Hallo!
Ich glaube, wenn der Chef unangenehmere Aufgaben auf einen abwälzt, stört einen das mehr, wenn man das Gefühl hat überall sonst auch nur der Depp zu sein.
Mit der Urlaubsbekanntschaft ist das auch so eine Sache. Ich würde gar nicht erst jemanden fragen, den ich erst kennen gelernt habe. Da käme ich mir blöd bei vor. Vielleicht kommt es auch total blöd, wenn man nur Smalltalk gehalten hat. Ist es nicht so, dass oft gewisse Stufen des Kennenlernens eingehalten werden sollten, damit man sich nicht überfahren vorkommt? Also das Beschnuppern und das zwanglose Kennenlernen am Anfang, was ist damit? Dafür bleibt heute wohl kaum noch Zeit. Alles muss hopplahopp gehen.
Und ich kenne das von mir auch, dass ICH mir dann Vorwürfe mache, wenn eine Bekannte eingeschnappt ist, weil ich nicht so springe, wie die sich das vorstellt. Z. B. komme ich mir ungemein blöd vor, wenn ich mir das Gejammer von einer Bekannten anhöre über XY, dann erklären soll, wie ich das denn mit XY hinkriege und im Grunde gerne helfen würden, diesen nertötenden Konflikt ein wenig hinzubiegen, indem ich versuche, dass beide einander besser verstehen - letztlich dann aber nur dumm dastehe, weil die Jammerläppin alles brühwarm weiter erzählt, um ihre eigene Position zu stärken. Wie das mit der stillen Post so ist. Es wird aus dem Zusammenhang gerissen, für den eigenen Zweck zurechtgeföhnt und am Ende bin ich die Dumme. Da werde ich in Zukunft auch mehr Egoist sein. Ich muss meine Probleme schließlich auch selber lösen.
Was die Umzugstante angeht, denke ich mir grade, dass sie vielleicht den Kontakt aufrechterhalten wollte mit dir. Ihr Umzug war dann jetzt eben grad und wenn ja viele Leute daran beteiligt sind, fallen für einen selber ja nur ein paar Kisten an. Außerdem gibt es oft auch lecker was zu essen.
Ich mache mir ja auch grad Gedanken darum, wie ich an ein paar gute Kontakte komme. Und da ist mir wohl erstmal aufgefallen, dass Kontakte ja meistens an einen "Zweck" gebunden sind. Man kennt sich aus Schulzeiten und hat viel gemeinsam erlebt. Das schweißt zusammen. Oder man ist in einem gemeinsamen Fitnessclub und trifft sich dort regelmäßig zum Training und ab und zu auch mal auf einen Kaffee oder so. Auf der Arbeit ist auch klar, da geht man notgedrungen jeden Tag hin und muss sich mit den Kollegen auseinandersetzen. Ist man im Ruhestand fallen diese Kontakte auch schnell unter den Tisch und man sitzt alleine da. Bei euch war der gemeinsame Urlaub, der euch verbunden hat. Doch danach: Da muss man doch sicher erstmal sehen, auf welches Fundament man diesen Kontakt stellt. Funktioniert das denn einfach so unvermittelt sich alle zwei Wochen zum Quatschen zu treffen? Da fehlen doch die gemeinsamen Erlebnisse, oder? Es hat extrem lange gedauert bis ich das geschnallt habe. Vielleicht gibt es für mich ja doch noch Hoffnung.
Freu dich einfach über die Freunde, wo du dich wohl fühlst und schau, was bei neuen Bekanntschaften rum kommt. Man kriegt es wohl erst über einen längeren Zeitraum heraus, ob jemand sich ständig bei dir bedient oder ob es ausgeglichen ist. Und es ist wichtig sich abzugrenzen. Ich glaube ich selber habe oft mangels gemeinsamer Erlebnisse oft das Gefühl, dass mein offenes Ohr und meine Aufopferungsfähigkeit die Freundschaft oder ähnliches am Leben erhält. Sonst habe ich leider nichts zu bieten, aber das nimmt einem auf Dauer die Kraft. Also fühle in dich hinein und sage eben nein, wenn es dir mal zuviel wird. Es ist dein gutes Recht. Und nicht alle Verantwortung für ein gutes Gelingen einer Freundschaft lastet allein auf deinen Schultern.
LG
Kuschelchenreloaded
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14.02.2012, 12:42Inaktiver User
AW: Immer wieder "benutzt" werden...
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14.02.2012, 13:20
AW: Immer wieder "benutzt" werden...
Hallo Birke,
also ich sehe Dich nicht als Person die man benutzen kann...vielleicht solltest Du mal erforschen warum Du dich so fühlst?
Mir kommt es so vor als hättest Du Angst, dass Dir Menschen zu nahe treten.Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
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15.02.2012, 15:38
AW: Immer wieder "benutzt" werden...
Hallo Birke,
ich finde deinen Ärger über deine Mitmenschen absolut berechtigt.
Mir käme es nicht in den Sinn, eine "Urlaubsbekanntschaft" zu fragen, ob sie beim Umzug helfen will - das würde ich nur bei einem engeren Freundschaftsverhältnis tun. Wenn sich also in der Vergangenheit die Gefälligkeiten in etwa die Waage gehalten haben. Wenn sie beleidigt ist: Umso besser - dann weißt du woran sie ist.
Das mit der Freundin macht mich sprachlos: Du hast sie eingeladen und sie teilt dir hinterher mit, dass sie es doof fand. Also, um einer Gastgeberin so eine Mitteilung zu machen, braucht es schon viel Fingerspitzengefühl. Ich nehme an, du hast dir mit Kochen & Vorbereiten Mühe gegeben. Bei engen Freunden kann man schon mal ein Feedback geben - aber es kommt auf den Ton an.
Beim Chef: Wie ist denn allgemein dein Standing in der Firma? Siehst du hier Verbesserungspotenziale? Fortbildung, anderes Auftreten, Coaching. Es ist ja kein Gesetz, dass der Chef "immer die tollen Sachen macht" - manche Chefs sind froh, wenn der Mitarbeiter alles erledigt
. Vielleicht liegt es daran, wie er dich einschätzt oder was für ein Cheftyp er ist.
Chennai
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15.02.2012, 19:50Inaktiver User
AW: Immer wieder "benutzt" werden...
Ich stelle fest, dass es mir guttut, bei den genannten Beispielen nicht mehr der "Harmonie" nachzueifern.
Die Urlaubsbekannte meldet sich nun nicht mehr - ja so ist es eben.
Meine Freundin meldet sich auch nicht - ich halte auch das gut aus.
Ich habe mir sogar vorgenommen, zukünftig noch deutlicher zu werden, wenn es wieder solche Situationen geben sollte.
LG
Birke


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