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Thema: Freude?

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    Freude?

    Hallo zusammen,

    Ich muss mich euch kurz mitteilen in der Hoffnung auf Ratschläge ...

    Ich fühle mich gerade sehr leer, Wut ist dabei -Wut auf mich selbst.
    Ich komme kaum aus dem Bett zur Arbeit, hangle mich von einem Tag zum nächsten, freue mich auf nichts. Termine nach der Arbeit sind für mich grausam-möchte ich doch nur Heim flüchten. Mit niemandem groß reden-in die arme meines Freundes liegen und schlafen.

    Er ist allerdings beruflich mehr als überlastet, wir streiten ab und zu aber nicht schlimm. Ich fühle seine ausgelaugtheit und fühle das so sehr mit und ich bin dadurch auch kraftlos. Ich habe Zoff mit meinem Vater, ein schlechtes gewissen ihm gegenüber- aber ich habe mich durchgesetzt- zum ersten mal.
    Ich müsste heute mit bekannten zum Sport, will es absagen, will keinen small talk führen...

    Ich fühle mich selbst aber überhaupt nicht mehr wohl-sollte Sport treiben. Fühle mich so Nutz- und wertlos und spüre einfach keine Freude mehr- schon lange nicht mehr.

    Plage mich mit enormen verlustängsten, die meiner Partnerschaft auch nicht gut tun. Fühle mich klein, dumm und dabei diese Wut dass i h das schöne was ich habe nicht einfach genieße. Weiß doch sowieso niemand was kommt und passiert... Ziele? Keine Ahnung. Ich bewundere meinen freund, der weiß wofür er sich gerade ein bein rausreißt. Ich habe das nicht (mehr)...

    Ich will nur meine Ruhe vor allem- aber das macht nicht glücklich. Ich bin so sauer - wann begreife ich endlich dass es mir gut geht und nehme das an?
    Geändert von manu82 (27.02.2012 um 14:25 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Freude?

    Zitat Zitat von manu82 Beitrag anzeigen
    Ich bin so sauer - wann begreife ich endlich dass es mir gut geht und nehme das an?

    Wie kommst du darauf?

    Du klingst nicht als würde es dir gut gehen. Im Gegenteil.

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    AW: Freude?

    hallo farmelli,

    doch im grunde geht es mir gut...vor 4 jahren noch - ja da ging es mir schlecht..da habe ich erfahren dürfen/müssen, was Leid bedeutet...

    aber jetzt..ich kann damit umgehen, was damals geschehen ist - ich bin gesund - habe einen Partner, der mich liebt und den ich liebe - wir sind uns sehr nahe. ich verdiene mein eigenes geld - zwar nicht übermäßig und der job ist nicht sehr herausfordernd, aber es ist eigentlich alles gut.

    ich weiß irgendwie nicht, was mich daran hindert, einmal positiv in die zukunft zu blicken...und mich wieder richtig zu freuen....

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    AW: Freude?

    hoffe einfach auf den Frühling, wenns warm wird und die Sonne scheint, dann bessert sich bei den meisten Leuten die Stimmung. Wenn Du allerdings entdecken sollte, dass Dich auch das Frühjahr ankotzt, solltest Du mal mit Deinem Arzt über eine mögliche neurologische Störung sprechen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. Inaktiver User

    AW: Freude?

    Zitat Zitat von manu82 Beitrag anzeigen
    aber jetzt..ich kann damit umgehen, was damals geschehen ist - ich bin gesund - habe einen Partner, der mich liebt und den ich liebe - wir sind uns sehr nahe. ich verdiene mein eigenes geld - zwar nicht übermäßig und der job ist nicht sehr herausfordernd, aber es ist eigentlich alles gut.

    ja: eigentlich...

    es gibt nicht nur äußerliche Faktoren.
    und die inneren sind einen ticken schneller und präziser in ihrer Aussage...


    Außer es ist der handelsübliche Winterschlaf. An dem leide ich übrigens auch.

    Wie lange geht es dir schon so?

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    AW: Freude?

    danke euch beiden...

    vielleicht ist es tatsächlich "nur" der winter, der mich zermürbt - jedoch trage ich dieses gefühl seit fast 4 jahren mal mehr und mal weniger mit mir herum...
    vor 4 jahren passierte etwas ziemlich schreckliches in meinem leben, was ich aber, auch mit professioneller hilfe verarbeitet habe - es wird jedoch immer ein Teil von mir sein.

    Damals war mein komplettes Leben weg - alles was ich aufgebaut hatte, war mit einem Schlag zerstört und daran habe ich wohl noch immer zu beißen. Seit diesem Tag habe ich keine Ziele mehr in meinem Leben zugelassen - wofür auch, wenn es doch von einem Tag auf den anderen zerschlagen kann.
    Wenn mein Freund mit mir über seine Ziele spricht, die auch stark mit mir verknüpft sind - fühlt es sich einerseits sehr schön an, andererseits kommt sofort die angst auf, dass das alles doch schief laufen könnte...also nur nicht freuen.

    Wenn er mich frägt, was möchtest du für deine Zukunft? Wie stellst du es dir vor? Was wünschst du dir? Wie soll es werden? Kommt nichts von mir - keine Ahnung. ich weiß es nicht.

    Die Frage, die ich mir stelle, ob ich mich einfach selbst noch nicht wiedergefunden habe oder ob mich die Angst wieder alles verlieren zu können, mich lähmt.

    Ich habe auch Phasen, an denen es mir tatsächlich gut geht - ich freue mich, kann mich an kleinsten Dingen richtig erfreuen und habe ein Grundgefühl, das mich ruhig werden lässt, das mir sagt: es ist alles gut, es ist schön so wie es ist, genieße diesen einen Moment ...da fühle ich mich stark und es ist toll...
    diese Momente sind aber recht kurz und ich habe das Gefühl, als ob ich mich gleichzeitig ermahnen würde, nicht so naiv zu sein und zu glauben, dass wirklich alles passt und in Ordnung ist.
    Lieber negative Gefühle spüren, da kann nichts mehr passieren...ich male mir szenarien aus, dass mein Freund mich betrügt, dass er nach hause kommt und sagt, er hat keine Gefühle mehr, usw...dass ein lieber mensch aus meinem Umfeld stirbt, dass ich meinen Job verlieren, dass wenn ich einmal schwanger werden sollte, mein Kind nicht gesund sein würde, usw...

    ich habe das Vertrauen in das Leben oder in was auch immer verloren..so fühlt es sich zumindest tag täglich an...

  7. User Info Menu

    AW: Freude?

    Ich denke, Du bist nicht die Einzige auf der Welt, die wenig Vertrauen in das Leben hat. Den meisten Menschen geht es so. Sie warten auf das große Glück, das ja immer nur in der Zukunft stattfinden kann. Und die wenigsten Menschen erfahren das große Glück - zumindest nach ihrer Einschätzung. Denn es plagen sie andauernd Zukunftsängste.
    Ich denke Glück ist immer nur eine Augenblickssache. Sollte es sich einstellen, ist es so normal, dass es als solches nicht mehr empfunden wird. Glück und Unglücksein ist ein großes Pendel, das immer hin und her schwingt.
    Was kann man tun, um sich wohler zu fühlen? Man muss lernen, die kurzen Momente des Glücks zu genießen. Das muss man üben: Jeden Abend sich ins Bewußtsein rufen, was gut an diesem Tag war; z.B. morgens die Straßenbahn nicht verpasst zu haben, der Bäcker war freundlich, Kolleginnen haben fröhlich gegrüßt, Arbeit geschaftt, nichts liegen geblieben. Die Sonne hat sich auf dem Nachhauseweg kurz gezeigt, keinen Schnupfen geholt - also alles Banalitäten, aber das alles hätte auch schief gehen können.
    Und jetzt beginnt der Frühling. kurz stehen bleiben und beobachten, was an neuem Leben aus dem Boden kommt. Zur zeit sind es die Schneeglöckchen, bald kommt etwas mehr aus dem Boden. Vor dem Sonnenaufgang sind die Vögel mächtig am zwitschern, das ist Musik. Das sind, wenn man es genießen will, Momente des Glücks.
    Falls Du Dir ein wenig Religiösität bewahrt hast, kannst Du dafür Deinem Schöpfer täglich danken. Das hilft ungemein, dankbar zu sein für das Normale. Das nimmt auch Angst vor der Zukunft. Und falls wieder etwas passiert, wovor man sich immer gefürchtet hat, lässt sich das einfacher tragen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Moderation

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    AW: Freude?

    Zitat Zitat von manu82 Beitrag anzeigen
    doch im grunde geht es mir gut...vor 4 jahren noch - ja da ging es mir schlecht..da habe ich erfahren dürfen/müssen, was Leid bedeutet...
    Amateurpsychologisch gesprochen klingt das aber überhaupt nicht, als seist du darüber weg. Und du klingst, als würde es dir schlecht gehen. Manchmal hilft es dann, entschlossen zu lächeln, oder sich selber gut zuzureden, daß jetzt alles in Ordnung ist, aber manchmal eben auch nicht... Und du hast Belastung in deiner Umgebung und schiebst alle Schuld auf dich selber, das geht meistens ganz fürchterlich schief, weil man immer unsicherer und unglücklicher wird, und das die Umgebung immer mehr belastet und zu immer mehr Knatsch führt, an dem man sich schuldig fühlen kann...

    So ein totaler Zusammenbruch zerstört das Urvertrauen. Man traut sich gar nicht, froh zu sein, weil man gesehen hat, wie schnell alles vor die Hunde gehen kann, und das ganze Leben ist irgendwie nur vorläufig und auf dünnem Eis.

    Wenn ich wüßte, was man dagegen tut, würde ich mir einen Job als Guru suchen. Hast du irgendetwas in deinem Leben, was dich aufbaut? Hast du in dem Zusammenbruch irgendwelche Fertigkeiten und Stärken in dir gefunden, auf die du vertrauen kannst? Hast du irgendeine spirituelle Komponente in deinem Leben, irgendetwas, auf das du Vertrauen legen kannst das nicht so kaputtbar ist wie das Menschliche?

  9. User Info Menu

    AW: Freude?

    Das, was Du beschreibst, klingt nach einer handfesten Depression, ich würde Dir zu einer Psychotherapie raten. Auch wenn es so klingt, als seist Du schon in Therapie gewesen, vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt, wo Du Dich wirklich um Dich kümmern kannst. Wünsche Dir alles Gute!!

  10. User Info Menu

    AW: Freude?

    Zitat Zitat von manu82 Beitrag anzeigen
    hallo farmelli,

    doch im grunde geht es mir gut...vor 4 jahren noch - ja da ging es mir schlecht..da habe ich erfahren dürfen/müssen, was Leid bedeutet...

    aber jetzt..ich kann damit umgehen, was damals geschehen ist - ich bin gesund - habe einen Partner, der mich liebt und den ich liebe - wir sind uns sehr nahe. ich verdiene mein eigenes geld - zwar nicht übermäßig und der job ist nicht sehr herausfordernd, aber es ist eigentlich alles gut.

    ich weiß irgendwie nicht, was mich daran hindert, einmal positiv in die zukunft zu blicken...und mich wieder richtig zu freuen....
    Traumatische Erlebnisse können immer wieder hochkommen. Wenn du die Möglichkeit hast, such dir noch einmal therapeutische Hilfe. Je länger du wartest, desto mehr manifestieren sich diese schlechten Gefühle in deinem Lebensgefühl,

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