Das kann ich total gut verstehen, Zwiebelliese.
Besonders, wenn man selbst in diesen Belangen einfühlsamer und engagierter ist, kann man sich mit diesem ausschliesslichen Pragmatismus sicher nur schwer anfreunden.
Egal, wie alt und wie erwachsen man ist, den Eltern gegenüber fühlst man sich als deren Kind. Und trägt genau diese kindlichen Wünsche nach Aufmerksamkeit und Zuwendung in sich.
Ich verstehe ganz genau, auf was Du Wert gelegt hättest.
Du sagst, Du hast mit Deiner Mutter darüber gesprochen ... glaubst Du, sie hat Deine Botschaft auch verstanden?
Wie war es in den Jahren davor an Deinen Geburtstagen?
Mir geht es ähnlich wie Dir, allerdings schon seit vielen Jahren.
Meine Mutter wohnt auch 600 km entfernt, an meinem Geburtstag und zu Weihnachten bekomme ich den obligatorischen Umschlag mit Geld. Ich freue mich über das Geld - aber da fehlt etwas für mich Essentielles, das das Geschenk persönlich und unverwechselbar macht.
Umgekehrt verwende ich immer sehr viel Sorgfalt auf ihre Geschenke. Selbst wenn ich Blumen über Fleurop verschicke, dann suche ich die Sorten und Farben aus, von denen ich weiß, dass sie sie mag.
Für mich stimmt das Gleichgewicht in Punkto Schenken nicht. Sie wird sich nicht mehr ändern - ich mich aber auch nicht diesbezüglich. Es käme mir nie in den Sinn, meiner Mutter zB ein Kuvert mit Geld zu schicken
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Ergebnis 21 bis 30 von 30
Thema: Ich bin enttäuscht
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29.01.2012, 23:44
AW: Ich bin enttäuscht
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30.01.2012, 12:20
AW: Ich bin enttäuscht
Zwiebelliese,
ich kann deine Enttäuschung sehr gut nachfühlen! Du hattest dir von deiner Mutter - neben dem Materiellen - emotionale Anteilnahme gewünscht. Die hätte sie durch eine liebevolle Geburtstagskarte, und eine persönliche Kleinigkeit (selbstgemachte, nett dekorierte Marmelade, Kekse, Teemischung, etc.) erreichen können.
Mir kommt es bei den Geschenken auch nicht drau an, wieviel Geld die gekostet haben - ich verdiene genug, um mir die Sachen selbst zu kaufen - sondern mir kommt es auf die damit verbundene Wertschätzung an.
Wie wurden denn früher bei euch Geburtstage und ähnliche Festtage begangen? Emotional und persönlich? Wenn das früher so war, würde ich das Thema beim nächsten Familientreffen einfach mal - nett formuliert - auf den Tisch bringen. Sag, dass du dir von deiner Familie "persönliche Verbundenheit" wünscht und keine Handschuhe. Vielleicht sehen die anderen das auch so, und man ist nur unsicherer im Umgang miteinander geworden, weil man sich selten persönlich sieht.
Wie oft seht ihr euch denn so als Familie?
Bei uns ist es z.b. so, dass wir an den jeweiligen Geburtstagen fast immer persönlich anwesend sind und uns alle gegenseitig schöne Dinge schenken und den Tag gemeinsam festlich gestalten.
Chennai
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30.01.2012, 21:36Inaktiver User
AW: Ich bin enttäuscht
Die Enttäuschung kann ich auch nachvollziehen, aber dass die TE entsetzlich sauer ist, das verstehe ich nicht.... Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mutter das absichtlich getan hat, oder weil sie ihre Tochter nicht mehr liebt oder wertschätzt, denn die TE schreibt ja, dass die Mutter sonst auch immer liebevoll ist und sie mit Nettigkeiten versorgt.
Gedankenlosigkeit, eigene Sorgen und Kümmernisse, Zeitmangel - was auch immer die Mutter für Gründe hat.... ich persönlich verstehe eh nicht, wie man sich an einem einzigen Tag und dazugehörigem Geschenk so aufhängen kann, ist nicht viel wichtiger, wie der Umgang grundsätzlich miteinander ist?!
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22.10.2012, 03:23
AW: Ich bin enttäuscht
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Geändert von Maria.Makkaroni (22.10.2012 um 03:31 Uhr)
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22.10.2012, 03:30
AW: Ich bin enttäuscht
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22.10.2012, 08:30Inaktiver User
AW: Ich bin enttäuscht
Ich verstehe Dich gut, Zwiebelliese,
mir erging es kürzlich so hinsichtlich zweier guter Freundinnen. Und auch ich knabbere noch daran herum - es gab für mich emotional einen Bruch, und darüber kann ich nicht einfach hinwegfühlen, der ist spürbar.
Ich gehe das Thema etwas anders an. Ich kann andere Menschen nicht verändern, und jeder macht Fehler, soweit, so menschlich. Beiden Freundinnen tut es spürbar leid, dass sie gedankenlos waren.
Was also passiert mit mir? Ich bin ent_täuscht. Eine Täuschung ist aufgeflogen, und nun sehe ich ein Stück Realität, das ich mir anders gewünscht hätte. Meine inneren Wunschbilder passen nicht zur Realität, und ich muss eine Anpassung vornehmen. Meine Erwartungen und Wünsche korrigieren, und mich mit veränderten Empfindungen auseinander setzen.
Es wird also darauf hinaus laufen, dass ich mich verändere - ich werde meine Freundinnen zukünftig mit anderen Augen sehen, unser Kontakt wird sich wandeln.
Veränderung ist zunächst immer beunruhigend, manchmal verstörend, sie bringt uns aus dem Tritt, und macht uns nachdenklich. Ich denke, dass daraus auch viel Gutes erwachsen kann. Es ist beispielsweise positiv, eigene Erwartungshaltungen neu zu bewerten, und andere Menschen so zu sehen, wie sie hier und jetzt sind, nicht wie wir sie gern hätten. Da bewegt sich gerade etwas, und zur Zeit kann ich noch nicht wissen, wohin die Reise geht. Ich vertraue mich dieser Entwicklung an, weil ich darauf baue, dass ich aus allem das Beste machen werde.
Das ist meine pragmatische Herangehensweise.
Das Ende der Täuschung kann auch etwas ganz Wertvolles sein
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22.10.2012, 10:08Inaktiver User
AW: Ich bin enttäuscht
Ich kann deine Gedanken auch gut nachvollziehen, Zwiebelliese. Es gibt Menschen, denen sind Geburtstage nicht so wichtig, anderen ist es wichtig. Ich gehöre wie du auch zu der zuletzte genannten Sorte.
Ich finde das Verhalten deine Familie auch ziemlich lieblos. Bei uns ist es auch üblich, dass wir vorher die Geschenke besprechen, ABER: es gibt immer noch ne Kleinigkeit dazu, eine kleine Überraschung (und wenn es nur die Lieblingssüßigkeiten sind). Einfach um zu zeigen: Ich habe mir auch selbst Gedanken gemacht.
Ich hatte kürzlich den Fall, dass ich zum ersten Mal keinen Adventskalender mehr bekommen habe ;-) Ja, das mögen viele reichlich unerwachsen finden, aber ich kenne auch viele Familien, in denen die Mutter bis zur Hochzeit einen Adventskalender macht. Mir gefällt der Gedanken. Meine Mutter dachte, ich hab ja jetzt einen Freund, der kann das schon machen - und so hatte ich am Ende keinen. War auch ein wenig enttäuscht, hab es angesprochen, im Jahr darauf hatte ich drei, das war natürlich nicht das Ansinnen. Ich finde durchaus, dass man sich, wenn man sich lieb hat, das mit Kleinigkeiten zeigen kann und sollte.
Hast du denn auch mit deiner Schwester gesprochen und den Vergleich zur Lan-Party angestellt? Vielleicht merkt sie etwas?
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22.10.2012, 10:19
AW: Ich bin enttäuscht
wa-rum sind Geschenke eigentlich so ein Reizthema? spontan muss an einen strang von ...nochnichtsolangeher.. denken, in dem sich leute über unpassende geschenke beklagt haben. Aus anderen strängen ist mir in Erinnerung wie jemand gedanklich mehrfach an die decke ging: schwiegers hatten liebevoll passendes zum eigenen dekor ausgesucht, aber es war DOCH irgendwie nicht das Richtige.
Das alles geht doch für mein Empfinden am Sinn und Charakter des Schenkens völlig vorbei. ob das Geschenk ein Volltreffer oder eine Niete ist, ist doch Glückssache (wobei ich zugeben muss: mit einem Teil, das heute in einem anderen strang präsentiert wurde, hätte ich wirklich ein problem
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22.10.2012, 10:26Inaktiver User
AW: Ich bin enttäuscht
ob zwiebelliese in ihrem strang vom januar noch liest
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22.10.2012, 19:47
AW: Ich bin enttäuscht
Hallo zusammen, nachdem ich jetzt 2 Monate zwangsoffline war, bin ich mehr oder minder zufällig hier hereingestolpert.
Mein Eingangsposting mag ich gar nicht mehr lesen, wäre mir heute bestimmt schrecklich peinlich...
Die Wogen sind geglättet, ich habe wieder ein gutes Verhältnis zu Mutter und Schwester und trage ihnen nichts nach, aber ich gebe zu, ich hatte sehr zu knabbern.




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