@Kuschelchenrel.
Das ist ein ziemlich interessanter Strang und ein Thema, das ich auch kenne.
Im Grunde fängt das alles schon viel früher an. Wenn es bereits so ist, dass du dich nur noch mit Verbiegen und Einknicken oder aber radikaler Vermeidung abgrenzen kannst, dann ist es bereits so, dass du dich bis dahin schon nicht genug abgegrenzt hast. Ich kenne das!
Das ist ein Merkmal für eher selbstunsichere-anhängliche Menschen (was kein Makel ist, normalerweise sind diese Menschen nämlich sehr sympathisch). Eigentlich möchtest du die Aufmerksamkeit und Anerkennung (das will in gewissem Grad ja jeder), aber du erkennst nicht früh genug, WESSEN Aufmerksamkeit und Anerkennung ins Leere führt, bzw. du in Wirklichkeit gar nicht brauchst, weil es dir nicht gut tut.
Das heisst, du bist schon zu Anfang viel zu entgegenkommend auf eine sehr sympathische Weise, die aber bei Menschen, die eine dominante Ader haben oder sich gerne erhöhen, dann quasi wie eine Einladung ist, auf dir rumzudappen.
Der Denkfehler an der Stelle ist (ich kenns), dass du es jedem Recht machen kannst, müsstest, solltest. UND das jeder lieb ist, wenn du lieb bist! Das ist leider nicht so.
Genau da muss man sich abgrenzen und wissen bzw. signalisieren, wie weit Leute bei einem gehen können. Wenn das nicht gelingt, dann wars das - man muss dann aber auch damit leben, dass nicht jeder "bei einem bleibt".
Es ist ein Prozess: Ich rate dir in jedem Fall mal, deinen Selbstwert zu erhöhen. Was kannst du, worin bist du gut, was sind deine Themen und orientiere dich dabei nicht zu sehr am "Aussen".
Haha, sowas ist mir auch schon passiert, weil ich zu gutmütig war und auch unsicher.
Genau die Leute, die eine Unterlegenheit unterbewusst ausnutzen für ihr eigenes Selbstwertgefühl, machen sowas. Da ist entweder ein lockerer Spruch fällig oder eine Scheissegal-Haltung. Vor allem eine Scheiss-Egal-Haltung, ob jemandem deine Haarfarbe gefällt oder nicht. Das ist auch kein ehrliches Meinungs-Kundtun, sondern ein Versuch, sich selbst auf deine Kosten zu erhöhen. Das spürst du schon ganz richtig! Du kannst in 80 % aller Fälle davon ausgehen, dass die Leute das selbst brauchen, überlegen zu sein und selbst sehr unsicher sind, das aber anders kompensieren.
Wie verhinderst du das? Ich habe das verhindert, in dem ich Leute erstens nicht mehr zu ihrer Meinung über mein Aussehen gefragt habe. Auch nicht sowas wie: Wie findest du meine Haarfarbe? Wenn ich sowas wissen will, frage ich nur sehr gute Freunde. Zweitens: Indem du darüber hinweg gehst, mehrere Möglichkeiten: Lockerer Spruch, Humor, Huch-Ist mir bisher gar nicht aufgefallen, ES gibt Wichtigeres, Das muss dir nicht gefallen, Mir gefällts, Ich bin total zufrieden (auch wenn es nicht stimmt!), nur bei netten Leuten: Hast Recht, ich wollte sowieso mal was Neues probieren. Und dann Themawechsel und Tagesordnung.
Das machst du ein paarmal, und die Leute sagen sowas nicht mehr! Wenn sie es doch noch tun, sind es die falschen Leute, auch wenn das schmerzhaft ist.
Am besten ist natürlich, du tust alles, was du kannst, für dich. Wenn dir die Haarfarbe selbst nicht gefällt, dann überleg dir, was du ändern willst und frag verlässliche Leute nach einem Rat. Tu die Dinge, die du für dich tun möchtest und überlege dir ohne das Feedback von Aussen, was du möchtest: Aussehen, Kleidung, Hobbies, Inhalte, Freundschaften usw. Das macht dich mit der Zeit selbstsicherer und unabhängiger, auch wenn du vermutlich auf ein paar Leute verzichten musst. Aber die waren es dann auch nicht...
Antworten
Ergebnis 41 bis 42 von 42
-
25.01.2012, 14:32
AW: Abgrenzmethoden - Eine Sammlung....
Geändert von Elwyn (25.01.2012 um 14:43 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
-
02.02.2012, 17:11Inaktiver User
AW: Abgrenzmethoden - Eine Sammlung....
Ein guter Freund von uns hat die Frau gefunden für die nächsten paar Monate. Sie kann gut kochen, ist eigentlich intelligent und sie schafft es selbst Leute von denen sie etwas möchte gründlich zu vergraulen, dass man sie gern demnächst in der Ecke stehen lässt und sich jedes nette Wort spart.
Und zwar geht sie folgendermaßen vor. Sie betont, dass sie zu Hause allein am glücklichsten sind, was an sich nicht schlimm ist und ich gönne ihm sein Glück, wenn es auch anfängt für mich fragwürdig zu werden. Ist aber nicht meine Sache und vielleicht ist es allein mit ihr wirklich gut.
Falls doch jemand irgendein Lokal für ein Treffen vorschlägt z.B., dann wird das schon mal als absolute Bruchbude bezeichnet, was definitiv nicht stimmt. Im Prinzip sollte man ihr gar nichts sagen, denn sie zieht alles runter. Letztens habe ich ihr mit einem feinen Lächeln gesagt, dass sie gern ihre Ansichten haben und gern behalten darf. Wird aber nicht jeder so machen und kaum jemand wird sich ein Gespräch mit dieser Dame antun. Ich jedenfalls nicht mehr. In Gesellschaft ist das eigentlich überhaupt kein Problem jemanden geschickt aus dem Weg zu gehen. Das merkt man dann schon, wenn nur er z.B. gefragt wird, wie es ihm geht und man sie einfach stehen lässt. Wobei das sicherlich für sie in Ordnung ist. Sie will das ganz deutlich so.
Soweit zu den schlechten Beispielen. Scherz beiseite, wobei diese Rumzickerei durchaus live da war.
Ich geh einfach Menschen aus dem Weg, die solches Nervpotential haben, wenn ich nicht den Nerv darauf habe und das klappt soweit ganz gut. Meist treffen wir uns auch nicht allein und haben so etwas Auswahl an Gesprächspartnern. Da fällt es auch weniger auf, wenn man um manche mehr oder weniger einen Bogen macht. Es ist ja auch ganz normal, dass man nicht zu allen Menschen einen guten Draht aufbauen kann.Geändert von Inaktiver User (02.02.2012 um 17:54 Uhr)



Zitieren
