Hallo,
ich halte meine eigene Passivität selbst nicht mehr aus und könnte mich ...
In meinem Leben ist irgendwie "Stillstand" angesagt. Ich will so vieles und bekomme nix auf die Reihe.
Passitvität NR 1
Im Beruf hat sich die Situation durch Umstrukturierung so verändert, dass ich nur noch hingehe weil ich mein Geld bekomme. Nun schmeißt mein Chef auch noch hin und der Nachfolger ist so was wie der größte anzunehmen Unfall... statt dass ich die Zeit nutze und mich bewerbe; mich einfach mal umschauen, meinen Marktwert teste - schaffe ich es nicht mal die Bewerbungsfotos machen zu lassen. Der Job - was davon übrig ist - langweilt mich inhaltlich total, aber ich warte - nur auf was? Bin 44 und habe das Gefühl "mich will eh keiner". Aber ich muss noch 23 Jahr arbeiten .... verhalte mich so als würde ich morgen in Rente gehen...
Passitvität NR 2
Da ich mich ja früher oder später beruflich verändern muss habe ich einen Englisch Kurs gebucht. Gehe dort auch schön hin und mache meine Hausaufgaben - damit hat es sich aber auch. Lernen tue ich gar nix - ebenso in Spanisch. Dabei weiß mein Verstand dass nur hingehen nicht viel bringt. Man muss schon Vokabeln lernen etc. Ich habe für beide Sprachen zig Grammatik-/Übungsbücher die im Regal verstauben. Einmal in der Woche 1,5 Stunden und kurz vor dem Kurs noch die Hausaufgaben... Ich merke insbesondere im Spanischen dass ich dem Unterricht kaum noch folgend kann weil mir Wortschatz/Verben fehlen ... aber ich krieg meinen A... nicht hoch - wenn ich dann darüber nachdenke was mich die Kurse kosten ...
Passivität NR 3
Ich lebe seit 10 Jahren in meiner 3Zimmer Wohnung in München. Natürlich müsste ich die Zimmer mal wieder streichen - außer die KÜCHE habe ich noch keinen Raum geschafft. Ich sage mir dann, wenn Du es nicht selbst machen willst, dann suche Dir halt einen Maler und lass die Zimmer (eins nach dem anderen) streichen. Aber ich schaffe es nicht nach einem Maler zu suchen... mach ich dann morgen....
Passivität NR 4
Ich gehe in die Sprachkurse und einmal wöchentlich noch zum Sport (Ausgleichsgymnastik). Jedesmal vor den Kursen habe ich "NULL BOCK" erst hinterher stellt sich ein gutes Gefühl ein. Das regt mich so auf, wie ein kleines KIND jammere ich rum "ach, ich will heute nicht - bin so müde - - etc" d.h. ich muss mich immer "antreiben" überhaupt etwas zu tun....
Passivität NR 5
TV - habe ich jetzt abgeschafft - sonst "verblöde" ich noch vor der Kiste.
Ich könnte hier nun noch Seiten schreiben vor welchen Dinge ich mich noch so drücke aber ich denke um einen Einblick zu bekommen reicht dass erst mal. Sicherlich belastet mich die berufliche Situation - aber auch da komme ich nur raus wenn ich "aktiv" werde. Ich frage mich selbst worauf ich eigentlich warte... das ein Prinz kommt, mir der heilige Geist erscheint ...?
Manchmal frage ich mich, ob ich noch ich bin.
Wie schafft man es aus der Passivität rauszukommen, ich denke früher war ich ja auch nicht so, somit bin ich da irgendwie rein gekommen und es muss auch einen Weg wieder raus geben ... nur finde ich den nicht...
Gruss
DECKEL
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Thema: Passivität - warum?
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03.03.2012, 08:45Inaktiver User
Passivität - warum?
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03.03.2012, 09:05Inaktiver User
AW: Passivität - warum?
für mich liest sich das wie eine beginnende depression. hast du schonmal mit deinem hausarzt über diese häufung an unlust genannt passivität gesprochen?
gibt es noch dinge in deinem leben, an denen du dich erfreust?
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03.03.2012, 12:06
AW: Passivität - warum?
Vielleicht magst du auch ein bisschen darüber erzählen, was dich begeistert.....
Vielleicht sind Sprachen auch nicht deins und zwei Sprachen zur selben Zeit lernen ist schon viel.
Gehst du z.B. weg, triffst du dich mit Freunden?
Darf ich dich nach deinem Familienstand fragen? Hast du einen Partner/Kinder...?
Alles Gute
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03.03.2012, 12:27Inaktiver User
AW: Passivität - warum?
Hallo Deckel,
ich kann deine Antriebslosigkeit sehr gut verstehen. Mir geht es auch oft so meine aktuelle Liste sieht wie folgt aus:
1.Betriebliche Altersvorsorge suchen
2.Steuererklärung von 2 Jahren machen
3.Spanisch Stammtisch gehen
4.Küche die im Keller steht verkaufen
5.Schlafzimmer streichen, die Farbe ist noch vom Vormieter
so on
Aber wie du auch schon beschrieben hast, schiebe ich die Dinge seit Monaten vor mir her. Soll ich dir sagen, was mir geholfen hat, die Liste wenigstens langsam abzuarbeiten
Ich gehe meistens mit meinem Laptop ins Café und arbeite dort meine Liste ab, das heißt Küche in Ebay stellen, Steuererklärung machen etc. Hier daheim rühr ich keinen Finger, aber wenn ich mit Laptop in ein tolles Café gehe, dann habe ich da erst mal nichts zu tun außer meinen Kaffee zu trinken und Menschen zu beobachten. Ich denke dann immer, ach du hast eh nichts zu tun, du verpasst nichts vom Leben, also kannst du jetzt auch ein paar Sachen abarbeiten. Das wäre vllt auch eine Option für dich mal eine Bewerbung zu schreiben? Ganz wichtig hierbei, such nicht ewig im Internet sondern mach eine Bewerbung fertig und schick sie an vllt 2 Firmen. Warte ab was passiert. Immer Etappenweise, wenn du dir zu große Ziele steckst, also bewerbungsunterlagen an einem Tag fertigmachen und 30 Firmen raussuchen, dann wird das nichts. Man fängt dann gar nicht erst an.
Anderer Trick, eine Freundin von mir kommt vorbei (sie studiert, und macht bald Latinum) und lernt Latein, während ich z.B. eine Wand streiche. Sie arbeitet und ich arbeite und so fällt es mir nicht ganz so schwer auch mal anzufangen.
Glaub mir es geht vielen Menschen so wie dir, dass sie sich zu nichts aufraffen können, und wenn sie den ganzen Berg an Arbeit sehen, einfach gar nichts machen. Mach kleine Schritte.
Was bei mir auch ganz gut hilft, ist wenn ich mit Freunden verabredet bin, meinetwegend um 5, dann fange ich um 4 noch an eine Wand zu streichen und hetze mich ab mit Wand streichen und fertigmachen. Ich bin dann in so einem "Flow" drin und beim Streichen habe ich Vorfreude aufs Treffen... ich weiß nicht genau warum, aber es fällt mir direkt vor so etwas leichter auch mal dinge zu machen auf die ich keinen bock habe.
Was gar nicht geht, ist Sonntag auf der Coach, massig Zeit, und dann anfangen Dinge zu erledigen. Da bleibe ich lieber liegen.
Ich hoffe ich konnte dir ein paar Tipps geben. TSCHAKA du schaffst das
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03.03.2012, 14:52Inaktiver User
AW: Passivität - warum?
Hallo Deckel,
ich glaube, es geht vielen Menschen so.
So wie du es beschreibst, türmt sich vor deinem inneren Auge ja ein Riesenberg...
Bei mir verläuft so etwas eher schubweise, aber ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass ich besser in Schwung komme, wenn ich mir kleinere Ziele setze.
Such dir einen Bereich aus und fang an!
Sonst fahr doch vielleicht mal ein paar Tage ans Meer oder in die Berge, wo du gut zu dir selbst kommen kannst, und frage dich, was dir wichtig ist.
Momentan ist es dir wohl unbewusst wichtig, dass sich nichts verändert.
LG Birke
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03.03.2012, 18:46Inaktiver User
AW: Passivität - warum?
Hallo Deckel (lustiger Name).
Also ... sooo passiv finde ich Dich gar nicht - immerhin gehst Du zum Sport, auch wenn da erstmal der Schweinehund mault und Du hast Deinen Fernseher abgeschafft.
Das ist mehr als viele schaffen.
Ich gebe zu, ich selbst neige nicht zur Passivität, ich bin ziemlich aktiv und setze die Dinge dann auch um.
Aber das tut hier ja nichts zur Sache.
Was ich mich frage: Vielleicht sind Dir Deine Ziele nicht klar genug?
Wenn das Ziel nicht so klar ist, dann fehlt auch die Motivation.
Zum Beispiel: Warum lernst Du Englisch? Weil Du mal in die USA willst, weil Du beruflich Dein Englisch ganz konkret einsetzen willst? Oder "einfach nur so", weil es irgendwie nett wäre besser Englisch zu reden?
Ich wohne auch schon seit 8 Jahren in einer Wohnung und ehrlich gesagt sind die Wände immer noch schön weiß. Sind sie bei Dir wirklich so veraltet und stören Dich oder ist es eher ein "Man müsste mal" weil es sich "so gehört"?
Der Job ist natürlich am schwierigsten zu ändern. Gerade wenn Du da seit zahlreichen Jahren sitzt, ist es ganz realistisch schwer, was Neues zu finden. Das muss Dich nicht abschrecken, aber Du brauchst schon eine große Motivation, um es wirklich zu schaffen. Was sind denn "wirklich" Deine Ziele? Was willst Du wirklich machen? Erst dann kannst Du Dir überlegen wie Du dahin kommst.
Bist Du auch wirklich bereit, dafür ein Risiko einzugehen (z.B erneute Probezeit) oder hast Du Dich eigentlich ganz gut in Deiner latenten Unzufriedenheit eingerichtet, frage ich mal provokativ...
Sport kann man sich zum Beispiel auch dadurch versüßen, dass man es mit einer Belohnung verbindet (also danach in die Sauna oder mit Freunden gehen). Oder mal einfach eine neue Sportart suchen, die man nicht als "Pflichtprogramm" absolviert.... Das würde mir auch keinen Spaß machen.
Nur mal so
Geändert von Inaktiver User (03.03.2012 um 18:52 Uhr)
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03.03.2012, 20:12
AW: Passivität - warum?
Hallo Deckel,
ich oute mich mal als Leidensgenossin. Ich kann auch oft furchtbar passiv sein, vor allem wenn ich nicht richtig motiviert bin und die Dinge eher lustlos und aus Pflichtgefühl angehe statt aus Leidenschaft. Wenn ich richtig leidenschaftlich in einer Sache bin, dann raff ich mich nämlich durchaus auf, nur scheint mein Leben phasenweise nur aus diesen Lustlos-Sachen zu bestehen und dann vergesse ich, dass ich auch ganz anders sein kann.
Was mir aus der Passivität ganz gut raushilft, ist die Salamitaktik. Ich nehme mir dann nur einen winzigen Schritt vor, den ich ganz gut bewältigen kann und wo der innere Schweinehund noch gar nicht merkt, dass es ihm an den Kragen geht (das hab ich mal in einem Buch gelesen und fand die Idee überzeugend). In Deinem Fall wären das so Sachen wie ich lerne jeden Tag genau drei Vokabeln. Oder: ich finde heraus, wo ich Bewerbungsfotos machen lassen könnte. Dann: ich mach dort einen Termin. Dann denk ich noch gar nicht an die Bewerbung selbst, das blende ich erst mal aus.
Ich muss jetzt gerade, ebenfalls aus einer chronischen Unlust heraus, meinen Umzug für Ende April organisieren (also auf die neue Wohnung freue ich mich, nur der Weg dahin ist mir ein totaler Graus). Und auch da hab ich mir alle to dos in kleine Häppchen portioniert, die ich nun Woche für Woche angehe (heute hab ich z.B. einen Küchenschrank ausgemistet). Und so hoffe ich dann irgendwann durch zu sein, denn es hilft ja nix.
Vielleicht solltest Du auch versuchen, gerade die unangenehmen Aufgaben in kleine, überschaubare Portionen zu teilen. Das verschafft ja dann auch schnell Erfolgserlebnisse und nimmt das lähmende Gefühl, vor einer Mammutaufgabe zu stehen, die man kaum bewältigen kann.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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04.03.2012, 03:24
AW: Passivität - warum?
Linda Lee - tolle Vorschläge, besonders der mit dem Notebook im Cafe - probier ich gleich morgen aus!

KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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04.03.2012, 07:13
AW: Passivität - warum?
deckel,
ich oute mich mal . . ich habe auch so eine baustelle. seit wochen (schaem) will ich meinen kleiderschrank ausmisten. das projekt ist auf halber strecke stehengeblieben . . zum glueck gibts kein internet mit bild . . ich sitze hier in meinem schlafzimmer am pc und neben mir stapeln sich klamotten . .
also nun zu dir:
du hast verdammt viel, was irgendwie nicht vorangeht. trenne dich von manchen. wir droeseln das hier mal kurz auf!
beruf:
das ist das wichtigste. willst du einen neuen job? dann krieg deinen arsch hoch und geh dienstag fotos machen lassen. ja genau. dienstag. ich will dienstag abend hier eine erfolgsmeldung lesen!
porque quieres aprender espanol? melde dich ab, wenns keinen spass macht.
why do u want to waste money with an english course when u do not like it? abmelden!
sport? lass es doch mal bleiben. goenne dir eine auszeit! ich bin frueher marathon gelaufen, kriege aber momentan den hintern nicht mal fuer 30 minuten joggen hoch. ich steh dazu!
deine wohnung:
hast du eine freundin, die dir beistehen kann? oft hilft es, wenn einfach jemand da ist. da streicht es sich doch gleich netter . .
so, genug kluge ratschlaege gegeben! motivierst du mich bitte auch bissle?
schoenen sonntag!
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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04.03.2012, 09:04
AW: Passivität - warum?
Hallo Deckel,
ich kenne auch solche Phasen, wie du sie beschreibst …
Zum anderen finde ich dich gar nicht sooo passiv – immerhin gehst du zu drei Kursen in der Woche, das ist eher überdurchschnittlich (habe übrigens momentan genau das gleiche Pensum zweimal Sprachen und einmal Sport). Und glaub mir: von den anderen Leuten z. B. in meinem Italienisch-Kurs, die fast alle Vollzeit arbeiten, schafft kaum jemand mehr als die Hausaufgaben. Alle würden gern mehr tun, aber kriegen es zeitlich oft nicht hin.
Es wurde ja schon die Frage nach der Motivation gestellt … die finde ich auch wichtig und würde diese bzgl. deiner Sprachkurse nochmal überprüfen. Im Übrigen finde ich Grammatik- und Übungsbücher nicht unbedingt soo motivierend – da braucht man viel Selbstdisziplin. Mir machen z. B. interaktive Übungen von DVD mehr Spaß, ich hole mir momentan wöchentlich einen Film in Englisch aus der Bibo, den ich ohne Untertitel schaue usw. Am motivierendsten finde ich es mittlerweile, mich mit einem Muttersprachler zu unterhalten, da bin ich noch auf der Suche.
Was das Berufliche betrifft … ich hatte vor ca. zwei Jahren eine recht ähnliche Phase, in genau deinem Alter: mein Job war unterfordernd und wurde immer langweiliger, gelegentliche Bewerbungen fruchteten nichts, mein Freundeskreis war nach einigen Veränderungen nur noch rudimentär vorhanden und mein Freizeitleben etwas eingeschlafen – ich hatte das Gefühl, immer mehr zu „erlöschen“ und langsam, aber sicher auf eine Depression zuzusteuern. Dabei hatte ich durchaus die eine oder andere Idee, wo ich nach neuen Kontakten u.ä. suchen könnte. Nur - ich konnte mich nicht aufraffen, habe viele Dinge schon vorher „zerdenkt“, anstatt sie einfach auszuprobieren. Je länger man in einer bestimmten Situation verharrt, desto schwieriger wird ja auch der Neuanfang, die Veränderung. Ich habe mal den Satz gelesen: Leiden ist leichter als handeln. Und da ist etwas dran, ich selbst brauche schon oft einen gewissen „Leidensdruck“, bevor ich den Hintern hochbekomme.
Jedenfalls habe ich mir damals jmd. zur Verstärkung geholt, einen Psychologen - jemanden, dem ich sagen konnte, was ich mir vornehme und der mich dann ein, zwei Wochen später danach fragt und die Erfahrungen mit mir bespricht. Und das hat dann funktioniert. Nicht ohne Rückschläge, aber ich konnte die Dinge besser angehen, und ein halbes Jahr später hatte sich meine berufliche und meine persönliche Situation ein ganzes Stück verändert. Vielleicht kennst du in deinem Umfeld ja auch jemanden, der diese Rolle einnehmen könnte (wie luciernago schon schrieb).
Der kommende Frühling ist ja eine gute Zeit, neue Dinge anzugehen … wünsche dir viel Glück dabei
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samtweich


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