@ wildwuselIch kann auch Überstunden abfeiern. Ich finde, sowas ist einfach ein Gebot der Fairness gegenüber dem Arbeitnehmer, jedenfalls bei tariflich angestellten Mitarbeitern. Bei übertariflichen Mitarbeitern kann es durchaus sein, dass sie nicht alle Überstunden geltend machen können, dafür werden sie übertariflich bezahlt.
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12.12.2011, 16:02
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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12.12.2011, 16:20Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Aber einem Burnout vorzubeugen heißt ja auch, für genügend Ausgleich zu sorgen. Dass er nicht sein soll/darf, heißt ja nicht, dass er nicht kommen kann, und Deinen Dauereinsatz finde ich schon heftig.
Mich würden Deine Methoden interessieren: Wonach wählst Du aus? Im Beruflichen liegt die Wahl ja nicht immer bei einem selbst, und speziell im Arbeitsfeld meiner Freundin, aber auch in meinem, kann es einfach passieren, dass die Quantität der Aufgaben anwächst. Wie wirst Du "nicht zu angespannt"?
Ich merke auch, dass sich dieses Thema nicht mehr aufs Berufliche beschränkt, sondern auch den Privatbereich erreicht hat. Familiäre Verpflichtungen, ein weitverstreuter Freundeskreis, Hobbies, die Zeit einfordern - ich erlebe mich deutlich mehr "im Hamsterrad" als beispielsweise als Studentin.
Wie gesagt, dass das mal so ist, finde ich nicht das Problem. Ich habe aber Sorge davor, dass dies wirklich ein Dauer-/Normalzustand sein soll, denn wie - und daher auch meine Fragen oben - kann dies dauerhaft bewältigt werden? Ich kann nicht in allen Bereichen eine Wahl treffen. Im Privaten finde ich es unschön, aber leider notwendig, bestimmte Kontakte oberflächlich zu halten bzw. aufzugeben, denn an der Anzahl der Stunden pro Tag ändert sich ja nicht viel.
Mein Arbeitgeber lässt uns auch die Freiheit, aufgebaute Überstunden an passender Stelle abzubauen, was ich auch, wann immer es geht, tue. Einen gewissen "Rucksack" an Überstunden trage ich jedoch seit Ewigkeiten mit mir herum, das geht einfach nicht abzufeiern.
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12.12.2011, 16:29
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
@ naturepure
Ein Burn-Out (bzw. eine Erschöpfungsdepression, ich mag diese Modediagnose Burn-Out nicht) fragt aber nun wirklich nicht danach, ob du sie dir gerade leisten kannst. Ich frage mich wirklich, wo bei dir bei einer 60-Stunden-Woche noch Zeit für dein Kind oder gar für dich übrig bleibt. Ich nehme mal an, dass dazu noch Fahrtzeit kommt. Ich finde den Anspruch, so etwas über einen längeren Zeitraum wuppen zu können, mittlerweile ziemlich unmenschlich.Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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12.12.2011, 16:32
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
hallo zusammen,
ich glaube, denke, meine, es geht nicht so sehr um "druck" im allgemeinen - sondern darum, wer ihn macht. ich teile viele eurer beobachtungen, auch mit blick auf mich selbst - aber ich selbst erlebe druck vor allem dann als unangenehm, wenn ich dabei extrem fremdbestimmt bin.
also: wenn ich im job auf unabsehbare zeit bis 20, 21 h ranmuss, und auch die wochenenden nicht planen kann. da bin ich inzwischen aber so grantig, dass ich mich da relativ früh beschwere und auf planungssicherheit dränge. (das kann man mal ein halbes jahr durchziehen, finde ich, aber nur, wenn es dann auch "so ist" - ich mich also darauf verlassen kann, dass ich das WE arbeite/nicht arbeite - und dann reicht es auch)
ich glaube, viele von uns haben mittlerweile auch eine derartig durchstrukturierte "freizeit", dass da die autonomie abhanden kommt. ich würde zum beispiel wahnsinnig gern wieder singen, chor, band, whatever - aber die große hürde dabei ist, dass ich mich nicht festlegen will. denn damit geht mir mindestens ein abend die woche flöten, alle vier- acht wochen ein probe-/auftrittswochenende... und wenn, will ich es "ganz" machen. und da sind dann verpflichtende termine echt blöd - und wie ihr auch beobachtet habt: mit freunden habe ich mich dann noch nicht getroffen, kino, theater und ähnliches hat auch noch nicht stattgefunden, etc.
ich denke, da hilft nur ein klares wissen darum, was kann ich, was will ich, und was bin ich bereit, dafür im übertragenen sinne "zu zahlen"? abgrenzung gegenüber dem sozialen und beruflichen umfeld ist da auch ein wichtiges stichwort, meiner ansicht nach.
ach und @catamarana, stichwort "hamsterrad": das kenne ich auch, dieses gefühl, dass man heute ganz doll drinsitzt - früher war halt der tag nicht zum großen teil durch den job gebunden. wenn ich denke, was ich da gemacht habe... studium, nebenjob, reitbeteiligung, chor und und und... aber: ich MUSSTE ja nicht zwingend in jedes seminar marschieren. das hat es auch mal eine woche ohne mich ausgehalten. aber "einfach so" nicht arbeiten gehen... geht halt nicht...
findet
die ratte
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12.12.2011, 16:40Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Sagen wir mal so, ich muss derzeit einfach stark sein und voran gehen, da hängt noch mein Kind mit dran und das ist mir wichtig, sowie ein paar andere. Vielleicht wähle ich für mich einiges aus und wie es eben geht und ich habe irgendwie noch die Hoffnung und das Vertrauen in mich, dass ich das schaffe, da ich auf einem guten Weg bin. Einiges hat sich ja schon gebessert. Die lästige Hausarbeit bin ich weitestgehend los.
Einige Zeit habe ich gemerkt, dass ich nur noch verspannt durch die Gegend gelaufen bin. Da habe ich dann gegengesteuert mit Bädern, Kopfmassage, anderer Haltung, Ernährungsumstellung und Änderung der Einstellung zu den Dingen. Vielleicht bin ich erwachsener geworden und bereit zu kämpfen? Auf der anderen Seite nehme ich ggf. die Dinge an, wie sie sind, kann mir vielleicht gar nicht leisten übermäßig lange darunter zu leiden, sondern muss sie irgendwie lösen und ich habe für mich klare Ziele, wo ich hin will in meinem Leben.
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12.12.2011, 16:41Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Nein, das habe ich sehr gut gelöst und arbeite teilweise von zu Hause und bin da präsent und da für mein Kind. Sonst würde ich es lieber lassen. Ich gestalte mir das schon so, dass ich alles unter einen Hut bekomme. Klar fragt das Burn-Out nicht, aber ich denke, dass man einen Teil mit selbst in der Hand hat und den packe ich eben an.
Geändert von Inaktiver User (12.12.2011 um 16:54 Uhr)
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12.12.2011, 17:01
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
@ Bisamratte
Stimmt genau!
Wenn ich irgendwo auf einer Bühne als Teil eines Ensembles Ruhm einheimsen will, dann werde ich um regelmäßiges Üben, Probe- und Aufführungstermine nicht herum kommen. Ist mir das zuviel, weil es mir zu wenig Zeit für Freunde und spontane Unternehmungen lässt, dann muss ich mir halt andere Möglichkeiten überlegen, wie ich mein Ego aufpolieren kann. Außerdem kann man auch ganz unambitioniert in der Badewanne singen.
Oder man gründet bewußt einen Liederkreis, wo nur für sich gesungen wird, ohne Auftritte.
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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12.12.2011, 17:18Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?
Richtig.
Neben unserer Berufsarbeit basteln wir permanent unter unserer Selbstoptimierung und der unserer Kinder (wobei Kinder vorwiegend als formbare Produkte ihrer Eltern begriffen werden).
Wir stehen in einem dauernden, selbst gewählten Konkurrenzkampf, wer die tollste, die Perfekteste mit der optimalsten Beziehung und den höchst begabten Kinder ist. Grauenvoll, aber alle spielen wie ferngesteuert mit.
Natürlich gibt es beruflich immer wieder Zeiten, in denen man keinen Fuß auf den Boden bekommt. Bei Selbständigen ist das ohnehin selbstverständlich.
Da hilft es, woanders Ballast abzuwerfen. Bei mir bleibt dann eben vieles liegen und ich streiche Außentermine. Wirkliche Freunde haben dafür durchaus Verständnis.
Das einzige, was ich nicht streichen würde, sind Erholungszeiten: Sport, frische Luft etc. Das brauche ich, um dem Druck stand zu halten.
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12.12.2011, 17:22Inaktiver User
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12.12.2011, 19:08Inaktiver User
AW: Dauer-Druck als neue Realität?



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