Liebes Forum, liebe community,
ich brauche dringend mal euer Ohr, ja und vielleicht auch einen Rat, wenn man den geben kann,
mich belastet etwas sehr und das schlimme ist, dass ich mich dafür schäme. Denn ich bin nun über 40, habe meine eigene kleine Familie und sollte doch endlich mein eigenes Leben leben, tue das auch, aber immer immer belastet mich die Beziehung mit/ zu meiner Mutter furchtbar.
Es gibt diese vielen unausgesprochenen Dinge, eine Kindheit, die ich als traumatisch erinnere, zwei Scheidungen, es gab Gewalt in der zweiten Ehe, es gab einen Selbstmordversuch meiner Mutter, wo wir sie fanden, ...
Das Schlimme ist, das darüber nicht gesprochen werden kann, meine Geschwister (ich bin die Jüngste) sehen das alles anders, und meinen, ich würde übertreiben, und meine Mutter sowieso, sie kommt dann eben mit der ganzen Keule
Und ja, ich komme von all dem nicht los. immer wieder frage ich mich, was ist damals passiert, wie konnte unsere Mutter versuchen, sich das Leben zu nehmen und uns dann wohl alleine lassen wollen? In dieser Situation mit einem Mann, der Alkoholiker war und gewalttätig ... (wir schliefen im anderen Zimmer)
Dann frage ich mich, warum haben wir geschlafen, hat sie uns Tabletten gegeben, ..., es gibt eine szene, die ich dunkel erinnere, naja es ist furchtbar, ich habe manchmal Flashbacks, manchmal Angst vor meiner Mutter, dann wieder möchte ich sie beschützen, dann habe ich das Bedürfnis, den Mann zu fragen, was damals passiert ist, traue es mich aber nicht,
Es quält mich, periodisch in letzter Zeit immer mehr,
früher hatte ich aggressive Albträumen, jetzt, wo ich mir klar werde, dass meine Mutter offensichtlich eine Störung hat und vielleicht schon immer hatte, merke ich, wie sehr das alles mein Leben beeinflusst hat, wie schwach es mich gemacht hat, -..., wie verletztlich und zum Teil selbstzerstörerisch und auch wenn das jetzt albern klingt, ich leide bis heute ...,
ich kämpfe, um etwas was ich nicht bekomme, die Liebe meiner Mutter (dabei redet sie immer davon, dass sie mich liebt, aber ich empfinde sie nur als egoistisch ... und ich ziehe mich schnell zurück, bin streng mit ihr und schäme mich dann wieder). Es ist ein Teufelskreis, aus dem ich keinen Ausweg weiß
Ich fühle mich für sie verantwortlich, einerseits und andererseits, ständig zurückgestoßen, ich möchte Anerkennung für die Dinge, die ich in meinem Leben leiste, z.B. habe ich mich selbstständig gemacht, vor einem Jahr und endlich sieht es so aus, dass der Laden läuft, , ich war auch in anderen Dingen schon erfolgreich, aber immer wenn es gut wurde, bin ich abgehauen, ..., habe Wege abgebrochen, bin weggelaufen, und habe so einige Krisen in meinem Leben selbst provoziert, um mich dann wieder daraus zu befreien, aus nahezu eigener Kraft, nun ja, irgendwie komme ich jetzt in ein Alter, wo ich das nicht mehr will, ich will nicht mehr kämpfen, ehrlich gesagt, lässt auch meine Kraft nach
und da werde ich unendlich traurig: akut ist es der Schmerz, nie das Gefühl, Anerkennung von meiner Mutter zu bekommen. JA, ich sehne mich nach ihr und fühle mich dann emotional zurückgestoßen,
so dass ich es sofort bereue, wenn ich mich ihr geöffnet habe (ähnlich ist das Verhältnis zu meiner älteren Schwester)
ein Beispiel , z.B. letztens folgendes Telefonat mit meiner Mutter
Hi Mama, ich wollte nur mal kurz anrufen, ich bin gerade so stolz auf mich, ....
sie: ja
Ich:Hörmal das klappt, ich habe das xyz bekommen und es ist super
sie: ja,
ich: freust du dich? das ist doch toll, oder? He ich habe es geschafft
Sie Ja, hast du mir ja auf den AB gesprochen. Ist X wieder gesund?
Ich: Ja, ist er
Sie: und wie gehts Y?
Ich: alles bestens, uns gehts sehr gut, jetzt auch endlich mit xyz (mein Job)
Sie: JA, das habe ich doch verstanden.
Ich: Aber findest du das nicht toll, ich meine, ...
Sie: Ja muss ich denn immer gleich in Begeisterungshymnen ausbrechen? Ist doch gut ...
Nun ja, ich habe dann immer das Gefühl, dass ich eben die Anerkennung, die ich gerne möchte, nicht bekomme. Ja und es tut mir weh und ich frage mich, ist es unangebracht, dass ich das will, warum ist es mir überhaupt so wichtig, und dann bin ich wieder in dieser ganzen Spirale und hänge wieder in Geschehnissen fest, die sich vor knapp 30 Jahren ereignet haben
...
Gut ich sage mir, ist eben so, es ist mein Leben, aber ich leide.
Ich habe FAmilie, ja, endlich, nach den vielen rastlosen Jahren, der Nichtbeziehungsfähigkeit - bin ich angekommen, aber selbst das macht mir Angst, manchmal frage ich mich, ob ich mir nicht etwas vormache, alles nur Lüge ist, mein Mann mich eigentlich nicht wirklich liebt oder ich ihn nicht liebe, ich denke eben auch oft, dass ich gar nicht lieben kann, dann wieder, dass ich zu doll liebe ...
...
kann mir jemand was dazu sagen?
danke fürs Lesen
lina (etwas) verzweifelt
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28.01.2012, 15:18Inaktiver User
meine Mutter - bis heute, Hilfe!
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28.01.2012, 15:34Inaktiver User
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Nein, Du übertreibst nicht. Ggf. bist Du traumatisiert. Allein schon als Kind die eigene Mutter nach einem Selbstmordversuch vorzufinden kann das Leben verändern oder sehen wie sie geschlagen wird, sind Grund genug traumatisiert zu sein. Es gibt mittlerweile gut ausgebildete Traumatherapeuten. Beim WDR 37° lief mal eine Sendung über die Traumabehandlung bei Kindern. Ggf. kannst Du Dir die Folge besorgen. Da ist die Behandlungsmethode sehr gut und verständlich erklärt. Alles Gute!
Ich kann jetzt leider nicht zu sehr darauf eingehen, weil ich gleich einen Termin habe. Das mit der Anerkennung ist ebenfalls in den Griff zu bekommen, da Du sie Dir, wenn das bearbeitet wird auch selbst geben kannst, unabhängig von der kranken Mutter mit ihren kranken Anteilen, die das nicht konnte. Das wird schon. Informier Dich doch mal tiefergreifend und wähle dann eine passende Therapie. Eine Traumatherapie wäre meiner Meinung nach für Dich wichtig. Aber das ist meine bescheidende Meinung.Geändert von Inaktiver User (28.01.2012 um 15:38 Uhr)
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28.01.2012, 17:33
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Liebe Zweifelhaft,
warum schämst Du Dich für etwas, was doch klar ist.
Verletzungen aus unserer Kindheit bleiben, wenn sie nicht be- und verarbeitet werden.
Auch zu sehen an der Generation der Kriegskinder, die im Aufbaugeschehen verdrängt haben und jetzt zusammenbrechen.
Selbst meine Schwiegermutter erzählt ganz viele gar nicht schöne Geschichten, über die sie früher immer geschwiegen hat. Sie ist 93.
Und so lange wir verdrängen, leiden dann unsere Kinder.
Glaub mir, Du wirst in diesem Leben von Deiner Mutter keine Anerkennung mehr bekommen. Ich denke da an meinen Vater, der mit fast 60 seine fast 90 Jahre alte Mutter um Anerkennung angewinselt hat. Es war ganz schrecklich, da zu zu sehen.
Klaro hat sie ihm die Anerkennung verweigert. Wie immer.
Sie hat halt die anderen Kinder mehr geliebt. Überflüssig, zu erwähnen, dass mein Vater am meisten für sie gesorgt und getan hat.
Ein Selbstmord, solange er nicht während einer Depression erfolgt, zeigt auch ein sehr hohes Agressionspotential den Kindern gegenüber. Sie wollte, dass Ihr sie findet...
Bitte, vertrau Dich Fachkräften an. Allein kannst Du das nicht lösen und verarbeiten.
Vielleicht liest Du mal im Strang "Schwierige Mutter" mit. Da wirst Du sehen, dass Du nicht allein bist.
Alles Liebe
angie
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28.01.2012, 17:55
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Liebe zweifelhaft,
wenn alle anderen immer wieder betonen, dass "alles doch gar nicht so schlimm war", dann schämt man sich wirklich, wenn man spürt, dass einem alte Geschichten doch noch und immer wieder belasten.
Aus Deinen kurzen Schilderungen wird aber schon deutlich, dass Du eine sehr schwierige Kindheit gehabt hast. Die Dein Erleben und Dein Empfinden auch als über 40jährige beeinflussen und belasten. Du musst Dich nicht schämen! Egal, wie Deine Geschwister und Deine Eltern das Vergangene bewerten, DU leidest darunter und das sollte Grund genug sein, dagegen anzugehen.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich Deine Mutter nicht mehr ändern. Ebenso wenig wirst Du vielleicht Verständnis bei Deinen Geschwistern erwarten dürfen, unabhängig davon, ob sie alles wirklich nicht so dramatisch fanden oder erhebliche Energie aufwenden, um zu verdrängen. Du solltest Dir wichtig genug sein, mit Deinem Leiden ein Ende zu machen. Sieh Dich nach einem guten Therapeuten um, ggf. einen, der auch Erfahrungen mit Traumapatienten hat. Das ist keine Schande, einen Experten um Hilfe zu bitten. Du bist auch kein Psycho, sondern übernimmst mit diesem Schritt Verantwortung für Dein Leben und Dein Wohlergehen. Den ersten Schritt hast Du schon getan, in dem Du hier trotz Deiner Scham geschrieben hast.
Jetzt geh weiter, lass Dir helfen, alte, destruktive Muster abzubauen und ein Leben zu leben, das unabhängig ist von der Anerkennung Deiner Mutter und das Dir entspricht.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und viel Kraft für Deinen Weg!Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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28.01.2012, 18:03Inaktiver User
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Liebe naturepure, liebe angie,
danke für die Worte, ja ich bin so weit und werde morgen mit meiner Hausärztin darüber sprechen, eigentlich hat mich mein Mann - lieb - daraufhin gewiesen, dass ich Züge von bipolarer Störung habe und klar, dass es posttraumatisch sein könne, ... es ist ganz deutlich ... gerade heute, mein Mann ist mit Kind ein paar Tage weg, bricht alles über mir zusammen, ... obwohl ich unbedingt allein sein wollte,
aber vielleicht brauchte ich das alles, um die Sache endlich anzugehen.
Ja, ein Suizid- (Versuch) ist aggressiv und krass, auch wenn ich ihr nicht mal unterstellen will, dass sie wollte, dass wir sie finden, (er fand sie und weckte uns, damit wir bei ihr sind; er holte Hilfe) so ist es doch so, dass wir da waren ... ach ich werde das nie verstehen, und ich bekomme augenblicklich Magenschmerzen, wenn ich das schreibe, okay, ich sehe es als Zeichen und mache mich ran an das Thema, gleich am Montag,
und ich schaue nach dem Strang
besten Dank, das hat mir jetzt sehr geholfen
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28.01.2012, 18:07Inaktiver User
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
@la Rimbecca, danke, ich mache das, montag gleich, ... die Scham kommt natürlich daher, dass es immer hieß "ach du musst wohl zum Psychologen" und ja das war sehr abfällig gemeint und klar, die anderen erklärten mich immer für verrückt und eben dramatisierend
richtig es reicht, mein Maß ist voll und das ist gut so, Montag gehe ich zu meiner Ärztin, ich glaube, sie wird mir bei der Suche helfen, ...ich mache das jetzt!
danke
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28.01.2012, 18:30Inaktiver User
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Nimm das nicht so persönlich. Es gibt Menschen, die mehr als genug im Leben angestellt haben, andere haben massiv zu Schaden kommen lassen und weder Reue zeigen noch Einsicht und die 1000mal dringender zum Psychologen müssten als Du. Wie viele Diebe, Mörder, Kinderschänder laufen rum als angesehene Bürger.
Du aber erkennst Dein Leid und kümmerst Dich darum. Das ist in Ordnung und jetzt schau auf Dich und schau ggf. eine Komödie im Fernsehen, lenk Dich bisschen ab, dass Du nicht in einen zu schlechten Zustand kommst und wenn Du es wieder verträgst, dann schau ggf. auch mal paar Videos zu Deinen Themen an, nur wenns Dich triggert, dann brich ab und schau, dass Du was Positive gegensetzt. Bücher gibt es sicherlich auch einige. Das ersetzt zwar keine Therapie, kann Dir aber helfen deren Richtung mit zu beeinflussen und schneller Dich zu verstehen.Geändert von Inaktiver User (28.01.2012 um 18:35 Uhr)
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28.01.2012, 22:13
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Hallo Lina,
ja, dazu kann ich Dir etwas sagen. Ich bin etwa in Deinem Alter und mir geht es genauso wie Dir. Es zieht sich wie in roter Faden durch mein Leben, die Kindheit, die sehr einsam und unglücklich war. Ich habe nicht so schlimme Dinge wie Du erlebt, es waren eher kleine Demütigungen und Zurückweisungen, die heute noch massive Schmerzen in mir hervorrufen. Obwohl mein Leben "äußerlich" in Ordnung ist, leide ich täglich Höllenqualen. Du hast keinen Grund, Dich dafür zu schämen oder schlecht zu fühlen.
Ich kann mich den anderen nur anschließen. Die Anerkennung und Liebe, die Du suchst -von Deiner Mutter wird sie nicht kommen. Du wirst lernen müssen, damit zu leben.
Ich bin seit fast 2 Jahren in einer Therapie, um dieses Lebensthema für mich erträglich zu machen, es ist der richtige Weg - aber es tut weh - es bedeutet Abschied von Idealen und tiefen Schmerz und Trauer. Mir ist deutlich geworden, dass ich nie das unbeschwerte Leben führen werde, das Menschen führen, die Liebe im Elternhaus erfahren haben. Ich habe mich in der Therapie davon verabschiedet, noch Erwartungen an meine Mutter zu richten. Ich versuche, den Halt im Leben aus mir selbst zu erfahren. Noch bin ich davon weit entfernt und manchmal wünsche ich mir, ich hätte keine Therapie begonnen und der Wahrheit nicht ins Auge gesehen. Dann hätte ich weiter leben müssen mit körperlichen Symptomen, die mich quälen.
Ich rate Dir auch zu einer Therapie - es ist kein einfacher Weg, stelle Dich darauf ein, dass es phasenweise noch quälender wird als jetzt. Aber alleine kann man diesen Weg aus der Verzweiflung heraus nicht finden. Ich habe das lange genug erfolglos probiert.
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29.01.2012, 19:28Inaktiver User
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Hallo echo 90,
besten dank für deine Zeilen, obwohl mir ja gleich ein "ohje" entfährt, ich finde die Aussicht nicht so prickelnd, immer mit dieser Beschwernis, der Trauer usw, zu leben, ... aber ja, du hast wahrscheinlich recht, ich muss da ran und ja sonst wird es schlimmere Folgen haben, das spüre ich gerade sehr deutlich, ..., das furchtbare ist ja, das da so etwas wesentliches gestört wurde, so etwas wie Urvertrauen nie aufgebaut werden konnte und dass es das Leben so beeinflusst, die eigenen Beziehungen und alles, was Entscheidungen angeht
seit es gerade so akut ist, frage ich mich, ob meiner Mutter überhaupt klar ist, was sie da angerichtet hat?
Ich fürchte nicht, und ich fürchte, dass sie es sich auch nie eingestehen wird.
Ich bin zurzeit ziemlich verwirrt, fühle mich krank, ... und werde morgen zum Arzt gehen, ja das mache ich ... ich habe gerade das Gefühl, dass ich mich echt schonen muss, sehr auf mich aufpassen muss usw. und das werde ich tun
was für körperliches Symptome hattest du, wenn ich frage darf?
herzliche Grüße
und alles Gute auf dem weiteren Weg
bearbeitest du das Thema hier vielleicht auch in einem anderen Strang?
bg
lina
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29.01.2012, 20:36
AW: meine Mutter - bis heute, Hilfe!
Hallo Lina,
ich wollte Dich nicht entmutigen mit meinem Beitrag, sondern zum Handeln motivieren!
Ich habe lernen müssen, dass ich mir realistische Ziele stecken muss. Ich werde niemals der fröhlich, beschwingte Mensche sein, der ich gerne wäre - aber eine Veränderung in einem gewissen Rahmen ist möglich - bei jedem, der sich eine Therapie begibt. Es braucht Zeit und viel Kraft. Und ich hoffe, dass Du einen guten Therapeuten findest, bei dem Du Dich wohlfühlst.
Ich habe zu viel Zeit vergeudet und leider viel zu lange gebraucht, um zu erkennen, warum ich immer wieder so leide und es mir so schwer fällt, zu vertrauen und mich zu öffnen. Ich habe das schlicht und einfach nicht gelernt und erfahren.
Ich habe viele Jahre an Panikattacken gelitten, dazu kamen Hautprobleme sogar Lähmungserscheinungen waren dabei. Mein Körper ist irgendwann Amok gelaufen. Meine körperlichen Probleme sind (fast) verschwunden, dafür hat eine tiefe Trauer bei mir eingesetzt - um eine Familie, die mich nie geliebt hat. Ich versuche diese Trauer zu leben - laut meiner Therapeutin muss ich sie leben- um irgendwann dieses Kapitel für mich schließen zu können.


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