Ich weiß nicht, ob ich in jedem Fall trendy lebe. Teilweise ändert sich einiges schon durch die ständige Erreichbarkeit zum Guten, wie zum Schlechte. Ich habe sogar schon angefangen das Buch Die 4-Stunden-Woche zu lesen, wirken tut es noch nicht. Manche Probleme lassen sich leider auch nicht aussitzen. Da sind oft noch nicht mal Perfektionsansprüche dahinter. Ich denke, dass das auch nicht für alle so zutrifft, wie jetzt hier im Strang der Tenor ist.
Bei manchen Dingen bin ich jetzt im Rahmen meines Stresses auch dabei zu vereinfachen, zu dirigieren und mich rauszuziehen, wie und wo es eben geht. Wenn akuter Handlungsbedarf besteht und mein Fortkommen davon abhängt, ist das sicherlich nicht immer einfach.
Gewicht zu halten sehe ich jetzt nicht wirklich als Stress an oder etwas was ich irgendwie ständig kommunizieren müsste, um da nochmals und nochmals Bestätigung zu bekommen oder jemanden mit der Unterhaltung zu beschäftigen, ob ich noch ein Dessert mir leisten könnte zu essen. Klamotten, gut, da könnte ich manches Mal wirklich wesentlich unkomplizierter sein und mehr auf klassische Sachen setzen und auf wesentlich weniger, welche ich dann auch mal 2-4 Jahre trage. Das würde einiges vereinfachen und sehe wahrscheinlich manchmal sogar besser aus als jetzt. Vielleicht sollte ich ja mal eine echte Klamottendiät machen? :-)
Was ich sonst noch rauslese, ist, dass es in unserer werbungsintensiven Informationsgesellschaft oft gar nicht so einfach ist ein ruhiges, gelassenes Leben zu leben und dabei seinen eigenen Weg zu gehen und damit glücklich zu sein.
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13.12.2011, 21:48Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
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13.12.2011, 21:55Inaktiver User
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13.12.2011, 23:27
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
ich glaube, ich kann ein grosses Dankeschön an mein Faulheitsgen schicken. sobald es zuviel wird, zieht es innert kürzester Zeit die Handbremse.
grüsse, barbara
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14.12.2011, 07:40
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Geht mir ähnlich.
Zudem hab ich nur höchst selten das Gefühl, was zu verpassen. Und ich glaube, das spielt beim Dauerstress auch eine ganz gewichtige Rolle. Diejenigen, die ich kenne, die ständig von Termin zu Termin hetzen, sind nämlich auch diejenigen, die kreuzunglücklich sind bei der Vorstellung, irgendwo nicht dabei sein zu können. Lieber ringt man sich noch irgendwo eine Stunde ab, als einfach mal nein zu sagen und sich gemütlich aufs Sofa zu legen. Ist halt auch eine Entscheidung.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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14.12.2011, 08:02Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Das denke ich nicht. Auf Angestellte mag es so wirken, als ob Unternehmer bzw. Selbständige mehr Zeit hätten, weil sie auch untertags mal einen Freizeittermin einschieben können. Wer mich nachmittags durch den Wald laufen sieht, denkt sicher auch, ich habe nichts zu tun.
Tatsache ist, dass man diese Zeit abends wieder einarbeitet, wenn die Angstellten ihre Freizeit genießen.
Grauenvoll. Eigentlich kann man solchen Leuten nur antworten, ob sie es umwelttechnisch verantworten könnten, nur zu ihrem Vergnügen durch die Welt zu jetten wo jeder weiss, dass das umweltschädlich ist.
Ich denke, das ist eine der wichtigsten Einsichten. Wer versucht, alles mit zu machen und alle Optionen zu leben überfordert sich ebenso wie jemand, der aus der allgegenwärtigen Informationsflut nicht das für sich Wichtige herausfiltern kann.
Sich zu entscheiden, was man wirklich braucht und gezielt zu wählen dürfte in Zukunft eine der wichtigsten Fähigkeiten sein.
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14.12.2011, 10:44
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
@ Malina
Und das heißt dann, dass die armen berufstätigen Mütter ihr eigenes Bedürfnis nach Ruhe opfern? Klar, im Job ist man tatsächlich am wenigsten selbstbestimmt und man ist für den Lebensunterhalt drauf angewiesen.Und wenn ich nicht allem gerecht werden kann, dann muss ich entscheiden, welche Peer Group mir gerade am wenigsten wichtig ist, wo ich mich am ehesten entziehen kann. Im Job bin ich am wenigsten selbstbestimmt, im Kindergarten leidet womöglich das Kind, wenn es als einziges ohne selbstgebastelte Schweinchenlaterne zum Martinsumzug kommt, und das Fingerfood zuzubereiten macht mir von allem am meisten Spaß. Und schon stecke ich in der Falle.
Ich weiß auch, dass es für Kinder nicht leicht ist, den Helden zu spielen, sie möchten sich in dem Alter noch nicht unbedingt von der Masse ihrer Altersgenossen abheben. Aber ich denke, es ist wichtig, auch Kindern beizubringen, dass es keinen Sinn macht, jeglichem sozialen Druck nachzugeben – denn die Zumutungen werden schnell immer mehr: Heute die Markenkinderklamotten, morgen das iphone, übermorgen die Geburtstagsparty mit Bespaßung durch Zauberer, Clown und Akkordeonspieler, obwohl im entsprechenden Alter nichts davon wirklich nötig wäre.
Also sucht man beim Kauf eine besonders schöne Laterne aus und macht das Kind darauf aufmerksam, dass die Laterne doch genauso schön ist wie die anderen selbstgebastelten.
Man kann dem Kind auch ruhig sagen: „Mama hat nicht immer genügend Zeit, um selbst etwas zu basteln, zu backen oder zu kochen. Das Wichtigste ist doch, dass das, was sie mitbringt, schön genug ist oder gut schmeckt.“ Oder man sagt: „Dafür gibt es das nächste Mal wieder das selbstgemachte Fingerfood!“
Ich glaube, Mütter tun weder sich noch ihren Kindern einen Gefallen, wenn sie vor jedem Gequengel „Das haben die anderen alle auch“ (ein uralter Kindertrick!) kapitulieren oder gar in vorauseilendem Gehorsam alle möglichen Prestige- oder Konsumwünsche der Altersstufe ihres Kindes erfüllen, damit es bloß nicht ausgegrenzt wird. Denn damit heizen sie diese widerwärtige Perfektions- und Konsumspirale in der Kindheit immer noch mehr an – es gibt dann keinen mehr, der sich dem widersetzt, und im Ende arbeiten sich Eltern tot, um die blödsinnigen Prestige- oder Konsumwünsche ihrer Kinder zu erfüllen. Und die Kinder lernen nie, dass das Geld und die Zeit ihrer Eltern endlich sind, und dass bei knappem Budget und knapper Zeit andere Prioritäten gesetzt werden müssen als Prestige- und Konsumwünsche.Geändert von Latona (14.12.2011 um 11:20 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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14.12.2011, 10:57Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Ja, sehe ich ganz genau so.
Es ist nur gut, wenn Kinder rechtzeitig lernen, nicht immer mitzuschwimmen, sondern sich auch mal selbst Gedanken um ihr Verhalten zu machen - und Unterstützung darin finden, sich diesem Konsumwahn zu widersetzen.
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14.12.2011, 12:17Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Schwierig, wenn Eltern sich über ihre Kinder definieren. Sozusagen MEIN Kind hat aber auch ein IPhone. Da geht es dann letztlich gar nicht mehr um die Bedürfnisse der Kinder - sondern um die eigenen, die auf das Kind projeziert werden. Was das letztlich bedeutet... Fühlt ein Kind sich um seinetwillen noch geliebt?
Aber Wasser auf die Mühlen der Wirtschaft: Das Kind setzt Besitztum mit Geliebtwerden gleich...
Und weiter geht's...
Wobei ich es schon verstehen kann. Man möchte den Sprössling nicht leiden sehen. Aber genau das muss das Kind schon lernen. Man kann im Leben nicht alles haben. Und je eher man das lernt und verinnerlicht, desto besser?!
Aber schwierig ist es schon, wenn die anderen Kinder sich alle gegenseitig anrufen und Termine abmachen, sich SMSen usw. und das eigene Kind, kann nicht mitmachen. Wenn's noch ein paar andere gibt, die das auch nicht können, okay. Aber ganz alleine dazustehen - das ist auch ganz schön doof.
LG
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14.12.2011, 12:30
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Wobei, man macht sich (wenn man nicht wirklich eine der ganz glücklichen ist) den Streß ja nicht nur selber, das muß man auch berücksichtigen. Die Angst vor Jobverlust und Abstieg ist immens und wird geschürt, um die Leute in die Selbstausbeutung zu treiben. Fehler werden oben gemacht und unten ausgebadet. Es fehlt ein Gefühl von Sicherheit, und das nagt an allen, und macht alle unleidlich, risikoscheu und bereit, jeden anzublaffen, der den geordneten Betrieb durcheinanderbringt.
Sich dem zu entziehen ist wesentlich schwieriger, als mal auf die selbstgemachten perfekt verzierten gefüllten Schokoladenplätzchen zu verzichten, und besagte perfekte Schokoladenplätzchen könne durchaus, trotz der Zeit und Aufmerksamkeit, die sie fressen, als ein Gegengift zu der permanenten Furcht, unzulänglich zu sein und in der Gosse zu landen, wirken. Denn bei den Plätzchen hat man es in der Hand, ob die was werden (Ofenversagen mal ausgelassen), wenn sie großartig werden, ist man doch wohl nicht so ein Totalversager, und wenn sie danebengehen waren es ja nur Plätzchen.
Wenn ich nur faul bin, werde ich trübsinnig, weil mir Erfolgserlebnisse fehlen. Wenn ich nicht faul genug bin, werde ich erst high, dann hyper, und dann explodiere ich. Wie so oft, irgendwo in der Mitte liegt das Glück...
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14.12.2011, 12:37
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
[QUOTE=Latona;14478976Ich weiß auch, dass es für Kinder nicht leicht ist, den Helden zu spielen, sie möchten sich in dem Alter noch nicht unbedingt von der Masse ihrer Altersgenossen abheben. Aber ich denke, es ist wichtig, auch Kindern beizubringen, dass es keinen Sinn macht, jeglichem sozialen Druck nachzugeben – denn die Zumutungen werden schnell immer mehr: Heute die Markenkinderklamotten, morgen das iphone, übermorgen die Geburtstagsparty mit Bespaßung durch Zauberer, Clown und Akkordeonspieler, obwohl im entsprechenden Alter nichts davon wirklich nötig wäre.
[/QUOTE]
Ich glaube, richtig schwierig ist das weniger bei Konsum als viel mehr bei Zeit. Die Weihnachtsfeier im Kindergarten, das Sommerfest, sonstige Eltern-Kind-Aktivitäten. Das dann womöglich noch mal zwei, und schon ist der Kalender voll mit wichtigen Terminen. Ich kann schon verstehen, dass man sich davon eben so schwer abgrenzen kann wie von beruflichen Terminen. Und in meinem Umfeld sind es zu 99% die Mütter, die diese Termine wahrnehmen, weil sie ja nur Teilzeit arbeiten. Was aber eben auch viel Hetze und Koordination bedeutet.
Ich bin wirklich kein Befürworter der Hausfrauenehe und finde es gut, wenn Frauen arbeiten gehen. Das Fatale ist halt, dass zeitlich zu diesem Trend auch der Trend entstand, dass Kinder nicht nur betreut, sondern auch umfassend gefördert, die Eltern umfassend eingebunden werden müssen. Vielleicht wäre es manchmal ehrlicher den Erzieherinne zu sagen, sorry, aber wir können nicht noch basteln, backen, klöppeln und schnitzen. Wir sind froh, wenn unsere Kinder hier gut aufgehoben und betreut sind und wir sie abends abholen können. Aber letztlich will man sich in keinem Bereich die Blöße geben, den Anforderungen nicht zu genügen.
Ich hätte es als Kind sicherlich auch gehasst, wenn meine Mutter dann nie irgendwo erschienen wäre.
Ich glaube, dass ein Aussteigen aus dem Teufelskreis der Überforderung möglich aber nicht unbedingt einfach ist. Man muss wohl einfach mal mit einer Prioritätenliste anfangen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)



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