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    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Mein Vater: Wer sagt eigentlich, dass Arbeiten Spaß machen muss?

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    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Ist dein Berufswunsch überhaupt realistisch? Du willst keinen Arbeitgeber haben und nur das tun, was dich fesselt. Gibt es das überhaupt oder muss der Job extra für dich gestrickt werden? Wenn du dein Studium beendet hast, was wirst du tun?

    Ich denke, du musst deine Situation ganz ehrlich hinterfragen und deine Wünsche und Vorstellungen auf Lebenstauglichkeit untersuchen. Es gibt keinen Grund zu sagen, du hast alles falsch gemacht, denn das stimmt nicht, du hast sehr wohl Leistung erbracht. Aber es kann notwendig werden, sich bei der Planung der Zukunft von der einen oder anderen überzogenen Vorstellung zu lösen.

    Im Ghetto klingt etwas melodramatisch, wohnt ihr wirklich in einem sozialen Brennpunkt? Und falls ja, wie kommst du dann auf den Gedanken, dass für euch ein Einfamilienhaus plus Reisen und netten Dingen in absehbarer Zeit erreichbar werden könnte?
    Ich kann mich Nocturna nur anschließen. Für mich lesen sich Deine Gedanken auch etwas sehr nach Wolkenkuckucksheim.

    Du hast viele Wünsche, die sich meines Erachtens gegenseitig ausschließen. Ein Job, der einen erfüllt, möglichst ohne angestellt zu sein, im geisteswissenschaftlichen Bereich ist in den seltensten Fällen mit einem Einkommen verbunden, das die Finanzierung eines Eigenheims sichert. Online-Shop, freiberuflich schreiben, Zeit für die Kinder haben und ein komfortables Leben mit Eigenheim und Urlaub, das wäre im Grunde nur machbar, wenn Dein Mann das alleine finanzieren könnte. Kann er aber nicht, und offenbar fehlt ihm ja auch nichts, wenn er keine Notwendigkeit zum Umzug sieht.

    Ich hab auch manchmal Träume, was ich alles gerne hätte und wie schön es wäre, wenn ich mir das leisten könnte. Aber dann sage ich mir, dass ich bestimmte Lebensentscheidungen (z.B. ebenfalls für ein geisteswissenschaftliches Studium) eben nun mal so getroffen und letztlich immerhin das Beste daraus gemacht habe. Ich habe einen Angestellten-Job, der nix mit meinem Studium zu tun hat, aber mein Einkommen sichert und einigermaßen Spaß macht, wenn auch weit von der großen Erfüllung entfernt ist. Die finde ich dann anderswo. Dafür kann ich mir nun ganz alleine Wohneigentum leisten, wenn auch vielleicht nicht in der Größenordnung, von der ich träume. Und der eine oder andere Abstrich ist auch notwendig. Letztlich besteht das Leben immer wieder aus Kompromissen, und wenn ich anfange, unzufrieden zu werden, mache ich mir klar, was eigentlich wirklich zählt in meinem Leben und was nur nice to have ist. Das nimmt auch sehr viel Druck raus.

    Wenn Dir der Wunsch nach einem Eigenheim so wichtig ist, dann krempel die Ärmel hoch, schließ Dein Studium ab, such Dir einen anständig bezahlten Job und fang an zu sparen. Wenn Ihr es schafft, möglichst Dein gesamtes Einkommen für ein paar Jahre beiseite zu legen, habt Ihr das notwendige Eigenkapital bald beisammen. Dann könnt Ihr loslegen. Aber mit einem Online-Shop oder ein bisschen nebenberuflichem Schreiben wirst Du das nicht schaffen. Wenn Dir das wichtiger ist, dann bleibt eben nur der Verzicht auf das Eigenheim. Auch das kann eine Entscheidung sein, die richtig ist. Nur alles geht in den meisten Fällen nicht.

    Ach ja, und es muss Dir auch nicht peinlich sein, hier zu schreiben. Ich bin sicher, Du bist nicht die einzige mit diesem Problem und finde Deinen Mut, das hier so offen auszusprechen durchaus respektabel!

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  3. Inaktiver User

    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Ich finde es schon Luxus, sich elf Jahre (wenn man mit 19 Abitur macht) seiner Ausbildung widmen zu können. Viel Druck, finanziell eigenständig sein zu wollen, kann man da nicht verspüren... Da könnte man sich ja auch freuen, dass man einen hat, der einem das finanziert anstatt zu nörgeln, dass der einem nicht auch noch ein Eigenheim dazu finanziert.

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    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Zitat Zitat von Maja1980 Beitrag anzeigen
    Es klingt warscheinlich herzlos, aber manchmal denke ich, ich habe mir den falschen Mann ausgesucht. Ich mein, wir führen eine glückliche Ehe, aber ER wird diese Ansprüche von mir nie erfüllen können.
    Na, dann hoffe ich mal, daß dein Mann trotzdem glücklich ist. Ich muß schon sagen, wenn mein Partner (oder Partnerin) sich überlegen würde, daß er/sie mich fälschlicherweise ausgesucht hat, weil ich seine/ihre finanziellen Ansprüche nicht erfüllen könnte, dann wäre ich schon sehr enttäuscht und verletzt. Klar sind ein eigenes Heim, schönes Auto und toller Urlaub was Feines. Aber es ist definitiv keine Garantie für ein glückliches und zufriedenes Leben.

    Und ich will ja gar nicht behaupten, daß du keinen Beitrag zu eurem gemeinsamen Leben bringst. Kinder und Haushalt wuppen und damit dem Mann (als momentanem Alleinverdiener) den Rücken freihalten ist meiner Meinung nach sehr wohl ein wertvoller Beitrag (der allerdings weder finanziell honoriert wird noch heutzutage gesellschaftlich anerkannt ist). Aber, wenn man "mehr" will (ggf. sogar Luxus = Urlaub), dann muß man auch mehr leisten. Wie und in welcher Form du das machen willst oder kannst, mußt du für dich selber rausfinden. Notfalls z.B. tatsächlich Taxidienste anbieten. Aber nicht kostenlos für undankbare Eltern, sondern dann doch lieber zahlende Kundschaft! (war natürlich nur ein Witz).

    Zitat Zitat von Maja1980 Beitrag anzeigen
    Mein Problem ist eben, dass sich mein Fokus ständig dreht.
    Ich vermute mal, das ist dein Grundproblem. Du weißt nicht, was du wirklich willst. Du machst das vage an Statussymbolen oder bestimmten Lebensumständen fest. Viel wichtiger ist aber, daß du dir bewußt wirst, was du kannst, was du hast und wo du dich hinbewegen willst. Wenn du das alleine nicht schaffst (was ich vermute), dann solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe (Therapeut, Coach, etc.) holen. Auch sicher hilfreich bei deinem verkorksten Verhältnis mit deinen Eltern.

    Und um mal aus meinem Nähkästchen zu plaudern:

    Meine Situation mit 30 sah folgendermaßen aus:
    - frisch getrennt nach 10 Jahren Beziehung
    - weder verheiratet noch Kinder
    - ein anspruchsvoller Vollzeitjob, der dennoch nicht angemessen bezahlt wurde
    - dann Kündigung durch den Arbeitgeber wegen Auflösung der Abteilung
    - Schulden, aus der Beziehungszeit resultierend
    - daher harter Nebenjob (kellnern) um über die Runden kommen zu können
    - kein Urlaub für viele, viele Jahre
    - ich mußte wirklich jeden Cent umdrehen und konnte mir nix leisten

    Dennoch konnte ich mich über viele Kleinigkeiten freuen. Über ein gemütliches Gläschen Wein auf meinem sonnigen Balkon beim Sonnenuntergang. Oder wenn ich einen umsatzstarken Abend beim Kellnern hatte und mir endlich mal wieder eine neue Hose kaufen konnte. Letztlich habe ich mich aus eigener Kraft aus der Situation befreien können. Ich habe jeden Cent meines Kredites zurückbezahlt, mich beruflich weiterentwickelt und einen Job gefunden, in dem ich angemessen bezahlt wurde. Und dann konnte ich mir auch endlich mal einen schönen Urlaub leisten und ein neues (gebrauchtes!!!) Auto. Ich bin stark geworden in dieser Zeit, habe allerdings auch sehr hart arbeiten müssen. Mir ist nichts in den Schoß gefallen und ich hatte niemanden, der mich unterstützte. Das hat jede Kleinigkeit, die ich mir erkämpft habe, sehr wertvoll gemacht und mir den Wert auch von kleinen Dingen und kleinen Freiheiten gezeigt.

    Heute lebe ich in (wie du wahrscheinlich sagen würdest) sehr angenehmen Verhältnissen: verheiratet, Mann hat eigene Firma, Eigenheim, 2 Autos, kleines Sportboot, keine Schulden. Und noch immer achte ich aufs Geld, versuche günstig einzukaufen und habe fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir mal 2 Pullis kaufe. Für mich bedeutet es Luxus, wenn ich mir eine CD oder ein Buch kaufen kann, ohne Angst haben zu müssen, daß ich morgen kein Geld mehr zum Tanken habe. Luxus ist aber auch Zeit. Freie Zeit. Eben NICHT mehr abends noch nach der Arbeit in die Kneipe zu müssen, um Geld zu verdienen. Oder nicht am Sonntag Schnitzel zu servieren, wenn andere gemütlich die Füße hochlegen und den Tatort gucken.

    Zufriedenheit und Glück hängen weniger an äußeren Faktoren, sondern mehr in einem selber und in der eigenen Einstellung. Daran solltest du unbedingt arbeiten. Denn sonst wirst du selbst dann, wenn du deine Ziele (Haus, Urlaub, Selbstständigkeit) erreicht hast, nicht zufrieden sein.
    Geändert von Sia (17.11.2011 um 07:40 Uhr)
    Altern ist keine Strafe, sondern eine Gnade.
    Bedenke dies, wenn du das nächste Mal über ein Fältchen jammerst.



  5. Inaktiver User

    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Ob arbeiten Spaß machen muss? Auch den Anspruch muss man sich ja erst einmal leisten können. Aber solange man einen Mann hat kann man das ja. Nur dumm, dass er nicht auch noch Spaß dran hat sehr viel Geld zu verdienen. Da scheint er wirklich der falsche zu sein.

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    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Guten Morgen,

    und danke euch allen für eure Worte. Da hat mich einiges wirklich nachdenklich stimmen lassen und es sind ein paar Ratschläge dabei, die ich auf jeden Fall umsetzen werde.


    Vor allem liest es sich sehr interessant, wie es bei einigen von euch so aussah.
    Geändert von Maja1980 (21.11.2011 um 10:14 Uhr)

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    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    @Farmelli:
    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Zitat von Fraudieliest
    Ich finde es schon Luxus, mit Ü30 (?)

    In meiner Zeitrechnung für Geisteswisschenschaften Magister mit zwei Kindern kommt das alles hin. Und zwar ohne Luxus.
    Danke.


    Das macht dich zur perfekten Selbständigen...und ich flüster dir einfach mal...wenn man noch nicht drin ist, klingt das nach sehr viel Unstetigkeit. Sobald du aber mal deinen Abschluss hast, und die ersten paar kleinen Jobs wirst du merken: ein Auftrag gibt dem nächsten die Klinke in die Hand. Gerade wenn du ein kurz intensiv Leidenschafts Arbeiter bist. Oft werden Selbständige der Geisteswissenschaft, schnell und kurzfristig gebraucht...das ist abwechselnd und macht Spaß!
    Das klingt als wäre es für mich wie gemacht. Hast du da selber Erfahrung, bzw. bist du in diesem Bereich selbständig? Vielleicht magst du mir ein paar weitere Ratschläge diesbezüglich geben, gerne auch per PM.

  8. Inaktiver User

    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Ja, das ist vielleicht sarkastisch, aber ich kenn eben genug andere, die Kinder und Vollzeitjob und kein Geld und keinen Mann haben, und trotzdem nicht so jammern.

    Ansprüche haben finde ich auch völlig in Ordnung, ein eigenes Haus finde ich auch toll, wer denn nicht - aber ich finde es besser, wenn man seine Ansprüche auf sich selbst richtet und sich selbst daran misst und nicht von anderen erwartet, die hätten die zu erfüllen. Das gefällt mir nicht.

    Und die die ich kenne die selbständig sind, die arbeiten sehr viel, oft für wenig Geld. Und jammern noch weniger, die wollen das so und können sehr viel leisten. Ob das für dich das Richtige ist weiß ich nicht, ich find das eher unrealistisch und verschwommen, was dir da so vorschwebt...

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    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    ...
    Geändert von Maja1980 (21.11.2011 um 10:14 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Die Angst, es finanziell nie zu etwas zu bringen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde es schon Luxus, sich elf Jahre (wenn man mit 19 Abitur macht) seiner Ausbildung widmen zu können. Viel Druck, finanziell eigenständig sein zu wollen, kann man da nicht verspüren... Da könnte man sich ja auch freuen, dass man einen hat, der einem das finanziert anstatt zu nörgeln, dass der einem nicht auch noch ein Eigenheim dazu finanziert.

    ...und jetzt zieh noch kurz und knapp 3 Jahre Kinder ab und ein Jahr, nach dem Abitur rausgehen und die Praktikas, die sie erwähnt hat. Dann sind wir bei 6 Jahren. Für einen Master- ähm...räusper- Magister, ganz normal. Sie ist ja scheinfrei.


    Vielleicht hast du ja bei deiner Zeitberechnung einen Bachelor im Kopf....?

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