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  1. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Dazu glaube ich, dass sein Betrug, dir die Trennung erleichtert hat, weil du einen guten Grund hattest für die Trennung und auch entsprechend wütend auf ihn sein konntest.

    Ich denke, dass du ganz anders um ihn und eure Beziehung trauern würdest, wenn er zB plötzlich gestorben wäre.
    Das scheint mir in der Tat der wesentliche Punkt dafür zu sein, wie und mit welchen Gefühlen ich die Trennung überstehe.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nur, dass wenn der Verstand den Weg vorgibt, die Gefühle so schnell nachziehen, hätte ich nicht erwartet...
    Ich schon. Ich habe mich bereits vor Jahrzehnten "programmiert", daß ich im Falle eines Betruges die Beziehung sofort beende. Im Laufe meines Lebens habe ich zweimal diese Konsequenzen gezogen und in beiden Fällen genau diese Erfahrung machen können: Meine Gefühle orientierten sich in diesen Ausnahmesituationen bereits nach kurzer Zeit an meinem Verstand.

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    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Meine Gefühle orientierten sich in diesen Ausnahmesituationen bereits nach kurzer Zeit an meinem Verstand.
    Letztendlich entstehen Gefühle ja immer nur kraft der eigenen Gedanken, insofern werden sie immer irgendwann nachziehen. Eben dahin, was man wirklich denkt (nicht dahin, was man glaubt, dass man zu denken hätte).

    Möglicherweise dauert es mal länger und mal kürzer, je nach dem wie sehr man bei sich selbst ist. Weil da Kopf und Gefühl nicht völlig diametral zueinander liegen.
    Der Gedanke kam mir aber eben erst, ich habe ihn noch nicht abgeklopft.
    Vielleicht ist da aber was dran.

    LG
    Hexl
    The difference between try and triumph is just a little "umph"

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    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das scheint mir in der Tat der wesentliche Punkt dafür zu sein, wie und mit welchen Gefühlen ich die Trennung überstehe.



    Ich schon. Ich habe mich bereits vor Jahrzehnten "programmiert", daß ich im Falle eines Betruges die Beziehung sofort beende. Im Laufe meines Lebens habe ich zweimal diese Konsequenzen gezogen und in beiden Fällen genau diese Erfahrung machen können: Meine Gefühle orientierten sich in diesen Ausnahmesituationen bereits nach kurzer Zeit an meinem Verstand.
    Klingt gut. Ich habe aber auch einmal die Erfahrung gemacht, dass der Verstand den Weg vorgab, die Gefühle scheinbar auch brav folgten ... und dennoch ... zeitversetzt hat mein Körper doch gestreikt und eine Auszeit erzwungen. Offenbar "Reingefressenes" mündete in einer bösen Gastritis, ich lag flach und nun kamen die vorher so schön beiseite geschobenen Gedanken und Gefühle eben doch ...

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    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Klar gibt der Verstand den Weg vor. Das ist das ABC der Gefühle.

    A) Etwas passiert
    B) Ich denke etwas dazu
    c) Ich fühle etwas dazu

    B und C hängt miteinander zusammen.
    Ich kann nicht etwas positives denken, aber etwas negatives fühlen und umgekehrt.

    Nur sind einem die Gedanken gar nicht immer bewusst und dann kommts einem halt so vor, als wären die Gefühle einfach da und würden einfach über einen hereinfallen. Was sie aber nicht tun.

    LG
    Hexl
    The difference between try and triumph is just a little "umph"

  5. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Zitat Zitat von Hexl Beitrag anzeigen
    Klar gibt der Verstand den Weg vor. Das ist das ABC der Gefühle.

    A) Etwas passiert
    B) Ich denke etwas dazu
    c) Ich fühle etwas dazu

    B und C hängt miteinander zusammen.
    Ich kann nicht etwas positives denken, aber etwas negatives fühlen und umgekehrt.
    Nur weil man Gefühle bewusst wahrnimmt, hat das ja noch lange nichts mit Verstand zu tun. Bei mir ist das im Normalfall so:

    A) Es passiert etwas
    B) Ich habe spontan eine gefühlsmäßige Reaktion darauf (diese "denke" ich in gewissem, Sinn, aber das ist keine Verstandesleistung!)
    C) ist ein Schritt, den ich eher aktiv bemühen muss, nämlich Verstand einschalten, Gefühle hinterfragen, etc.

  6. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Dazu glaube ich, dass sein Betrug, dir die Trennung erleichtert hat, weil du einen guten Grund hattest für die Trennung und auch entsprechend wütend auf ihn sein konntest.

    Ich denke, dass du ganz anders um ihn und eure Beziehung trauern würdest, wenn er zB plötzlich gestorben wäre.
    Das stimmt ganz sicher! Ich hatte sogar unheimliche Verlustängste während der Beziehung, nur kurioserweise NIE in Richtung Verlassenwerden, sondern nur in Richtung Tod... Wenn er gestorben wäre, wüsste ich nicht, wie ich es verkraftet hätte. So ist es einfach viel weniger dramatisch, weil er's ja freiwillig beendet hat...

  7. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn er gestorben wäre, wüsste ich nicht, wie ich es verkraftet hätte. So ist es einfach viel weniger dramatisch, weil er's ja freiwillig beendet hat...
    Für andere Frauen wäre es sicher das Höchstmaß an Dramaturgie gewesen. Sei stolz auf dich, dass du es so gut weggesteckt hast. Ich finde das zeigt, dass du dich auch in einer Beziehung nicht 100% emotional von deinem Exfreund abhängig gemacht hast.

    Klar der erste Schock sitzt immer tief, aber du weißt dass du auch ohne ihn dein Leben weitergeht. Emotionalität bedeutet nicht unbedingt dass man sich nicht genau diese zum Vorteil machen kann, in dem man seine Emotionen in eine positive Richtung lenkt. Das scheint dir gelungen

  8. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Erst Mal vielen Dank an alle für eure Überlegungen, ich bin wirklich für alle Gedankenanstöße dankbar! Ich habe einfach nach wie vor den Verdacht, dass mir die Art und Weise meiner Trennungsbewältigung etwas über die Beziehung sagen kann, die ich mein halbes Leben lang geführt habe - und dass das leider etwas ist, was diese in keinem guten Licht erscheinen lässt...

    Aber insgesamt scheint es ja hier niemand so seltsam zu finden wie ich selbst, das ist doch auch irgendwie beruhigend...

    Ich seh nur gerade bei zwei Bekannten, die in einer ähnlichen Lage sind, ganz andere Reaktionen:
    - Wut auf den Ex (hatte ich nie, nur die Gewissheit, dass nach dem Betrug nichts mehr geht)
    - Selbstzweifel, ob man was falsch gemacht hat (hatte ich nie, da ich eh die in der Beziehung war, die mehr gegeben hat)
    - Eifersucht auf die Neue (hatte ich auch nie, sie ist mir egal)
    - naja und natürlich echte Verzweiflung über den Verlust (die hatte ich zumindest, aber nur seeeehr kurz)

  9. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    Interessanter Gedanke, dein Eingangspost.

    Vielleicht ist deine mangelnde Verzweiflung eher ein Zeichen, dass du ihn geliebt hast und ihr das ausgelebt habt. Mit seinem Betrug war das dann eben beendet.

    Gerade hier in der BriCom erlebt man ja oft tiefste wochenlange Verzweiflung, wenn nach einem oder auch 20 Dates keine SMS mehr kommt... oder so. Da werden ungelebte Wünsche und Träume betrauert. Man vermisst die Liebe, obwohl oder vielleicht genau deshalb, weil man sie nie hatte.

    Du hattest die Liebe, jetzt ist sie zu Ende.

    Normaler Vorgang.

    Freu dich und sei offen für Neues

  10. Inaktiver User

    AW: Im Nachhinein: gar nicht geliebt???

    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Vielleicht ist deine mangelnde Verzweiflung eher ein Zeichen, dass du ihn geliebt hast und ihr das ausgelebt habt. Mit seinem Betrug war das dann eben beendet.

    Gerade hier in der BriCom erlebt man ja oft tiefste wochenlange Verzweiflung, wenn nach einem oder auch 20 Dates keine SMS mehr kommt... oder so. Da werden ungelebte Wünsche und Träume betrauert. Man vermisst die Liebe, obwohl oder vielleicht genau deshalb, weil man sie nie hatte.
    Ich habe mich das auch gefragt. Bei den paar Beziehungsanbahnungen, die ich hatte (d.h. 1-3 monate treffen) fand ich mich nach deren Beendigung auch in groesster Verzweiflung wieder und fragte mich warum? Ich wollte es nicht weiterfuehren, dafuer gab es gute Gruende, aber auf der anderen SEite warum diese Verzweiflung? Kann es sein dass es dieses Gefuehl des nie satt-werdens ist (nach einigen Versuchen mit Maennern) waehrend nach Beendigung einer laengeren Beziehung dieses Gefuehl des verhungerns nicht aufkommt.

    Dann werden nur die wahren Trauergefuehle gespuert ohne dass noch Hormone, Fragen und sonstiges dazukommt?

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