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    Beziehung = Bedürftigkeit?

    Hallo ihr Lieben!

    Ich bin seit zwei Monaten Single und versuche - nach zwei langen, von meiner Seite aus gescheiterten Beziehungen - stark an mir zu arbeiten.

    Ich bin jemand, der gerne Beziehungen eingeht, aber auch jemand, der darin manchmal auch zu sehr "aufgeht". Ich habe mich auch jedesmal getrennt, weil ich auch den Eindruck hatte, zu verletzlich zu werden. Dass dort meine Baustelle liegt, weiß ich ganz genau.

    Ich bin auf dem Weg zu mir und dabei, mich selbst lieben zu lernen. Bis dato war ich immer sehr empfindlich, was manche unbedachte Bemerkungen von Exfreunden und potenziellen Partnern angeht, ich habe mich oft zu sehr über sie und ihre Meinung zu mir identifiziert.
    Dies ist mir bewusst. Auch, dass ich zwar einen starken Wunsch nach einem Lebenspartner und Kindern habe, aber auch sehr Angst vor Zurückweisung habe.

    Wie gesagt, arbeite ich momentan sehr an mir und versuche ganz bei mir zu bleiben, ich weiß auch, dass es ein Fehler wäre, vorschnell etwas neues einzugehen.

    Dennoch stelle ich mir gerade die Frage, ob überhaupt es überhaupt Beziehungen gibt, die ohne Bedürfnisbefriedigung existieren.

    Mir ist klar, dass ich erst einmal Abstand brauche, und mich selbst voll und ganz mögen muss, um dann einen Partner zu finden, der passt.
    Allerdings frage ich mich auch, ob ich mir da zu viele Gedanken mache, da mir aufgefallen ist, dass ich eigentlich keine Beziehung kenne, in der der eine oder andere, wenn nicht beide, eine große Bedürftigkeit (mehr oder weniger verdeckt) an den Tag legen, die der Partner stillen soll/will.

    Ich würde mir viele Antworten, wenn nicht sogar eine rege Debatte zum Thema wünschen.
    Wann kann man eine Beziehung führen, die frei von solchen Bedürftigkeiten ist?
    Der springende Punkt ist, sich selbst zu lieben und auch ohne Partner zufrieden zu sein. Aber wenn man erst einmal dieses Level erreicht hat - braucht man dann überhaupt noch einen Partner? Muss man bis dahin warten? Oder kann man so etwas auch in einer Beziehung lernen? Was ist der Sinn einer Beziehung, wenn man einen Punkt erreicht hat, an dem man eigentlich schon ohne rundum glücklich ist? Oder ist das nur eine neumodische, individualistische Ansichtssache?

    Entschuldigung, wenn ich ein wenig wirr geschrieben habe, ich kann die Gedanken in meinem Kopf noch nicht so ganz ordnen.
    “When you believe in a thing, believe in it all the way, implicitly & unquestionably.”

    Walt Disney

  2. Inaktiver User

    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Wenn Du mal soweit bist, dass Du erkennst das alles in Dir selbst ist was Du im außen suchst, dann ist alles weitere ein Geschenk und Bereicherung ohne Abhängigkeit.

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    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Lalunanubia, ich arbeite sehr stark daran, Zufriedenheit, Liebe und Kraft aus mir selbst zu schöpfen, habe aber auch immer mal meine Momente.

    Aber wer ist schon so weit, das immer zu spüren?
    Und wenn dieser hypothetische, buddha-gleiche Zustand immer präsent ist, was juckt mich dann noch ein Partner, wenn ich mir das selbst alles schenken kann?

    Ich frage mich nur, da ich mich momentan manchmal schon einsam fühle - wieder eine Beziehung zerbrochen (ich stehe immer noch hinter der Entscheidung dazu, dennoch), trotzdem ist da bei mir ein Wunsch nach Geborgenheit und einfach auch Familie und Zugehörigkeit.
    Und immer, wenn ich den ausdrücke, wird mir von Freundinnen über den Mund gefahren, dass ich mich doch erst selbst finden soll. Wohlgemerkt die selben, die schwanger dasitzen und unglücklich mit ihrer Beziehung sind oder darüber klagen, dass der Partner sie nicht genug liebt. Somit frage ich mich: ist Liebe nicht immer Selbstbetrug, und der Versuch eine Bedürftigkeit zu befriedigen?

    Oder gibt es hier wirklich User, die so eine Bonus-Liebe, wie von Lalunanubia beschreiben wird, leben? Wie war euer Weg dahin?

    (Ich hoffe, ich wirke nicht allzu zynisch, ich bin gerade nur etwas gedanklich aufgewühlt).
    “When you believe in a thing, believe in it all the way, implicitly & unquestionably.”

    Walt Disney

  4. Inaktiver User

    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Oh selbst ein Buddha - gleicher Zustand verlangt ab und an nach Sex *g*

    Aber es hilft durchaus wenn man sich seiner selbst sicher ist und eigentlich eben keinen Partner braucht - aber möchte!!

    Du schaffst das schon!!

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    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Hallo CookieKiller,

    wenn ich nicht zwingend erwarte, dass mein Partner meine Bedürftigkeit befriedigt, heißt das ja nicht automatisch, dass ich mich über jede Art von Zuwendung nicht trotzdem freue. Aber je weniger Erwartungen ich habe, desto freier bin ich innerlich, was eben auch die Beziehung entspannt.

    Ich glaube ohnehin, dass es totale Bedürfnislosigkeit nicht gibt. Das wäre ja letztlich auch Gleichgültigkeit. Bestimmte Erwartungen hat man letztlich an jeden Menschen, mit dem man in Beziehung tritt. Niemand möchte belogen, betrogen, versetzt, hingehalten, verletzt etc. werden. Und das allein ist ja auch schon ein Bedürfnis. Aber das ist für mich erst mal nur die Basis.

    Schwieriger ist es mit emotionalen Bedürfnissen. Je mehr Bestätigung, Zuwendung, Aufmerksamkeit ich einfordere, desto anstrengender wird die Beziehung. Wenn ich wenig brauche (von gar nichts will ich jetzt mal nicht reden), kann ich mich über alles darüber hinaus freuen, ohne ständig Angst zu haben, zu kurz zu kommen.

    Je sicherer ich weiß, dass ich notfalls auch ohne den anderen auskomme, desto eher kann ich ihn so lassen, wie er ist, weil jederzeit die Freiheit habe, zu gehen, wenn ich merke, es stimmt so nicht für mich.

    Bedürftigkeit führt zudem zu extremer Unsicherheit. Man fühlt sich abhängig vom anderen, hat ständig Angst, nicht zu bekommen, was man braucht, oder wegen der eigenen Bedürftigkeit verlassen zu werden. Zudem verliert der Partner häufig mit der Zeit die Achtung, weil er seine eigene Unersetzlichkeit erkennt und sich überlegen fühlt.

    Ich finde, man darf Bedürfnisse haben, man darf auch darüber reden und einander die Erfüllung der Bedürfnisse schenken. Aber man sollte sie nicht ständig vehement einfordern. Der Partner ist keine Wunscherfüllungsmaschine, und es gibt Bedürfnisse, die so tief und umfassend sind, dass kein Mensch sie je vollumfänglich erfüllen kann.

    Soweit mal meine unsortierten Gedanken zu dem Thema.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Zitat Zitat von CookieKiller Beitrag anzeigen
    Ich habe mich auch jedesmal getrennt, weil ich auch den Eindruck hatte, zu verletzlich zu werden.
    Mich wundert ehrlich gesagt dieser Trennungsgrund.
    Liest sich, als würdest du dich gar nicht tiefer einlassen wollen.

    Ist Verletzlichkeit nicht "normal", wenn man jemanden liebt?

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    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Hallo Dharma! Danke für deine lieben Worte. Ich fühle mich auch, als sei ich auf einem guten Wege!

    Malina, ich finde deine Gedanken sehr interessant und stimme auch im Kern damit überein. Tatsächlich ist es aber so, dass ich mich für eine starke Person halte, die aber, wenn ich anfange, richtig zu lieben, bedürftig wird. Oder vielleicht auch verletzlich. Ich versuche gerade zu lernen, dass ich nicht automatisch zurück gewiesen werde, wenn die Beziehung schwierig wird /mir der andere weh tut oder mir eben nicht das geben kann, was ich mir gerade wünsche.
    Gerade dies finde ich aber schwierig. Weil ich mich ja eigentlich öffnen will, dieses bei mir aber mit einer großen Verletzlichkeit einhergeht. Autark für mich kann ich mich stark fühlen. Oje, ich merke gerade, wie verworren das alles noch ist.

    FriendOfAlwin, ja, es ist ein komischer Trennungsgrund. Es war auch in keinem der beiden Fälle der einzige. Mein Exex hat mir sehr weh getan, da ich mich ganz auf ihn eingelassen habe. Er hat lange darum gekämpft, dass ich mich öffne. Als ich soweit war, hatte er kein Interesse mehr und hat mich betrogen. Das hat ziemlich tiefe Spuren bei mir, die eh schon schwer vertraut, hinterlassen. Der Ex danach hat meine Bedürftigkeit (die ja auch vor allem noch aus der letzten Beziehung stammte) ziemlich stark besänftigt, allerdings war er aus diversen Gründen der falsche für mich. Mit ihm habe ich viel gelernt und konnte an mir arbeiten, letztendlich hat er aber so sehr geklammert, dass ich nicht mehr konnte, sprich: er war zu bedürftig. Und nun frage ich mich, wie ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann. Entweder ich mache auf und werde enttäuscht oder der ich liebe eben nicht so tief, als dass ich mich bedroht fühlen könnte, das reicht aber halt auch nicht. Aus diesem Muster möchte ich heraus und frage mich halt, wie ich es erreichen kann, eines Tages eine Beziehung zu führen, in der die Kräfte ausgeglichen sind und keiner von beiden so bedürftig ist.
    “When you believe in a thing, believe in it all the way, implicitly & unquestionably.”

    Walt Disney

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    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    Vielleicht habe ich es überlesen: Wie alt bist du?

    Ich glaube, man kann diese Prozesse nicht beschleunigen.
    Ich konnte das jedenfalls nicht.
    Jede Erfahrung verändert dich.

    Ich glaube, du solltest lieber leben und ausprobieren, als dich weiter auf der Meta-Ebene aufzuhalten.

    Aber das hilft dir jetzt vielleicht nicht weiter

  9. User Info Menu

    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    FriendOfAlwin: ich bin 29. Damit ist also noch massig Zeit da, für festen Partner, Kinder etc. Es ist halt nur Thema im Freundeskreis: meine zwei besten Freundinnen sind schwanger, die dritte probiert es gerade. Glücklicher sind sie aber ja auch nicht, und bei mindestens einer, habe ich Bauchschmerzen, was die Beziehung angeht.
    Manchmal weiß ich halt auch nicht, ob ich realistischer und weniger blauäugig bin, was Beziehungssachen angeht, oder ob sie es zu wenig sind. Oder ob sie das alles ganz richtig machen.

    Du hast Recht, die Metaebene hilft wahrscheinlich nicht viel weiter. Aber ich glaube schon, dass es ganz gut ist, darüber nachzudenken. Ich habe den Eindruck, endlich vernünftig Einsicht darüber zu bekommen, was mich bis jetzt in Beziehungen gelähmt hat.

    Aber letztendlich stimmt es: vor allem Erfahrungen verändern einen.
    “When you believe in a thing, believe in it all the way, implicitly & unquestionably.”

    Walt Disney

  10. User Info Menu

    AW: Beziehung = Bedürftigkeit?

    edit: doppelt
    “When you believe in a thing, believe in it all the way, implicitly & unquestionably.”

    Walt Disney

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