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  1. Inaktiver User

    Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Liebe BriCom,

    im Nachbarstrang wird ja gerade heftig diskutiert, welche "Ansprüche" an das Leben gerechtfertigt sind und welche eher von einem unrealistischen Verwöhntsein sprechen.

    Ich würde diese Frage gerne mal allgemeiner aufgreifen. Was sind Eure Lebensträume (gewesen), wie ist der "Abgleich" mit der Realität? Wo seid ihr an Grenzen gestossen und wo habt ihr gelernt, auch mit weniger zufrieden zu sein?

    Wo ist es sinnvoll, sich für Träume einzusetzen? Wann ist der Spruch "Schuster, bleib bei deinen Leisten" angebracht?

    Ich lebe ein wirklich gutes Leben. Mein Mann und ich haben ein kleines, altes Häuschen, für das wir über Jahre hinaus noch Pläne haben (neuer Fußboden, größere Fenster, irgendwann ein Wintergarten). Deswegen fließt monatlich einiges aufs Sparbuch (für unverhoffte Ausgaben wie Autoreparatur), in einen Bausparvertrag und in Fonds; außerdem muss natürlich das Haus abbezahlt werden. Seit einigen Monaten gönne ich mir das Hobby Reiten, was das Geld, was mir zur Verfügung steht, natürlich spürbar eingrenzt. Dennoch sind ab und zu mal eine Klamotte, ein Buch, eine CD oder Essen gehen drin. Klar hätte ich gerne mehr zur Verfügung, ich muss schon durchrechnen, wieviel Geld noch bleibt, wenn ich mir eine Hose für 50€ kaufe. Aber pro Jahr sitzen meistens noch eine größere Reise (zwei Wochen) und eine kleinere Reise drin. Mein Mann und ich sind glücklich miteinander, auch wenn es zwischendurch auch mal dicke Luft gibt. Wir haben gemeinsame und eigene Freunde, teilweise schon über lange Jahre.

    Im Beruflichen geht es mir auch nicht schlecht. Nach einer Erschöpfungsdepression habe ich mich jetzt jedoch von der klassischen Karriere verabschiedet und versuche, im Rahmen meiner jetzigen Tätigkeit einige "Optimierungswünsche" umzusetzen, was auch z.T. schon gelungen ist (andere Aufgabenstellung). Aber auch da frage ich mich, wo die Grenze zwischen Optimierung und Unrealismus ("Arbeit muss nicht nur Spaß machen") liegen kann.

    Wie seht ihr das, welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Hallo Catamara,

    interessante Frage.

    Ich habe mir ein geisteswissenschaftliches Studium geleistet (allerdings zügig abgeschlossen). Anschließend habe ich mir noch den Luxus einer Auslandspromotion geleistet. Dabei habe ich aber festgestellt, dass ich nicht bereit bin, für die intellektuelle Selbstverwirklichung finanzielle Unsicherheit in Kauf zu nehmen. Also habe ich anschließend noch eine Fortbildung in einem "Brotberuf" draufgesattelt und arbeite nun seit zehn Jahren in Festanstellung in einer fachfremden Position, die ordentlich bezahlt ist und eine vergleichsweise hohe Sicherheit bietet in einem großen Konzern. Für mich passt das so. Ich möchte weder die Zeit der Selbstverwirklichung missen (die mir das Gefühl gibt, nichts verpasst zu haben), noch die jetzige Sicherheit.

    Ich habe schnell gemerkt, dass mir ein geregelter Feierabend und Zeit für ein Privatleben wichtiger ist als berufliche Karriere. Auch da zahlt man letztlich einen Preis (weniger Einkommen, weniger Prestige für mehr Zeit).

    In den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit bin ich viel gereist, besonders gerne in ferne Länder. Da hatte ich offenbar einen großen Nachholbedarf, und es war mir wichtig, mir das leisten zu können. Dafür habe ich dann eben nicht soooo viel gespart.

    Vor ungefähr zwei Jahren trat dann der Wunsch nach Wohneigentum in den Vordergrund. Den hab ich mir nun erfüllt mit einer Wohnung, die meinen Träumen schon recht nah kommt. Abstriche musste ich aber bei der Größe machen. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich wohl die 20qm größere Nachbarwohnung gekauft. Aber letztlich wäre das Luxus gewesen, die jetzige Größe reicht für mich vollkommen aus.

    Unterm Strich würde ich sagen, ich habe mir alles gegönnt, was mir wirklich wichtig war und habe dabei in Kauf genommen, dass ich dafür eben nicht alles haben kann. Aber gerade das zwingt mich auch immer wieder, meine Prioritäten zu hinterfragen und situativ neu zu entscheiden, was jetzt gerade im Fokus steht. Und das erdet auch in gewisser Weise. Klar schaue ich, wie wohl fast jeder, auch mal gelegentlich über den Zaun, was andere haben und vergleiche. Aber ich sehe dabei auch immer, dass auch die anderen einen Preis gezahlt haben. Und wenn ich ehrlich bin und mir das bewusst mache, dann merke ich auch, dass ich nicht tauschen wollte.

    Ich glaube, der Abgleich Traum-Realität ist immer dann angeraten, wenn man merkt, dass der Traum nur schwer erfüllbar ist und der Versuch der Umsetzung sehr viel Energie fordert, ohne dass man dem Ziel näher kommt. Oder auch wenn man merkt, dass man gar nicht bereit ist, seine ganze Energie in die Umsetzung zu stecken, weil der Traum vielleicht doch nicht so wichtig ist, wie man dachte. Da muss man manchmal eben auch sein Selbstbild hinterfragen, und das ist nicht immer angenehm.

    Ich hatte z.B. mal eine Freundin, die sich immer als die toughe, ehrgeizige Karrierefrau gesehen hat. Aber ihre Fähigkeiten haben dafür leider nicht ausgereicht, weshalb sie nie die Karriere gemacht hat, von der sie geträumt hat. Da muss man dann eben auch mal einen Schritt zurücktreten und erkennen, dass das Leben weniger glamourös ist als die eigenen Träume davon. Aber das eröffnet vielleicht auch wieder einen neuen Blick auf sich selbst, der Fokus kann sich ändern und man entdeckt neue Seiten und Interessen an sich. Das kann ja auch ein spannender Prozess sein, wenn man den schmerzlichen Teil erst mal hinter sich gelassen hat.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Gute Frage.

    Ich stelle gerade fest, dass ich nicht so wirklich enorme Ansprüche an äußere Rahmenbedinungen stelle. Es geht mir recht gut, und ich bin zufrieden. Aber nicht, weil ich reich im klassischen Sinne wäre, sondern weil ich mein Leben mit all seinen Geschenken zu schätzen weiß. Manch anderer wäre an meiner Stelle wohl unzufrieden, weil ich mir manches nicht leisten kann.

    Auf der anderen Seite bin ich sehr, sehr reich, weil ich meine Kinder habe. Ich wollte immer welche haben. Das Leben hat mir diesen Wunsch erfüllt. Das ist für mich Glück pur.

    Wo ich allerdings an meinen Ansprüchen gebreche, ist im zwischenmenschlichen Bereich. Ich stelle gewisse Ansprüche an meine Mitmenschen, die ich Freunde nenne. Nicht immer werden die Menschen diesen Ansprüchen gerecht. Und dann wird das mit der Freundschaft nichts.

    Aber diejenigen, die diesen Ansprüchen gerecht werden, bin ich eine treue Begleiterin. Ich erwarte also nicht nur, sondern gebe auch.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  4. Inaktiver User

    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, der Abgleich Traum-Realität ist immer dann angeraten, wenn man merkt, dass der Traum nur schwer erfüllbar ist und der Versuch der Umsetzung sehr viel Energie fordert, ohne dass man dem Ziel näher kommt. Oder auch wenn man merkt, dass man gar nicht bereit ist, seine ganze Energie in die Umsetzung zu stecken, weil der Traum vielleicht doch nicht so wichtig ist, wie man dachte. Da muss man manchmal eben auch sein Selbstbild hinterfragen, und das ist nicht immer angenehm.
    Ja, das sehe ich ähnlich. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, dass es vielen Menschen schwer fällt, ihre Träume loszulassen. Vor allem, wenn man vielleicht keine Alternativen sieht.

    Mit persönlich fällt es relativ leicht, von Träumen Abschied zu nehmen, bei denen aufgrund äußerer Gegebenheiten ganz deutlich ist, das sie (zumindest für mich) nicht erfüllbar sind. Ich habe mit aus diesen Gründen von meinem ursprünglichen Traumstudium und Traumberuf verabschiedet.

    Deutlich schwieriger finde ich es, von gewissen Überzeugungen bezüglich meines Selbstbildes und damit verbundenen Träumen Abstand zu nehmen. In einem Buch, das ich gerade lese bezeichnet die Autorin das das „fantasy self“: in der eigenen Vorstellung ist man reisefreudige Kunstkennerin, organisierte Superhausfrau, umschwärmte Femme Fatal….
    Und wenn die Realität ganz anders aussieht überzeugt man sich, dass das natürlich nicht an einem selber liegt, sondern an den äußeren Bedingungen.
    Das ist vielleicht so ein bisschen wie das, was Malina über die Freundin schreibt, die erkennen musste, dass sie eben doch keine Karrierefrau ist.

    Bei mir ist es gerade die Erkenntnis, dass ich nicht die immer leistungsbereite, energiegeladene Person mit tausend Hobbies bin, die ich lange Zeit darstellen wollte. Ich bin eingeschränkt, aufgrund einer psychischen Erkrankung und körperlicher Beschwerden und kann viele Dinge einfach gerade nicht umsetzen und auch beruflich nicht die Leistung bringen, die ich möchte. Das macht mir schon sehr zu schaffen.

  5. Inaktiver User

    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Ich finde, Träume generell immer mal mit der Realität zu konfrontieren ist ein gutes Rezept, selbstgezüchteten "Depressionen" vorzubeugen. Ich rede jetzt nicht von Stoffwechselerkrankungen, sondern von dem künstlich erzeugten Defizit zwischen weltfremden Vorstellungen und nicht erreichten, weil nicht erreichbaren, Zielen. Ich glaube daran, daß es das gibt.

    Und man findet heraus, was an Träumen ins Leben zu holen ist und was nicht.

    Tätigsein ist also ganz wichtig. Ich finde, man kann vieles auch tun, die psychische Gesundheit zu unterstützen. So wie Sport im rechten Maße die körperliche Gesundheit fördern kann, gibt es auch Einstellungen und Verhaltensregeln, die die psychische Gesundheit fördern. Und noch besser, beides greift sogar ineinander!

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    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe BriCom,

    im Nachbarstrang wird ja gerade heftig diskutiert, welche "Ansprüche" an das Leben gerechtfertigt sind und welche eher von einem unrealistischen Verwöhntsein sprechen.

    Ich würde diese Frage gerne mal allgemeiner aufgreifen. Was sind Eure Lebensträume (gewesen), wie ist der "Abgleich" mit der Realität? Wo seid ihr an Grenzen gestossen und wo habt ihr gelernt, auch mit weniger zufrieden zu sein?

    Wo ist es sinnvoll, sich für Träume einzusetzen? Wann ist der Spruch "Schuster, bleib bei deinen Leisten" angebracht?
    Ich teile mein Leben nicht in Träume/Ziele und Realität/Realisierung ein. Ich betrachte es eher als eine ergebnis- und wege-offene Wanderung. An den immer wieder auftauchenden Gabelungen des Weges werden Für und Wider abgewägt und eine Entscheigung getroffen. Dann geht es von dort aus einfach weiter. Gabelungen entstehen meist durch auftauchende Wünsche/Pläne. Nach der Entscheidung wird diese ins Leben integriert (und möglichst niemals nicht in Frage gestellt :-).
    Ob die Entscheidung für einen Beruf, eine Studienrichtung, Kinder, Reisen, Job, Haus - die Planung und Überlegung begann, als eine Entscheidung in Sichtweise rückte. Dann wird sie unter Beteiligung von Kopf und Bauch entschieden und gilt damit als etwas, was "Geschichte" ist. Es gehört damit zur Basis meines Lebens uns wird Ausgangspunkt für neue Pläne/Träume.

    Daher kenne ich weder das Wolkenkuckucksheim (als rosarote Zukunft, an deren Realisierung ich mein Leben messen lassen muß) noch die Depression als Folge des Scheiterns an dieser ausgemalten Zukunft.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  7. Inaktiver User

    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    An den immer wieder auftauchenden Gabelungen des Weges werden Für und Wider abgewägt und eine Entscheigung getroffen. Dann geht es von dort aus einfach weiter. Gabelungen entstehen meist durch auftauchende Wünsche/Pläne. Nach der Entscheidung wird diese ins Leben integriert (und möglichst niemals nicht in Frage gestellt :-).
    Ob die Entscheidung für einen Beruf, eine Studienrichtung, Kinder, Reisen, Job, Haus - die Planung und Überlegung begann, als eine Entscheidung in Sichtweise rückte. Dann wird sie unter Beteiligung von Kopf und Bauch entschieden und gilt damit als etwas, was "Geschichte" ist. Es gehört damit zur Basis meines Lebens uns wird Ausgangspunkt für neue Pläne/Träume.
    Habe ich Dich richtig verstanden: Du entscheidest, wenn ein Thema relevant wird? Du kennst es also nicht, diese Träume, die schon lange in einem liegen?
    Ich erinnere mich beispielsweise an eine Klassenkameradin, die schon in der Grundschule klar hatte, dass sie mehrere Kinder haben wollte. Folgerichtig ist sie auch mit Ende des Studiums erstmalig schwanger geworden und hat inzwischen vier Kinder. - Wie war das bei Dir, beklamo, mit Deinem Kinderwunsch? -

    Emdi, ich kenne auch das Abschied nehmen von Vorstellungen, weil sich etwas verändert hat. Ich bin beispielsweise nicht mehr so leistungsfähig wie vor zehn Jahren und habe andere Prioritäten. Das Selbstbild dem anzupassen finde ich nicht immer einfach, aber es hat auch viel damit zu tun, die Veränderungen nicht nur hinzunehmen, sondern als Lebendigkeit anzusehen, die authentisch sind. Wie Malina es beschrieben hat, habe ich von einem Ziel Abstand genommen, als ich gemerkt habe, dass der Einsatz höher als erwartet ausfällt und ich dies nicht zahlen kann/will.

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    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde, Träume generell immer mal mit der Realität zu konfrontieren ist ein gutes Rezept, selbstgezüchteten "Depressionen" vorzubeugen. Ich rede jetzt nicht von Stoffwechselerkrankungen, sondern von dem künstlich erzeugten Defizit zwischen weltfremden Vorstellungen und nicht erreichten, weil nicht erreichbaren, Zielen. Ich glaube daran, daß es das gibt.

    Und man findet heraus, was an Träumen ins Leben zu holen ist und was nicht.
    Ich glaube, da ist was dran. Und ich glaube auch, dass es Träume gibt, die man besser irgendwann eben als Träume erkennt, als fantasy selfs, wie emdi so schön schreibt, und Träume, die man wirklich realisieren will.

    Es gibt Träume, die lange Jahre in mir überleben und die ich dann umgesetzt habe. Z.B. habe ich fünf Jahre lang davon geträumt, mal in Prag zu leben und das dann auch realisiert. Andere Sachen, wie der Wohnungskauf, entstehen spontaner. Die Idee, eine neue Wohnung haben zu wollen, weil die alte schlicht zu klein geworden ist, kam auf, und dann ist mir relativ schnell, ohne dass ich sonderlich gesucht hätte, das Neubauprojekt über den Weg gelaufen, wo ich spontan wusste, das ist es.

    Andere Träume haben sich mit der Zeit auch wieder verflüchtigt, weil sie doch nicht so wichtig waren.

    Schwierig finde ich es, wenn man sich eine Traumwelt flüchtet, weil man im realen Leben nicht viel gebacken kriegt und immer gute Gründe findet, warum das so ist. Dann können Träume wohl wirklich in eine Depression führen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Inaktiver User

    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Schwierig finde ich es, wenn man sich eine Traumwelt flüchtet, weil man im realen Leben nicht viel gebacken kriegt und immer gute Gründe findet, warum das so ist. Dann können Träume wohl wirklich in eine Depression führen.
    Wobei ich das von mir andersherum kenne: bei mir war die Flucht in die Traumwelt eine Strategie, um mit der Depression umzugehen. Natürlich macht man es dadurch langfristig nicht besser, aber wenn man so tief in der Depression steckt scheint es erstmal wie ein Ausweg.

  10. Inaktiver User

    AW: Zwischen Depression und Wolkenkuckucksheim

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Ich teile mein Leben nicht in Träume/Ziele und Realität/Realisierung ein. Ich betrachte es eher als eine ergebnis- und wege-offene Wanderung. An den immer wieder auftauchenden Gabelungen des Weges werden Für und Wider abgewägt und eine Entscheigung getroffen. Dann geht es von dort aus einfach weiter. Gabelungen entstehen meist durch auftauchende Wünsche/Pläne. Nach der Entscheidung wird diese ins Leben integriert (und möglichst niemals nicht in Frage gestellt :-).
    Ob die Entscheidung für einen Beruf, eine Studienrichtung, Kinder, Reisen, Job, Haus - die Planung und Überlegung begann, als eine Entscheidung in Sichtweise rückte. Dann wird sie unter Beteiligung von Kopf und Bauch entschieden und gilt damit als etwas, was "Geschichte" ist. Es gehört damit zur Basis meines Lebens uns wird Ausgangspunkt für neue Pläne/Träume.
    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann sind wir da ziemlich ähnlich.

    Ich habe mich allerdings schon gefragt, ob ein langfristiger Traum in seiner konkreten Umsetzung nicht "zielführender" ist. Heißt: Wenn ich Entscheidungen mit Blickrichtung auf ein Ziel treffe und nicht nach Bauchgefühl, aktueller Stimmung o.a., komme ich dann auf Dauer näher an ein authentisches Leben? Klar, beides hat Vor- und Nachteile, und ein großer Teil des Lebens wird immer unberechenbar bleiben und einem vor Entscheidungen stellen, die man nie im Blick hatte. Aber ich kenne eben auch eine Reihe von zielstrebigen Menschen, die manchmal meine Hochachtung haben, weil sie teilweise über viele Jahre Durststrecken in Kauf nehmen für ein Ziel, das sie anstreben. Ich hingegen hätte vor fünf Jahren nie gedacht, mal die Entscheidungen zu treffen, die ich gerade treffe.

    Emdi, das kenne ich auch. Aber ich glaube, es ist trotzdem notwendig zu unterscheiden, wann man um des Träumens willen träumt und wann, um seine eigenen Ziele zu klären. Wenn man einige Kandidaten bei einschlägigen Casting-Shows erlebt, weißt Du vielleicht, was ich meine.

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