Guten Abend!
Ich stelle erstmal die Behauptung auf, dass viel. jeder mal in seinem Leben, früher oder später, in eine Phase kommt, wo er/sie überlegt...lief mein Leben so, wie ich es mir vorgestellt habe, was habe ich bisher geleistet, geschafft, geschenkt bekommen, wo läuft es gut, was möchte ich ändern an meiner Lebenssituation, was wünsche ich mir noch für die Zukunft....
Die Hoffnung stirbt zuletzt oder auch es ist nie zu spät, anzufangen sein Leben zu verändern...
In den letzten 3 Jahren bin ich in eine ziemliche Lebenskrise "gestürzt" allerdings mit Zeiten, wo ich alles locker sah...dann wieder totale Verzweiflung sich breit gemacht hat.
Ich habe versucht was an meinen Lebensumständen zum positiven zu wenden...durch Coaching, Beratungsgespräche, Freunden um Rat gebeten, viel mit meinen Eltern ausgetauscht, Reisen unternommen, mich Weitergebildet, nochmals Ende 20 ein Studium aboslviert, Umzug, Neuanfang...neuer Freundeskreis...usw. zum Schluss sogar eine Therapie angefangen, leider die "falsche" Psychologin erwischt...ERgebnis gleich null....
Kennt das jemand, alles im Leben probiert zu haben, um seinem Dasein einen Sinn zugeben und gleichzeitig sich selber nicht aus den Augen zu verlieren...zu hoffen die große Liebe zu finden, zufrieden im Job zu sein, eine gute Vorstellung zu haben von einer perfekten Wohnung, Freundschaften gepflegt zu haben, engagiert zu sein, sogar ehrenamtlich..ein guter braver Bürger und trotzdem das Gefühl bwz. die Bestätigung zu haben...irgendwas lief gewaltig schief, sonst würde ich jetzt mit Mitte 30 nicht so in einer selbstverbockten Sackgasse festhängen und nicht mehr rauskommen.
Teilweise war mein bisheriges Leben erfüllt, schön, erlebnisreich, interessant, anstrengend und doch habe ich weder Karriere gemacht (trotz zwei Berufe) noch eine eigenen Familie gegründet, nicht mal meine Wohnung ist vorzeigbar (eher Studentenbude und das in meinem Alter) ...manchmal wache ich morgens auf und denke, mein Leben ist ein Alptraum, alles falsch gemacht...wo andere heiraten, Kinder bekommen, im Beruf vorankommen oder wenigstens eine nette Wohnung haben...so sitze ich Wochenende für Wochenende alleine auf meinem Sofa, gehe alleine spazieren, alleine einkaufen, alleine zum Sport, alleine ins Kino, rede mit der Wand, gehe alleine ins Cafè, schaue alleine DVD (alles Dinge die mir Spaß machen...aber mit anderen halt viel mehr)...natürlich habe ich Freunde und Bekannte, mit denen ich mich auch ab und zu treffe und nette Sachen unternehmen...nur leider eher selten...
Es gibt viele Dinge für die ich dankbar sein kann...und trotzdem, auch vieles was mich regelmäßig an den Rand der Depression treiben...Dauersingle zu sein, bald läuft die Biologische Uhr ab, mein Job hat mich ins Burn Out gebracht...zahlreiche Männer schon kennengelernt im Leben, keiner war für mich "passend", Bewerbungen enden meist mit Absagen, Wohnungssuche ist schwierig, da mein Gehalt eher bescheiden ist...
Was ich damit sagen wollte...ich will endlich nicht mehr nur träumen von eeinem tollen Partner, einer schönen Wohnung, einem lieben Hund als Haustier, einem Job, der mir entspricht...sondern aufwachen und es live erleben!!!
Bin so frustiert, weil alles was ich probiert habe, ins Leere läuft...
I st der Sinn des Lebens nicht auch zu lieben, zu geben, zu nehmen, sich weiterzu entwickeln und nicht stehen zu bleiben???
Wäre schön, wenn ihr zurückmelden könnt, was euch dazu einfällt?
Gruß
peperomia
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Ergebnis 1 bis 10 von 70
Thema: Was habe ich falsch gemacht?
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03.12.2011, 20:50Inaktiver User
Was habe ich falsch gemacht?
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03.12.2011, 21:43Inaktiver User
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Hallo Peperomia,
puh das hört sich alles ziemlich stressig an, als ob du ganz ganz verzweifelst nach einem Sinn in deinem Leben suchst, bzw. nachdem was im Allgemeinen als "Glück" bezeichnet wird.
Das Problem mit dem Glück bzw. der Zufriedenheit ist, dass man erst mal herrausfinden muss, was einen glücklich/zufrieden macht. Allgemeine Richtilinien wie: "Wer haus, hund, partner, kind und garten hat ist glücklich", mögen hilfreich sein aber das trifft a. nicht auf alle Menschen zu und b. kann man damit genauso unglücklich sein wie du.
Finde für dich heraus, was ist es, dass dir Glücksgefühle gibt? Ich meine reale Empfindungen und nicht Träume die dir vorgaukeln, dass wenn du dies oder jedes hast dann glücklich wärst.
Liebe Grüße Linda_Lee
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03.12.2011, 22:26
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Hallo Peperomia
Ich denke, dass du mit diesen Gedanken ganz bestimmt nicht allein bist und dass es vielen ähnlich geht wie dir.
Ich fühle auch nicht unbedingt, dass mein Leben perfekt ist, eine schöne Beziehung suche ich auch schon seit längerem erfolglos und obwohl ich nette und tiefe Freundschaften habe, erlebe ich auch öfter mal am WE allein zu Haus zu sitzen. Mit Job und Wohnung ist es auch nicht alles super, aber ich bin schon zufrieden damit. Beziehungsweise habe ich nicht den Job, der am bestbezahlten ist, aber ich fühle mich dort wohl und es macht schon Spass. Meine Wohnung ist auch recht klein und ich habe noch eine Mitbewohnerin, es ist aber gemütlich.
Ich erlebe es auch bei Freunden/Bekannten, die eine Beziehung haben, aber auch nicht absolut glücklich damit sind, sie haben eine tolle Wohnung und einen ansehbaren Job, haben aber viel Stress, wenig Zeit und machen sich dann über andere Sachen Gedanken. Ob der Freund vielleicht fremdgehen könnte, ob sie heiraten sollten und wie lange sie dafür sparen müssten, ob sie sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen sollten und wann sie Kinder kriegen wollen, wo die dann am besten zur Schule gehen könnten.... usw. Dann fällt ihnen plötzlich ein, dass es auch keine Garantie für ihre Zukunftspläne gibt - einen guten Job kann man plötzlich verlieren, die Liebe kann verschwinden, das Traumhaus macht nur Probleme, Kinder lassen auf sich warten... Auch diese Leuten, dessen Leben du anstebst, haben keinerlei Sicherheit im Leben... glücklich sind manche von ihnen auch nicht und im Hier und Jetzt leben viele wahrscheinlich auch nicht, sondern erst wenn sie ihre Pläne von der Zukunft verwirklicht haben.
Wo grenzt du dich denn von ihnen ab? Kein Leben ist statisch und alles in Veränderung. Ich denke, dass du es positiv betrachten kannst, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast, was du willst, Ende 20 noch mal studiert hast, in eine neue Stadt gezogen bist. Du ERLEBST was, du probierst Dinge aus, das solltest du nicht bereuen.
Mag sein, dass es noch nicht alles so perfekt ist, aber immerhin haben dich diese Erfahrungen geprägt, du hast deinen Horizont erweitert und du weisst auch, was nicht gut für dich ist.
Ich würde wirklich nicht die Leute beneiden, die mit 18 in der Schule einen Freund gefunden haben, den sie 10 Jahre später geheiratet haben und dann ihr Leben lang in der gleichen Stadt wohnen. (Ich weiss, etwas verallgemeinert ;-))
Vielleicht gibt es alternative Wunschformen von deinem perfekten Leben und lass dich nicht unterkriegen... Wenn du mit 80 Jahren im Altersheim sitzt, weisst du vielleicht, wieso es alles so gekommen ist wie es ist...
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04.12.2011, 04:09
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Hallo Peperomia!
Kann marsapulami nur zustimmen: Jede Münze hat zwei Seiten.
Nur leider sieht man viel zu schnell/oft nur die glänzende Seite. Du siehst den gut bezahlten Job - macht er auch Spaß? Wieviel Stress ist damit verbunden?
Freundin XY hat zwei Kinder - glaubst du wirklich, dass immer alles so glatt läuft? Sie keine Sorgen hat? Sich vielleicht "vierteilt" damit sie Job, Haushalt, Kindern gerecht wird.
Denke, du hast viel Gründe stolz und zufrieden zu sein. Habe auch in deinem Post keine größeren Probleme (Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit etc.) herauslesen können.
Man kann jede Wohnung - auch die kleinste - sogar mit wenig Budget schön/gemütlich einrichten. Schaff dir ein Nest in dem du dich so richtig wohl fühlst.
Und selbst wenn sie klein ist, sieh es von der positiven Seite - du musst weniger putzen....
Auch eine Frage, fühlst du dich wohl mit der Nachbarschaft?
Freundeskreis ist immer ein Thema, auch immer schwierig.
Lebenssituationen ändern sich, die Freundin hat weniger Zeit etc.
Es ist leider so. Hast du die Möglichkeit deinen Freundes-/Bekanntenkreis zu erweitern? Einfach damit du unter Leute kommst? Alles, was dir Spaß macht - und das ist eine Menge - zu zweit genießen kannst.
Sieh es doch als Erfolg, dass du soviele Interessen hast - soviel schon an der gearbeitet hast.
Probier was Neues! Oder überleg dir, was dich in der Kindheit fasziniert hat und setz da an.
Darf ich ehrlich sein? Ich hab den Eindruck, dass das größte Problem, das an dir nagt die fehlende Partnerschaft ist. Dass du dich damit in Selbstzweifel ziehst.
Es ist nicht unbedingt das gelbe vom Ei, Single zu sein, v.a. Dauersingle - aber man kann es sich wirklich nett einrichten. Ich sprech an dem Punkt aus Erfahrung... War sehr lange Single - hatte dann mit Ende 20 einen Freund gefunden - es war die Hölle.... Belogen, betrogen, nicht hinter mir gestanden - er hat mich viele Tränen, Selbstbewusstsein usw. gekostet. Nach der Beziehung hab ich mit Sicherheit nicht unbedingt jemanden gesucht und dann mit 33 einen wirklichen Schatz von einem Mann kennen gelernt.
Du kannst jetzt sagen, ich habe Glück - ja habe ich - aber ich kenn deine Seite auch zu gut und sag auch aus Erfahrung, man kann es sich nett einrichten. Ich bin viel gereist, hab viel unternommen (von an den See fahren und ein Buch lesen über gemütlich auf der Couch sitzen und ein Buch lesen/DVD schaun, Ausstellungen/Vorträge besucht...)
Sieh mal die Freiheiten die du hast.... Am So liegen bleiben - kein Problem. Du willst spontan in ein das Kunstmuseum - kein Problem. Appetit auch Spaghetti - dann koch sie dir - ohne Rücksprache.
Gib nicht auf!
Bewirb dich weiterhin um gute Jobs - sieh die Absagen nicht persönlich - wenn sich 50 Leute auf einen Job bewerben, braucht es auch Glück. Lass deine Bewerbungsmappe mal von einem Profi ansehen. Es gibt auch Scouts, die dir Bewerbungen maßgeschneidert (mit den entsprechenden Stichwörtern) auf Ausschreibungen machen.
Halt weiterhin Ausschau nach einem Partner - aber nicht verkrampft. Lass die biologische Uhr nicht zu laut ticken - du hast noch ein paar Jahre Zeit.
Oder lass dich einfach nur mal als Single treiben - genieße es bewusst (ich weiß, leichter gesagt als getan). Und wenn du es nur mal für ein paar Monate (kannst dir den Rahmen ja selbst setzen) probierst.
Engagierst du dich irgendwo ehrenamtlich? Bist du bei einer Gruppe (von Menschen im Altersheim besuchen bis Greenpeace) irgendwo engegiert?
Ich hab mich mal Silvester lange hingesetzt und eine Liste geschrieben. Einerseits alles was gut läuft und was ich dafür tun will/es noch ausbauen kann.
Eine Liste, was ich alles tun möchte im neuen Jahr. U.a. stand da drauf mal in einem bestimmten Restaurant (war nicht einmal ein besonderes) zu essen, die Zauberflöte ansehen...
Und eine (viel längere) Liste, was ich ändern möchte. Hab mir zunächst die Punkte notiert, die ich ändern möchte und dann überlegt, was ich dafür tun kann. Die Liste auf das Wesentliche gekürzt.... Bilanz gezogen...
Vielleicht ist ja ein kleiner Impuls irgendwo für dich dabei...
Wünsch dir ALLES GUTE
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04.12.2011, 08:52Inaktiver User
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Liebe Peperomia,
also solche Phasen gibt es fast in jedem Leben und das ist sozusagen ziemlich normal. Wenn Du einigermaßen Zeit zur Verfügung hast oder ihn vielleicht sogar mit zur Arbeit nehmen darfst, dann würde ich mir an Deiner Stelle zumindest einen Hund anschaffen, der möglichst süß aussieht und schon kommst Du mit genügend Leuten ins Gespräch, kann ich aus Erfahrung sagen.
Wichtig ist nicht zu grübeln, sondern nach Lösungen zu suchen und diese Schritt für Schritt umzusetzen. Freunde kann man doch auch finden, z.B. über Annoncen und diese Kontakte aktiv pflegen und nachfassen und organisieren. Vielen Frauen geht es ähnlich und sicher werden einige darüber froh sein sich wenigstens 1 Mal pro Woche mit Dir und anderen zum Kaffee zu treffen und sich locker kennenzulernen.
Was ich in tiefster Krise feststellen durfte ist eigentlich dass ich sehr gut ausgebildet war diese gut zu meistern, aber auch das brauchte seine Zeit. Es kommt keine Fee, die zaubern kann. Und ich denke nicht, dass das Leben nur positiv verläuft, aber mit einem guten Maß Probleme zu lösen kommt man voran. Beruflich kommts manchmal drauf an, wie die Leute einen einschätzen. Ich denke, wenn man schon mal ausstrahlt, dass man sein Leben gut im Griff hat und da sich selbst führt, wird einem auch weiteres zugetraut.
Für Kinder gilt das meistens auch. Das sind Menschen für die man Verantwortung übernimmt.
Übrigens denke ich, dass man auch ohne großen Erfolg glücklich werden kann und nicht gleich den Glauben an sich verlieren sollte.
Wenns in Richtung Depression geht, dass ruhig auf gesunde Ernährung, Sport etc. achten und z.B. Dysto -Loges nehmen.
In Zeiten des Internets sollte man auch bei der Partnersuche ein größere Auswahl haben und sich diese ggf. einfach mal unverbindlich ansehen, wenn man das will.
Und zur Frage, was habe ich falsch gemacht, meine kurze Antwort: Die falsche Frage gestellt? Frag einfach, wie komm ich zu meinen Zielen und Träumen etwas näher? Bau Dich selbst ein wenig auf, dass Du den Schwung dazu hast!
Und sonst: Du bist doch eine tolle Frau und hast schon viel getan, um Dich voran zu bringen. Ich würde sagen, einfach weiter so.Geändert von Inaktiver User (04.12.2011 um 09:06 Uhr)
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04.12.2011, 10:34Inaktiver User
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Das sehe ich genauso.
Du wirst nicht herausfinden können, was der Sinn Deines (!!) Lebens ist, wenn Du Dich an Schablonen orientierst. Das mag toll wirken, wenn Du Ehemann, Kinder, Haus und Garten, tollen/gutbezahlten Job + Ehrenamt aufweisen kannst:Aber es kann sein, dass Dich das alles nicht glücklich macht.ein guter braver Bürger
Du hast erst mal gar nichts falsch gemacht. Du hast eine Menge ausprobiert. Und Du hast auch großräumig "herumgehirnt" mit allen Beratungsgesprächen, die Du geführt hast. Es ist manchmal nicht einfach, unter all den lauten Stimmen von außen die eigene leise innere Stimme zu hören, die einem die Richtung weist.
Fang im Konkreten an: Dein Job ist gut, bringt Dir aber nicht viel Kohle ein. Wie wichtig ist es Dir a) einen stimmigen Beruf zu haben oder b) einen gutbezahlten Job zu haben? Wenn Dir a) wichtiger ist, heißt es zwar nicht automatisch, dass es Deinen Job nicht auch mit mehr Gehalt gibt - danach kannst Du weiterhin suchen -, aber dass Du erst einmal das so stehen lässt ohne mit den Konsequenzen (--> kleinere Wohnung) zu hadern.
Du hast anscheinend gute Freunde, mit denen Du Dich über Deine Fragen austauschen kannst. Das ist viel wert! Du hast Eltern, die verständnisvoll sind. Also hast Du ein soziales Umfeld. Was fehlt Dir konkret? Dir - und nicht dem Schablonenbild?
Sich zu fragen, was man wirklich möchte, kann bei einer ehrlichen Beantwortung ein Leitfaden werden. Es heißt noch lange nicht, dass Du dann augenblicklich einen tollen Partner, tolle neue Freunde, einen gutbezahlten Job etc. findest. Aber Du bist klarer, weißt, worauf Du achtest. Wenn es Dir schwerfällt, überlege Dir noch mal eine Therapie oder ein Coaching und fühle dabei genau hin, dass Du bei der/die TherapeutIn ein gutes Gefühl hast. Eine einmalige schlechte Erfahrung muss Dich nicht hindern.
Alles Gute!
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04.12.2011, 10:48
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Ja, so Phasen kenne ich. Und habe auch festgestellt, dass die Schlinge um meinen Hals nicht zwangsläufig lockerer wird, nur weil ich tausend Aktionen starte, sie zu lösen. Es gibt einfach Phasen, die sind, gelinde gesagt, bescheiden.
Und jetzt schreibe ich das, was ich diesbezüglich immer rate (Catamara grinst wahrscheinlich schon
): Irgendjemand hat mal gesagt "Wenn du in einer Sackgasse steckst wird es nicht besser, wenn du das Tempo erhöhst." Manchmal macht es einfach Sinn, aufzuhören mit allen Aktionen. Wenn man die Situation nicht ändern kann, dann kann man wenigstens den eigenen Blick auf das eigenen Leben überprüfen und ändern. Und das funktioniert am besten, wenn man den Blick weglenkt von dem, was einem fehlt, hin zu dem, was man alles hat. Und jeder hat was auf der Haben-Seite. Man muss es nur sehen wollen. Und das was man alles hat (Gesundheit, Job, Dach über'm Kopf, Freunde, gutes Augenlicht ...) ist NICHT selbstverständlich. Es ist ein Geschenk.
Und wenn man das eine Zeit lang macht, dann kehrt eine gewisse Zufriedenheit ein und es regeln sich interessanter Weise auch viele Probleme um einen herum.
War bei mir so und ich wünsche dir, dass es bei dir auch so sein wird
.
Geändert von beklamo (04.12.2011 um 11:00 Uhr)
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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04.12.2011, 11:03Inaktiver User
AW: Was habe ich falsch gemacht?
OT:
@ beklamo:
ja, ich grinse, aber ich lese Dich immer wieder gern.
Und *OT aus* kann Dir nur zustimmen. Vielleicht mit einer Ergänzung aus meinem eigenen Erleben: Ich bin in der Sackgasse lange Zeit weitergelaufen, weiter gegen die Wand, was bedeutete, sich eine blutige Nase (= Erschöpfungsdepression) zu holen. Erst das Stillstehen, das Zurücktreten, das Sich-mal-auf-die-Mauer-setzen, gegen die ich gerannt bin, hat mich weitergebracht. Meine "Sackgasse" waren/sind (der Prozess ist bestimmt noch nicht abgeschlossen) "Glaubenssätze", die mir wie in Stein gemeißelt galten. Die aber wenigstens zum Teil gar nicht meine Überzeugungen waren, sondern... aus dem Elternhaus... aus der Schule... vom Chef... von Freunden... etc. stammten und gar nicht zu mir passten. Ich stelle sie gerade massiv in Frage. Ist gar nicht einfach, denn so bricht erst mal eine Menge Vertrautes weg, Krise vom Feinsten. Aber im positiven Sinn: Neuausrichtung. Noch ist es nicht abgeschlossen, es ist alles andere als einfach.
Und "drangekommen" bin ich nur zum Teil durchs "Hirnen", viel mehr ging über das Fühlen: Nachzuspüren, was mir gut tut, wo mein Interesse sich regt, was sich lebendig anfühlt. Und die Unterstützung einer Therapie, in der schlicht und ergreifend deutlich wird: Meine Weltsicht ist eine unter Milliarden. Man kann alles auch ganz anders sehen, und es ist spannend, mal die vertraute Sichtweise zu verlassen.
Deswegen auch mein Rat, genau zu überprüfen, wo als erstrebenswert geltende Lebensentwürfe blosse Schablonen sind, die einem gar nicht individuell "passen". Ein sicherer Weg in die Unzufriedenheit.
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04.12.2011, 13:14
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Hallo peperomia,
ich möchte mich mal ganz dringend beklamo anschließen:
Genau. Hör auf, irgendwelchen Vorstellungen, wie Dein Leben auszusehen hat, hinterherzurennen und halte inne. Mach' einfach mal überhaupt nichts und nutze den so gewonnenen Freiraum dafür, Dir diese Deine Vorstellungen vom Leben zu hinterfragen.
Ich habe den Eindruck, dass Du den gängigen Vorstellungen, wie ein Leben zu sein hat und was es anscheinend lebenswert macht - schöne Wohnung, Partner, Kinder, guter Beruf, guter Verdienst - aufgesessen bist, bzw. dass Du etwas verwechselt hast: Du hast diese Ziele, die ja für sich genommen alles wünschenswerte Situationen sind, an erste Stelle bei Deiner Umsetzung gesetzt und somit das Pferd von hinten aufgezäumt.
Oder anders 'rum gesagt: Du hast im Außen versucht, zu erreichen, was es nur im Innen gibt: Sinn.
Gehe also den umgekehrten Weg: halte inne und schau' nach innen! Atme auf. Und atme durch! Halte es aus, Dich im Alleinesein mit Dir selbst zu konfrontieren! Und höre auf die Antworten, die in Deinem Inneren aufsteigen. Dann schaue in einem zweiten Schritt darauf, was Dir Deinem Leben Sinn und Fülle gibt. Was bereichert Dein Herz und Deine Seele? Auf was bist Du so richtig neugierig? Was erfüllt Dich mit tiefer Befriedigung?
Kennst Du den Spruch: "In der Ruhe liegt die Kraft" ?
Ich hatte den immer so verstanden, dass man sich halt ab und zu ausruhen muss, um wieder Kraft zu tanken für seine zahlreichen Aktivitäten. Aber diese Sicht, die auch richtig ist, war zu oberflächlich. Denn, wenn man sich tatsächlich in die Ruhe und Stille begibt, dann tauchen ganz von selbst Antworten auf und man fühlt ganz von selbst die Kraft, die in einem selbst ganz tief drin ist und raus will.
Wenn Du das allerdings nicht alleine schaffst (ich halte es für sehr schwierig, den Weg ganz alleine zu gehen), in die Ruhe zu kommen, dann such' Dir Hilfe. Ich z.B. habe durch meine Beschäftigung mit christlicher Kontemplation und zen-buddhistischer Meditation einen Weg in die Ruhe gefunden, auch wenn die Ruhe erst mal nicht mein Ziel war. Die Ruhe hat sich mit der Praxis oft "einfach so" ergeben. Und damit komme ich noch zu einem weiteren Punkt den ich noch ansprechen wollte:
Wenn Du Dich nämlich ZUERST mit etwas beschäftigst, was Dich zutiefst interessiert, dann ergibt sich ganz oft der Rest einfach so von selbst: Also, beispielsweise, wenn Du für eine Idee brennst und versuchst, diese umzusetzen, dann ergibt sich Sinn und danach das weitere oft auch: dann wirst Du mit Durststrecken und schwierigen Zeiten, die es in JEDEM Leben gibt, besser zurechtkommen, dann wirst Du irgendwo eine Wohnung haben (die vielleicht nicht dem Magazin "Schöner Wohnen" entsprungen zu sein scheint, aber das ist dann in dem Moment auch nicht mehr so wichtig), dann wirst Du Leute kennenlernen ,die auch "so drauf" sind wie Du und vielleicht ist dann darunter auch mal der Richtige mit dabei....
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04.12.2011, 14:40Inaktiver User
AW: Was habe ich falsch gemacht?
Und dann????
Wer sagt dir, dass du dann glücklich bist?
Der Sinn deines Lebens bist DU. All deine Träume träumst du aus dem Gefühl einer inneren Leere heraus. Sie werden sich nicht erfüllen, da diese Leere wie ein Schwarzes Loch ist im Weltraum. Vielleicht erfüllen sie sich, wenn du selbst zufrieden mit dem bist, was du HAST, wer du BIST - JETZT. Aber dann hängt nicht mehr deine ganze Existenz davon ab, dann ist es ein Zuckerl, ein kleines süßes Extra.
Deine Wohnung bildet übrigens das ab, was du lebst. Studentenbude. Fang doch mal ganz praktisch da an. Um überhaupt irgendwo loszustarten.


) ...manchmal wache ich morgens auf und denke, mein Leben ist ein Alptraum, alles falsch gemacht...wo andere heiraten, Kinder bekommen, im Beruf vorankommen oder wenigstens eine nette Wohnung haben...so sitze ich Wochenende für Wochenende alleine auf meinem Sofa, gehe alleine spazieren, alleine einkaufen, alleine zum Sport, alleine ins Kino, rede mit der Wand, gehe alleine ins Cafè, schaue alleine DVD (alles Dinge die mir Spaß machen...aber mit anderen halt viel mehr)...natürlich habe ich Freunde und Bekannte, mit denen ich mich auch ab und zu treffe und nette Sachen unternehmen...nur leider eher selten...
ich will endlich nicht mehr nur träumen von eeinem tollen Partner, einer schönen Wohnung, einem lieben Hund als Haustier, einem Job, der mir entspricht...sondern aufwachen und es live erleben!!!
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