Je länger ich mir diesen Strang durchlese, desto klarer wird mir: Niemand hat jemals "alles" - das ist schon rein logisch eine Unmöglichkeit, weil sich viele Dinge entweder gegenseitig ausschliessen oder zumindest extrem erschweren. (Ich kann nicht gleichzeitig die absolute Unabhängigkeit und Freiheit leben und gleichzeitig in ein enges soziales Netwerk eingebunden sein.)
Aber:
Jeder Mensch hat seine eigene persönliche Liste von Dingen, die ihm oder ihr wichtig sind. Und im Bewusstsein dieses Menschen sind diese Dinge eben "alles" (und das andere, worauf man keinen Wert legt, wird nicht wahrgenommen). Von daher ist es gut möglich, andere Menschen zu beneiden, die aus der eigenen Sicht "alles" haben - eben alles, worauf man selbst Wert legt und wonach man sich sehnt. Das ist auch ganz normal und menschlich; man sollte aber halt nicht aus den Augen verlieren, dass nicht andere "alles" haben und man selbst "nichts", sondern dass man die FÜR EINEN SELBST falschen Dinge hat - und dann alles daran setzen, daran zu arbeiten, sie durch die für einen selbst "richtigen" Dinge zu ersetzen...
(Rosenresli, ich lese gerade, dass du Kinder hast? Das ist z.B. schon mal ein grosser Batzen, um den dich viele Frauen - hier in der Bricom und anderswo - sehr beneiden würden. Lies mal im Kinderwunschforum z.B.)
An alle: Ich danke euch sehr für diesen inspirierenden Strang!Hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.
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05.05.2012, 22:01
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Geändert von blauerElefant (05.05.2012 um 22:12 Uhr)
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05.05.2012, 22:12
AW: Warum haben manche Menschen alles?
PS: Ich habe auch viele Freundinnnen, die jeweils "Dinge" haben, um die ich sie (im Abstrakten) vielleicht ein wenig beneide - aber würde ich summa summarum mit ihnen tauschen wollen? - NEIN.
Sie sind glücklich in ihrer Beziehung? Super!!! Aber würde ich ihren Mann (ganz konkret, DIESEN Mann) haben wollen? - Nein. ZU MIR passt er nicht.
Sie haben einen tollen Job? Klasse!!! Aber ICH könnte ihn nicht machen - nicht meine Interessen, nicht meine Talente, ich wäre davon angeödet/überfordert/zu-Tode-gelangweilt/was-auch-immer.
Sie haben Kinder? Hätte ich auch gerne in näherer Zukunft. Aber wieder ganz konkret: Die in beiden Fällen damit verbundenen Lebensumstände möchte ich nicht unbedingt haben.
Fazit: Ich kann schlicht und ergreifend nicht mit jemand anderem tauschen wollen, weil ich nicht den Lebensentwurf von jemand anderem leben kann und/oder will. MEIN Leben muss zu MIR passen.
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05.05.2012, 22:24Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Kleene, Rosenresli, ich darf dich so nennen, mein Ältester ist 2 Jahre jünger als du, falls die 75 dein Geburtsjahrgang ist.
Die Schätzchen in deiner Glückskiste sind schon vorhanden, nur siehst du sie vielleicht in deinem Kummer über einen fehlenden Partner an deiner Seite nicht.
Du hast Kinder? Wieviele und wie alt sind die Zwerge?
Du hast einen Job, der dich und die Zwerge ernährt. Du hast eine kleine Familie. Du hast eine Wohnung - auch wenn du dir etwas Besseres für euch vorstellst/wünschst.
Du bist gesund, die Zwerge sind gesund?
Du hast deine Eltern noch, auch wenn sie nicht in eurer Nähe leben.
Kleene, du bist eine reiche Frau. Zwar nicht im Sinne von einem dicken Sparbuch, doch reicher als manche Menschen.
Glaub mir, ich kenne andere Schicksale, auch wenn dir das deinen Kummer nicht nimmt.
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05.05.2012, 22:42Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Hey Sariana, schöne Worte die du da an Rosenresli gerichtet hast.
Es ist immer das was man aus den Dingen im Leben macht, das möchte ich noch loswerden. Gabs hier schon mehrmals im Strang aber ich will es noch mal gesagt haben. Viele Freunde und Bekannte haben mir schon oft gesagt, dass sie mich beneiden weil ich immer alles bekomme was ich möchte, mir das Glück nur so zufliegt. Ich hab echt schon viel schlimmes durch in ganz jungen jahren und ich war schon oft ganz unten. Was mir immer blieb ist der Wille zu kämpfen und stückchen für stückchen weiter nach oben zu kommen und für die dinge die ich bekommen habe dankbar zu sein, auch wenn sie noch so klein sind.
Glück ist eigentlich so einfach. Es ist verdammt schade, dass viele Menschen, dass nicht sehen.
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06.05.2012, 05:11
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06.05.2012, 09:25
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Meiner Meinung nach sind das Aeusserlichkeiten. Was kannst du tun damit du dich in deiner Wohnung wohl fuehlst? Wenn du unbedingt einen Garten haben moechtest dann such dir eine andere Wohnung, oder einen Schrebergarten, oder pflanz ein paar Moehren in Wald an. Wenn dir Rasen maehen so wichtig ist biete das doch einer alten Frau an die es nicht mehr selber tun kann. Eine andere Familie kann man sich nicht suchen, aber man kann sich ein Hobbie suchen das man mit anderen Leuten ausuebt, Feste feiert, mal weggeht... es gibt doch so viele Moeglichkeiten was an seinem Leben zu aendern, und fuer viele Dinge braucht man nicht mal Geld sondern nur eine andere Einstellung.
Ernsthaft, ich sehe mich selber als Glueckspilz. Dabei habe ich keine der Dinge die dir wichtig sind. Eine warme Famile? Noe. Ein grosses Haus? Ich zahle 1000 Euro Miete fuer eine abgewohnte 60m^2 Wohnung mit einem Hinterhof wo regelmaessig der Muell nach noch was Verwertbarem durchgewuehlt wird. Trotzdem ist diese Wohnung sehr warm und bequem eingerichtet und ich will nichts anderes. Auto habe ich nicht, kaum Freunde und wenn wohnen diese auf Flugabstand, meinen Mann wuerden die meisten Leute wohl auch nicht als auffallend schoen bezeichnen
Es gibt so vieles anderes was das Leben schoen macht. Man muss nur danach suchen anstelle an den Dingen die einem nicht gefallen festzuhalten. Und etwas Gelassenheit hilft natuerlich auch.
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06.05.2012, 10:51Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Oh, ich könnte jetzt auch von etlichen schlimmen Dingen aus meiner Kindheit und Jugend berichten, von Krankheiten, unglaublich vielen Umzügen, schwierigen Eltern - von Einsamkeit, Schicksalsschlägen, Trauer, Ungerechtigkeiten und Todesfällen. Von entsetzlichen Menschen, die meinen Lebensweg kreuzten und mir geschadet haben...
Aber ich mag nicht...
Warum soll ich mir das antun, daran zu denken, davon zu berichten?
Und wer will das hören?
Was nützt es mir, den ganzen alten negativen Kram immer wieder aufzuwärmen? Mich selbst als Opfer der Umstände zu sehen, es mit jedem Nachdenken darüber und jedem Erzählen zu manifestieren, mich selbst immer wieder in diesem Loch zu sehen?
Nein - nichts für mich.
Ich sehe lieber das, was schön ist und war. Da war neben Krankheit auch viel Geborgenheit, das Glück, ein anwechlungsreiches Leben zu haben bei aller Unstetigkeit, und vieles andere positive. Dem gebe ich mehr Raum als dem Schlechte - tut mir zumindest gut. Du kannst nichts gegen Schicksalsschläge machen. Aber es liegt an dir, was du in dir nährst: das Traurige oder das Schöne. Was immer du nährst, das wächst..
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06.05.2012, 11:52Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Zufriedenheit resultiert nicht aus den äußeren Umständen, sondern aus der inneren Einstellung eines Menschen – oder anders: aus der Fähigkeit, mit Niederlagen und Unzufriedenheit umzugehen.
Entweder nutzt du deine Energie, um eine Niederlage als Umbruch und damit als neue Chance zu begreifen, oder du investierst sie, um die Ungerechtigkeit anzuklagen, in dieser Situation zu verharren und dir damit selbst im Weg zu stehen.
In der Signatur von Zuza. „Glück ist ein Tuwort“ steckt eine Menge Wahrheit. Allerdings sollte man sich auch bewusst machen, dass Glück kein Dauerzustand ist, sondern aus wenigen wertvollen, manchmal sehr kleinen und leisen Momente im Leben resultiert und dass Glück ohne das Empfinden von Unglück nicht existieren kann. Beides sind Kehrseiten einer Medaille. Die Frage ist, was man daraus macht.
Gruß RezeptfreiGeändert von Inaktiver User (06.05.2012 um 12:20 Uhr)
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06.05.2012, 12:01
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06.05.2012, 13:44Inaktiver User


Hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.
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