Ich denke, das ist ein entscheidender Punkt.
Bei meinem Ex war das sehr ausgeprägt - wobei er sich das, was ihm vermeintlich zustand - Prestigejob, Yacht, Villa, dickes Auto - eben nicht leisten konnte, da er komplett unfähig war, was auf die Beine zu stellen.
Dabei eigentlich mit den Super-Ausgangsbedingungen:
Sohn aus gutem Hause, die ersten 30 Lebensjahre alles in den Hintern gestopft bekommen, Studium, gutes Aussehen, eine charmante Art, mit Leuten umzugehen, die ihn die Herzen gewinnen ließ, Schlag bei Frauen, intelligent ....
Aber m.E. war sein Elternhaus für ihn fatal .....
Er hat niemals gelernt, konsequent zu arbeiten und sich für das, was er wollte einzusetzen.
Nachdem er sich mit Papi überworfen hatte, looste er vor sich hin, ließ sich von seiner Umgebung aushalten, soff und träumte von dem großen Durchbruch als Inhaber eines Firmen-Imperiums.
Als er endgültig realisierte, das er im Leben gescheitert ist - zumindest was seine tollen Pläne anging - brachte er sich um (da waren wir nicht mehr zusammen), mit 44.
Dabei hätte er mit Leichtigkeit eine nette Frau finden können bzw. hatte die eigentlich auch, die ihn geheiratet und durchgeschleppt hätte, aber eben auf Normalo-Niveau. Und das kam nicht in Frage.![]()
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21.03.2012, 11:14Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Geändert von Inaktiver User (21.03.2012 um 11:18 Uhr)
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21.03.2012, 11:21Inaktiver User
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21.03.2012, 11:31Inaktiver User
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21.03.2012, 11:38
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Nicht nur das mit der konsequenten Arbeit, sondern viel eher vielleicht der Anspruch, den Papi an ihn gestellt hat, WEIL er schliesslich beste Startbedingungen hatte. Sowas erzeugt hohen Erwartungsdruck, ich kann mir das schon vorstellen. Und nachdem er sich überworfen hatte, wollte er sich (und den Eltern) vielleicht immer wieder beweisen, dass...und scheiterte an dem aufgezwungenen Anspruch.
Selbst oder gerade, wenn er eine narzisstische Ader hatte, steckt dahinter ein Mensch mit gewaltigen Selbstzweifeln.
Diese Entwicklungen sind ja extrem komplex - wenn jemand soweit ist, dass er aufgibt, dann hat das mit massivsten Lebensängsten zu tun!Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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21.03.2012, 11:40
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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21.03.2012, 12:01
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Das Schlimmste ist echt dieses ewige sich vergleichen und die Orientierung an Leuten, die reicher, schöner und beruflich erfolgreicher sind. Das sind noch lange keine Garantien dafür, dass sie auch glücklich sind - auch wenn uns das immer als Voraussetzung fürs Lebensglück verkauft wird. Schlimm ist auch das ständige Gegeier nach Statussymbolen - Status allein macht noch lange nicht glücklich! Wer immer mithalten können muss, hat entweder die falschen Freunde oder meint, mit materiellen Erfolgen auftrumpfen zu müssen, um irgendwelche anderen Defizite zu kompensieren.
Die Vergleiche werden auch immer gerne so gewählt, dass man selbst als Loser erscheint. Mit Leuten, denen es weit schlechter geht, vergleicht man sich viel seltener!
So kann man das, was man selbst hat, nicht schätzen und auch nicht dafür dankbar sein.
Und jede/r von uns hat in seinem Leben etwas, das er schätzen kann!Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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21.03.2012, 12:20
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Gestern habe ich dazu ein interessantes Statement gehört. Werbung verkauft Lebensgefühle, eher Lebensträume. Sie ist Erfüllungsgehilfe/Dienstleistung dabei/dafür, dass Menschen glauben, sie können mit dem entsprechenden Produkt ihre Lebensträume realisieren. Das spricht Bände...sich davon zu lösen, muss man können und wollen...
Genau!Schlimm ist auch das ständige Gegeier nach Statussymbolen - Status allein macht noch lange nicht glücklich! Wer immer mithalten können muss, hat entweder die falschen Freunde oder meint, mit materiellen Erfolgen auftrumpfen zu müssen, um irgendwelche anderen Defizite zu kompensieren.
Nicht unbedingt: Es gibt auch Leute, die zwischen beiden Extremen hin- und herschwanken. Hat man das Auto endlich, darf man sich einen kurzen Moment lang erfolgreicher, besser, wichtiger, reicher fühlen als jemand anders. Ohne den Vergleich wissen viele nicht, wer sie sind und wo sie stehen. Sich besser fühlen als andere hebt das Selbst genauso und ist ebenso Vergleich.Die Vergleiche werden auch immer gerne so gewählt, dass man selbst als Loser erscheint. Mit Leuten, denen es weit schlechter geht, vergleicht man sich viel seltener!
So kann man das, was man selbst hat, nicht schätzen und auch nicht dafür dankbar sein.
Und jede/r von uns hat in seinem Leben etwas, das er schätzen kann!
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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21.03.2012, 12:48Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Nein, er hat nie Leistung gebracht.
Schlechte Schulnoten, also das exklusive Internat.
Ewiger Bummelstudent.
Beim 1. Studium durchgefallen.
Beim 2. eigentlich auch ... Durch einen Mega-Anfall konnte er den Prüfer davon überzeugen, das "durchgefallen" in eine Vier zu ändern.
Mit Papi überworfen hat er sich übrigens, weil er dessen 2. junge Gattin massiv angebaggert hat.
Bei ihm klafften zwischen Selbstbild und Realität Welten.
Schon das er sich als Jung-Unternehmer sah .....
Musiker wäre eigentlich seins gewesen, da hatte er Talent.
Sein Elternhaus hat aber so zu seinem Ruin beigetragen, daß er als Student hohe Unterhaltszahlungen von Papi kriegte, dazu schicke Wohnung und Mercedes. Plus exklusive Reisen, versteht sich.
Da sein Konto trotzdem immer massiv überzogen war, glich Opi das jedes Semesterende wieder aus.
Mit dem Resultat, das dieser Mann - studierter Volkswirtschaftler!! - NULL Verhältnis zum Geld hatte. Schon garnicht dazu, es selbst zu erarbeiten und zu verwalten.Geändert von Inaktiver User (21.03.2012 um 12:57 Uhr)
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21.03.2012, 12:56Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Eben das besagt dieser Ami-Spruch:
Kaum hat man den fetten Mercedes, schon fühlt man sich wieder unzufrieden - weil andere ja schließlich einen Rolls Royce o.Ä. fahren.
Absolut gruselig.
Das ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.
DA lob' ich mir doch meine bescheidene Herkunft, die es mir ermöglicht, mich auch über einen 2. Gratis-Gin Tonic zu freuen.
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21.03.2012, 13:03Inaktiver User
AW: Warum haben manche Menschen alles?
Jip, das wird gerne übersehen.
"Luxus-Rentner" hab ich dort nicht getroffen.
Aber auch hier bringen die Leute ihre Schäfchen ins Trockene, wenn es irgend möglich ist, wie man grade in der Ex-Politik sehen kann.
Andererseits - die Kritik, sich mal eben 4 Mitarbeiter und Büro NEBEN dem "Ehren"Sold jönne könne - ich finde gut, dass die Bevölkerung in unserem Land noch gewisse Maßstäbe kennt.
Weil das Beispiel Amerika fiel - sooo schlimm fand ich den Druck gar nicht. Sicher, das Leben ist bescheiden, wenn man kein Auto hat (man kommt einfach nirgendwo hin, und wenn, dann nur umständlich und teuer), aber die Zeiten, wo jeder eine Villa vorweisen konnte, sind vorbei.
Und im akademischen Milieu ist es normal, auch längere Zeit arm zu sein.
Was ich aber gut fand - Geld ist kein Tabu-Thema.
Und - Amerikaner beschäftigen sich sehr viel mit ihren inneren Werten, wie sie als Mensch besser werden, und ist eigentlich erstmal offener seinen Mitmenschen gegenüber eingestellt.
Ich denke, deswegen gibt es keinen so extremen, offenen Neid.



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