Also, teilweise wird es mir hier zu esoterisch für meinen persönlichen Geschmack .... oder wir reden von verschiedenen Dingen, wenn wir von "Krise" reden.....
Ich habe gerade eine "Krise", weil ein lieber Mensch gestorben ist und es noch einiges drumherum an Problemen gibt, z.B. ein neuer Job, der derzeit 200 % Einsatz fordert, während ich mich situativ nur zu 100 % in der Lage fühle .....
Absehbare Krisen der nächsten Jahre sind
- der Tod meiner Mutter
- der Tod meines Stiefvaters
- der Tod meiner Katzen (um eine - junge - mache ich mir derzeit große Sorgen)
- Tod oder schwere Erkrankung meines Mannes
- Schwere Erkrankung meinerseits ....
wobei sich die beiden letzten Punkte schlichtweg aus dem Alter 50 ergeben, ab dem man mit sowas verstärkt rechnen muß.
Ich wüßte wirklich nicht, wie ich aus diesen anstehenden "Events" etwas Positives ziehen sollte.
Das ist einfach furchtbar, schrecklich und belastend. Muß irgendwie überlebt werden.
Vielleicht habe ich die Lernphase einfach hinter mir, was das betrifft ....![]()
Ja, ich weiß, wie man Mobbing übersteht, ich vertraue darauf, das ich beruflich immer wieder auf die Beine komme, wenn es irgendwo schief geht, weiß, was ich beruflich will. Wäre ich noch solo, wüßte ich, das Liebeskummer nicht tödlich ist etc pp
Und würde mein Mann abhauen, würde ich auch das überleben.
Aber zu lernen gibts da nix mehr, dafür habe ich schon zuviele Schwierigkeiten im Leben bewältigt.
Sie nerven einfach nur, kosten Kraft und Lebensfreude.
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17.02.2012, 10:20Inaktiver User
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
Geändert von Inaktiver User (17.02.2012 um 10:36 Uhr)
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17.02.2012, 10:25Inaktiver User
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
larimbecca guten morgen,
von der these, daß einen jede krise weiterhilft, bin ich nicht so überzeugt. ich habe selbst `ne menge krisen
durchlebt. am ende habe ich manchmal den eindruck, daß meine kraft nicht mehr so wirklich reicht, mich
aus solchen situationen freizumachen. es fällt mir schwer, nach irgendwelchen "einbrüchen" mich an den
kleinen dingen des lebens zu freuen. ich entdecke sie einfach nicht mehr. ich melde mich später noch einmal.
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17.02.2012, 10:29
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17.02.2012, 10:42Inaktiver User
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
Ich hatte mit 20 mal eine Krise......und möchte das erzählen- weil wir hier sicherlich von ganz schlimmen "Krisen" reden, aber das Wort Krise ja auch schon bei viel weniger empfunden werden kann.
Ich war also 20 und immer wieder Beschwerden an den Füssen.
Jung- mitten im Leben......bin ich dann also zum Arzt- der mich an einen Orthopäden überwiesen.....und was soll ich sagen-- ich bekam die Diagnose: Spreizfüsse.
Und ich kann da heute wirklich laut drüber lachen-- aber mich hat das dann erst mal in eine echte Krise gestürzt!
ICH- Spreizfüsse!!!
......das Leben ist damit sozusagen- RUM!!
Einlagen bekam ich verschrieben-:"oh gott....ich bin behindert und brauche Hilfsmittel"!!
Ich war wirklich....der ärmste Mensch!
unglaublich im nachhinein, wie man sowas so empfinden kann!
Aber- es zeigt, daß man als junger Mensch ein unbeschriebenes Blatt ist und dann schon ein Windhauch erst mal Verwirrung schaffen kann.
Wie man auch sieht-- ich habe die Krise erfolgreich überstanden
Ich kann inzwischen mit meinem Handicap gut leben

Vielleicht gibts ja noch mehr "Krisengeschichten", über die man im nachhinein lächeln kann.....die aber damals dann schon als schlimm empfunden worden sind?
kenzia
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17.02.2012, 10:44Inaktiver User
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
Hi Barbara,
kommt, glaub ich - auf die Art der Krise an.
Hat man eine Phobie überstanden - dann hat man eine Leistung erbracht, konnte was tun, um seine Situation zu ändern. Man kann ein wenig stolz auf sich sein! Man geht TROTZDEM spazieren oder telefoniert.
Auch ich habe so eine Phobie lange bekämpft, hatte Rückschläge - und habe sie besiegt!! Das war eine echte Leistung, ich war stolz und zufrieden..ich konnte aber aktiv was tun, damit es mir besser geht.
Leider ist manche Krise anders geartet: da verliert man einen nahen Angehörigen und erst mal den Boden unter den Füßen. Es gibt sicher ein paar Dinge, die man unternehmen kann, damit es einem etwas besser geht - aber nach meiner Erfahrung heilt nur die Zeit einige Wunden.
Will eigentlich sagen: es gibt produktive Krisen und eben unproduktive...
Ob ich über meine Krisen froh bin? Nicht unbedingt. Was für eine blöde Kraftverschwendung, denke ich manchmal, wenn ich an die Zeit denke, in der ich in der Firma gemobbt wurde. Sicher hatte ich einen eigenen Anteil daran, weiß ich heute, aber auch, dass niemand wirklich sicher vor Mobbing ist.
Ist mir danach zum Glück nie wieder passiert. Ob ich heute damit klüger/besser/geschickter umgehen könnte? Ich hoffe es - bin mir aber wohl bewusst, wie gelähmt und hilflos ich mich damals fühlte..
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17.02.2012, 10:55
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
Ich glaube, man muss auch unterscheiden, um welche Art von Krise es sich handelt.
Ob es sich um eine "normale" Krise handelt, die ein Leben eben so mit sich bringt wie Trennung, Tod von (älteren!) Angehörigen, Tod eines Haustieres, Verlust von Freunden/vom Freundeskreis, Jobverlust und eben was das Leben halt so parat hat an Dingen, die eigentlich so gut wie jeden mal treffen im Laufe seines Lebens.
Diese Ereignisse sind im Einzelfall immer schlimm, wenn sie gerade akut sind und man hat daran zu knabbern und zu leiden, mal mehr, mal weniger, sie verändern auch das Leben.
Ich denke dennoch, nach einer Phase der Trauer, der Verzweiflung, der Wut, des Haderns und eben des ganzen Sortiments an negativen Gefühlen, kann man seinen Frieden damit machen. Weil das einfach das Leben ist. Es ist nichts "außergewöhnliches" in dem Sinne (damit will ich die Wucht und den Schmerz nicht schmälern). Jede "gesunde" Psyche wird sowas mit der Zeit verhackstückeln und verdauen können. Derartige Krisen kann man normalerweise bewältigen.
Und ja, der ein oder andere wird daran auch was herausziehen können für sich.
Der ein oder andere wird etwas für sich daraus gelernt haben, etwas über sich selbst erfahren haben oder über das Leben an sich, einen neuen Blickwinkel bekommen haben und tiefe Gefühle aller Art erlebt haben. Die Krise hat einen "weitergebracht" in dem Sinne, dass man nicht mehr ist wie vorher. Anders. Auf eine für sich selbst positive Art anders.
Das ist allerdings Einstellungssache.
Das wird nicht jedem so gehen.
Und das hat auch nichts damit zu tun, dass man alles positiv sehen muss.
Wenn die eigenen Eltern sterben, dann ist das schlimm und traurig. Punkt.
Und das ist per se auch nicht positiv. Darüber muss man nicht debattieren.
Aber das ist eben das Leben, sowas kommt.
Ob man den Verlust nun dauerhaft als Lücke empfindet, die dauerhaft weh tut und die immer schmerzt und die nicht wirklich integriert werden kann in die Fülle des Lebens oder ob man seinen Frieden damit machen kann, warm zurückdenken kann und ja, vielleicht seine Lektion in Sachen "Loslassen" gelernt hat - das ist subjektiv. Das ist bei jedem anders.
Letzteren hat die Krise weitergebracht.
Auch etwas Gutes gebracht.
Auch wenn der Verlust an sich weiterhin schlimm und traurig ist.
Der Verlust an sich ist nicht positiv.
Positiv ist, dass man Eltern hatte und diese geliebt hat. Deswegen leidet man ja auch.
Positiv ist nicht, dass sie gestorben sind.
Positiv ist nicht der Verlust als solches.
Der Umgang damit KANN es sein.
Ich glaube, manche denken, man müsse das schlimme oder traurige Ereignis als solches irgendwie positiv sehen.
Das denke ich nicht.
Positives KANN man sehen, wenn man es schafft, vom punktuellen wieder auf etwas weiteres blicken zu können.
Eine andere Nummer ist sicherlich, wenn die eigenen Kinder sterben. Man an einer tödlichen Krankheit leidet oder dauerhaft Schmerzen hat oder irgendwelche Katastrophen passieren, die über das "Normalmaß" Hinausgehen.
Ich habe Verständnis für alle, die darüber nie hinwegkommen und die nie mehr wirklich so richtig auf die Beine kommen.
Und ich habe tiefsten Respekt vor denen, die das trotzdem schaffen und dem Leben dennoch etwas schönes abtrotzen und abgewinnen können.
LG
HexlGeändert von Hexl (17.02.2012 um 11:01 Uhr)
The difference between try and triumph is just a little "umph"
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17.02.2012, 10:55Inaktiver User
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
Ruby,
danke für deinen Gegenentwurf, lach.
Hast du schon mal darüber oder von Menschen gelesen die vor sich selber kapituliert haben?
Hab ich vor kurzem sehr gut in einem Buch beschrieben gesehen.
Eric Clapton ist es passiert z.B.
Ich bin nicht so hochnäsig wie du versuchst anzudeuten. Es gab in meinem Leben einen Punkt in dem merkte alle guten Ratschläge oder auch Medikamente halfen nicht. Und ich wollte frei davon sein.
Therapeuten sind auch nur Menschen und deren Hilfe kann nur begrenzt sein.
Das Leben ist ein Risiko.
Ich habe kein Recht auf äußere Sicherheit, die muß ich in mir selber finden.
Mir ist heute bewusst wie kontrolliert ich früher war, ich, die das so bei anderen Menschen ablehnt.
Es geht auch anders. Gehe meinen Interessen und Pflichten nach ohne nach Erfolg zu gieren, einfach so.
Auf diesem Weg sind viele Menschen sehr, sehr erfolgreich geworden.
Oder meinst du, die setzen sich hin und nehmen sich vor nen Hit zu schreiben oder das Buch welches auf der Bestseller landen muss?
Über deine Vorstelung von Jugend kann ich wirklich nur lachen.
Weißt du wie ich realistisch viele junge Menschen erlebe? Raffiniert, faul, feige und dogmatisch.
Und oftmals wissen die das sogar.
Was meinste du wenn du denen mit Idealen kommst, die lachen dich aus.
Was diese eine Freundin betrifft: sie ist ja nicht nur so, wir können auch gut miteinander lachen.
Sie ist übrigens sehr willensstark, mehr als ich. Sie ist auch davon überzeugt, dass das Leben aus Kampf besteht.
Und ich eben nicht mehr. Und mit dieser neuen Leichtigkeit fühle ich mich eben jünger als vor ...Jahren.
Meine Energie stecke ich in Projekte die mir leicht fallen, man könnte auch sagen wo meine Talente liegen.
Diesen Luxus gönne ich mir.
Wahrscheinlich liegen wir gar nicht soo weit auseinander.
Was das Mobbing betrifft, möchte ich nicht vergessen zu erwähnen. Das war so ziemlich das Fieseste was mir im Leben passierte. Ich hab daraus die Konsequenz gezogen mich nie wieder in solche Struktruren zu begeben. Es ist nicht so, dass alles im Leben abperlt. Wir unterscheiden uns wohl darin welche Schlüsse wir aus unseren Erfahrungen ziehen.
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17.02.2012, 11:48
AW: Bringt einen jede Krise weiter?
Wenn ich die vielen (zum größten Teil tollen) Beiträge hier lese, kristallisiert sich eine persönliche "Erkenntnis" heraus:
Krisen sind Teil des Lebens, egal ob ich nun etwas daraus lerne oder nicht (Ja, man kann an Krisen wachsen, muss aber nicht). Ohne Krisen kein Leben (und ich glaube, dass es keinen Menschen gibt, der noch nie eine Krise erlebt hätte). Nein, sie sind nicht schön und Ja, theoretisch (und eigentlich auch praktisch) wäre es wunderbar, kein Krisen erleben zu müssen, quasi stets in einer Art "perpetuum dolce vita" zu leben. Aber das ist nicht das Leben. Das ist nur wieder der alte Traum vom Paradies auf Erden, nur in anderer Form. Und das ist Erstarrung / Eintönigkeit, und, wenn man es zu Ende denkt, Tod nur in einer etwas anderer Form. Ich entkomme also, egal ob ich ein süßes Leben ohne Krisen habe oder ob ich Krisen durchstehen muss, nie den damit verbundenen negativen Aspekten. Deshalb möchte ich eine o,g, getroffene Aussage ergänzen und zu meinem Wunsch, mein "Ja zum Leben" nie zu verlieren (oder dieses Ja immer mehr zu festigen) um ein "Ja zur Krise" ergänzen, auch wenn mich das zunächst sehr ängstigt und ich insgeheim das Leben darum bitten möchte, mir zwischen den Krisen doch auch bitteschön etwas Luft zum Wieder_Auftanken zu lassen.
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17.02.2012, 13:13Inaktiver User
AW: Bringt einen jede Krise weiter?

Ähnlich ging es mir auch, als mit 20 eine leichte Kurzsichtigkeit festgestellt wurde.
Aber, ganz ehrlich: In dem Alter kann man sich doch deshalb über sowas aufregen, weil man noch nicht weiß, was das Leben noch so an Nackenschlägen zu bieten hat ....
In unserem Alter würde man sich schon freuen, wenn z.B. der festgestellte Hautkrebs nur ein Basaliom und kein Melanom ist ....
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17.02.2012, 13:15Inaktiver User



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