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    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ich in vier Büchern gleichzeitig lese und sie geöffnet auf dem Schreibtisch und dem Sideboard liegen habe, mag das für einen Außenstehenden unordentlich oder gar chaotisch aussehen.
    Nein, gar nicht.

    Nur der Ordnungsfreak würde darauf Wert legen, dass die vier Bücher hübsch nebeneinander liegen

    Kommt auch immer darauf an, WAS rumliegt.
    Für mich macht es schon einen Unterschied, ob es vier Bücher sind - oder vier gebrauchte Kaffeetassen.
    .

  2. Inaktiver User

    AW: versinke im Chaos

    Es geht denke ich um Kontrolle und Freiheit... Ich denk' mir, durch Kontrolle zur Freiheit. Denn wenn ich meinen Krempel und alles, was mich betrifft nicht im Griff habe, dann kommen andere und bestimmen mich. Dann bin ich nicht frei. Oder so ähnlich.

    Aktiv sein und soziale Kontakte - das kenn' ich von meinem Partner. Bei ihm stapelt sich der Krempel - zum Glück gibt es meist nur gewisse Punkte in unserer Wohnung. Aber er nimmt es überhaupt nicht so genau, mistet alle paar Monate dann mal aus. Er kommt nicht so wirklich dazu, mistet dann halt alles oder nix. Während ich ständig irgendwie was finde, was ich sortieren und rümpeln kann oder muss, weil es Aufmerksamkeit erfordert und ich es nicht komplett verdrängen kann. Wenn es da ist, muss es irgendeinen Zweck erfüllen, wozu soll ich es dann aufbewahren... Das ganze hat sehr viel mit Perfektionismus zu tun...

    Der Unordentliche hat aber auch sein persönliches Ordnungssystem. Der findet tatsächlich nix mehr, wenn man ihm seinen Kram aufräumt Und im Grunde geht es da auch um eine Form der Kontrolle.

    Ich muss sagen, ich habe schon fast Angst davor, kein Gerümpel mehr zu haben hinter dem ich mich verstecken kann. Es ist so schön bequem, zu Hause zu hocken und alles durchzusehen und hervorzukramen und zu überlegen, ob ich das brauche, es zu sortieren. Ich wüsste schon, was ich tun könnte, wenn ich das Zeug nicht hätte. Aber ich habe tatsächlich Angst davor, dass ich das energiemäßig nicht packe oder so. Schön bescheuert. Dabei könnte ich so gut an mir arbeiten. Doch dann setzt auch hier wieder das Chaos ein und ich sammele Infos für neue Aktivitäten und dann beschäftige ich mich doch wieder nur mit dem Planen der Dinge.

    Liebe TE, gibt es irgendeinen konkreten Punkt, der dich stört, wo du gerne mal aufräumen würdest. Vielleicht können wir dir da bessere Ratschläge und Tipps geben. Hast du auch ein inneres Chaos, was du sehr gerne mal in den Griff kriegen würdest?

    LG


    MrsInkognito

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    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    ...
    Die Konditionierung spielt eine große Rolle.
    Besonders meine Mutter hat mit eindeutiger Mimik und auch verbal alles und jeden abgewertet, der ihrem Sinn für Ordnung nicht entsprochen hat.
    Aufräumen = brav sein.
    Als Kind will man es "recht machen" und ein Automatismus wird in Gang gesetzt...
    So automatisch kann der Automatismus aber nicht gewesen sein...oder weshalb war Deine Schwester immun dagegen?

    Ich kenne diesen Konditionierungsversuch auch von meiner Mutter; er war nie von Erfolg gekrönt.
    Vieles wird doch Veranlagung sein. So habe ich eine von klein auf ordentliche Tochter. Wenn ich's nicht besser wüßte, hätte ich arge Zweifel, daß sie das tatsächlich ist.
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein

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    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von Meatloaf Beitrag anzeigen
    So automatisch kann der Automatismus aber nicht gewesen sein...oder weshalb war Deine Schwester immun dagegen?

    Ich kenne diesen Konditionierungsversuch auch von meiner Mutter; er war nie von Erfolg gekrönt.
    Vieles wird doch Veranlagung sein. So habe ich eine von klein auf ordentliche Tochter. Wenn ich's nicht besser wüßte, hätte ich arge Zweifel, daß sie das tatsächlich ist.
    hihi... bei mir half immer nur die drohung "wenn nicht wenigstens dein fußboden freigeräumt ist, pack ich den ganzen kram und schmeiß in aus dem fenster" (in den innenhof, aber es waren zwei stockwerke hochparterre) - half IMMER! zwar auch nicht für mehr als boden freiräumen, aber immerhin.

    ich finde die diskussion hier ganz spannend, vor allem versuche ich, mich selbst zu entlarven: bin ich chaotin, oder nicht?

    ich empfinde mich selbst oft so, weil bei mir in der bude vielgebrauchter kram einfach in der gegend rumfliegt, also fahrradhelm, ungelesene zeitungen (die schmeiß ich halt weg, wenn ich sei gelesen habe), schuhe, handschuhe - ok, das war jetzt der flur

    neben dem bett ein stapel mit büchern, gelesenen und ungelesenen, tagebuch/-bücher, schreibzeug...

    aber dinge, die ich alle naselang brauche, habe ich noch nie geschafft, an einen festen ort "weg"zu packen. die haben einen festen ort - den flur - aber sie sind schön für jeden sichtbar. und sie liegen da auch nicht ordentlich zusammengelegt... bei anderen sachen bin ich schon ganz dolle ordentlich. ablage und so'n kram, und inzwischen bin ich zum beispiel (im gegensatz zu wg-zeiten) extrem empfindlich gegen schmutz. sprich: wenn ich mal mein wöchentliches saugprogramm vertage, fühle ich mich in der bude nicht mehr wohl, bad putzen ebenso. schon lustig, wie sich das entwickelt - früher war das wirklich anders.

    bei freunden beobachte ich eine gegenläufige entwicklung, die aber sehr gut zu einer beobachtung einer anderen userin hier passt: sie ist supergute und extrem zielstrebige juristin, aber die bude sieht aus (!!!) - da fühl ich mich nicht wohl. wenn ich meinen kram nicht über einen stuhl legen kann, ohne dass er schmutzig wird, nee... und der dazugehörige er ist unternehmer, recht erfolgreich, aber hat ein unglaubliches chaos in seinem arbeitszimmer. da fliegt alles durcheinander... als hätte eine bombe eingeschlagen. und trotzdem: die beiden kriegen ihr leben richtig gut auf die reihe, haben erfolg im job... nur mit der ordnung haben sie's nicht so. und mit sauberkeit auch nicht...

    *auchmalsenfdazugeb*
    findet
    die ratte
    ich bin schrecklich inkonsequent - aber nicht immer

    tippfehler gibts von mobile devices gratis. wer sie findet, darf sie behalten.

  5. gesperrt

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    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Die STrümpfe bekämen bei mir einen bestimmten Platz, werden sortiert nach Strumpfhosen, Socken und das war es dann.
    Kommt es nie vor, dass es dir nicht gelingt, einen Platz zu bestimmen?


    Was ist denn mit eurer Kreativität? Kreativität ist die schöpferische Fähigkeit, Neues zu erschaffen, das in irgendeiner Art und Weise Nutzen oder Sinn hat – also tatsächlich zu kreieren oder auch nur zu erdenken.
    Kreativität ist in erster Linie ein Chaosproduzent und kommt bei mir in der Regel reichlich spontan. Mit Plänen à la "heute mach ich dies, morgen mach ich das, übermorgen kommt jenes dran" scheitere ich in der Regel grandios. Ich hab eher so diverse Projekte, und dran kommt, was mich grad anspringt. "Ordnung schaffen" tut das schon hin und wieder, aber längst nicht täglich.

    Immerhin hab ich mir angewöhnt, das Tischchen im Wohnzimmer auch tatsächlich immer wieder gleich aufzuräumen nach Gebrauch.

    Abe sooo wichtig ist es mir auch nicht, dass alles super ordentlich ist und das Leiden daran hält sich inzwischen in Grenzen. In der Zeit, als hinter der Küchentür täglich eine Kolonie grünglänzender Fliegen entstand und der Boden teilweise vor lauter Sandwichpapieren nicht mehr wirklich sichtbar war und der Grund des Küchenlavabos ein grosses und nur scheu betrachtetes Geheimnis, da hab ich gelitten. Aber da hatte ich auch noch ein paar andere Probleme. Wenn ich jetzt die Strümpfe nicht immer sofort finde, wurscht.

    grüsse, barbara

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    AW: versinke im Chaos

    meatloaf
    So automatisch kann der Automatismus aber nicht gewesen sein...oder weshalb war Deine Schwester immun dagegen?
    Gute Frage. Und ... keine Ahnung.
    Meine Mutter fragt sich oft, wo sie denn bei Schwesterchen wohl "versagt" hat ...

    Die gleiche Frage könnte ich mir auch stellen.
    Zwei meiner Kinder sind total ordnungsliebend, eines hingegen nimmt's nicht so genau. Und ich muss mir schon hie und da auf die Zunge beißen, um nicht in den Mama-Mecker-Modus zu verfallen.

    Heute - *schäm* - muss ich mir eingestehen, dass ich meine eigenen Kinder mit meinem Ordnungsfimmel ganz schön genervt habe früher.
    Ich hatte alles unreflektiert übernommen, wie ich es zuhause "gelernt" hatte.
    So zum Beispiel mussten meine armen Kids immer ihr Spielzeug wegräumen, bevor der Papa nachhause kam


    Bae
    Kommt es nie vor, dass es dir nicht gelingt, einen Platz zu bestimmen?
    Die Frage ging zwar an Klecksfisch, habe aber auch gerade nachgedacht.
    Den zu bestimmenden Platz entscheidet eigentlich der praktische Teil in mir.
    Ich finde, alles lässt sich irgend einem Bereich zuordnen.
    Ich stelle mir in Gedanken oft vor, wo ich etwas suchen würde, wenn ich nicht wüsste, wo es ist. Und dort, wo es von der Logik her am besten passt, kommt es dann hin.

    Ich glaube auch, wenn man sich selbst erst einmal ein System geschaffen hat, dann ist es auch nicht so schwierig, dieses aufrecht zu halten.

    Also, in meinem Kleiderschrank zB habe ich die Blusen nach Farben geordnet. Wenn ich dann wieder zwei Blusen dazuhänge, dann automatisch die weiße zu den weißen, die grüne zu den grünen. Alles andere täte weh tun
    .

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    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Kommt es nie vor, dass es dir nicht gelingt, einen Platz zu bestimmen?
    Wie meinst du das? Meinst du, dass jedes Paar einen bestimmten Platz im Schrank hat? Das es immer an genau der gleichen Stelle stehen oder liegen muss? Nein so etwas habe ich nicht. Dann müsste ich z. B. die Strümpfe irgendwie kennzeichnen und die Stelle wo sie lagen auch. Da wird man nie fertig. Es kommt schon mal vor, dass ich meinem Schrank umräume, aber seitdem ich Schubladen im Schrank habe liegen da auch meine Strümpfe drin.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


  8. gesperrt

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    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Wie meinst du das? Meinst du, dass jedes Paar einen bestimmten Platz im Schrank hat?
    nein, ich meine, dass eine ganze Gruppe von Dingen wie eben "alle Strümpfe" keinen Platz findet. Ich hatte mal eine Schublade vorgesehen - aber das funktionierte nie wirklich, irgendwie versorgte ich sie dann noch nie dort. es passt einfach nicht, es bewährt sich nicht.

    Es kommt immer wieder mal vor, dass gewisse Produkte zunehmen (Strümpfe) oder abnehmen/verschwinden (Tabakwaren), neue Tätigkeiten entstehen (Nähen), und ich hinke da immer etwas hinterher. Immerhin, fürs Nähen hab ich jetzt ein ganzes Regal freigemacht, aber auch das ist noch nicht optimal. aber immerhin alles zusammen und alles einigermassen eingepackt.

    Meine Ordnung hinkt eigentlich immer meinen Interessen hinterher...

    grüsse, barbara

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    AW: versinke im Chaos

    Ich bin nicht chaotisch, aber
    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ...Meine Ordnung hinkt eigentlich immer meinen Interessen hinterher...


    Super Beschreibung. Das paßt.
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein

  10. Inaktiver User

    AW: versinke im Chaos

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Einige von euch schreiben zB, sie "schaffen" es nicht, die gebrauchte Kaffeetasse in den Geschirrspüler zu räumen. Oder den Papierkram, mit dem man ja schon alleine durch die Post täglich konfrontiert ist, gleich wenigstens grob zu sortieren. Oder sie warten zu, bis irgend etwas "überquillt".

    Ich käme damit überhaupt nicht klar, Unordnung würde mich erdrücken.

    Es interessiert mich wirklich, wie chaotische Menschen denken und empfinden.
    Offensichtlich überwiegt ja der belastende Anteil bei denen, die hier Abhilfe suchen.
    Siehst Du, Du wirst von einem Gefühl geleitet. Und genau so geht es "uns Chaoten", oder jedenfalls mir und sicherlich einigen anderen auch. Eigentlich bin ich perfektionistisch. Aber ich fühle mich manchmal erdrückt von der Aufgabe, Ordnung zu halten. Gerade weil ich auch alles gerne wirklich perfekt hätte, aber viele Dinge auch keinen eindeutigen Platz haben. (Weil sie zu zwei Kategorien gehören. Oder nicht mit in die Schublade passen, zu der sie laut Kategorie gehören. Oder...) Und jetzt auch noch den Abwasch zu machen. Und staubzusaugen. Ich hasse putzen und aufräumen. Das hat eine ganz starke negative emotionale Qualität für mich. Dich bringt das Gefühl dazu, aufzuräumen, mich, den Abwasch noch einen Tag länger stehen zu lassen...

    Klar, damit schneide ich mir letztlich ins eigene Fleisch. Ich MAG es, wenn meine Bude sauber und aufgeräumt ist. Nur: der Einsatz ist enorm hoch. Auch, wenn ich versuche, immer nur ein bisschen und gleich und sofort... Und dreckig und unordentlich wird's ja jeden Tag wieder von allein.
    Andererseits: ich fühle mich auch nicht getrieben von innerer Unruhe, wenn ich mal den Abwasch stehen lasse. In der Hinsicht habe ich also weniger Druck als Du...

    Ich versuche, die Balance zu halten. Soweit dran zu bleiben, dass der Berg nicht zu groß wird. Und ab und zu mal eine Ecke/Kiste/Schublade zu entrümpeln. Das klappt eigentlich seit einiger Zeit ganz gut. Auch wenn ich denke: "ich müsste mal wieder..."
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2012 um 10:52 Uhr)

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