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  1. Inaktiver User

    AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...

    Hallo!

    Der Text hätte von mir sein könne. Ich habe als Studentin ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich war dann in einer Therapie und habe Johanniskraut-Präparate genommen. Es ging mir dann wieder gut, ein paar Jahre... zur Zeit stecke ich wieder in einer Situation, wie Du sie beschreibst. Mir fällt alles schwer, ich kann mich nicht wirklich entscheiden, sage Verabredungen kurzfristig ab...

    Weißt Du, ich glaube, dass mein Problem von damals - und auch von heute - daher kommt, dass ich ein "falsches" Leben gelebt habe. Das passt auch sprachlich gut zu Deiner Überschrift "Ich muss mich zum Leben zwingen" - ist ja klar, dass man sich zu einem Leben "zwingen" muss, wenn man es eigentlich gar nicht leben will.
    Vielleicht vermute ich auch was falsches und das passt gar nicht auf Deine Situation.
    Rückblickend kann ich nur sagen, dass ich damals eigentlich was ganz anderes studieren wollte, mir das aber irgendwie nicht eingestehen konnte. Ich war leider nicht selbstbewusst genug und ehrlich genug mir gegenüber.

    Ich habe mich dann trotzdem irgendwann mit der Situtation arrangiert und bin wieder glücklich geworden. Vor 1,5 Jahren habe ich mich dann noch einmal "gegen" MEIN Leben entschieden, aus Vernunftsgründen... also gegen das, was ich eigentlich wollte.
    Nach ca. 1 Jahr hatte ich diese Symptome wieder und ich bin mal gespannt, ob die in den nächsten Wochen wieder nachlassen. Jetzt mache ich nämlich endlich das, was ich will. Eine ganz neue Erfahrung.

  2. Moderation

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    AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...

    Zitat Zitat von Parachutes Beitrag anzeigen
    Aber die Stimmungsaufheller hatten für mich überhaupt keine Wirkung, außer dass ich noch länger schlief als eh schon...
    Antidepressiva sind ein weites Feld, und die richtigen zu finden und darauf einzustellen kann eine sehr quälende Odyssee sein

    Zitat Zitat von Parachutes Beitrag anzeigen
    Meinst du mit Hilfe, Therapie? Ich weiß ja nicht... wirklich? Ihc meine, würde jemand sowas therapieren? Im Vergleich zu manch anderem Problem kommt mir das meine dann doch nichtig vor...
    Bei uns bot das Studentenwerk psychologische Beratung an, das fand ich relativ hilfreich, und meine Probleme waren geringer als deine. Alternativ könnte man mal zum Hausarzt gehen, wenn man einen hat, und hoffen, daß man gescheit weiterüberwiesen wird. Nur daß du den Kopf noch irgendwie über Wasser hältst heißt nicht, daß deine Probleme gering sind, oder daß es eine gute Idee ist zu warten, bis du darin absäufst.

  3. Inaktiver User

    AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...

    Hallo Parachutes!

    Ich kenne das, was Du beschreibst. Nicht ganz so extrem ausgeprägt, aber Semesterferien... waren gar nicht gut für mich. Solange ich stark beschäftigt war, war alles gut. Aber Leerlaufphasen...
    Und sich zum Einkaufen aufraffen oder zu Verabredungen... kann sehr zäh sein. Und Sich-Anziehen auch, wenn man es nicht früh genug am Tag macht.

    Was will ich damit sagen? Hm, es geht nicht nur Dir so. Und in verschiedenen (geringen bis mittleren) Ausprägungen kennen das sicherlich sehr viele Menschen.

    Die eine Lösung ist es vielleicht auch, zu akzeptieren, dass man einfach mal gerade nichts oder zumindest nichts Dringendes zu tun hat, und dass das OK ist. Die andere Lösung ist, trotzdem zu machen. Sich aufraffen, bevor es zu anstrengend wird.

    Und auch den Gedanken, dass man vielleicht das falsche Leben lebt, kann man für sich ja mal überdenken. Oder sich damit bestmöglich arrangieren, dass man eben manchmal so ist. Selbstkritik ausschalten ist immer gut. Und dann schauen, wodurch und womit es einem besser geht. Sport zum Beispiel. Ja, auch dazu muss man sich aufraffen, aber je öfter man sich aufrafft, umso mehr wird es zur Gewohnheit.

    Ich will Deine Probleme nicht kleinreden, und möglicherweise brauchst Du therapeutische Hilfe. Mir persönlich hat der Versuch gar nichts gebracht. Nichts zu tun zu haben und über meine Probleme zu reden, machte die Antriebslosigkeit nicht besser. Mir persönlich geht es mittlerweile gut damit, zu tun zu haben, aber mich nicht mehr totzuarbeiten. Ich tue etwas, was ich (meistens) mag. Ich akzeptiere mich und auch, dass ich mich eben immer mal wieder aufraffen muss. Das ist menschlich. Und auch faul sein darf - dann aber versuche, das zu genießen. Daran arbeite ich noch.

    Alles Gute!

    Sin

  4. Inaktiver User

    AW: Ich muss mich zum "Leben" zwingen...

    Fenimi, das Zitat passt ja mal sowas von perfekt auf mich und mein Entscheidungsproblem! Warum fällt es mir so schwer mich für ein Ziel zu entscheiden? Angst vor der falschen Entscheidung? Angst etwas zu verpassen? Und warum ist das bei mir (heute) so ausgeprägt? Warum war ich früher nicht so?
    So viele Fragen Da fängt das "Sich-nicht-entscheiden-können" ja schon an.
    Hast du nicht an anderer Stelle geschrieben, dass du sehr schlimme Erfahrungen in deiner Jungend gemacht hast? Vermutlich hast du kein gutes Gespür für deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Da kann eine Therapie helfen.
    Andererseits gehören solche Phasen auch zum Erwachsenwerden. Aber wenn dein Leidensdruck groß ist, solltest du etwas tun.

    Schläfst du gut? Vielleicht träumst du auch schlecht und merkst es nicht einmal. Dann wacht man am nächsten Tag wie gerädert auf und ist nicht leistungsfähig.

    Mir fällt gerad noch ein Beispiel auf: als ich hier eben anfing diesen Beitrag zu schreiben, habe ich ewig überlegt ob ich nicht doch lieber gleich ins Bett soll, und morgen schreiben. Weil ich ja schon müde bin. Dann dachte ich: ach, aber mal anfangen schadet ja nicht. Und dann: aber morgen hast Du klausur... tja und so weiter und so fort. Ich wäre jetzt längst im Bett, hätte ich mir diese innerliche Diskussion gespart... so sinnlos!!
    Versuch es doch mal bei so unwichtigen Dingen damit, dir eine Frist zu setzten, bis zu der du dich entschieden haben musst. Meinetwegen mit Eieruhr (2 min). Und dann machst du es einfach. Wird schon keine schlimmen Folgen haben. Und so übst du entscheiden.

    Übrigens: Es ist kein Fehler, Fehler zu machen. Ein Lehrsatz für Menschen, denen es sehr schwer fällt ins Handeln zu kommen und die lieber bei der Theorie bleiben.

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