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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Überall und jederzeit ist man erreichbar, kann Filme schauen, Facebooken und der Welt mitteilen, dass man im Wald ist.
    man kann. es muss aber niemand! das hat alles mit eigenverantwortung der technischen auswahl gegenüber zu tun. ob man die für sich in anspruch nimmt, ist immer die eigene entscheidung.


  2. Inaktiver User

    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Farinelli Beitrag anzeigen

    Rockpommel, du musst nicht alles verstehen was es gibt aber bleib offener. Sonst mutierst du zu meiner Oma die jedesmal zusammenzuckte wenn das Telefon klingelte.
    Ich bin offen. Auch, wenn ich nicht jeden Schnickschnack haben muss.

    Mit meinem Eingangspost wollte ich eigentlich beschreiben, welche Fragezeichen bei mir auftreten, wenn so lässig gesagt wird: ich halte den (laufenden) Film mal eben an.
    Als Bespiel: Meine Tochter und ich gucken gleichzeitig beim telefonieren das perfekte Dinner.
    Sie sagt: ich halte das mal eben an und gucke weiter, wenn wir das Telefonat beendet haben.

    Da geht mir während des ganzen Telefonates durch den Kopf: Wir macht der Sender VOX das, wenn 10000 Zuschauer die Sendung anhalten und zu unterschiedlichen Zeiten weitergucken?
    Und 30000 Zuschauer lassen das Programm ganz normal weiterlaufen? So ein Durcheinander in der Sendezentrale.
    Bis mir dann die Festplatte erklärt wurde. Nun habe ich das ja verstanden. Festplattenrecorder gibt es ja schon lange. Aber früher konnte man damit einfach nur aufnehmen.
    Ist eigentlich auch so ein Ding: früher hat man bis zur Werbepause beim spannenden Film gewartet, um auf die Toil. zu gehen. Heute hält man einfach den Film an. Und wir haben es früher auch überlebt.

  3. Inaktiver User

    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    man kann. es muss aber niemand! das hat alles mit eigenverantwortung der technischen auswahl gegenüber zu tun. ob man die für sich in anspruch nimmt, ist immer die eigene entscheidung.
    Das ist klar.

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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Überall und jederzeit ist man erreichbar, kann Filme schauen, Facebooken und der Welt mitteilen, dass man im Wald ist.

    Viele ursprüngliche Dinge, wie einfach mit Picknickkorb und dem Liebsten im Wald sitzen, Natur geniessen, reden, gehen durch die heutige Technik flöten.
    Tja, schon Kaiser Wilhelm hat nicht viel von Autos gehalten und lieber auf seine Pferde gesetzt.

    Das Rad der Zeit dreht sich, wir sind ein Zahnrädchen im Getriebe und keineswegs die Krone der Schöpfung. Die Zeit läuft weiter, Gewohnheiten ändern sich und in 500 Jahren gibts vielleicht gar keine Spaziergänge in freier Natur mehr, sondern man bewegt sich in großen Hallen mit frei wählbarer Alpen- oder Meersimulation, weil die Umwelt vor unsrer Tür vielleicht längst kaputt ist.

    Nein, man muss nicht alles gut finden, aber keiner hält das Rad der Geschichte auf.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist eigentlich auch so ein Ding: früher hat man bis zur Werbepause beim spannenden Film gewartet, um auf die Toil. zu gehen. Heute hält man einfach den Film an. Und wir haben es früher auch überlebt.
    ja, natürlich haben wir das überlebt, aber ist das das problem? hast du angst, dass die, die selbstverständlich mit der immer rafinnierteren technik aufwachsen, lebensuntüchtig werden? oder ist das nur ein lockerer spruch?

    ich würde so gern deine motivation verstehen!


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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Wenn man heute mal irgendwo hingeht, dann sieht man viele Gäste mit irgendwelchen PAD's, Handys und es wird gesimst. Finden noch richtige Unterhaltungen statt?
    Ja, aber anders. Ich beobachte dass zum Beispiel in der Uni Cafetieria. Als ich das erste Mal studierte war da ein ungeheurer Geraeuschpegel. Jeder diskutierte mit dem Gegenueber.
    Heute ist es viel ruhiger. Die meisten sitzen mir ihrem PC oder Handy da und sind damit irgendwie kleine Inseln. Nach Aussen. In Wahrheit diskutieren sie mit Freund 1 der daheim bei Facebook sitzt, mit Freund 2 gleichzeitig per email oder mit Mitkommiltonen die in der Buecherei auch am PC sitzen. Ich hab Hausarbeiten mit einer Gruppe geschrieben wo wir uns nur im internen Forum trafen und wenn Fragen aufkamen den Tutor dazugeschaltet. Ob die im Bett, auf dem Klo, im Bus oder am Tisch neben mir sassen wusste ich nicht.

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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Nein, Telefonieren ist nur noch eine von vielen Funktionen.

    Fotos und Filme aufnehmen und ansehen, auch auf dem Fernseher zeigen, SMS und E-Mails, Surfen, Verkehrsverbindungen raussuchen für Bahn, Bus, Auto, Rad und die Wanderroute zusammenstellen, Tickets kaufen, Freunde auf dem Weihnachtsmarkt finden, Termine und Aufgaben verwalten, Videorekorder von unterwegs programmieren, Musik anhören und auf der Party eines Freundes auf die (Fernseher-)Boxen streamen, den Fernseher bedienen, Wecker, Kompass, Uhr, Sprach- und Textnotizen, Wasserwaage, Wetterinfo, Aktienkurse, Urlaubsfoto als Postkarte verschicken, Strichcode-Scanner, Musik in der Kneipe oder einem Film erkennen lassen, Fernsehschauen, Radio, Zeitung und Bücher kaufen und lesen (ja, das Format ist natürlich ein bisschen klein ;-), Augmented-Reality-Dienste nutzen (wo ist denn hier die nächste Pizza, Haltestelle, Supermarkt, was gibt es in der Umgebung für Sehenswürdigkeiten, wird alles in die Kamera-Ansicht eingeblendet), Licht dimmen und ein- und ausschalten, Babyfon-Ersatz, der auch im Restaurant drei Häuser weiter funktioniert, die Modellbahn steuern, Blutdruck und Blutzucker direkt im Handy speichern und einfach dem Arzt zeigen. Spiele spielen. Das alles ist heute schon Realität. Und das ist nur die Spitze des Eisberges.

    Und nur ein Teil dessen, was die Zukunft noch bringen wird.
    Wenn ich mir diese Auflistung so durchlese, dann stelle ich fest, dass ich 99% davon nicht brauche und nicht vermisse. Ich hab auch keine Lust, meine Lebenszeit damit zu verschwenden, herauszufinden, wie das alles geht und was ich dazu brauche. Da setze ich einfach andere Prioritäten, ohne mich deshalb für technikfeindlich zu halten.

    Hinzu kommt, dass man alle möglichen Geräte nicht nur anschaffen, sondern auch regelmäßig durch neuere Modelle ersetzen muss, was kein unerheblicher Kostenfaktor ist. Und das eine ich-eigne-mich-für-alles-Gerät wird es wohl nie geben, auch wenn sich die Anzahl der unterschiedlichen Geräte vielleicht noch etwas verringert.

    Und wenn ich mich so in einem Freundes- und Bekanntenkreis umsehe, dann gehöre ich eher noch zu den technikaffinen Leuten. Ich glaube, dass da auch eine Diversifikation stattfindet und weiter statffinden wird. Jeder sucht sich aus dem immer unüberschaubarer werdenden Angebot das raus, was ihn wirklich interessiert. Ich kann mir vorstellen, dass es eine gewisse Basistechnologie geben wird, die von mehr oder minder allen genutzt wird und drumherum viel Spielerei für diejenigen, die Spaß daran haben. Aber dieser Vision, "irgendwann werden wir alle..." kann ich mich nicht anschließen.

    Ich habe auch Technik wieder abgeschafft, die sich für mich nicht bewährt hat. Vor Jahren hatte ich mal einen Palm Pilot. Heute nutze ich wieder einen Papierkalender, weil ich ihn für das, was ich damit mache, viel praktischer finde als jedes elektronische Gerät.

    Mein Handy ist ein reines Notfallgerät und wird nur zum Telefonieren gebraucht. Oft ist es wochenlang ausgeschaltet. Und mir fehlt nichts dabei.

    Dafür überlege ich, mir einen E-Book-Reader anzuschaffen, da ich im nächsten Jahr wieder mit der Bahn zur Arbeit fahren werde und ich da einen echten Mehrwert sehe. Ansonsten wäre das auch nichts, was ich bräuchte.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Wenn ich mir diese Auflistung so durchlese, dann stelle ich fest, dass ich 99% davon nicht brauche und nicht vermisse. Ich hab auch keine Lust, meine Lebenszeit damit zu verschwenden, herauszufinden, wie das alles geht und was ich dazu brauche.
    Jein.Im Moment vielleicht nicht. Aber ich mach es mal an einem Beispiel fest:
    Vor Jahren ging ich, wenn ich reisen wollte, zu dem netten kleinen Reisebuero um die Ecke. Der suchte mir Zugverbindungen, Fluege, nette Hotel raus. Alles auf mich massgeschneidert. Fuer diesen Service zahlte ich natuerlich. Dann kam das Zeitalter der Billigflieger und er ging pleite, jeder suchte sich selbst seinen Flug.
    Wenn ich heute verreise muss ich dies am PC machen. Es gibt keine funktionierende Bahnauskunft mehr, kein Reisebuero der uebriggebliebenen Organisationen sucht dir noch witzige Flugverbindungen wie zusteigen in einen Flug der von Namibia kommt und in Zuerich auftankt so dass du nach Stockholm mitfliegen kannst, Hotels nur wenn sie sie im Programm haben.
    Ich verbringe als Tage damit mich von Webseite zu Webseite zu klicken, Angebote zu sichern, Querverweise zu finden und hoffen dass sich das alles ineinander fuegt.
    Ich verbringe mehr Zeit damit etwas zu suchen als vorher.
    Wenn ich dann nicht Computerfit waere muesste ich das Reisen aufgeben.

    Man muss nicht alles mitmachen aber zumindestens etwas dran bleiben. Ansonsten kann es sein dass du etwas nicht vermisst aber du von der Gesellschaft die ueber dich hinwegrollt nicht mehr vermisst wirst.

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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Die Technik hat in den letzten 50 Jahren sehr rasante Fortschritte gemacht.
    Ich sehe aber dennoch nicht ein, dass ich jeden neuen Technikscheiß mitmachen muss.

    Internet finde ich toll, das nutze ich auch viel, aber nicht alles, was gerade Mode ist, z.B. facebook nicht, und auch meine Käufe bei ebay hielten sich in Grenzen. Aber ich nutze durchaus Webshops. Um auch anderswo Powerpoint-Präsentationen zeigen zu können, habe ich mir einen Laptop mitsamt Beamer angeschafft, und meine DVDs laufen im Laufwerk meines Rechners. Fernsehen habe ich nicht, brauche ich nicht.

    Ich habe zwar ein Handy, das benütze ich jedoch nur für Verabredungen, weil ich das Ding dann nicht erst wieder aufladen müssen will, wenn ich es wirklich brauche. Außerdem lehne ich diese Manie, überall telefonisch erreichbar sein zu müssen, ab. Ich habe einen Anrufbeantworter am Festnetz, das muss reichen. Musik höre ich zu Hause, nicht unterwegs, also brauche ich keinen mp3-Player oder iPod, und außerdem passen mp3-Dateien auch auf den Laptop, wenn ich für Präsentationen Musik brauche. Für die Internetverbindung für den Laptop werde ich UMTS nutzen.

    Ich brauche keinen iPad, denn ich habe ein Notizbuch und einen Terminkalender, und manchmal auch eine To Do-Liste, die ich im Kalender mit mir rumschleppe. Bücher lese ich am liebsten als Buch. Ich brauche auch keinen Navi, so lange ich einen Stadtplan lesen kann.
    Geändert von Latona (16.11.2011 um 13:28 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  10. Moderation

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    AW: Der Zahn der (Technik)Zeit nagt an mir

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hmm, ich kann von der Argumentation her eher Nocturna recht geben. Ich verstehe im Endeffekt noch nicht mal so vollständig, wie unser Fernseher funktioniert, aber trotzdem finde ich es wichtig, wenigstens im Ansatz die Dinge zu verstehen, die ich nutze. Aus einem einfachen Grund: Ich will selbst auswählen, welche Technik ich verwende und welche nicht. Dazu muss ich wissen, wie sie funktioniert
    i.A. mußt du dazu aber doch eher wissen, was sie tut als wie sie funktioniert, oder?

    Wobei ich das "wir funktioniert es" spannender finde, aber nur weil etwas eine super-schnuckelige Technologie ist, heißt das ja nicht, daß ich es brauche. (Das ist gut so, mich faszinieren Großanlagen, die niemals ins Wohnzimmer passen würden. )

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