Hallo miteinander! Ich habe in einem anderen Teil des Forums schon einen Beitrag geschrieben wo es eher darum geht, dass ich einen netten Typ kennen gelernt habe und nicht weiß wie es weitergeht.
Ich hoffe dass dieses Thema jetzt, hierhin passt, ich wüsste nicht wo sonst!
Ich muss mich zum Leben zwingen... und das ist nicht so gemeint dass ich suizidgefährdet wäre. Manchmal gehen meine "Phasen" so weit dass ich darüber nachdenke, dass mir der Gedanke einfach kommt, aber meistens nicht.
Es geht eher darum dass ich den Alltag nicht hin bekomme. Ich habe keine Probleme morgens aus dem Bett zu kommen, aber irgendwas hemmt mich dann den ganzen Tag über. Jeden Tag. Außer ich bin richtig "drin" in irgendwas.
Ich muss mich zu jeder Kleinigkeit überwinden. Ich denke das ist wie bei den meisten Leuten wenn sie eine ungeliebte Haushaltstätigkeit machen sollen. Aber bei mir ist das auch bei Dingen so, die selbstverständlich sind (Zähne putzen, Socken anziehen...) oder bei solchen die mir Spaß machen (Freunde treffen, Ski fahren gehen...). Ich muss mich dazu überreden. Wenn ein Treffen mit einer Freundin geplant ist, kommen mir die ganze Zeit davor, Gedanken warum ich nicht hin gehen sollte. Dass ich ja gar keine Lust habe etc. Auch wenn ich weiß dass es ein schönerer Tag sein wird, wenn wir uns treffen als wenn ich einfach zu hause bleibe. Das ist nicht mehr normal. Das war früher auch nicht so, aber ich weiß nicht was passiert ist. Sich ständig zu überreden ist anstrengend und mühsam und manchmal, ja da versage ich und gebe dem "lustlosen Ich" nach und verschanze mich zuhause. Dann werde ich richtig depressiv. Und ich kann mir das alles nicht leisten, weil ich natürlich auch ein Leben habe das bewältigt werden will (d.h. vor allem mein Studium).
Außerdem habe ich ein riesen Problem Entscheidungen zu treffen. Kleinste Entscheidungen... wie: welchen Slip/BH ziehe ich heut an. Gehe ich erst einkaufen oder erst zum Sport. Oh Gott es kann STUNDEN dauern bis ich mich entscheide! Ich wälze es hin und her. Unwichtige Entshceidungen bestimmen meinen Tag. Ich weiß nicht mehr... was ich tun soll. Ich bin nicht nur nicht entscheidungsfreudig, ich bin entscheidungsunfähig! Woher kommt sowas? Ich treffe auch oft bewusst eine Entscheidung, frühzeitig, um das unnötige Nachdenken zu verhindern. Dann merke ich wie sich langsam eine Stimme meldet "Aber..." und ich anfange, mich doch wieder umzuentscheiden. Oder doch nicht? So geht das den ganzen Tag.
Am besten geht es mir, wenn ich nonstop beschäftigt bin. Klausurenphasen in der Uni. Wenn nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt. Wenn ich wenig allein bin. Aber es kommen eben auch immer mal wieder ruhigere Tage... die braucht man ja auch. Und dann geht es los. Und jede noch nicht getroffene Entscheidung die an dem Tag noch ansteht, nagt an mir, liegt mir schwer im Magen, das einfach so anstrengend!! Ist das bereits zwanghaft? Dann soll ich einkaufen gehen und denke: Ja, doch, ich brauche noch das und das. Dann denke ich: Aber brauch ich das wirklich heute? Vielleicht lerne ich in der Zeit besser. Dann: Aber morgen habe ich auch nicht viel mehr Zeit. Dann: Aber morgen komme ich an einem Supermarkt eh vorbei. Und so weiter und so fort. Ich wäre schon 3x einkaufen gewesen in der Zeit in der ich darüber nachdenke ob ich gehen soll oder nicht.
Wenn mir all diese "gestörten" Abläufe bei mir richtig klar werden, so wie jetzt, dann kriechen Traurigkeit und Panik in mir hoch.
Ich bin 22, ich sollte doch einfach Spaß haben, das Leben genießen... Ich kann darüber mit anderen Leuten nicht reden, denn wenn ich andere Leute sehe... sie werden das nie nachvollziehen können!
Antworten
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09.01.2012, 14:18
Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
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09.01.2012, 16:00
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Wie lange krebst du schon damit rum?
Wenn das mehr als ein Wintertief ist und du schon verschiedene Sachen versucht hast, die alle nichts bringen, würde ich damit professionelle Hilfe suchen. Was du beschreibst, kann so viele Ursachen haben, von Ängsten und Unsicherheit die zu Blockaden führen, Depression, Aufmerksamkeitsstörung, Störung im autistischen Spektrum, eine körperliche Krankheit, die dir Energie wegnimmt, oder sogar nur falsche Denkgewohnheiten, die sich wegtrainineren lassen... Das läßt sich so im Forum echt nicht diagnostizieren.
Aber was immer es ist, wenn es dich behindert, schon länger andauert, und deine Versuche, es besser zu machen, nichts gebracht haben: Hol dir Hilfe. Es läßt sich ganz viel erfolgreich behandeln, aber nicht "von innen".
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09.01.2012, 16:14
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Hallo Parachutes,
ich versuche mich mal an einer Antwort ….
Du leidest an deiner Entscheidungsunfähigkeit bzw. – schwerfälligkeit. Ich selbst kenne diese Phasen aus zwei Situationen: Zum einen aus depressiven Phasen, da konnte ich mich auch bei unwesentlichen Dingen schwer entscheiden – habe alle zehn Minuten meine Entscheidung wieder umgestoßen, das habe ich als sehr quälend empfunden. Insofern könnte dies ein depressives Symptom sein, auch da du beschreibst, dass du dich auch zu angenehmen Aktivitäten aufraffen musst.
Zum anderen kenne ich dies aus sehr unstrukturierten Zeiten, so erlebe ich das auch zur Zeit während meiner Arbeitslosigkeit. Es hat dann auch viel mit Aufschieben zu tun – je mehr Zeit man zur Verfügung hat, desto weniger Druck hat man ja, die Dinge gleich/heute zu erledigen. Und Selbstdisziplin ist nicht jedem gegeben. Hast du schon mal Tages-/Wochenpläne probiert? Manchmal fallen einem Dinge auch einfacher, wenn man sie jeden Tag/jede Woche einfach zur gleichen Zeit macht, sie zum „Ritual“ macht.
Wie lange studierst du denn schon? Wie ist das Verhältnis von strukturierter und unstrukturierter Zeit bei dir? Macht dir dein Studium grundsätzlich Spaß?
LG samtweich
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09.01.2012, 16:16
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Liebe Fallschirme,
ich denke, du nimmst dir durch irgendetwas die Energie weg, die die Flamme der Lebensfreude ist. Wodurch genau du so energielos bist, lässt sich so nicht sagen - es muss nichts mit Krankheit oder irgendwelchen Labels zu tun haben, es kann auch schlicht latente Selbstablehnung, starke Selbstkritik o. Ä. sein, die dir sozusagen die Luft abschnüren. Manchmal sind dieses Dinge so automatisiert, dass man sie gar nicht merkt, aber irgendeine "lebensfeindliche" Haltung könnte die kausale Basis sein.
Du kannst natürlich einen medizinischen Check machen oder den Rat eines Therapeuten suchen, wäre sicher nichts falsch gemacht. Wenn dir das fürs Erste zu viel scheint, empfehle ich
a) in Buchladen gehen und schmökern bei sogenannter Selbsthilfeliteratur - ist zwar viel Stuss darunter, aber es gibt auch ganz gute Bücher. ZB Luise Reddemann, Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.
b) Yoga beginnen - gibt wirklich energie und ein verbessertes Lebensgefühl. 15 bis 20 min am Tag reicht (oder 1 bis 2x die Woche länger)
Weitere Tipps wirst du hier sicher kriegen!
Good luck!
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09.01.2012, 19:08Inaktiver User
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Hallo Parachutes,
mir sind bei Deiner Beschreibung zwei Dinge in den Sinn gekommen..diese Kraftlosigkeit und Lähmung verbunden mit Entscheidungsunfähigkeit ist ein typisches Symptom einer Depression..ich würde Dir empfehlen, erst einmal bei Deinem Hausarzte ein Blutbild machen zu lassen (Eisen, Vitamin D, Schilddrüsenwerte!...)um
körperliche Ursachen ausschließen zu können..wenn das negativ war, dann wird es wohl seelische Gründe geben für Dein Befinden, dem Du dann auf die Spur kommen kannst..
Alles Gute! Merretich
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09.01.2012, 23:31Inaktiver User
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Hallo Parachutes,
habe heute dieses Zitat entdeckt:
„Um eine Sache zu bekommen, die wir mögen, müssen wir üblicherweise eine andere Sache aufgeben, die wir mögen. Entscheidungen zu treffen bedeutet, Ziele gegeneinander abzuwägen."
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10.01.2012, 00:24
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Hallo zusammen, danke für die Antworten, das freut mich... irgendwie ist es ja schon erleichternd, das mal irgendwo los geworden zu sein! Ich fange mal an mit Antworten, mal schauen wie weit ich komme, hab morgen Klausur und sollte auch bald ins Bett

Ach ja eine Sache: körperlich habe ich mich schon durchchecken lassen... da war nichts auffälliges zu finden. Von meiner Hausärztin habe ich damals ganz leichte "Stimmungsaufheller" bekommen, ohne Suchtgefahr. Weil sie auch am ehesten vermutete dass es leicht in Richtung depressive Verstimmung geht, aber sie meinte es kann nicht allzu schwerwiegend sein da ich meinen Alltag ja schon noch auf die Reihe kriege.
Aber die Stimmungsaufheller hatten für mich überhaupt keine Wirkung, außer dass ich noch länger schlief als eh schon... ich schlafe relativ viel, zumindest im Vergleich zu meinen Kommilitonen, die oft Nächte durchmachen (-feiern oder -lernen). Das könnte ich gar nicht.
Ich studiere im 3. Semester und diese "Phasen" habe ich schon etwas länger, ja bestimmt schon 3 Jahre. Wintertief ist es sicherlich nicht, da ich finde dass es im Sommer/Herbst 2011 seinen Höhepunkt erreicht hatte. Semesterferien - das war absolut NICHT GUT für mich. Viel zu viel Freizeit, am Ende war ich so weit dass ich z Bsp im Sessel saß und eine halbe Stunde darüber nachgedacht habe ob ich lieber aufs Sofa sitzen soll... Oh Gott wenn ich das so lese denke ich, das ist verrückt!
Vor allem, kann ich mit genauso viel oder wenig Leidenschaft darüber nachdenken, ob ich lieber leben möchte oder nicht. Wie gesagt in manchen Phasen kommen mir solche Gedanken schon. Das kann dann ganz verquere Gedankengänge geben, ich versuche mal ein Beispiel: Ich erinnere mich daran, dass ich übermorgen eine Klausur habe, und morgen Abend aber noch dies oder jenes erledigen muss. Dann plötzlich denke ich, oh Mensch, das schaffst du ja gar nicht mehr, das wächst dir alles über den Kopf, lass das lieber, wie viel einfacher wäre es..... - oder: ich studiere die ganze Zeit mit riesem Enthusiasmus und Eifer, ich liebe mein Studium total, und dann denke ich plötzlich: Komm sei ehrlich, das schaffst du am Ende gar nicht.
Insgesamt fühlt es sich einfach so an als würde ich mich von Aktionsphase zu Aktionsphase hangeln...bloß nicht zu viel Luft lassen für, ja, für was?
Meinst du mit Hilfe, Therapie? Ich weiß ja nicht... wirklich? Ihc meine, würde jemand sowas therapieren? Im Vergleich zu manch anderem Problem kommt mir das meine dann doch nichtig vor...Was du beschreibst, kann so viele Ursachen haben, von Ängsten und Unsicherheit die zu Blockaden führen, Depression, Aufmerksamkeitsstörung, Störung im autistischen Spektrum, eine körperliche Krankheit, die dir Energie wegnimmt, oder sogar nur falsche Denkgewohnheiten, die sich wegtrainineren lassen... Das läßt sich so im Forum echt nicht diagnostizieren.
Aber was immer es ist, wenn es dich behindert, schon länger andauert, und deine Versuche, es besser zu machen, nichts gebracht haben: Hol dir Hilfe. Es läßt sich ganz viel erfolgreich behandeln, aber nicht "von innen".
Das stimmt definitiv, also ist bei mir auch so dass es in unstrukturierten Zeiten schlimmer ist. Aber ich war früher nicht so - ich kenne seit jeher das ganz normale "Aufschieben" von Dingen, aber so krass? Über jede Lappalie stundenlang grübeln?Zum anderen kenne ich dies aus sehr unstrukturierten Zeiten, so erlebe ich das auch zur Zeit während meiner Arbeitslosigkeit. Es hat dann auch viel mit Aufschieben zu tun – je mehr Zeit man zur Verfügung hat, desto weniger Druck hat man ja, die Dinge gleich/heute zu erledigen. Und Selbstdisziplin ist nicht jedem gegeben. Hast du schon mal Tages-/Wochenpläne probiert? Manchmal fallen einem Dinge auch einfacher, wenn man sie jeden Tag/jede Woche einfach zur gleichen Zeit macht, sie zum „Ritual“ macht.
Wie lange studierst du denn schon? Wie ist das Verhältnis von strukturierter und unstrukturierter Zeit bei dir? Macht dir dein Studium grundsätzlich Spaß?
Ein Wochenplan wäre sicher eine gute Idee, ich muss das mal versuchen. Ich habe auch versucht die freien Tage um Weihnachten/Silvester gut zu verplanen, aber na ja, manches war dann spontan nicht möglich... und selbst die fest vorgenommenen Dinge habe ich dann noch 100 mal abgewägt und manches auch verworfen.
Mein Studium ist ziemlich strukturiert, das Problem ist dass die Semesterferien wirklich KOMPLETT LEER sind. Keine Praktika oder so, klar kann ich das selber organisieren, schadet ja nie. Aber so ein bisschen Leerlauf muss auch mal sein, vor allem weil mein Studium während des Semesters wirklich sehr zeitintensiv und anstrengend ist. Aber dieser Leerlauf führt dann immer dazu dass ich die Kontrolle verliere.
Das schlimmste ist, nach der Leerlaufzeit wieder ins Studium zu kommen. Wenn ich drin bin geht es einigermaßen, weil die Zeit nicht bleibt um über alles nachzudenken. Es bleibt nicht ganz aus, aber es hält sich in Grenzen. Zum Beispiel wenn ich um 8 abends von der Uni komme und wir um 10 weg gehen wollen, muss ich mich wirklich anstrengen, dass ich bis um 10 nicht doch überlege abzusagen und nicht mit zu gehen. Dabei hatte ich 2 Stunden zuvor noch viel Lust und gar keinen Grund nicht mit zu gehen.
Fenimi, das Zitat passt ja mal sowas von perfekt auf mich und mein Entscheidungsproblem! Warum fällt es mir so schwer mich für ein Ziel zu entscheiden? Angst vor der falschen Entscheidung? Angst etwas zu verpassen? Und warum ist das bei mir (heute) so ausgeprägt? Warum war ich früher nicht so?
Mir fällt gerad noch ein Beispiel auf: als ich hier eben anfing diesen Beitrag zu schreiben, habe ich ewig überlegt ob ich nicht doch lieber gleich ins Bett soll, und morgen schreiben. Weil ich ja schon müde bin. Dann dachte ich: ach, aber mal anfangen schadet ja nicht. Und dann: aber morgen hast Du klausur... tja und so weiter und so fort. Ich wäre jetzt längst im Bett, hätte ich mir diese innerliche Diskussion gespart... so sinnlos!!
Ich wünsche euch eine gute Nacht! Liebe Grüße, die Fallschirme
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10.01.2012, 01:58
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Wenn es deinen Tag dermaßen massiv bestimmt, fände ich einen therapeutischen Ansatz schon hilfreich. Auch der Umstand, dass du schon mal wegen depressiven Verstimmungen ärztlichen Rat gesucht hast ...
Gibt es denn außerhalb des Studiums etwas, was dir Freude macht. Ein Hobby, z.B.?
Es ist gut, dass du Freunde hast, es hört sich aber so an, als ob es eher "Weggeh"Freunde sind, also nicht Menschen, mit denen dich etwas Tieferes verbindet...Ich mag mich aber auch täuschen. Gibt es solche Menschen in deinem Leben?
Alles Gute,
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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10.01.2012, 13:22
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Hallo Parachute,
wenn du schon seit längerem an deinem Problem herumdokterst,würde ich dir auch empfehlen, dir Hilfe zu holen. Es gibt z. B. an jeder Uni psychologische Beratung für Studenten - vllt. ist die Hürde für dich, dorthin zu gehen, nicht so groß. Ich denke, die kennen sich gut aus mit "studententypischen" Problemen - dazu gehört auch, sich so strukturieren zu können, dass man das Studium gut bewältigt und nebenbei noch ein bisschen Spaß am Leben hat.
Falls es bei dir doch eher in die depressive (oder eine andere) Richtung gehen sollte, kannst du sicher auch Empfehlungen bekommen, an wen du dich für eine längere Therapie wenden könntest.
Es ist toll, dass dir dein Studium Spaß macht und du dich da reinkniest - auch wenn du teilweise von Versagensängsten geplagt wirst. Wenn ich es richtig verstanden habe, besteht das größere Problem in den unstrukturierten Zeiten. Wenn du merkst, dass dir "leere" Zeiten nicht so gut tun, ist es sicher gut, freie Tage vorher ein bisschen (auch schriftlich) vorzuplanen - musst ja nicht den ganzen Tag vollpacken.
Dass du, wenn du abends um acht nach Hause kommst, dich manchmal gegen zehn nur noch schwer aufraffen kann, halte ich dagegen für völlig normal ... das geht ganz vielen Leuten so. Das hängt ja einfach mit Müdigkeit und Abschaltenwollen zusammen. Wenn du wirklich noch weg möchtest, musst du dich evtl. selbst ein bisschen überlisten und dich gar nicht erst auf´s Sofa setzen o.ä., sondern in der Zwischenzeit irgendwie in Bewegung bleiben.
Und wenn dich Entscheidungen martern, die wirklich nebensächlich sind und keine großen Konsequenzen haben - warum nicht mal eine Münze werfen oder ein Streichholz ziehen, um die Grübelei abzukürzen?
LG samtweich
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11.01.2012, 07:40Inaktiver User
AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...
Liebe Parachutes,
das hört sich ganz arg nach einer depressivem Verstimmung an. Eines musst du wissen, Depression ist nich gleich Depression. Sie äußert sich bei den Betroffenen in den unterschiedlichsten Formen. Ein Depressiver sitzt nicht zwangsläufig nur in der Ecke und kann vor Depression sich gar nicht mehr zu etwas aufraffen. Das ist das Endstadium. Gerade die Art, an was dich die Depression hindert, ist bei so gut wie allen Betroffenen eine andere. Manche grübeln, andere haben nur schlechte Gedanken, die nächsten fühlen einfach nur eine Traurigkeit/Bedrücktheit.
Was alle gemein haben ist ein Unwohlsein, dass in irgendeiner Form über längere Zeit dauerhaft oder ständig wiederkehrend in Erscheinung tritt und für schlechte Gefühle sorgt.
Bei dir sehe ich dein Grübbeln und deine Selbstsabotierung als Auswirkung (nicht als GRUND!) von depressiven Verstimmungen. Aber woher kommt sowas?
Puh da gibt es viele Möglichkeiten, Druck, Stress, schlechte Erfahrungen, Traumata... etc. Das mündet darin das der Körper zu wenig Serotonin auststößt (Endorphine) die für Glücksgefühle bzw. ein stabiles Gefühl sorgen. Ich weiß das klingt jetzt sehr biologisch, aber warum ich dir das alles erkläre ist, dass es wichtig ist, dass du weißt woher sowas kommt und das es da biologische Prozesse in deinem Körper gibt.
Das ist keine Nichtigkeit, denn schwache depressive Verstimmungen können sich schnell steigern.Meinst du mit Hilfe, Therapie? Ich weiß ja nicht... wirklich? Ihc meine, würde jemand sowas therapieren? Im Vergleich zu manch anderem Problem kommt mir das meine dann doch nichtig vor...
Kannst du mal das Gefühl beschreiben, dass dich überkommt wenn du zu viel frei hast? (auch ein Indikator, man erträgt es nicht mal nichts zu tun) Wie fühlt es sich an wenn du den Druck bzw. Stress fühlst? Versuche deine negativen Gefühle, wenn sie kommen zu beschreiben (am besten aufschreiben) und frage dich woher kommt das, wie äußert es sich körperlich?
Das kannst du für dich tun, um dir klar zu werden was mit dir los ist, alles weitere würde ich wirklich auch in einer Therapie besprechen, denn ich befürchte, dass du da nicht drumherumkommst.
LG



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