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    Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Mich würde mal interessieren, was ihr unter Egoismus versteht und wieviel richtig ist? Finde es ist manchmal ein schmaler Grat...

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    hi arwen, ich habe bei solchen fragen, die menschliches empfinden betreffen, immer große probleme mit der wertung "richtig".

    "richtig" impliziert, dass es eine messlatte mit einer skala von "falsch" bis "richtig" gibt. und das ist ja nicht so. ein verhalten kann in einer situation richtig sein, und genau das gleiche verhalten in einer anderen situation "falsch".

    es geht doch eher um angemessen-sein. nicht um falsch oder richtig. (die systemische beratung, therapie etc. arbeitet ausschließlich mit dieser begrifflichkeit, und wenn man mal genau drüber nachdenkt, ist sie tatsächlich grundsätzlich - ja, angemessen)


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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    So wenig wie möglich, aber soviel wie nötig.

    Wichtig ist, dass man bei dem, was einem wirklich wichtig ist, seine Interessen nicht zu oft hintenan stellt. Sonst wird man unzufrieden, und es ist die Frage, ob einem die anderen für das Opfer wirklich dankbar sind. Bei Dingen, die einem nicht so wichtig sind, kann man es sich leisten, anderen entgegen zu kommen, und das sollte man dann auch tun.

    Es gibt Menschen, die gewöhnen sich schnell daran, dass man dauernd für sie Opfer bringt. Sowas sollte niemals als Selbstverständlichkeit einreißen. Und wenn man merkt, dass es so ist, muss man ganz klare Grenzen ziehen, und darf sich auch von Vorwürfen wie "Du bist ja so egoistisch geworden" nicht unter Druck setzen lassen.

    Manchmal gibt es den Konflikt, da soll man selbst auf etwas verzichten, was einem wichtig ist, damit der andere seinerseits auf etwas nicht verzichten muss, das ihm wichtig ist. Hier ist es wichtig, dass man selbst nicht immer diejenige ist, die im Konfliktfall verzichtet - egal gegenüber wem.

    Frauen wird schnell vorgeworfen, sie seien egoistisch, wenn sie ihre Interessen wahren oder durchsetzen wollen. Es herrscht immer noch in vielen Köpfen das Bild der Frau vor, die in erster Linie anderen gefällig zu sein hat. Von diesem fragwürdigen Ideal sollten emanzipierte Frauen sich befreien.

    Auf der anderen Seite sind richtig egoistische Zicken sehr unangenehme Zeitgenossinnen: Sie erwarten, dass alles genauso funktioniert, wie sie es haben wollen, und machen ein Mordstheater, wenn mal nicht alles nach ihren Vorstellungen läuft. Dieses unangemessene Divagehabe erkennt man oft daran, dass sie auch bei Kleinigkeiten ständig ihren Willen durchsetzen müssen. Oder Frauen, die es nicht ertragen, dass auch mal andere im Rampenlicht der Aufmerksamkeit stehen und dann sofort wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen müssen, Frauen, die sich nie auch mal zugunsten anderer zurücknehmen können.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  4. gesperrt

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Was ich jetzt zum Thema Egoismus schon öfters gelesen habe ist Folgendes:

    Man sollte alles tun was für einen gut ist und glücklich macht, ohne anderen zu schaden oder Personen zu verletzen.

    Aber dann frage ich mich. Wenn man sich trennt, weil entweder die Liebe fehlt, man genervt ist, es einfach nicht mehr passt etc... (es gibt ja 1000 Gründe, warum Beziehungen scheitern) und sich dann trennt ist es ja eigentlich lt. Definition Egoismus pur. Ich mache mich glücklich, aber den anderen unglücklich? Versteht ihr wie ich meine?
    Das gilt auch für andere Bereiche des Lebens... Wie seht ihr das?

  5. Inaktiver User

    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Man macht keinen anderen unglücklich durch eine Trennung,

    dass er traurig ist und das für eine gewisse Zeit ist völlig normal und auch okay aber sich selbst aufzugeben und sich selbst damit zu schaden hilft auch keinem.

    Natürlich sollte man sich seine Beweggründe zu gehen gut überlegen und die dahinterliegenden Gefühle aber wenns nicht mehr geht gehts nicht mehr, das ist gesunder Egoismus!

    Wenn der andere nach einem Jahr immer noch unglücklich rumläuft ist das seine persönliche Entscheidung und hat nichts mit der Situation mehr zu tun.

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Du machst den anderen für eine Weile unglücklich oder traurig bei einer Trennung, die nur du willst, ja.
    (Aber meistens ist der, der sich trennt, auch nicht direkt total happy. Der ist ja auch traurig, dass es so gekommen ist)

    Insgesamt ist es aber für den anderen ja auch besser, wenn ihr getrennt seid, als wenn ihr zusammenbleibt, obwohl du das gar nicht mehr möchtest. Das wäre ja eine Art von Betrug.

    Für beide ist es langfristig besser und glücklichmachender, wenn man sich dann trennt.
    Weil dann für beide die Chance besteht, einen Partner zu finden, der einen wirklich will.

    Egoismus hat nichts damit zu tun, dass man anderen NIE weh tut, andere NIE verletzt. Das geht nicht. Für sich selbst nicht, für andere nicht. Manchmal muss man sogar sich selbst ein bisschen verletzen, damit es einem langfristig wieder besser geht (sich aus einer üblen Beziehung "rausschneiden" z.b) Manchmal muss man einfach abwägen. Manchmal kann man nur zwischen Pest und Cholera auswählen.

    Und man kann eine Trennung auf die harte Tour durchziehen oder auf eine Weise, bei der man sich danach noch in die Augen sehen kann.

    Man kann aber andere auch unnötig verletzen, mutwillig verletzen, sich über deren Wünsche und Bedürfnisse einfach drüber hinwegsetzen, Hauptsache man selbst hat was man will.

    Ich glaube, man kann sehr wohl egoistisch sein ohne gleichzeitig wie eine Dampfwalze durch das Leben und die Gefühle der anderen zu rollen.

    LG
    Hexl
    The difference between try and triumph is just a little "umph"

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen

    Aber dann frage ich mich. Wenn man sich trennt, weil entweder die Liebe fehlt, man genervt ist, es einfach nicht mehr passt etc... (es gibt ja 1000 Gründe, warum Beziehungen scheitern) und sich dann trennt ist es ja eigentlich lt. Definition Egoismus pur. Ich mache mich glücklich, aber den anderen unglücklich? Versteht ihr wie ich meine?
    Das gilt auch für andere Bereiche des Lebens... Wie seht ihr das?
    ja, ich verstehe, was du sagen möchtest, aber: alles, was du tust, hat auswirkungen auf andere, du kannst schlichtweg nicht in einer menschlichen gemeinschaft leben, ohne dass es - mal erfreuliche, mal unerfreuliche - auswirkungen auf andere menschen hat.

    wenn du in einer beziehung unglücklich bist und dich trennst, weil du begriffen hast, dass ihr als paar nicht glücklich sein könnt (weil ihr einfach in vielen dingen nicht zusammen passt oder weil einer in der beziehung den anderen misshandelt oder betrügt oder man sich auch einfach auseinander gelebt hat!), dann muss man sich trennen. was wäre nämlich die alternative? dass du unglücklich bleibst (und ist das angemessener, nur damit der andere möglicherweise nicht unglücklich ist? nein.)

    leben ohne unglücklichsein gibt es nicht. sehr viel könnte allerdings glücklicher ausgehen, wenn mehr miteinander geredet würde! auch da fliegen dann zwar vielleicht manchmal die fetzen, aber dinge können geklärt werden, man kann aus dem besprochenen lernen (wenn man denn dazu bereit ist!) und mit dem gelernten erfahrener weiterleben. und möglicherweise unglücklich machende situationen vermeiden.


  8. Inaktiver User

    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zum Thema Egoismus aus philosophischer Sicht von David Precht:

    Guggt Ihr: Egoismus - Nur anerzogenes Verhalten ? Richard David Precht bei Planet Wissen - YouTube

  9. Moderation

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen
    Mich würde mal interessieren, was ihr unter Egoismus versteht und wieviel richtig ist? Finde es ist manchmal ein schmaler Grat...
    Egoismus würde ich rein lexikalisch immer negativ bewerten. Egoismus ist, was stattfindet, wenn man (kurz- bis mittelfristiges) Eigeninteresse zum Maß aller Dinge macht.

    Allerdings betrachte ich es als wünschenswert, nicht andere Leute einspannen zu müssen, um seinen Kram auf die Reihe zu kriegen, und um seinen Kram auf die Reihe zu kriegen, ist es nötig, sein mittel- und langfristiges Eigeninteresse im Auge zu behalten. Wer all sein Geld zum Paster trägt (der auch den Wunsch nach Zaster hegt) der muß seine Freunde anschnorren, um die Miete zu zahlen: Dan kann's ja wohl nicht sein mit dem Altruismus. Und auch seine eigene körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten, seine Energie zu regenieren, ein Leben aufzubauen, in dem man sich leisten kann, großzügig zu sein: Das erfordert erst mal eine Aufmerksamkeit für die eigenen Möglichkeiten und Bedüfrnisse, die in einem beliebigen Moment durchaus als egoistisch rüberkommen kann.

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen
    Man sollte alles tun was für einen gut ist und glücklich macht, ohne anderen zu schaden oder Personen zu verletzen.
    Wasch mich aber mach mich nicht nass...

    Ich habe ehrlich gesagt Probleme mit dem Begriff Egoismus selbst.
    Meist wird er verwendet, um andere Menschen davon abzuhalten, ihre Bedürfnisse zu formulieren und sich womöglich handfest dafür einzusetzen.

    Um nicht für egoistisch gehalten zu werden, formuliert man dann noch nicht mal die eigenen Wünsche.
    Und dann hat der (gut versteckte) Egoismus der anderen gewonnen. Sozusagen Konfliktfrei.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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