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    Die große Traurigkeit/Leere...

    Hallo Ihr Lieben,

    auch ich bin schon seit Jahren stille Mitleserin und finde mich in vielen Beiträgen wieder, hatte bis dahin aber nie den Mut, auch von mir mal was preiszugeben.

    Tja warum heute... Ich habe kein aktuelles Problem, sondern weiß einfach nicht mehr, wohin meine Reise geht, was meine Ziele sind. Ich habe Silvester zum ersten Mal alleine verbracht und habe alle Tipps beherzigt, schönes Essen, , DVD usw. und trotzdem habe ich das große Heulen bekommen!!!

    Dabei geht es mir gut, würden Außenstehende sagen, aber was suche ich dann??? Kurz zu mir, habe ne 14 Jahre lange Ehe hinter mir, bin 38 Jahre alt, zwei Kinder, habe nen guten interessanten, aber anstrengenden Job, führe seit Jahren eine ungesunde on/off Beziehung, weiß das auch, komm da nicht von los. Ich habe mir im letzten Jahr einen Traum erfüllt, bin alleine nach Thailand gereist (war vorher noch nie alleine im Urlaub), habe da die schönste Woche meines Lebens verbracht, habe auch jemanden kennengelernt, der mir sehr den Kopf weggeschossen hat, aber für den war es im nacheinein nur Urlaub.

    Das ist auch mein Problem, dass ich super schnell von einem Mann begeistert bin, alles was er dann sagt, nehme ich für bare Münze und denke an eine Beziehung. Generell definiere ich mich sehr über die Männer. Warum nur??? Die on/off Beziehung, die ich führe ist so unausgewogen, er geht nur feiern, vergißt mich anzurufen und und und... aber das sind alles Sachen, Zuverlässigkeit, Vertrauen auf die ich großen Wert lege!!! Und trotzdem suche ich mir so nen Kaspar aus. Ich verstehe mich selbst oft nicht. Meine Urlaubsbekanntschaft hat mir in vielen Sachen die Augen geöffnet, aber auch da bin ich auf die Nase gefallen. Ich hätte schwören können, dass dieser Mann so fühlt wie ich.

    Ich weiß, dass ich mein Denken ändern muss, aber wie??? Ich habe das Gefühl, nur richtig glücklich zu sein, wenn ich einen Mann an meiner Seite habe. Ich finde das selber auch total schwach und mag es auch nicht zugeben, aber es ist so. Teilweise bin ich so gelähmt in meiner Traurigkeit, dass ich nur im Bett liegen möchte, einfach nur still daliegen. Ihr könnt auch mit mir schimpfen und sagen, ich jammere hier auf sehr hohem Niveau, aber Fakt ist, dass es mir von Jahr zu Jahr beschissener geht und selbst meine Reise nach Thailand, wo ich die Hoffnung hatte, gestärkt nach Hause zu kommen, hat nichts gebracht. Vielleicht fühlt hier ja jemand ähnlich oder hat nen Tipp für mich, ihr könnt mir auch gerne den Kopf waschen.

    Herzliche Grüße silvest11

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    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    hallo silvest,
    nach dem bescheidenen auftakt ins neue jahr geht es dir hoffentlich wieder etwas besser. den kopf gewaschen kriegen sollte niemand, der sich vertrauensvoll in diesem forum öffnet (es sei denn vielleicht, es liegt grobes fehlverhalten gegenüber den mitmenschen vor).
    anbei meine gedanken zu deinen zeilen. (ich editiere gerade nachträglich - ist leider alles ziemlich lang geworden, ich bitte um entschuldigung und hoffe, dich nicht unter einer textlawine zu begraben...)

    Zitat Zitat von Silvest11 Beitrag anzeigen
    Tja warum heute... Ich habe kein aktuelles Problem, sondern weiß einfach nicht mehr, wohin meine Reise geht, was meine Ziele sind.
    beim lesen deines beitrages hatte ich das gefühl, dass diese frage (was dein ziel ist) eng mit deinen übrigen themen verknüpft ist, die du schilderst. du führst schon seit jahren eine ungesunde beziehung, die dir nicht das gibt, was du dir wünschst (und dich wahrscheinlich schleichend auslaugt, ich kenne das zumindest so aus erster hand, habe es aber gottlob hinter mir), und du suchst zu schnell etwas in deinen beziehungen, was dir nach deiner bewussten wahrnehmung nur andere geben können. damit machst du dich aber sehr abhängig von anderen und bist ihnen mehr ausgeliefert als menschen, die vielleicht weniger (verzweifelte?) hoffnung in ihr gegenüber setzen.

    Dabei geht es mir gut, würden Außenstehende sagen, aber was suche ich dann???
    das kann niemand von außen wirklich beurteilen, du selbst bist der maßstab dafür, ob es dir gut geht oder nicht. man muss in meinen augen nicht schon kurz vor dem verhungern stehen, um sagen zu dürfen, dass es einem nicht gut geht.

    Das ist auch mein Problem, dass ich super schnell von einem Mann begeistert bin, alles was er dann sagt, nehme ich für bare Münze und denke an eine Beziehung. Generell definiere ich mich sehr über die Männer. Warum nur???
    dafür kann es verschiedenste gründe geben. es gibt hier ähnliche stränge, da wird teilweise spekuliert, dass es mit einem zu geringen slebstwertgefühl zu tun haben könnte (man meint, es nicht wert zu sein, den partner abzubekommen, den man sich wünscht, und von dem auch einfach so all das zu bekommen, was man in einer funktionierenden beziehung erwarten darf). was aber auch sein kann, gerade in einem anderen strang gelesen und sogar selbst so erlebt, ist ein altes muster, was immer wieder aktiv wird.

    bei mir stammte es ebenfalls aus der kindheit und hat mich immer wieder zu partnern geführt, die zwar nicht total anstrengend, teilweise auch toll, aber letztlich immer zu distanziert waren. der letzte beziehung vor meiner jetzigen (sehr glücklichen, wir haben sogar seit ein paar monaten ein gemeinsames wunschkind) hat mich schleichend in den wahnsinn getrieben. ich wusste am schluss nicht mehr, ob ich einen an der waffel habe oder ob der andere komisch ist. daraufin habe ich mir professionelle hilfe gesucht (die diagnose lautet dann "beziehungskonflikt", und man kann sich von seinem hausarzt zu einer verhaltenstherapie überweisen lassen. die kosten übernimmt in diesem fall die krankenkasse!) und es durch recht einfache mittel geschafft, das alte muster loszuwerden. die vorherige beziehung ging während dieser zeit komplett in die binsen, aber das war das beste, was mir passieren konnte.
    manchmal glaubt man unterschwellig, sich die liebe eines anderen "erarbeiten" zu müssen, weil sie nur dann etwas wert sei. oder man sucht sich personen, die ähnlich sind wie jemand aus der eigenen kindheit, um diese personen dann erfolgreich "umzuwenden" und damit die alte scharte auszuwetzen. das klappt aber in den meisten fällen nicht, weil die ausgesuchten personen eben genau die merkmale aufweisen, die das unmöglich machen. man reibt sich nur auf und vergeudet kostbare lebenszeit. vielleicht kannst du ja in deinem leben ein solches muster bzw. eine solche alte beziehung erkennen, die den beziehungen ähnelt, die danach kamen (frage nur für dich, nicht zur veröffentlichung).

    Meine Urlaubsbekanntschaft hat mir in vielen Sachen die Augen geöffnet, aber auch da bin ich auf die Nase gefallen.
    vielleicht hilft es dir zusätzlich, für dich nachzubohren, in welchen dingen er dir die augen geöffnet hat. das könnten hinweise sein, wo du genauer hingucken musst. du hättest schwören können, dass er fühlt wie du, dabei kommt mir in den sinn, dass du seine signale vielleicht fehlinterpretiert hast, weil du eben wolltest, dass er bestimmte bedürfnisse von dir erfüllt. manchmal sieht man nur das, was man sehen will, oder interpretiert signale um, damit sie besser in die eigene wunschvorstellung passen. das hat dann aber nichts mit dem wahren ich des gegenübers zu tun (das man eh nie richtig kennenlernt, auch wenn viele das glauben; man lernt den anderen immer nur bis zu einem gewissen grad kennen, ist meine meinung)

    Ich weiß, dass ich mein Denken ändern muss, aber wie??? Ich habe das Gefühl, nur richtig glücklich zu sein, wenn ich einen Mann an meiner Seite habe.
    ich kenne das. ich war quasi immer in beziehungen, nie allein, und immer stand schon ziemlich bald ein neuer zur stelle, irgendwie, wenn eine alte beziehung in die brüche gegangen war. (verkappt hatte ich sicher auch angst vor dem alleinsein und habe mich dann auch in jemand neues verliebt, damit es zu zweit weitergeht.)
    nach der erwähnten total kaputt machenden oben erwähnten "halb-beziehung" endlich habe ich angefangen, bei mir aufzuräumen. ich habe mir selbst professionelle hilfe gesucht und außerdem vermieden, irgendwen kennenzulernen, bevor ich nicht eine weile allein war. ich habe mir zeit zum trauern und verarbeiten genommen und in der stadt manchmal absichtlich zu boden gesehen, damit ich nicht wieder "zu früh" irgendeinen attraktiven mann sehe und sich wieder eine beziehung entwickelt, bevor die alte verwurstet ist.

    immerhin war ich ein halbes jahr allein, und schon diese zeit hat mir total gut getan. das gleiche könnte ja vielleicht bei dir zutreffen. dann bist zu gezwungen, dein leben mit anderen inhalten als "beziehung" zu füllen, mit dingen, wozu es nur dich selbst braucht (ohne abhängigkeit von anderen personen), und du hast zeit, den kopf frei zu bekommen. es ist anstrengend, aber es lohnt sich. es ist schaffbar, und ehe man sich's versieht, hat man sich auch an den neuen zustand gewöhnt. du könntest z. b. im internet nach personen mit gemeinsamen freizeitinteressen suchen. unter "new in town" habe ich auf diese weise zwei nette (weibliche) bekannte gefunden, zu denen ich heute noch kontakt habe.
    du könntest in deiner wohnung dinge umgestalten oder eventuell sogar umziehen, damit auch äußerlich ein neues kapitel beginnt (ohne not ist das natürlich auch ein finanzieller aspekt, aber vielleicht war dir ja deine wohnung schon immer etwas zu klein, und du hättest dann auch eine neue aufgabe. falls dir einrichten einer wohnung keinen spaß macht, könntest du dir jemand suchen, der das gerne mit dir macht. ich habe z. b. mal die wohnung eines ehemaligen kollegen umgestaltet, der dafür überhaupt kein händchen hatte. hinterher meinten auch besucher, dass es viel besser sei, und mir hatte die aktion spaß gemacht.).

    Teilweise bin ich so gelähmt in meiner Traurigkeit, dass ich nur im Bett liegen möchte, einfach nur still daliegen.
    oh je, ich finde, das klingt wie depressive verstimmung (mit diagnosen soll man ja vorsichtig sein, ich bin auch nicht vom fach). gelähmtheit und der wunsch, nur im bett liegen zu bleiben sind, finde ich, ein bisschen alarmierend. sie zeigen, dass es dir gar nicht gut geht, liebe silvest! du schleppst versteckte pakete schon lange mit dir herum. nimm doch vielleicht das neue jahr zum anlass, um diesen alten ballast abzuwerfen.

    Vielleicht fühlt hier ja jemand ähnlich oder hat nen Tipp für mich
    siehe oben. ich würde an deiner stelle mal mit dem hausarzt deines vertrauens sprechen (und ihm auch die von dir beschriebenen symptome nicht verschweigen) . bei mir ging es ganz einfach, und ich hätte auch ohne weiteres "so weitermachen" können, bin also im rahmen "normal" (was immer das heißt ). man muss einfach nur den schritt gehen. das ist das schwerste gewesen, vor meiner hausärztin zu bekennen, wie sehr durch den wind ich bin. aber danach ging es nur noch aufwärts.

    ich wünsche dir, dass du auch die für dich richtigen schritte gehst und anschließend wieder die sonnenseiten des lebens genießen kannst.
    wahrscheinlich verbessern sich dadurch sogar deine übrigen beziehungen, z. b. die zu deinen kindern, weil du dann wieder mehr lebensfreude und kraft hast. das werden auch sie merken (ich nehme einfach mal an, obwohl du das nicht so direkt geschrieben hast, dass du kontakt zu ihnen hast).

    alles liebe, kopf hoch und eine extraportion energie für dich,

    sportsfrau.
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Hallo sportsfrau74,

    vielen Dank für Deine schnelle Antwort und ich lass mich gerne unter einer Textlawine begraben ;-)

    Zur Info, meine Kinder leben bei mir (16 + 10 Jahre alt) und ich mache mir Gedanken, inwieweit sie meine oftmals melancholische Stimmung verarbeiten. Natürlich versucht man vor den Kindern sich zusammenzureißen, aber es gelingt leider nicht immer. Ich empfinde keine Freude mehr an meiner Freizeit, selbst Kindergeburtstage zu organisieren, liegt mir wie Blei auf der Seele. Ich zähle die Minuten, bis die Kinder wieder gehen. Ich habe das Gefühl, soviel mit mir selber zu tun zu haben, das andere Dinge kein Platz mehr haben.

    Du hast so Recht mit Deinen Worten, dass meine jetzige Beziehung (selbst das Wort Beziehung ist in diesem Fall lächerlich) mich komplett auslaugt und genau wie du geschrieben hast, ich manchmal nicht mehr weiß, ticke ich jetzt komisch oder er!!! Mein natürliches Warnsystem was richtig oder falsch ist, ist komplett gestört! Ich aber nicht den Mut habe, einen Schlussstrich zu ziehen. In meinen Augen behandelt er mich nicht korrekt, aber selbst das lasse ich zu, um überhaupt ein wenig von dem Kuchen abzubekommen, weisst Du, was ich meine? Kleiner und jämmerlicher kann man sich gar nicht machen. Ich weiß aber auch, das jeder Aufstand zwecklos wäre, also ertrage ich die jetzige Situation. Es stimmt, ich müsste genau wie Du erstmal eine Zeitlang alleine durch das Leben gehen, aber wovor habe ich denn solche Angst? Schlimmer und einsamer wie ich mich momentan fühle, kann es doch gar nicht werden. Ich würde nur den Absprung schaffen, wenn da was neues auf mich wartet, mich quasi auffängt. Ich muss aber erstmal alleine klarkommen, ohne dass da wieder ein Netz ist ;-) Ich weiß das alles, trotzdem bekomme ich das nicht hin.

    Auch meine Thailandreise ist dafür bezeichnend. Ich bin dahin geflogen, um einmal im Leben auf eigenen Füßen zu stehen und was mach ich, verbringe die gesamte Zeit mit einem Münchner, der alles für mich managt (Sprache, Ausflüge etc.) und mir noch ein gutes Gefühl vermittelt, mich endlich mal wieder als Frau wahrnimmt etc.

    Du hast auch so Recht, mit Deinen Worten, dass ich zu schnell etwas in meinen Beziehungen suche bzw. denke, mein Glück ist von dem anderen abhängig. All das was Du geschrieben hast, verstehe ich nur zu gut und wenn ich mich von außen betrachte, würde ich all diese Tipps auch meiner Freundin geben. Nur mit der Umsetzung hapert es!!!

    Ich liege im Bett habe Kopfkino, frage mich zum hundersten mal warum meine "Beziehung" keine richtige Beziehung mit mir will, was mit mir nicht stimmt und und und...

    Ich würde so gerne ein Hobby finden, was mich wenigstens ein wenig zufrieden/ruhig stellt. Ich habe ganz klar Angst vor dem Alleinsein.

    Danke nochmal für Deine ehrlichen Gedanken, schon das hat mir geholfen bzw. das Gefühl gegeben, nicht ganz allein zu sein.

    Ich freue mich für Dich, dass Du jetzt eine glückliche Beziehung führst. Halte Dein Glück fest, aber ich glaube, Du hast echt begriffen, worauf es im Leben ankommt.

    LG Silvest11

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    smile AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Guten Morgen, liebe Sylvest!

    Ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll...

    Ich bin jetzt seit 7 Jahren geschieden und weiß genau, wovon Du sprichst... Mein Ex-Mann war die große Liebe meines Lebens und ich habe alles versucht, diese Liebe auch zu behalten. Leider hat das nicht funktioniert - wir sind immer weiter auseinander gedriftet, zuerst von mir völlig unbemerkt.

    Ab einem gewissen Punkt muß ich einfach sagen, dass ich Augen und Ohren wohl bewußt zu gemacht habe. Er hat es mehrmals geschafft in den letzten ca. 3 - 4 Jahren unserer Ehe, mich zu betrügen, hat mich ständig belogen und auch ich habe mich - weil Verhalten und Aussagen seinerseits nicht mehr zu meiner intuitiven Wahrnehmung passten - irgendwann gefragt, ob ich eigentlich langsam anfange zu spinnen oder ob der ganze Mist meine Schuld ist und ich noch nicht den richtigen Weg gefunden habe, wie ich mich ändern muß, damit es läuft....

    Ich hatte definitiv das Gefühl, langsam verrückt zu werden.. Außerdem war unser Leben so aufgebaut, dass ich richtig Angst bekam bei dem Gedanken, wie ich alleine zurecht kommen sollte (ja, auch darüber habe ich durchaus zwischendurch nachgedacht...) Wir hatten zusammen eine Firma aufgebaut, in der ich als einer der Geschäftsführer tätig war, haben eine Tochter zusammen, die damals gerade in die Pubertät kam, bewohnten eine große (und leider teuere) Doppelhaushälfte etc.etc.

    Was sollte ich also tun? Irgendwie hatte ich das Gefühl, in der Zwickmühle zu stecken und da nicht raus zu kommen.

    Das war jetzt praktisch das Vorgeplänkel. Letzendlich hat er sich getrennt, weil seine "Geliebte" extrem viel Druck gemacht hat (angeblich schwanger usw....) und damit hatte ich dann nicht mehr die Wahl sondern wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.

    Da stand ich jetzt - keinen Job mehr, keine Kohle, neue Wohnung mußte her, Kind völlig fertig und ich auch...

    Das erste halbe Jahr war das Schlimmste, ich war seelisch und körperlich völlig am Ende, habe mir dann auch psychologische Hilfe gesucht, weil ich das Gefühl hatte, sonst komplett durch zu drehen. Bin auch zu meinem Hausarzt gegangen, dem mußte ich übrigens gar nicht viel erzählen, der hat sofort gemerkt, was los ist! Deshalb hier meine Empfehlung: Geh auch dahin, ich bin ganz sicher, da kann Dir geholfen werden!!! Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen, was Du da beschreibst, kommt einer Depression schon ziemlich nahe (meine laienhafte Meinung!) Ich hätte das auch nicht alleine geschafft, deshalb - such Dir bitte Hilfe!!

    Ich hoffe, ich habe Dich jetzt hier nicht zu viel vollgetextet!!! Ich wollte Dir damit nur sagen: Man kann es schaffen, auch wenn das Problem (wo immer es auch herkommt) zu bewältigen ist. Ich muß zugeben, es war ein Riesenberg, aber mittlerweile bin ich ziemlich oben angekommen und es geht mir auf jeden Fall besser als in meiner Ehe!!!!

    Ich bin ganz sicher, Du schaffst es auch!! Der erste Schritt - sich Hilfe zu holen - ist auf jeden Fall der Schwerste, danach wird es dann langsam besser!!

    Ich bin nicht sicher, aber ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen Mut machen???

    Liebe Grüße Renee

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    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Hallo Renee,

    Danke für Deine lieben Zeilen.

    Wie sieht denn Dein Leben jetzt aus? Gibt es da eine neue Liebe? Trauert Du der alten Zeit noch hinterher? Ist Dein Exmann jetzt glücklich?

    Ich bin mir mittlerweile auch schon ziemlich sicher, dass ich da alleine nicht mehr raus komme. Es geht leider immer nur begrenzt gut. Ab morgen fährt meine "Beziehung" für zwei Wochen nach Mexico, hört sich vielleicht komisch an, aber ich freue mich drauf, endlich Ruhe. Wenn er hier in meiner Nähe ist, bekomme ich ja alles mit und da ist er so weit weg und ich weiß, er wird nur ab und an mal anrufen, da werde ich ruhiger. Er ist schon häufig ohne mich weggefahren, daher kenne ich das schon. Ich merke richtig, das mein Körper mir auch sagen will, ohne ihn geht es dir besser.

    Ich habe halt immer dieses Gefühl ohne Mann bist Du nichts wert. Ich habe z. B. auch keinem erzählt, dass ich alleine Silvester feier. Gestern hat noch eine Kollegin angerufen und da habe ich gelogen. So sehr schäme ich mich dafür, es ist aber so, dass ich hätte weggehen können, aber ich wollte nur mit meiner "Beziehung" feiern und der hat natürlich noch nicht mal gefragt... Mein Verstand sagt mir auch, ich muss was ändern...

    LG Silvest11

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    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Liebe Silvest,

    nicht böse sein, aber mal ehrlich: Dass Du Dich freust, wenn er weg ist, ist doch eigentlich ein ganz klares Zeichen, dass Du es weder mental noch körperlich gut ertragen kannst, wenn er in Deiner Nähe ist, oder? Das ist etwas, was ist auch aus eigener Erfahrung wirklich gut nachvollziehen kann, weil es mir auch immer so ging, wenn er mal für ein paar Tage nicht da war. Es hört sich komisch an, aber man lebt (und das im wahrsten Sinne des Wortes) richtig auf, oder?? Da kann man mal wieder man selber sein, muß sich nicht verstellen oder über "seine" Probleme nachdenken...

    Dass Dein Verstand und Dein Gefühl nicht zusammen wollen, ist mir auch bewußt (keine Ahnung ob Du Dir vorstellen kannst, wie sehr Du mir aus der Seele sprichst...) Ich bin nun eh mehr der pragmatische Typ, deshalb ist es mir irgendwann gelungen, meinen Verstand wieder einzuschalten, bzw. ihm mal die Oberhand zu geben. Wenn Du das hinkriegst, wirst Du es schaffen!!!!

    Das Gefühl, ohne Mann nichts wert zu sein, kenne ich auch nur zu gut! Auch heute gibt es im meinem Bekannten- und Freundeskreis eigentlich fast nur Paare, da kommt man sich schon manchmal seltsam vor (Du siehst, kein neuer Mann bisher, lach...) Aber mal ehrlich, wenn ich höre und sehe, was da so alles los ist, bin ich fast immer froh, solo zu sein. Irgendwer hat mal sinngemäß gesagt, eine Ehe wäre der Versuch, Probleme zu lösen, die man alleine gar nicht hätte! Ich finde, das stimmt!!

    Aber Du bist doch eine tolle Frau, auch für Dich alleine und bestimmt mögen und lieben Dich alle möglichen Menschen in Deinem Umfeld - DICH - und nicht Dich als Teil eines Paares sondern nur Dich, weil Du eben DU bist!! Warum solltest Du denn alleine nichts wert sein????

    Ich habe es alleine geschafft - neuer Job, neue Wohnung, Kind ist auch wieder glücklich - Du schaffst das auch, ich bin ganz sicher (versuch es mit dem Verstand!!!)

    Um auf Deine Frage zurück zu kommen: ob mein Ex jetzt glücklich ist, wage ich mal zu bezweifeln, habe schon von mehreren Seite gehört, die tolle Neue ist eine ziemliche Furie, mittlerweile gibt es 2 neue Zwerge, die mega-stressig sind (nicht meine Aussage!) und gesundheitlich ist er auch ziemlich am Ende.... tja....

    Mir geht es ganz gut, habe Silvester übrigens auch alleine verbracht, ganz gemütlich auf dem Sofa mit einem spannenden Krimi und einem Glas Wein. Und ganz ehrlich, es war überhaupt nicht schlimm!!

    LG Renee

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    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Hallo liebe Silvest,

    zuerst einmal wünsche ich Dir alles Gute und das Beste für das neue Jahr

    Vieles, was Du schreibst, kommt auch mir ganz bekannt vor. Mein Silvester war ungefähr genauso gut wie deins ... habe um halb zehn im Bett gelegen und geheult, um Mitternacht habe ich dann am Fenster gestanden, mir das Feuerwerk angesehen und mich gefragt, was das alles für einen Sinn hat.

    Ich habe 2011 auch komplett mein Leben irgendwie umgekrempelt, einiges hat sich gut ausgewirkt, anderes ist schlimmer geworden und ich habe festgestellt, dass Weglaufen nicht funktioniert. Ich bin jetzt auf der Suche nach einem Psychotherapeuten, der mir hilft, das Chaos in meinem Kopf zu ordnen

    Ich denke, dass es - wie meine Vorschreiberinnen es auch schon geschrieben haben - ganz wichtig ist, dass Du dir zugestehst, dass Du Hilfe von außen annehmen kannst, eine unbeteiligte Person, die sich alles anhört, dir vielleicht eine andere Sichtweise anbietet und so das Schwere etwas mitträgt.

    Ich habe mir vorgenommen, mit Tagebuchschreiben anzufangen, einmal um meine Gedanken zu ordnen und auch, um eine zusätzliche Grundlage für meine Psychotherapie zu haben, weil ich denke, während eines solchen Gesprächs fällt einem ja nicht immer alles ein- Außerdem muss ich mehr darauf achten, dass es mir gut geht und danach schauen, was tut mir gut und was nicht.
    Das betrifft auch den Bereich "Männer" .

    Diese Silvester-Zeit ist für manche eine besonders schwere, ich habe zum Jahreswechsel gerade dieses Jahr das Gefühl, als türmt sich das neue Jahr wie ein Riesenberg vor mir auf, den ich kaum bewältigen kann. Wo man ins Grübeln kommt über die Vergangenheit und die Zukunft.

    Das nächste Silvester wird besser, wenn wir uns dieses Jahr helfen lassen und uns mehr auf uns besinnen und darauf, was uns gut tut.

    Wünsche Dir viel Kraft, Du kannst es schaffen, dass es Dir besser geht, da bin ich sicher.

    Liebe Grüße
    Schaluppe

  8. Inaktiver User

    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Zitat Zitat von Silvest11 Beitrag anzeigen
    Dabei geht es mir gut, würden Außenstehende sagen, aber was suche ich dann???
    Hallo Silvest, trotz des schweren Starts wünsche ich Dir alles Gute für dieses neue Jahr.
    Was Du suchst? Ich glaube mal, das was wir alle suchen: innere Zufriedenheit.
    Und die kann nur von Dir selber kommen, nicht von außen.

    Das Ziel ist einfach zu lernen und zu erkennen, dass ein Partner in Deinem Leben keine Notwendigkeit sein sollte, sondern eine angenehme Ergänzung und Bereicherung. Dann wirst Du auch eine Beziehung mit all ihren Facetten geniessen können, und dann findest Du auch den richtigen Partner.

    In Deiner aktuellen Lage, wirst Du den Weg zu diesem Ziel wohl schwerlich alleine finden, daher schließe ich mich meinen Vorrednerinnen an und empfehle Dir (professionelle) Hilfe von außen zu suchen.

    Alles Gute für Dich
    Sibina (die aus eigener Erfahrung schreibt)

  9. User Info Menu

    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Hallo Renee,

    ja Du hast Recht, mein Körper sagt bzw. zeigt mir genau, dass er mir nicht gut tut in keiner Weise. Ich habe auch schon Kurzurlaube mit ihm verbracht und danach war ich fix und fertig. Das ist ja das kranke. Auch habe ich seit Monaten eine Mandelentzündung nach der anderen auch das sind alles Signale.

    Ich bewundere Dich, dass Du das alles so gemeistert hast, Hut ab!!! Ich stelle mir das sehr verletzend vor, wenn da auch noch eine andere Frau mit im Spiel ist. Du bist bestimmt so stark dadurch geworden und Du hörst Dich wirklich positiv an.

    Früher habe ich auch so gerne gelesen, vor allem auch Krimis. Mittlerweile kann ich mich gerade noch auf eine Zeitschrift konzentrieren, ständig habe ich dieses Kopfkino und stelle alles in Frage...

    Ich wünsche Dir für 2012 alles Gute und mit Deiner positiven Einstellung wirst Du bestimmt alles meistern und irgendwann dafür belohnt werden.

    LG Silvest

  10. User Info Menu

    AW: Die große Traurigkeit/Leere...

    Hallo Sibina,

    Du hast Recht, wenn Du schreibst, dass ich innere Zufriedenheit suche und dass die nicht von außen kommen kann. Alles was Ihr hier schreibt, hat Hand und Fuß und mit jedem Wort gibt ihr mir auch Kraft und es tut so gut zu lesen, dass es anderen auch nicht immer so rosig geht. Dadurch erscheint mir mein Seelenleben schon ein wenig leichter bzw. dass ich halt nicht alleine bin.

    Liebe Grüße

    Silvest

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