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  1. User Info Menu

    Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Jeder Mensch erlebt öfters in seinem Leben seelische Verletzungen. Man hat sich sehr in jemandem getäuscht, Freunde sind aus dem leben ausgetreten, man wurde ungerecht behandelt oder hintergangen etc. etc. Natürlich hat man ebenso gute Erfahrungen gemacht, jedoch die schlechten stecken oft noch lange in den Knochen...

    Wie schafft man es, kein Thema daraus zu machen? Wie behält man sein Optimismus, sein Glaube in das Gute im Menschen oder wie auch immer man es nennen mag? Wie kann man seine Erfahrungen (auch schlechte!) machen, ohne danach als "gebranntes Kind" da zu stehen?

    Freue mich jetzt schon auf eure Meinungen .
    Gruß,
    Ella

  2. User Info Menu

    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Ich finde das ohne Beispiel ein bisschen schwierig zu beantworten...

    Ich habe in meinem Leben deutlich mehr gute als schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb kannn ich die wenigen schlechten ganz gut wegstecken.

    Mir hilft bei schlechten Erfahrungen, dass ich mich lauthals darüber aufrege, mich wo es nötig ist beschwere und mit Freunden darüber austausche. Das relativiert oft...
    Bis auf Weiteres a.D.

  3. Inaktiver User

    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Liebe Ella,

    mir hilft das Wissen, jede schlechte Erfahrung in meinem Leben überlebt zu haben. Und mir vor Augen zu führen, daß ich heute an diesem Punkt meines Lebens einen Zustand erreicht habe, der mich zufrieden sein lässt.

    Was mich auch schlechte Erfahrungen besser (er-)tragen lässt, ist die Gewissheit bisher aus jeder eine Lehre gezogen zu haben und diesen Fehler nicht wieder zu begehen.

    Wobei das mit den Freunden... wir verändern uns, die Freunde verändern sich. Manchmal ist es einfach schon "überreife" Zeit zu gehen. Und die Verletzung hätte nicht so arg ausfallen müssen, wenn man vorher geredet und ggfs. auch losgelassen hätte.

    LG

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    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Ich hab dir mal was reinkopiert.
    Um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken, das ist von Dr. Doris Wolf, Psychologin:

    Können wir Enttäuschungen vermeiden?

    Nein, erstens können wir Enttäuschungen nicht generell vermeiden, und zweitens macht es auch keinen Sinn.

    Um Enttäuschungen vermeiden zu können, dürften wir uns keine Hoffnung und keine positiven Phantasien mehr machen. Dies würde sich aber sehr negativ auf unseren Elan und die Lebenslust auswirken. Hoffnung auf einen guten Ausgang motiviert uns und erzeugt gute Gefühle.
    Außerdem sind wir auf unsere Vorhersagen angewiesen. Es liegt in der Natur von uns Menschen, dass diese Vorhersagen nicht immer richtig sind, denn wir können weder andere, noch das Schicksal kontrollieren.
    Manchmal sehen wir nur unsere Wünsche und Ziele. Wir wollen nicht wahrhaben, dass äußere Umstände dagegen sprechen und die Wünsche unrealistisch sind.
    Wie mit einer Enttäuschung umgehen?

    Enttäuschungen gehören zum Leben. Dennoch haben wir Einfluss-möglichkeiten, wie lange wir benötigen, um wieder in ein seelisches Gleichgewicht zu kommen.

    TIPP: Akzeptieren Sie, dass Sie ab und zu enttäuscht sind. Wenn Sie wollen, können Sie die Erfahrung sogar positiv sehen: Sie haben Ihre Täuschung erkannt.

    TIPP: Drücken Sie Ihre Gefühle aus. Sprechen Sie Ihre Enttäuschung bei der Person an, über die Sie enttäuscht sind. Schreiben Sie Ihre Erfahrungen ins Tagebuch. Sprechen Sie mit Freunden oder in einem internet Forum über Ihr Erlebnis. Setzen Sie Ihre Gefühle in Bewegung um und werden Sie körperlich aktiv.

    TIPP: Verzichten Sie auf Selbstvorwürfe. Sie können die Zukunft nicht vorhersehen, sondern immer nur nach Ihrem momentanen Wissen handeln.

    TIPP: Prüfen Sie, ob die Erwartung, die sich nicht erfüllt hat, wirklich so wichtig für Ihr Leben ist, oder einfach nur bedauerlich.

    TIPP: Begegnen Sie der Enttäuschung mit der Einstellung: "Schade, dass es nicht so gelaufen ist, wie ich es mir erhofft habe. Jetzt suche ich nach neuen Wegen, mein Ziel zu erreichen."

    TIPP: Suchen Sie danach, ob Sie in der Erfahrung auch etwas Gutes finden können: Was haben Sie gelernt? Wie hat sich Ihre momentane Situation dadurch positiv verändert?
    The difference between try and triumph is just a little "umph"

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    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Vielen dank für eure Postings. Mir geht es hier nicht um einen konkreten Fall, sondern eher im Allgemeinen. Natürlich prägt (auch bei mir) die Vergangenheit das aktuelle erleben, jedoch es ist sehr unterschiedlich, wie stark.

    Manche ziehen sich zum Beispiel ganz zurück, weil sie bitter enttäuscht wurden, andere entwickeln lediglich bessere Alarmsignale . Es geht glaube ich generell darum, wie man Misserfolg wegsteckt. Manche sind total geknickt, andere versuchen es immer wieder.

    Wären wir im Baby-Alter empfindlich in dieser Hinsicht, hätten wir bestimmt nie gelernt zu laufen .

  6. Inaktiver User

    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Hallo Ella,

    wir erleben ständig Enttäuschungen und lernen damit auch zu leben.
    Sieht man ein Angebot im Aldi und freut sich etwas zu kaufen, kann es sein, daß es den Artikel nicht mehr gibt......- und wir lernen daraus.
    Lernen schneller zu sein UND uns nicht zu früh darauf zu freuen!

    Ein Beispiel von Vielen, was man gerne möchte und dann doch nciht umzusetzen geht.

    Versteh schon, daß es Dir um Zwischenmenschliches geht- möchte nur deutlich machen, daß wir im Leben auf zig Ebenen Enttäuschungen erleben und man mit Vielen auch ganz gut klarkommt und leben kann

    Zwischenmenschlich- geht das alles ja viel weiter und man muss zugeben, daß Enttäuschung nichts anderes ist als daß man sich GE-täuscht hat.
    Getäuscht in dem Menschen, dem man sein Vertrauen gab.

    Manchmal muss man sich eingestehen, daß man das per Bauchgefühl schon ahnen konnte (nur nicht sehen wollte)- manchmal ist es wirklich nicht vorhersehbar.

    Auch daraus lernt man und man muss deshalb nicht total zurückgezogen leben.
    Man kennt einen Menschen niemals ganz- und somit bleibt für jeden Menschen ein Restrisiko zurück, daß man doch verletzt werden kann.
    Dennoch- lernt man mit jeder Enttäuschung auch näher und genauer hinzusehen und einzuschätzen, einzuordnen - wo man das Vertrauen hingeben sollte.

    Man darf doch ruhig vorsichtiger werden!
    Ist nicht jeder irgendwann "gebranntes Kind"??..mit Sicherheit.
    Man muss nur lernen das Richtige da herauszuziehen und nur weil man vorsichtiger wird- muss man keinesfalls alle Türen in sich verschliessen sondern kann genauso noch Menschen vertrauen und sich auf sie einlassen.

    Wichtig ist wohl, daß man sich selber klar wird, was man bereit ist zu geben und was man damit dann auch bekommen kann, denn man wird sich auch immer einlassen müssen um Vertrauen aufbauen zu können.
    Und letztlich- wird es auch immer Menschen geben, die einen nicht enttäuschen und solche Menschen sind doch ein wirkliches Geschenk im Leben

    kenzia

  7. User Info Menu

    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Ich versuche meistens, meinen Anteil an das Geschehen zu erkennen. Alles geschieht aus der Interaktion und ich sehe mich nicht grundsätzlich als frei von Schuld. Das hat noch den Vorteil, dass ich die so beliebte Opferrole dadurch nicht so leicht spiele...

    Dann schaue ich nach Anzeichen, vor allem wenn mich die Entwicklung völlig überrascht hat. Das könnte dazu dienen, dass ich in der Zukunft nicht mehr so blauäugig durch die Welt gehe und eventuell früher erkenne, was läuft. Das gibt mir Hoffnung, dass ich nicht wiederholte Male in die selbe Lage komme.

    Habe mal ein buddhistischen Sprichwort gelesen:
    Wenn dir etwas einmal passiert, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es dir wieder passiert.
    Aber wenn es dir das zweite Mal passiert, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass es dir auch ein drittes Mal passiert (im Sinne von Muster).

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    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Liene Kenzia,

    Wichtig ist wohl, daß man sich selber klar wird, was man bereit ist zu geben und was man damit dann auch bekommen kann, denn man wird sich auch immer einlassen müssen um Vertrauen aufbauen zu können.
    Danke, deine Worte sind sehr weise.
    Herzliche Grüße,
    Ella

  9. User Info Menu

    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Liebe Ella,

    mit dem Thema habe ich mich gerade auch beschäftigt. Ich habe vor kurzem gelesen, das manche Menschen nach Verletzungen eine Verbitterungsstörung entwickeln. Es ist nun mal so, das wir es nicht verhindern können, verletzt zu werden. Es wurde geschrieben, das Verletzungen durchaus eine lebensübliche Belastung darstelllen. Jedoch haben manche Menschen eben gelernt, wie sie gut damit umgehen können und solche Verletzungen verarbeiten können und andere wiederum nicht. Diese anderen Menschen stehen in der Gefahr, eine Verbitterungsstörung zu entwickeln.

    Hilfreich wäre es dann, einen Perspektivenwechsel zu finden und andere Handlungsmöglichkeiten zu entdecken, wie man damit umgeht. Wichtig sei dabei vor allem das Loslassen und die Vergebung solcher Erlebnisse. Dazu braucht es aber vor allem 2 Dinge: 1. die Erkenntnis, das man selbst Fehler macht und 2. die Fähigkeit, anderen Fehler auch zugestehen zu können.

    Nur, wie geht man mit dem Thema Verzeihen und Vergebung um? Interessant fand ich es jetzt, das es wohl wie bei den verschiedenen Liebessprachen, auch 5 Sprachen des Verzeihens gibt. Also es gibt sowohl unterschiedliche Arten und Weisen, wie man sich bei anderen entschuldigt bzw. wie es einem am leichtesten fällt, anderen vergeben zu können.

    So wie bei den Liebessprachen kann es z.B. sein, das der eine sich mit einem "Es tut mir leid" entschuldigt, der andere das aber so nicht als Entschuldigung annehmen kann. Er/Sie will, das der andere auch ausdrücklich erklärt, das er einen Fehelr gemacht hat oder auch erklärt, was er falsch gemacht bzw. die Zusage dazu, das der andere sich bemüht, dieses verletzende Verhalten in Zukunft zu unterlassen. Erst unter diesen Umständen würde es dem anderen leichter fallen, vergeben zu können, weil es für ihn/ sie so bedeuten würde, das der andere sich ernsthaft entschuldigt hat. Manchen Menschen reichen evtl. reine Worte nicht, um Vergebung annehmen zu können, sie brauchen evtl. eine Umarmung, weil sie auch körperlich spüren wollen, das jetzt wieder alles okay und vergeben ist.

    Falls es jemand interessiert, sich näher mit den Thema zu befassen, das Buch ist von Gary Chapman / Jennifer Thomas mit dem Titel "Die 5 Sprachen des Verzeihens"

    Liebe Grüße, *** sternschnuppe ***
    Eine erfolgreiche Beziehung besteht nicht darin, den richtigen Partner zu finden, sondern darin, füreinander die richtigen Partner zu sein!

    Beziehung bedeutet Entwicklung zu zweit, denn was beide angeht, können auch nur beide lösen!

    Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollten und das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.

    Wenn wir anderen mit einer Fackel den Weg erleuchten, bleibt es nicht aus, das wir dabei unseren eigenen Weg auch erleuchten.

  10. Inaktiver User

    AW: Erlebte Verletzbarkeit und die zukünftigen Folgen...

    Zu deinem Thema hat Astrid Lindgren etwas sehr Schönes gesagt:

    Es ist besser, gelegentlich betrogen zu werden, als niemandem mehr zu vertrauen.

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