Autsch.
Das sehe ich anders: Das eine Mal hat die Person (zufällig eine Frau) Mist gebaut, das fällt ein bisschen unter "selber schuld", das andere Mal reiten die beteiligten Personen auf Prinzipien rum. Da sehe ich schon einen Unterschied.
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27.11.2011, 14:31Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
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27.11.2011, 14:48
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Ich meine auch nicht, dass die Kollegin in Schutz genommen werden sollte. Dass der Chef bei einem größeren Fehler meckert, ist normal und gerechtfertigt. Ich bin auch nicht der Typ, der zu der Kollegin hinrennen würde, um sie zu trösten (es sei denn sie weint wie ein kleines Kind und kriegt sich gar nicht mehr ein). Aber ein bisschen Mitgefühl (nicht für den Fehler wohlgemerkt, sondern für die Situation an sich) finde ich da normal.
Wenn ich mich in einem Sportkurs anmelde, der explizit nur für Frauen ausgeschrieben ist, erwarte ich auch, dass nur Frauen dort sein werden. Mir persönlich würde es wahrscheinlich nichts ausmachen, wenn dann auch ein Mann am Kurs teilnehmen würde, aber ich kann nachvollziehen, dass ein paar Frauen da anders empfinden. Natürlich ist das kein gravierender Fehler im eigentlich Sinne, aber auch hier wurde eine Regel missachtet.
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27.11.2011, 14:56Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Ich stimme Jil_Maj zu.
Für mich persönlich wäre es auch nicht unbedingt nötig, dass die Regeln des Studios eingehalten werden, aber ich würde es sofort akzeptieren, wenn eine der Teilnehmerinnen den Wunsch äußert. Sie möchte halt die Bedingungen vorfinden, zu denen sie sich angemeldet hat.
Hallo Illaria,
bist du vielleicht ein Mensch, der sich sehr schnell eine Meinung bildet und von der dann auch sehr überzeugt ist? ("Die Kollegin hat es sich selbst zuzuschreiben, die Kursteilnehmerinnen stellen sich an.") Das ist ein pragmatisches Denken, dass unabhängig macht, aber manchmal auch einsam.
Kannst du dich in andere hineinversetzen und eine Situation mit ihren Augen sehen?
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28.11.2011, 09:23Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Aber den Unmut darüber müsste doch der Studiobetreiber abbekommen, nicht der Mann, der ja wahrscheinlich genauso seine Kursgebühr gezahlt hat wie alle anderen.
So wie ich es verstanden habe, haben die Damen nicht höflich darum gebeten, alleine weiter machen zu dürfen, sondern in der Anwesenheit des jungen Mannes sehr respektlose Bemerkungen gemacht. Ich finde, da ist Mitgefühl durchaus angebracht.
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28.11.2011, 21:18
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Warum der Studiobetreiber? Anmeldung und Bezahlung laufen in solchen Fällen oftmals automatisch und ich glaube nicht, dass das elektronische Anmeldesystem Frauen von Männern unterscheiden kann.
Ja, Mitgefühl für respektlose Bemerkungen durchaus. Wenn man es so sieht. Aber soo schlimm wird das für den jungen Herrn ja nun auch nicht gewesen sein, wenn er in einen Frauenkurs geht muss er zumindest damit rechnen, dass er nicht von allen erwünscht ist.
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29.11.2011, 07:11Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Also die Anbieter von Capoeira, die ich kenne, sind üblicherweise kleine Studios, da läuft die Anmeldung nicht elektronisch. Von daher ging ich auch davon aus, dass sich der Mann dort nicht "eingeschlichen" hat, sondern dass jemand einfach einen Fehler bei der Anmeldung gemacht hat.
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30.11.2011, 02:36Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Also ich finde das auch alles gesund, was Du da machst.
Ich finde es eher ungesund, sich zu verstellen, nur um gesellschaftlichen Normen hinterher zu rennen... Freisprechen kann ich mich selbst davon nicht. Aber ich versuche grad, so einiges zu lernen - vielleicht...
Bleib wie Du bist!
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30.11.2011, 13:15Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Man muss nicht Gefühle zeigen und andere unterstützen und bedauern, nur weil es gerade erwartet und von manchen Menschen als "normal" empfunden wird.
Aber Mitgefühl zu haben, ist eine ganz wichtige Eigenschaft, die in unserer Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund tritt.
Ich bin absolut für wahres Mitgefühl und dafür dass man auf andere zugeht, wenn es ihnen nicht gut geht. Damit diese sich wahrgenommen und nicht allein fühlen, aber auch um konkrete Hilfe anzubieten.
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30.11.2011, 13:38Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Etwas OT, aber mich würde interessieren, woran du festmachst, dass das Mitgefühl in den Hintergrund tritt? Das kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.
Zudem kann man wahres Mitgefühl nicht gewollt hervorbringen. Aber man kann natürlich trotzdem auf auf andere Menschen zugehen, denen es offensichtlich schlechtgeht. Dazu muss man nicht unbedingt echtes Mitgefühl haben.
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30.11.2011, 13:50Inaktiver User
AW: Brauche ich mehr/anderes Mitgefühl?
Dass du andere Erfahrungen gemacht hast, ist ja schon mal erfreulich!
Ich sehe es an Kindern, dass sie oft unbeteiligt sind, wenn ein anderes weint oder im Spiel ausgeschlossen werden.
Auch bei Erwachsenen ist Mitgefühl etwas aus der Mode gekommen, finde ich.
Man sagt schnell: "Das ist nicht meine Baustelle.", "Was geht's mich an?" Wenn man z.B. jemanden in der Fußgängerzone oder der U-Bahn sieht, der vielleicht Hilfe bräuchte.
Oder im privaten Bereich: "Dann muss sie halt was machen! Sie könnte ja xyz." Das stimmt natürlich oft. Man hat heute durch die Psychologie einen klareren Blick für Ursache und Wirkung.
Und man hilft niemandem, wenn man ihn immer bedauert und so noch dafür belohnt, dass er die eigentlichen Probleme nicht angeht.
Die Kehrseite ist, dass häufig, denen, die leiden, die Schuld für ihre Situation gegeben wird.
Mal so als Tendenz formuliert.


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