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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    ja, ich verstehe, was du sagen möchtest, aber: alles, was du tust, hat auswirkungen auf andere, du kannst schlichtweg nicht in einer menschlichen gemeinschaft leben, ohne dass es - mal erfreuliche, mal unerfreuliche - auswirkungen auf andere menschen hat.
    Ganz genau. Der Anspruch, andere nie durch die Folgen des eigenen Handelns zu verletzen, ist in der Realität nicht einzuhalten. Das darf man sich gar nicht erst vornehmen. Ich finde, es ist schon viel, wenn man sie bewusst macht, dass man mit seinem Handeln einen anderen Menschen verletzen wird und überlegt, was man tun kann, um die Verletzung zumindest abzumildern.

    Ich glaube, wenn man sich bewusst macht, dass man immer wieder andere Menschen verletzt und enttäuscht, auch ohne das zu wollen, dann kann man vielleicht auch mit den Verletzungen, die andere Menschen einem selbst zufügen, etwas milder umgehen - zumindest nach einer gewissen Zeit.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Es ist nicht möglich, in einer Gemeinschaft zu leben, ohne irgendwann andere Menschen zu verletzen. Das gehört zwangsläufig zum Leben. Aber es sollte nicht unnötig oder leichtfertig geschehen. Das kann man erwarten.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  3. Inaktiver User

    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Wasch mich aber mach mich nicht nass...

    Ich habe ehrlich gesagt Probleme mit dem Begriff Egoismus selbst.
    Meist wird er verwendet, um andere Menschen davon abzuhalten, ihre Bedürfnisse zu formulieren und sich womöglich handfest dafür einzusetzen.

    Um nicht für egoistisch gehalten zu werden, formuliert man dann noch nicht mal die eigenen Wünsche.
    Und dann hat der (gut versteckte) Egoismus der anderen gewonnen. Sozusagen Konfliktfrei.
    Das finde ich sehr treffend formuliert. Der Egoismus-Vorwurf eignet sich hervorragend als Kampfargument. Wer möchte sich schon unterstellen lassen, er sei egoistisch?

    Wenn es darum geht, dass man anderen durch das eigene Handeln verletzt oder schadet, muss man auch abwägen, ob es wirklich ein langfristiger Schaden ist. Wie hier schon am Beispiel Beziehung erläutert wurde: manchmal wird der Schaden für den anderen auf Dauer nur noch größer.

    Und wenn es an die eigene Existenz geht ist Egoismus doch eine völlig normale menschliche Reaktion. Es wird einem keiner Danken, wenn man sich selber aufopfert.

  4. gesperrt

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

    Über welchen Spruch ich die letzte Zeit sehr oft nachdenken muss ist folgender:

    "Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu"

    Kennt bestimmt jeder von uns und ich finde den schon sehr gut, aber ist der wirklich immer/oft einzuhalten?

    Folgende Beispiele:
    Ich möchte eigentlich nicht verlassen werden ----- also sollte ich auch niemand verlassen

    Ich möchte nicht, dass über mich geläster wird ----- also darf/sollte man nie lästern

    Ich fühle mich ungerecht behandelt, bin verärgert oder wütend und möchte mich wehren, "rächen" etc --- sollte man auch nicht machen


    Diese Liste lässt sich wahrscheinlich beliebig fortsetzen, aber ich denke ihr wisst was ich meine. Wie steht ihr dazu? Und vor allem, was ist wenn man Dinge tut, die vll. nicht ganz ok sind, aber für einen gerade "richtig" oder "wichtig", ist man dann schlecht oder stimmt etwas nicht usw..?

  5. gesperrt

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Ein gutes solides Mass an Egoismus ist wichtig. Zuerst muss ich für mich selbst schauen und dafür sorgen, dass ich gut genährt und kräftig und ausgeschlafen und ausgeruht bin. Wenn das erfüllt ist, und ich dann noch Ressourcen übrig habe, kann ich die dann gerne für meine Mitmenschen verwenden. Allerdings nicht als Routine-Dienstleistung, die irgendwann einfach erwartet wird, sondern wann ich will und wie ich will.

    Egoismus heisst auch, dass ich gewisse Dinge einfach nicht mehr tue. Ich würde zB in keinem Verein Protokolle führen, obwohl ich das gut kann. Ich hab das schon so oft getan, jetzt dürfen auch mal andere ran. Ich würde ja schliesslich auch nicht andern die Schuhe binden,nur weil ich das gut kann.


    Gefühle von Ärger und Wut versuche ich, sie entweder dort zu deponieren, wo sie hingehören: "Du hast mich so aufgerecht mit deiner Unzuverlässigkeit. Tu das nie wieder !" Oder ich würde sie an einem Ort deponieren, wo nicht Unbeteiligte darunter leiden müssen. Also zB in Sport und körperlicher Arbeit.

    Lästern... tu ich nicht gern. Ich habe es mir angewöhnt, meine Sprache zu überwachen und entweder Positives über andere Menschen zu sagen, oder zu schweigen. Negatives sage ich dann, wenn es in einem zB beruflichen Kontext angemessen ist. Aber sonst nicht. Das Bedürfnis, mir das Maul zu zerreissen, hält sich glücklicherweise auch in engen Grenzen, also fällt mir das nicht schwer.

    grüsse, barbara

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    @ Arwen
    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen
    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

    Über welchen Spruch ich die letzte Zeit sehr oft nachdenken muss ist folgender:

    "Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu"

    Kennt bestimmt jeder von uns und ich finde den schon sehr gut, aber ist der wirklich immer/oft einzuhalten?

    Folgende Beispiele:
    Ich möchte eigentlich nicht verlassen werden ----- also sollte ich auch niemand verlassen

    Ich möchte nicht, dass über mich geläster wird ----- also darf/sollte man nie lästern

    Ich fühle mich ungerecht behandelt, bin verärgert oder wütend und möchte mich wehren, "rächen" etc --- sollte man auch nicht machen


    Diese Liste lässt sich wahrscheinlich beliebig fortsetzen, aber ich denke ihr wisst was ich meine. Wie steht ihr dazu? Und vor allem, was ist wenn man Dinge tut, die vll. nicht ganz ok sind, aber für einen gerade "richtig" oder "wichtig", ist man dann schlecht oder stimmt etwas nicht usw..?
    Dieser Satz wurde erfunden, damit man sich nicht selbst außerhalb der Regeln stellt, die ein gut funktionierendes Zusammenleben ermöglichen, also dass es für einen selbst keine Privilegien gibt, nur weil man auch eigene Interessen hat.

    Man kann natürlich nicht garantieren, dass man niemanden je verlässt - aber dann sollte es zumindest nicht leichtfertig, wegen Popelkram oder aus einer bloßen Laune heraus geschehen. Dann kann man den Satz abwandeln in "Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg leichtfertig auch keinem anderen zu." Und man kann dafür sorgen, dass es in einer anständigen Form geschieht, also z.B. keine Trennung per SMS. Wer jemanden verlässt, muss dessen Trauer und Wut auch ein Stück weit aushalten können, einfach abzutauchen, ohne eine Aussprache zu ermöglichen, ist feige.

    Wenn man dagegen lästern für unsäglich hält, dann sollte man selbst auch drauf verzichten.
    Dieser Verzicht tut Dir nicht weh.

    Und dass Du Deine Grenzen wahrst, wenn jemand Deine Grenzen missachtet und Du Dich darüber ärgerst, das kann man Dir zugestehen. Hier kommt es wohl sehr auf die Form an, wie man seinen Ärger ausdrückt. Berechtigter Ärger hat durchaus seine Legitimation und seinen Platz.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen

    Man sollte alles tun was für einen gut ist und glücklich macht, ohne anderen zu schaden oder Personen zu verletzen.


    ?
    mein empfinden ist wichtig und ich schaue auf mich, ich bin mir wichtig und darum auch manchmal egoistisch.
    Geändert von lara1803 (10.02.2012 um 15:39 Uhr)
    "Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"

    Friedrich Nietzsche

    "Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!

    "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen
    Aber dann frage ich mich. Wenn man sich trennt, weil entweder die Liebe fehlt, man genervt ist, es einfach nicht mehr passt etc... (es gibt ja 1000 Gründe, warum Beziehungen scheitern) und sich dann trennt ist es ja eigentlich lt. Definition Egoismus pur. Ich mache mich glücklich, aber den anderen unglücklich? Versteht ihr wie ich meine?

    Wie seht ihr das?
    es kann auch sein dass du den anderen nur am anfang unglücklich machst und er später das ganze anders sieht, denn eine unzufriedene und unglückliche (nicht streckenweise unzufrieden sondern hautpsächlich) kann auch für den anderen nicht befriedigend sein.
    "Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"

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  9. gesperrt

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Kann man dann eigentlich das eigene Glück auf dem Unglück des Anderen aufbauen?
    Also wenn ich mich trenne und der andere ist kreuzunglücklich, kann man dann selber überhaupt glücklich sein oder wird einen diese "Schuld" immer verfolgen?

  10. gesperrt

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    AW: Wieviel Egoismus ist "richtig"?

    Zitat Zitat von arwen2782 Beitrag anzeigen
    Kann man dann eigentlich das eigene Glück auf dem Unglück des Anderen aufbauen?
    Also wenn ich mich trenne und der andere ist kreuzunglücklich, kann man dann selber überhaupt glücklich sein oder wird einen diese "Schuld" immer verfolgen?
    jeder Erwachsene ist selbst für sein Gemüt verantwortlich. Natürlich sind Trennungen schmerzhaft - aber sie haben auch Gründe, und diese Gründe wurden wohl ausgesprochen und haben sich darauf nicht verändert, dann ist irgendwann eine Trennung unumgänglich.

    Umgekehrt gedacht: Kann es denn sein, dass dein Partner sein Glück auf deinem Unglück IN der Beziehung aufbaut? - wohl auch nicht.

    Es gibt ein Leben nach der Trennung, und der Schmerz geht vorbei. Deine erste Verpflichtung ist jene gegenüber dir selbst - und wenn du gut für dich selbst sorgt, können noch Ressourcen da sein, um das Leben anderer Menschen zu verschönern.

    grüsse, barbara

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