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    Ich bin enttäuscht

    Liebes Forum,

    Vor einem Monat bin ich dreißig Jahre alt geworden. Meine Mutter fragte mich schon Monate vorher, was ich mir wünsche, mir fiel aber nichts passendes ein. Einige Wochen vor dem Geburtstag kaufte ich selbst mir einen schicken Pyjama, und sagte ihr, den könne sie mir schenken. Meine Mutter war einverstanden. Eine Woche vor meinem Geburtstag war ich bei meinen Eltern zu Besuch und kaufte mir ein Paar Handschuhe. Meine Mutter riss sie mir förmlich aus den Händen mit der Aussage, die will sie mir unbedingt noch schenken, also überließ ich sie ihr.
    Zu meinem 30. bekam ich dann tatsächlich exakt den Pyjama und die Handschuhe, die ich selbst gekauft hatte. (Meine Mutter gab mir das Geld.)Sonst nichts. Keine Blumen, nix Süßes, keine nette Aufmerksamkeit. Ich war grenzenlos enttäuscht von so viel Lieblosigkeit, die ich sonst von meiner Mutter auch nicht kenne. Als ich sie darauf ansprach meinte sie: ihr sei partout nichts eingefallen. Für ihre eigene Tochter! Zum dreißigsten!
    Es geht mir nicht um materielles, was ich brauche, bzw. haben will, kann ich mir selbst kaufen. Was ich mir gewünscht hätte ist, dass sie sich ein wenig Gedanken um mich macht, sich bemüht, mir eine Freude zu machen, mit irgendeiner persönlichen Kleinigkeit.
    Ich habe meiner Mutter gesagt, wie sehr ich mich geärgert habe, sie meinte, sie hätte sich auch sehr unwohl gefühlt und es täte ihr leid, dass ich so enttäuscht wurde. Sie hat mir einen Fleurop-Strauß nach Hause geschickt, wir haben noch zweimal darüber gesprochen, aber ich bin immer noch entsetzlich sauer.
    Mit meiner Schwester lief es ähnlich ab, sie schenkte mir einen Gutschein aus dem Internet in einem Briefumschlag. Für irgendwelche LAN-Partys organisiert, kocht, bäckt und dekoriert sie, nimmt extra Urlaub, für die letzte Party nähte sie sich und ihrer Freundin zum Motto passende Blusen und Halstücher und und und. Für ihren EX! Freund durfte ich im Internet zum Geburtstag eine tolle Pfeffermühle besorgen, weil er gerne kocht... Mein Geschenk war in weniger als zwei Minuten erledigt, noch nicht mal nett verpackt.
    Sowohl mit meiner Mutter als auch meiner Schwester habe ich immer ein enges Verhältnis wir wohnen 600 km entfernt und telefonieren jede Woche, ich selbst kaufe immer wieder gern Geschenke für sie und schenke mit viel Liebe und Freude, die Lust dazu ist mir inzwischen vergangen.
    Hätte gern ein paar Meinungen und Ratschläge von Euch, wie ihr das Verhalten von Mutter, Schwester und mir einschätzt.
    Ich würde das ganze gern für mich abhaken, komme aber einfach nicht darüber hinweg. Fühle mich so lieblos behandelt, wo ich doch weiß, dass die zwei auch anders können.

  2. Inaktiver User

    AW: Ich bin enttäuscht

    Hallo Zwiebelliese,

    ich kenne das auch. Meine Mutter weiss nie, was sie mir schenken soll. Aber ich finde das nicht schlimm, sie ist halt da etwas hilflos und hat dann Angst, es könnte mir nicht gefallen.

    Daher sage ich ihr, was ich möchte, oder suche es selber aus. Am liebsten wäre es mir allerdings, dass sie mir nichts schenken, da ich weiss, das Geld brauchen sie selber für das Häuschen, die Krankheiten etc. Und ich kann mir inzwischen meine Wünsche weitgehend selber erfüllen.

    Meine Geschwister und ich, wir schenken uns seit dem 18. Geburtstag nichts mehr. Nur noch den Nichten und Neffen.

    Und ich bin selber so, mir fällt es leichter etwas für Freunde zu machen, als für die eigene Familie. Das hängt wohl damit zusammen, dass früher meine Mutter mich nichts backen lies. Erst langsam, ich bin 10 Jahre älter als du, übernehme ich da mehr Aktivitäten, da es meine Mutter alleine nicht mehr schafft.

    Kopf hoch, ich finde es jetzt nicht so schlimm.

    LG Nudel

  3. gesperrt

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    AW: Ich bin enttäuscht

    Meine Mutter fragte mich schon Monate vorher, was ich mir wünsche, mir fiel aber nichts passendes ein. Einige Wochen vor dem Geburtstag kaufte ich selbst mir einen schicken Pyjama, und sagte ihr, den könne sie mir schenken. Meine Mutter war einverstanden.
    Entschuldige, aber du selber bist so pragmatsich an die Sache rangegangen. ich würde da auch nichts zusätzliches noch holen. Sie hat dich gefragt, was du dir wünscht. Wenn du dir Blumen wünscht, warum sagst du das dann nicht? Wieso muss ihr unbedingt was einfallen, dir aber nicht, wenn sie fagt?

    Ich finde, sie hat so gehandelt, wie sie dachte, dass du das auch wolltest. Und sie hat sich entschuldigt. Was genau erwartest du jetzt noch von ihr? Warum kannst du das nicht abschließen?

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    AW: Ich bin enttäuscht

    Liebe Zwiebelliese, Deine Enttäuschung kann ich sehr gut nachvollziehen. Beim Lesen Deines Beitrags hatte ich spontan ein Gefühl: Da hat eine Entfremdung stattgefunden. Durch die Entfernung, trotz wöchentlicher Telefonate, nehmen Deine Mutter und Deine Schwester nicht mehr an Deinem Leben teil und tun sich deshalb schwer, passende Geschenkideen zu entwickeln. Das Geschenk Deiner Schwester zeugt von einer gewissen Hilflosigkeit, Deine Mutter nahm ja auch dankbar die bereits vorbereiteten Geschenke an. Dass Du Deiner Mutter gegenüber erwähnt hast, dass Du Dir nichts wünschst, hat ihr wohl vermittelt, dass Dein 30. Geburtstag Dir nicht wichtig sei (viele haben ja auch ein Problem damit 30 zu werden, Deine Mutter seinerzeit vielleicht auch?). Wenn ich Deine Mutter wäre und kaum noch Anteil an Deinem Leben hätte, fiele es mir auch schwer, eine passende Geschenkidee zu entwickeln.

    Das ist nur meine Interpretation Deiner Aussagen, klären könnt Ihr die Angelegenheit nur unter Euch.
    Männer sind auch Menschen

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    AW: Ich bin enttäuscht

    Ich kann deine Enttäuschung auch sehr gut verstehen. Selber Mutter zweier toller Kinder und mit einer liebevollen Mama gesegnet, kann ich sagen, dass ich das Ganze auch nicht besonders warmherzig finde. Ich mache mir immer Gedanken, womit ich meinen Kindern und auch meiner Mama eine Freude machen kann.

    Und gerade so ein runder Geburtstag ist schon noch was Besonderes, zumindest bei uns. Da würde ich gar nicht fragen, was sich der/diejenige wünscht, sondern hätte schon lange Zeit vorher immer mal wieder die Ohren aufgesperrt, was dem anderen gefallen könnte. Schließlich kennt man als Mutter doch das eigene Kind und hat eine Vorstellung davon, was ihm gefallen könnte.

    Ich weiß aber nicht, ob es was hilft, jemanden darauf anzusprechen. Kommt so ein Geschenk nicht von einem selbst, macht einen die Antwort sicher auch nicht glücklich.

    Also einpacken in eine Kiste und dann ab damit in den Seelenkeller, in das Regal mit den falschen (?) Erwartungen und Enttäuschungen.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

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    AW: Ich bin enttäuscht

    Zitat Zitat von Silbervogel Beitrag anzeigen
    Was genau erwartest du jetzt noch von ihr? Warum kannst du das nicht abschließen?
    Das sind die Fragen, die ich mir selbst stelle und nicht beantworten kann, daher bin ich hier auf der Suche nach Denkanstößen.
    Danke für Eure bisherigen Antworten.

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    AW: Ich bin enttäuscht

    Zitat Zitat von Zwiebelliese Beitrag anzeigen
    Meine Mutter fragte mich schon Monate vorher, was ich mir wünsche, mir fiel aber nichts passendes ein. ...

    Als ich sie darauf ansprach meinte sie: ihr sei partout nichts eingefallen. ...
    da ging es euch ja beiden gleich! ich kann deine enttaeuschung schon verstehen, aber warum hast du dir nach der frage keine gedanken gemacht und deiner mutter ein paar vorschlaege genannt? ich habe ein enges verhaeltnis zu meinen ca. gleichaltrigen kindern, mir ist es am liebsten, wenn sie wuensche aeussern, auf verdacht etwas schenken habe ich mir schon lange abgewoehnt!
    I am my own special creation

    XXXI

  8. gesperrt

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    AW: Ich bin enttäuscht

    Zitat Zitat von Zwiebelliese Beitrag anzeigen
    Das sind die Fragen, die ich mir selbst stelle und nicht beantworten kann, daher bin ich hier auf der Suche nach Denkanstößen.
    Danke für Eure bisherigen Antworten.
    Was könnte /müsste sie denn jetzt tun, damit du nicht mehr sauer bist? Weiso kannst du nicht verzeihen? oder: Was kannst du tun, um die Entschuldigung auch anzunehmen?

  9. Inaktiver User

    AW: Ich bin enttäuscht

    Zitat Zitat von Zwiebelliese Beitrag anzeigen
    Sowohl mit meiner Mutter als auch meiner Schwester habe ich immer ein enges Verhältnis wir wohnen 600 km entfernt und telefonieren jede Woche
    Fühlst Du Dich ausgegrenzt? Wie ist Dein Verhältnis sonst zu Deiner Familie, bzw. Deiner Mutter und Deiner Schwester?

  10. User Info Menu

    AW: Ich bin enttäuscht

    Normalerweise bin ich auch recht pragmatisch und hätte vor einem Jahr auf mein Posting vermutlich ähnliche Antwort gegeben.

    Ausgegrenzt von der Familie fühle ich mich nicht.

    Aber mir kommt eine mögliche Erklärung, die mich sehr traurig macht: Früher wusste meine Mutter, was mir gefällt, was mir guttut, was mich freut, was ich mir wünsche. Sie war der Mensch, der mich am besten kannte, durch und durch.
    Und nun weiß sie es nicht mehr. Weil wir uns durch viele äußere Umstände entfremdet haben. Das wird mir jetzt bewusst, und es ist ein harter Schnitt.

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