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  1. Inaktiver User

    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Elwyn...bei deiner Beschreibung muss ich gerade an meinen Nachbarn denken.
    Der definiert "Glück" mit neuem Auto, neuen Möbeln, neuen Klamotten - und natürlich darüber, dass seine Mitmenschen genau dies bemerken und ihn dafür loben. Nichts ist schrecklicher für ihn, als wenn er mit seiner großen, neuen Karre vorfährt...und man es übersieht - dann fragt er, ob man "nichts" merken würde...Dann will er einem die Einzelheiten und die Extras erklären...und blüht dabei regelrecht auf.
    Auch erzählt er gerne von seinen teuren Reisen und den Luxushotels, in denen er Stammgast ist und entsprechend empfangen wird. Dabei strahlt er. Es macht ihn glücklich.
    Hat fast schon was kindliches, naives und ist in gewisser Weise sogar ein wenig lustig.
    Es ist eben seine spezielle Art von Glück...

    Ist besser, als überhaupt keine Zufriedenheit oder Glücksgefühle zu kennen...nicht alles funktioniert bei jedem. Ich freue mich auch über neue Dinge, aber empfinde echtes Glück, wenn ich tanze oder laufe oder mit meinen Hunden durch den Wald spaziere...
    Glück scheint eine ziemlich individuelle Sache zu sein.

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    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    Was mich vor allem stört, sind Menschen, die darüberhinaus unheimlich ackern, um Dinge zu erreichen, die mehr mit Status als mit Zufriedenheit zu tun haben. Dazu gehören Statussymbole um jeden Preis, aber auch Klamotten und Aussehen um jeden Preis. Das sind Dinge, die uns meistens von aussen eingeredet werden, von der Werbung, den Medien und um zu bestimmten Gruppen dazuzugehören, irgendwie "mitzuhalten", darüber ein bestimmtes Lebensgefühl zu erhalten.
    Genau das halte ich für eine wichtige Ursache von Unzufriedenheit. Wer Dingen, Statussymbolen (auch immaterieller Art wie Karriere u.a.) hinterher läuft, die nicht die seinen sind, wird möglicherweise irgendwann eine große Leere spüren, eben weil es von außen "aufgedrückte" Werte sind, die nicht mit dem Inneren überein stimmen. Ich kenne einige Menschen, die dadurch sehr unzufrieden und sogar unglücklich sind, sich aber auch ein Erklärungsmuster zurecht gelegt haben, damit für andere und für sie selbst plausibel ist, dass alles okay und richtig ist. Oft wird dies sogar sehr vehement verteidigt.

    Ich glaube nicht daran, dass die Welt gerecht ist, die Erfahrungen sind andere, und oft sind Menschen, denen es schon schlecht geht, diejenigen, die es immer und immer wieder erwischt. Ich glaube aber daran, dass es Möglichkeiten gibt, kleine Beiträge zu etwas mehr Gerechtigkeit zu leisten, auch wenn dies sehr schwer ist.

    Und auf individueller Ebene kann ich viel mit dem anfangen, was Lorelei schreibt. Aber ich denke, es gibt auch individuelle Grenzen, was man nach schlechtem Start ins Leben erreichen kann. Der eine mag wachsen an seinen Aufgaben (warum auch immer, ich glaube, das ist nicht nur von Genen abhängig, sondern auch von dem ganz individuellen "Zuschnitt" einer Biografie), der andere muss sich abfinden, dass das magere "Care Paket", das er am Lebensstart mitbekommen hat, ihn nicht immer ausreichend "nähren" kann. Es gibt dieses biblische Gleichnis von den Samen, die auf fruchtbare Erde/in den Dornen/auf dürrer Erde ausgestreut werden. Wenn Samen auf dürrer Erde aufgehen und wenigstens eine kleine Blüte tragen, dann ist das oft mit derselben Kraft verbunden wie das Aufgehen von Samen auf fruchtbarer Erde, die große Blüten und eine reiche Ernte bringen.

    Und glücklicherweise gibt es auch so etwas wie "Dünger". Lebensumstände, Kraftquellen, die auch nach schwierigen Startbedingungen dafür sorgen können, seine "Blüten voll zu entfalten". Beispielsweise gute Freunde, eine tragende Beziehung, Mentoren, ein festverwurzelter Glaube und und und. Und was ich auch dazu zähle: Wenn man sich bewusst anschaut, was einem hindert und behindert - um dann nach dem Motto "Love it, change it or leave it" zu schauen, wie man damit umgehen kann.

    Ganz schön komplexes Thema...
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

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    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von LaRimbecca Beitrag anzeigen
    Ganz schön komplexes Thema...
    Das stimmt

    Ich denke - ich hab ja viel Zeit zum grübeln- Antje hätte auch besser einen Titel genommen, der bei ihr liegt, was weiß ich, sowas wie: Warum neide ich meinem Bruder sein "Hans- im - Glück" Dasein?, denn es ist leichter diese Gefühle bei sich zu suchen, als bei den Anderen.

    Wobei ich denke, im Falle der TE geht es auch viel um Geschwisterrivalität. Davon kommen Manche ihr lebenlang nicht los. Und wie hat eine Userin so schön in der Signatur stehen: Der Anfang aller Unzufriedenheit ist der Vergleich... oder so ähnlich. Wobei ich auch schon denke, dass es normal ist, sich mit Menschen aus seiner Peergroup zu vergleichen. Solange man dies als positive Motivation nimmt.

    Ich werde mir jetzt brighids- Rat zu Herzen nehmen: Oma als abschreckendes Beispiel. Ich denke auch, ich weiß woher das zum großen Teil bei ihr kam, sie hatte einige Schicksalschläge und war wohl daher auch verbittert. Aber jeder hat ab einem gewissen Alter sein "Päckchen" zu tragen, das ist natürlich keine Entschudigung so zu werden.
    Die Bricom bildet mich immer noch - formerly known as marimekko


    _clementine_
    fruchtig süß & kernarm

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    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von _clementine_ Beitrag anzeigen
    Wobei ich denke, im Falle der TE geht es auch viel um Geschwisterrivalität. Davon kommen Manche ihr lebenlang nicht los.
    Ohja. Selbst Einzelkind (allerdings kaum zu Hause gelebt) habe ich mir immer Geschwister gewünscht (es hiess ja auch immer: Einzelkinder sind komisch, eine Ansicht, die meiner Meinung nach nicht haltbar, ja sogar diskriminierend ist). Geschwister haben, das konnte ich mehrfach beobachten, oft extreme Probleme der Anerkennung, meist geht es dabei um die Anerkennung durch die Eltern und wer davon mehr bekommt. Seit ich das erkannt habe, glaube ich, dass jede Familiensituation ihre eigenen Probleme mit sich bringt, ob nun ohne oder mit Geschwistern. Daran haben vor allem die Eltern grossen Anteil - Kinder verfolgen unbewusst die Strategien, die sie lernen bzw. abgucken.


    Deine Oma wirst du wohl nicht mehr ändern. Da hilft nur Mitgefühl für deren Lebensstrategie und Lebenserfahrung, die sie so hat werden lassen - und wirklich gesunde Abgrenzung.
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

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    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von _clementine_ Beitrag anzeigen
    Wobei ich auch schon denke, dass es normal ist, sich mit Menschen aus seiner Peergroup zu vergleichen.
    Festgefahrene Peergroups mag ich nicht. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, zu manchen Gruppen gut dazuzugehören und zu anderen überhaupt nicht, was mich oft zu Selbstzweifeln veranlasst.

    Mittlerweile versuche ich mir, meine Umgebung ungefähr selbst zu gestalten - dazu gehört auch, wie Lorelei es beschreibt, Abgrenzung von Leuten, die mir nicht gut tun. Also Leute, die sich z.B. erhöhen, in dem sie mit irgendwas über Gebühr angeben, Leute, die festgefahrene Werte haben, die ich nicht teile, Leute die sich nur über Status oder Aussehen definieren.

    Es gehört auch zu Zufriedenheit, da ausbrechen zu können.
    Geändert von Elwyn (21.03.2012 um 10:46 Uhr)
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  6. Inaktiver User

    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von _clementine_ Beitrag anzeigen
    Oma als abschreckendes Beispiel. Ich denke auch, ich weiß woher das zum großen Teil bei ihr kam, sie hatte einige Schicksalschläge und war wohl daher auch verbittert. Aber jeder hat ab einem gewissen Alter sein "Päckchen" zu tragen, das ist natürlich keine Entschudigung so zu werden.
    du weisst warum bzw. wo es herkommen könnte, kannst es für dich loslassen und gleichzeitig als fingerzeig nehmen: da will ich nicht hin. das ist schon sehr viel mehr als manche menschen.


    ich hatte mit meinen grosseltern die beiden gegensätze:

    alle vier grosseltern haben beide kriege erlebt, waren krank und hatten ihre kriegserlebnisse (keine vertreibung und ähnliches) und doch waren beide paare von ganz unterschiedlicher grundeinstellung. die einen, ruhig, zufrieden, dankbar und die andern beiden nur nörgelig, jammernd und sich selbst bedauernd. alle vier haben in relativem wohlstand und gediegener gesundheitlicher versorgung gelebt.

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    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...die andern beiden nur nörgelig, jammernd und sich selbst bedauernd. alle vier haben in relativem wohlstand und gediegener gesundheitlicher versorgung gelebt.
    Oft stecken dahinter wirklich psychische Ängste, was ich im Falle der Kriegserlebnisse auch wirklich verstehen kann. Man darf nicht vergessen, dass die Kriegsgeneration und auch die danach nichts psychologisch aufarbeiten konnte, wie das heute möglich ist. So was sitzt tief.
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  8. Inaktiver User

    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Eigentlich geht es doch darum, herauszufinden, was brauche ich, um mich in dieser Welt wohl zu fühlen oder sogar glücklich zu sein? Ich meine, was soll der Vergleich, was andere "haben" oder worüber sie verfügen, wenn mir diese Dinge vielleicht gar nichts bedeuteten würden?

    Wir sind soziale Wesen und vergleichen uns. Das stimmt. Vielleicht um ein Gefühl dafür zu bekommen, was erreichbar ist und was nicht. Oder um uns Sicherheits- Überlegenheits oder andere -gefühle zu verschaffen. Übertreibt man es aber mit dem Vergleichen (und ich behaupte, unsere Marktwirtschaft fördert das ganz gewaltig) ist man sicher kein Lebenskünstler. Maßhalten wäre dafür sicher angebrachter, strebt man das eigene Glück an.

    Wieviele sitzen dem Irrtum auf, wer mehr hat, ist auch glücklicher??? Aber bewußt zu verzichten fällt eben leichter, wenn das "Mehr" überhaupt im Rahmen der Möglichkeiten liegt. Nur dann habe ich gespürt, daß mehr nicht gleich glücklicher heißt.

    Naja, also ich finde das Ziel erstrebenswert, Bedingungen zu schaffen, in denen ich glücklich sein kann. Was wäre, wenn ich jemand anderes wäre... bringt mich da keinen Schnippel weiter. An diesen Gedanken kein Zeit vergeuden und die Zeit besser nutzen, um herauszufinden, was ich brauche, die Weichen zu stellen und letztendlich ZU GENIESSEN, habe ich den Zustand erreicht, ist in meinen Augen der richtige Weg.

    Mein Glaubenssatz heißt aber auch: Glück ist, seinen Platz zu finden.
    Geändert von Inaktiver User (21.03.2012 um 10:56 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    Oft stecken dahinter wirklich psychische Ängste, was ich im Falle der Kriegserlebnisse auch wirklich verstehen kann. Man darf nicht vergessen, dass die Kriegsgeneration und auch die danach nichts psychologisch aufarbeiten konnte, wie das heute möglich ist. So was sitzt tief.
    ja, sowas sitzt tief. aber ich kann die lebenssituationen und kriegserlebnisse dieser 4 personen durchaus miteinander vergleichen, sie haben so ziemlich das gleiche erlebt. und ich sage: es kommt auf die grundeinstellung an.


    die amerikaner haben sehr schöne sprichwörter. eines davon, sinngemäss übersetzt: es gibt menschen, die würden auch noch maulen wenn ihr hinterteil aus gold wäre. weil nämlich in der mitte eine furche ist.

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    AW: Warum haben manche Menschen alles?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    die amerikaner haben sehr schöne sprichwörter. eines davon, sinngemäss übersetzt: es gibt menschen, die würden auch noch maulen wenn ihr hinterteil aus gold wäre. weil nämlich in der mitte eine furche ist.
    Ja, gut, aber bei den Amerikanern gibts ein sehr ausgeprägtes Leistungsdenken und dort soll jeder seines "Glückes" Schmied sein, Jeder kann alles erreichen, Siedlermentalität eben, ein paar Indianer schnell mal abknallen, die im Weg sind... Die Mär vom Tellerwäscher eben, wonach jeder mit viel Arbeit und Fleiss alles erreichen kann. Wer das nicht schafft, ist in Amerika nicht gerade gut angesehen und schlicht ein Versager, es sei denn er stilisiert sich positiv, vielleicht geht er noch als Lebenskünstler, Aussteiger durch, wenn er cool genug auftritt...

    ...daher kann ich auch deren Sprüche oder Denke nicht ganz nachvollziehen, allenfalls in Grenzen.

    Irgendwie ist der Mittelweg wohl am besten.
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

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