangen. Sie waren realistisch genug, nicht den perfekten Partner zu suchen, sondern einen passenden. Außerdem sind die meisten mit Leben, Job, Hobbies usw derart ausgefüllt, dass sie gar keine Muße haben, Theater um ihre Beziehung zu machen. Die Frauen dazu ticken meist ähnlich, so dass ich dem Modell eine recht hohe Haltbarkeit unterstelle.
Das "er hämmert im Haus, sie machts schön" habe ich allerdings selten beobachten können, zumal die Partnerinnen meist nicht mit dem besonderen Deko-Gen gesegnet sind, sondern eher praktisch veranlagt.
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28.03.2012, 07:55
AW: Welche Rolle spielt der Beruf für die Beziehungsfähigkeit
Ich habe zu dem Thema ein gutes Buch gefunden von einer Anthropologin, Helen Fisher "Die vier Typen der Liebe" Wer paßt zu wem und warum ! Sie meint, das wir aufgrund der verschiedenen Hormone auch unterschiedlich in unserem Denken, Handeln und Fühlen sind und sich das auch auf unsere Beziehungen auswirkt, wie wir Beziehungen führen bzw. führen wollen. Diese vier Typen beschreibt sie als den Entdecker-, Gründer-, Wegbereiter- und Diplomaten-Typ und gerade dieser Diplomaten-Typ scheint es mit Beziehungen sehr ernst zu nehmen, für ihn scheinen diese auf lebenslang ausgelegt zu sein. Sie schreibt darin eben auch, welche dieser Typen gut zueinander passen, weil sie sich eben ähnlich sind oder welche dieser Typen aufgrund ihrer Unterschiede besser zusammenpassen.
Eine erfolgreiche Beziehung besteht nicht darin, den richtigen Partner zu finden, sondern darin, füreinander die richtigen Partner zu sein!
Beziehung bedeutet Entwicklung zu zweit, denn was beide angeht, können auch nur beide lösen!
Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollten und das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.
Wenn wir anderen mit einer Fackel den Weg erleuchten, bleibt es nicht aus, das wir dabei unseren eigenen Weg auch erleuchten.


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