Ich hab keine Uhr mehr am Handgelenk, muss keine Kamera mehr mit mir rumschleppen (wobei die Qualität der Handybilder noch stark verbesserungswürdig ist, aber in den nächsten zwei, drei Jahren sollte sie richtig brauchbar werden), brauch keinen Stadtplan mehr, das Handy spuckt mir Verbindungen aus, für die ich am Bahnschalter früher ne halbe Stunde gebraucht hätte, dazu mitten im Schwarzwald beim Wandern, wenn ich feststelle, dass ich vielleicht doch gern ne Verbindung später heimfahren würde. Im Auto: "Ähm, ich kam nicht mehr zum schauen, wie genau wir jetzt nach Hintertupfingen kommen, wirfst Du mal das Navi auf Deinem Handy an?"
Diesen Punkt finde ich sehr wichtig, das Zeugs muss intuitiv funktionieren und sich selbst erklären. Dazu einfach erhältlich sein, z. B. durch das Konzept eines App-Stores.
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14.11.2011, 16:03
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
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14.11.2011, 16:14
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
Alles was Quirin aufführt ist aber doch mit einem Gerät, nämlich einem Smartphone, zu machen.
Ich bin Mitte 40 und war noch nie der Technik abgeneigt, war aber auch kein wirklicher Technik-Freak.
Das ändert sich langsam: seit ca. 1,5 Jahren nutzte ich ein Smartphone und ich muss sagen, dass sich meine Lebensqualität deutlich erhöht hat:
Alle nervigen Vorbereitungsarbeiten für Verabredungen, Reisen, Kurztrips, Shoppingtouren, Urlaub, Vorstellungsgespräche etc. haben sich erübrigt. Ich finde alles sofort und vor Ort, egal an welchem Ort der Welt ich gerade bin (Internetkonnektivität vorausgesetzt), brauche weder Stadtpläne noch Reisführer, Einkaufszettel, Angebotsprospekte, Gutscheine, extra Navi, Kamera (für den Normalgebrauch) oder Notizbuch nachzuschleppen. Gleichzeitig kann ich wo auch immer ich will in der Sonne hocken und meine e-mails lesen und telefonieren (wenn ich will, wenn ich nicht will: das Gerät hat auch einen Ausschaltknopf! ;-) ).
Meine Welt ist näher zusammengerückt, ich weiß - dank Facebook und Co. - mehr was im Leben meiner Freunde gerade aktuell ist und Leute, die z.B. weit weg wohnen "höre"/lese ich nun viel öfter als früher.
Ich empfinde all das als extreme Zeitersparnis und das alles mit einem Gerät, das ich sowieso ständig dabei habe....Super! Ich freue mich auch die nächsten Jahre und was da noch alles kommen wird! :-)))
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14.11.2011, 16:16
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14.11.2011, 16:42
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
Das mit dem hergerufenen Tee und dem Licht haben wir 1996 gebaut. Nur mit der Online-Verfügbarkeit von Filmen war das noch nicht so der Brüller ...

Ja, es dauert schon alles wesentlich länger. Wenn ich denke, wie flott sich früher Zugverbindungen raussuche ließen und wie zügig das Fahrkartenkaufen ging, kriege ich echt 'n Hals. Das ist alles Zeit, die mir keiner bezahlt. Oder sich am Samstag zu verabreden. Da waren die Leute um halb neun da, und der Abend konnte anfangen, anstatt daß man bis Mitternacht mit dem Handy am Ohr durch die Stadt rennt und versucht, sich zu koordinieren. Und Geräte konnte man hinstellen, einschalten und sie taten, was sie sollten. Ich erlebe heute, daß zwei Doktoren der Informatik die Steuerung in ihrem topmodernen Architektenhaus nicht dazu bringen können zwischen 9 und 18 Uhr warmes Wasser zur Verfügung zu stellen. Wird eben der große Topf aufgesetzt, wenn die Kinder gebadet werden müssen. Da krieg' ich doch ein Deja vu, mit der Kindheit auf dem Lande...
Was soll's, das Leben ist eben mühsam, Reibungsverluste sind unvermeidlich, und wer den Werbeversprechungen glaubt, daß die Technik jetzt alles einfacher macht, würde auch eine Brücke in Brooklyn kaufen.
Ich bin jetzt wieder auf Armbanduhr umgestiegen, weil ich keine Lust habe, jedesmal ein Gerät aus der Handtasche zu fuddeln, wenn ich nur wissen will, wie spät es ist.
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14.11.2011, 19:18
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
Ich buche inzwischen praktisch alle meine Reisen übers Internet und habe ja auch gar nix dagegen. Und auch im Internet finde ich Anbieter, die genau die Reise anbieten, die ich suche oder mir passgenau eine zusammenschneidern. Das Internet halte ich ja durchaus für eine sehr sehr feine Erfindung und möchte es auch nicht mehr missen.
Ich verweigere mich ja nicht jedem Fortschritt, habe mir z.B. im letzten Jahr auch ein Navi angeschafft und möchte es nicht mehr missen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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14.11.2011, 19:29
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
All die genannten Dinge stören mich aber nicht sonderlich.
Und ich empfinde eben auch nicht jede technische Neuerung automatisch als notwendig für mich. Ich finde, die ständige Verfügbarkeit von allem Weltwissen ist was für Kontrollfreaks, die es nicht gut ertragen können, einer Situation hilflos ausgesetzt zu sein. Ich habe durchaus auch eine gewisse Neigung dazu, bekämpfe das aber ganz bewusst, indem ich mich entscheide, mich manchen Situationen eben einfach mal auszusetzen und Gelassenheit zu lernen. Ich spüre in mir einfach einen inneren Widerstand gegen den Wunsch, jederzeit alles im Griff zu haben. Wo bleibt da das Abenteuer? Ich frage mich ganz philosophisch, ob es nicht irgendwann der wahre Luxus sein wird, auf all den technischen Schnickschnack zu verzichten und einfach das Leben geschehen zu lassen. Meistens gibt es nämlich irgendwann eine Gegenbewegung. Wenn ich z.B. überlege, wie das Auto sich ungebremst verbreitet hat, zum Statussymbol geworden ist und heute schon wieder eher kritisch gesehen wird, kann ich mir vorstellen, dass es auf dem Technik-Sektor mal eine ähnliche Bewegung geben wird. Natürlich werden die Errungenschaften der Technik nicht wieder verschwinden, aber ich kenne jetzt schon genug Leute, die sich diesen Dingen mehr oder weniger konsequent verweigern und trotzdem gut leben damit.
Und es ist ja nicht nur die Bedienbarkeit der Geräte. Wenn ich allein sehe, was nur mein Laptop ständig an Updates einspielt. Dann will das ipod-Betriebssystem ein Update, das Navi muss auch auf einem halbwegs aktuellen Stand sein, die Geräte müssen alle paar Jahre gegen neue ausgetauscht werden, alles will untereinander synchronisiert sein. Mir fehlt jegliche Lust, mich ausufernd damit zu beschäftigen, eben auch weil ich den Nutzen für mich persönlich nicht als so hoch einschätze.
Wenn ich mit jemandem unterwegs bin, der mal eben alles mögliche checken kann, nehme ich Angebot gerne an. Aber wenn es die Möglichkeit nicht gäbe, käme ich auch zurecht.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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15.11.2011, 09:42Inaktiver User
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
Farinelli, Deinen Beitrag picke ich mal heraus.
Ich möchte nicht alles schlecht reden, was die Technik mit sich bringt.
Allerdings habe ich meine Beobachtungen woanders gemacht. Dort, wo sich ungefährt meine Altersgruppe aufhält.
Nicht im Seniorenstift
Ich persönlich finde es schade, wenn man dort mit Bekannten zusammenkommt und jeder für sich auf seiner Facebookinsel sitzt. Nenne ich jetzt einfach mal so.
Wir waren neulich auf einem Stadtfest und beim herumschlendern hört man ja auch Leute sprechen.
Ich weiß nicht, wie oft ich gehört habe: Hey, ich habe dich bei Facebook angeschrieben und du hast noch nicht geantwortet.
Wenn ich so etwas durch Zufall höre, dann denke ich wirklich, dass die fehlende Antwort einfach ausgesessen wird. Man greift nicht mehr zum Telefon und ruft mal an. Nein, eine Mail via Facebook, es wird dort eingeladen. Mir persönlich ist das zu unpersönlich.
Auch ich nutze Internet und Co. Ohne Internet wäre unser Umzug sehr viel schwieriger geworden. Man holt sich Informationen, wir sind mit Hilfe des Internets verreist und so weiter.
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15.11.2011, 09:47Inaktiver User
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
Das meine ich. Früher ist man auch von A nach B gekommen. Ohne APP und dergleichen.
Wenn ich mit Hilfe einer APP lesen kann, dass meine Bahn 10 Minuten Verspätung hat, bringt mir das auch nicht viel.
Wenn jemand einen EBook-Reader hat (irgendwer fährt hier viel Bahn und möchte sich deshalb einen zulegen) finde ich das in Ordnung.
Ich selbst gucke gerne in Buchhandlungen herum, lese die Buchrücken und wenn ich mir ein Buch kaufe, dann lese ich es auf Papier, lege ein Lesezeichen hinein und hinterher kommt es ins Bücherregal.
Ich habe auch schon online ein Buch bestellt, aber das ist für mich nichts im Gegensatz zum : in der Buchhandlung herumschnüffeln.
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15.11.2011, 10:18
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15.11.2011, 10:49
AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir
Der tatsächliche Einsatzzweck ist aber eher, nicht die U-Bahn, die nachts im 20-Minuten-Takt fährt, um 1 Minute zu verpassen. Wenn es dann noch -10 Grad hat, kommt das erschwerend dazu.



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