Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 14
  1. User Info Menu

    Aufgeben oder Dranbleiben...

    Hallo,
    Ich bin seit geraumer Zeit in einer Zwickmuehle bezueglich meines Jobs. Einerseits ist es mein absoluter Traumjob, den ich mir schon seit meiner Kindheit gewuenscht habe. Ich hatte das immer als ganz klares Ziel vor Augen und bin ohne grosse Umwege darauf zugesteuert. Jetzt bin ich da wo ich sein wollte und weiss nicht weiter. Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher ob ich fuer diesen Job wirklich das Ruestzeug habe. Ich liebe das was ich tue, aber ich bin einfach nicht gut genug. Es gibt wenig Stellen, meistens auch nur befristet. Bisher hat sich immer wieder was neues ergeben, aber die Unsicherheit und dass man keine soliden Plaene fuer die Zukunft machen kann nagt an mir.
    Ich schwanke zwischen hoher Motivation (inklusive Nacht- und Wochenendarbeit) und absoluter Unfaehigkeit auch nur den sprichwoertlichen Stift in die Hand zu nehmen. Manchmal sitze ich wie das Kaninchen vor der Schlange vor meiner Arbeit, wie gelaehmt, das macht mir Angst.
    Jetzt umzusatteln und etwas anderes anzufangen haette auf jedenfall den Geschmack des Versagens an sich. Ich kann mich nicht durchringen. Und so schleppe ich mich von Tag zu Tag (gerade in einem Tief, offensichtlich, denn ich habe tausend Dinge zu tun und stattdessen schreibe ich diesen Text).
    Blubb...
    Bin mir auch nicht so sicher was ich mir hiervon erwarte. Leidensgenossen? Gibt es euch hier?
    Liebe Gruesse,
    der Fisch
    blubb

  2. Inaktiver User

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Zitat Zitat von kugelfischlein Beitrag anzeigen
    Jetzt umzusatteln und etwas anderes anzufangen haette auf jedenfall den Geschmack des Versagens an sich.
    Hallo Kugelfischlein (netter Nick)

    zum Zitat: Wieso?

    Hast Du schon eine konkrete Idee, die Dir als gangbare Alternative vorschweben würde, wäre da nicht das Gefühl des Versagens?

  3. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Hallo Panamissy,
    danke!
    Ja, ich haette schon eine Idee fuer einen etwas sichereren Job, aber mein Herz haengt nicht daran. Ich bin im Moment in einer Art Warteschleife und demnaechst entscheidet sich ob ich noch in meinem Job fuer ein paar Jahre weitermachen kann oder nicht. Das Warten auf die Entscheidung (liegt nicht in meiner Hand) hat die alten Gruebeleien wieder ans Licht geholt. Ich schwanke immer zwischen "na ja die anderen kochen auch nur mit Wasser" und "OMG, die anderen sind alle viel besser als ich." Wenn's nicht klappt, dann werde ich wohl oder uebel einen neuen Weg gehen muessen.

    Liebe Gruesse,
    der Fisch
    blubb

  4. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Zitat Zitat von kugelfischlein Beitrag anzeigen
    Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher ob ich fuer diesen Job wirklich das Ruestzeug habe. Ich liebe das was ich tue, aber ich bin einfach nicht gut genug. Es gibt wenig Stellen, meistens auch nur befristet. Bisher hat sich immer wieder was neues ergeben, aber die Unsicherheit und dass man keine soliden Plaene fuer die Zukunft machen kann nagt an mir.
    Hallo Kugelfischlein,

    ist das Deine eigene Einschätzung oder die von anderen? Die Deines Vorgesetzten? Hast Du Rückmeldung über die Qualiät Deiner Arbeit? Wie lange machst Du diese Tätigkeit schon?

    Wenn Dein Job Dich dauerhaft überfordert, dann ist das nicht Dein Traumjob. Dann hast Du Dir vielleicht mal vorgestellt, dass es Dein Traumjob ist, aber der Abgleich mit der Realität zeigt ein anderes Bild. Auch dann, wenn sich zeigt, dass die Rahmenbedingungen (Unsicherheit) zu wenig tragbar für Dich sind. Dann wäre es sinnvoll, die Konsequenzen zu ziehen und Alternativen zu überlegen. Das ist kein Versagen, auch wenn es sich so anfühlt. Es ist eine Anpasssung und Korrektur und wäre dringend notwendig, wenn Du nicht irgendwann aufgrund der Überlastung zusammen brechen möchtest.

    Wenn Deine eigene "innere Meßlatte" zu hoch ist und Du Ansprüche an Dich stellst, die unrealistisch sind, dann hole Dir erst einmal Rückmeldung ein. Gibt es so etwas wie Mitarbeitergespräche bei Euch? Reflexionsgespräche, bei denen Du Deinen Vorgesetzten fragen könntest? Du hättest Orientierung über Deinen Leistungsstand und könntest vielleicht auch mal von 120% runterfahren auf 100% oder einen kleinen Tacken weniger. Und Dir anschauen, warum Du so hohe Ansprüche an Dich stellst.

    Ich bin eine "Leidensgenossin", ich bin auf der Karriereleiter einen Schritt zurück gegangen. Es war einer der schwersten, aber auch der wichtigsten Schritte in meinem Leben. Hatte viel mit bedingungsloser Ehrlichkeit mir selbst gegenüber zu tun. Schmerzhaft, aber notwendig.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  5. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Hallo kugelfischlein,

    ich sehe in Deinem Posting zwei Punkte: Unsicherer Job und Überforderung. Einer dieser Punkte kann schon dazu führen, dass man seine Berufswahl hinterfragt. Wenn aber beides zusammenkommt, kann ich schon gut verstehen, dass Du arge Zweifel hast. An der Unsicherheit wird sich vermutlich nichts ändern, und ich schätze, das wusstest Du auch schon vorher. Die Frage ist halt, wie wichtig ist Dir Sicherheit? Oft ist sie einem zu Beginn der Ausbildung nicht so wichtig. Man kann sich gut einschränken, braucht nicht viel, etc. Und dann wird man älter, und plötzlich wird auch die Sicherheit wichtiger. Man möchte seine Zukunft ein Stück weit planen können, auch finanziell. Das kann durchaus ein Grund sein, die eigenen Berufsziele noch mal kritisch zu hinterfragen.

    Auf der anderen Seite Deine eigene Unsicherheit. Glaubst Du, dass sich daran mittelfristig etwas ändern ließe? Durch mehr Berufserfahrung? Oder geht es eher um einen Mangel an Talent, den man nur schwer kompensieren kann?

    Gäbe es die Möglichkeit, das was Dir an Deinem Job Spaß macht, in anderer Form einfach als Hobby oder ehrenamtlich weiterzuführen? Dann könntest Du Dir vielleicht einen Broterwerbsjob suchen und Dich nebenbei selbst verwirklichen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  6. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Hallo LaRimbecca,

    vielen Dank fuer Deine ausfuehrliche Antwort. Gespraeche mit Vorgesetzten finden statt, aber ich habe keine direkte negative Rueckmeldung ueber die Qualitaet meiner Arbeit bekommen (ich bin aber gut im "hineininterpretieren"). Ich denke ich bin mir da der aergste Feind aufgrund meinen Anspruechen mir selbst gegenueber. Ich bin eine Perfektionistin in der Hinsicht, dass ich Dinge, von denen ich glaube dass ich am Ende damit hundertprozentig zufrieden sein werde, lieber gar nicht erst anfange. Weil aber im Leben nix hunderprozentig wird, sitze ich manchmal da und tue nichts.
    Wenn man das so hinschreibt hoert sich das voellig bescheuert an, und obwohl ich mir dessen bewusst bin, gelingt es mir oft nicht die Blockade zu durchbrechen.

    Wie geht es Dir denn heute mit deiner Entscheidung "einen Schritt zurueck zu gehen", wie du es formuliert hast? Gibt es Reue? Fuehlst Du Dich wohler?

    Viele Gruesse,
    der Fisch
    blubb

  7. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Hallo Malina,
    vielen Dank auch Dir fuer deine Zeilen. Es ist wie Du sagst, die Unsicherheit und Unplanbarkeit wiegt schwerer von Jahr zu Jahr. Dass ist der Preis fuer einen Job der einem viele Freiheiten laesst, ich kann meine Zeit flexibel einteilen, was ein grosser Vorteil ist. Es sind aber noch ein paar andere Dinge an denen mein Herz haengt die ich gegenueber den Unsicherheiten abwiege, und dass sind Dinge, die man nicht so einfach in ein Hobby umwandeln koennte. Aber vielleicht sollte ich in diese Richtung einfach mal weiterdenken....
    Den Mangel an Talent... Ich denke, ich kann das, im Weg steht mir mein Perfektionismus (siehe meine Antwort an LaRimbecca), der mich davon abhaelt Dinge zu einem Abschluss zu bringen. Da ich relativ frei in meiner Zeiteinteilung bin gibt es auch niemenden der mir den "Tritt in den Hintern" gibt. Ein weiteres Problem ist wahrscheinlich auch dass ich ein wenig zurueckhaltend (bzw. nicht dreist genug) bin. Bisher hatte ich da immer die Hoffnung dass ich das eines Tages in den Griff bekomme, vor allem weil es so ist wie du sagst, mit der Erfahrung kommt auch immer ein bischen mehr Selbstsicherheit. Deswegen habe ich bisher durchgehalten.
    Ich schwanke zur Zeit, ich bin noch nicht so ganz bereit die Hoffnung aufzugeben.
    Viele Gruesse,
    der Fisch
    blubb

  8. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Zitat Zitat von kugelfischlein Beitrag anzeigen
    Gespraeche mit Vorgesetzten finden statt, aber ich habe keine direkte negative Rueckmeldung ueber die Qualitaet meiner Arbeit bekommen (ich bin aber gut im "hineininterpretieren").Ich denke ich bin mir da der aergste Feind aufgrund meinen Anspruechen mir selbst gegenueber. Ich bin eine Perfektionistin in der Hinsicht, dass ich Dinge, von denen ich glaube dass ich am Ende damit hundertprozentig zufrieden sein werde, lieber gar nicht erst anfange. Weil aber im Leben nix hunderprozentig wird, sitze ich manchmal da und tue nichts.
    Hast Du die Möglichkeit, Dir mal direkte Rückmeldung einzuholen? Wie lange arbeitest Du schon auf der Stelle, kannst Du da mal ein Reflexionsgespräch anmelden? Ich glaube, gerade wenn man unrealistische perfektionistische Züge an sich hat, sollte man schauen, dass man nicht zu viel Phantasier- und Interpretierraum hat, sondern weiß, wo man steht.

    Zitat Zitat von kugelfischlein Beitrag anzeigen
    Wenn man das so hinschreibt hoert sich das voellig bescheuert an, und obwohl ich mir dessen bewusst bin, gelingt es mir oft nicht die Blockade zu durchbrechen.
    Ne, das ist nicht bescheuert, das ist die Konsequenz eines unrealistischen Perfektionismus. Nicht falsch verstehen, es ist schon völlig in Ordnung, seine Sache gut machen zu wollen und sich dafür auch einzusetzen. Problematisch wird es, wenn man nicht mehr differenzieren kann, wo Einsatz gefordert ist und wo man auch mal fünfe gerade sein lassen kann. Hast Du Dich mit dem Thema Perfektionismus schon vertiefter auseinander gesetzt? Woher kommt der Wunsch nach Perfektion, steht dahinter der Wunsch nach Kontrolle, der Wunsch nach "Hervorgehobensein" ("so gut wie ich kann das keiner"), die Angst vor´m Versagen?

    Zitat Zitat von kugelfischlein Beitrag anzeigen
    Wie geht es Dir denn heute mit deiner Entscheidung "einen Schritt zurueck zu gehen", wie du es formuliert hast? Gibt es Reue? Fuehlst Du Dich wohler?
    Grundsätzlich war dieser Schritt absolut richtig und notwendig. Es ging natürlich nicht ohne Malässen und Blessuren ab. Ich habe viel über mich gelernt und lerne noch viel. Für die nächsten Jahre ist das alles in Ordnung, wie es ist, und bereuen tu ich es nicht. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass ich zu einem (deutlich) späteren Zeitpunkt es in Angriff nehme, einen Karriereschritt weiter zu gehen (sofern dann möglich). Es kann auch sein, dass meine aktuelle Bewertung von Prioritäten so bleibt.

    Ich habe den Eindruck, dass es schon richtig war, dass Du Dein Thema hier im Persönlichkeitsforum und nicht im Job-Forum eingestellt hast. Es scheint ja eher ein "innerer Film" abzulaufen, als das wirklich was im Argen ist. Oder?
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  9. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    Hi LaRimbecca,
    Ich vermute der Grund fuer meinen Perfektionismus ist wahrscheinlich der dass mich alle "liebhaben" sollen. So im uebertragenen Sinne. Ich versuche auch ausserhalb vom Job irgendwie immer alles recht zu machen. Ich habe mich damit noch nicht wirklich tiefgreifend beschaeftigt. Die Erkenntniss (na ja, oder eher Vermutung) dass meine Blockaden damit etwas zu tun haben und nicht einfach nur Arbeitsvermeidungsstrategien sind, ist relativ neu.
    Ja, deswegen hab ich das Thema hier eingestellt. Ich denke immer: wenn ich mich selbst nur in den Griff bekomme dann muesste doch alles klappen. Das kann doch nicht so schwer sein. Ist es vielleicht aber doch.
    Ich hatte mal ein Gespraech mit einem Vorgesetzten bei dem ich mir Rat geholt habe ob ich mich fuer eine bestimmte Sache bewerben sollte, ob jemand wie ich dafuer geeignet sei. Er hat damals gesagt, dass ausser meinem Selbstzweifeln nichts dagegen spricht. Mittlerweile ist jedoch Zeit vergangen, und durch mein Herauszoegern von der Vorlage endgueltiger Ergebnisse ist meine Position doch auch wieder schlechter geworden.
    Viele Gruesse,
    der Fisch
    blubb

  10. User Info Menu

    AW: Aufgeben oder Dranbleiben...

    schreib dir ne PN
    Geändert von eliisa (04.03.2012 um 11:51 Uhr)
    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer/eine, der wusste das nicht und hats gemacht

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •