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    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Liebe Catamara,

    du schreibst:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe ähnlich wie Stecher das Gefühl, dass Dein Posting mehr ist als die Beleuchtung der Situation als arbeitsloser Single.

    Du, liebe Balea, wirkst gerade nicht "im Fluß", was in Deiner Situation auch verständlich ist. Deswegen meine Idee, auch mal auf grundsätzliche Fragen zu schauen und Antworten zu finden. Sie müssen ja nicht in Stein gemeißelt werden und dürfen sich ändern.
    Natürlich definieren mich nicht nur mein Beziehungsstatus und meine Position auf dem Arbeitsmarkt. Ich empfinde das Nichtvorhandensein gewisser Dinge, auch darüber hinaus gehend, als Mangel. Ja. Ich bin traurig, ich fühle mich unter Druck und ich fühle mich auf mich allein gestellt. Ja. Aber all das ist nichts Ungewöhnliches. Ich bin da eine von sehr vielen in unserer Gesellschaft. Und nur ich allein kann da was ändern. Sich etwas darüber auszutauschen, tut ganz gut, das Gefühl des Alleinseins mit den Problemen wird etwas abgemildert.

    Natürlich stelle ich mir die zentralen Fragen, die du angedeutet hast. Was ich will, ist klar zu beantworten. Dann kommt aber die Frage: "Was kann ich dafür leisten? Was kann ich fühlen?". Und dann erscheint mir die Zukunft und die Zielerreichung wie ein riesiger mühevoller Berg, denn ich nur mit Anstrengung und Überwindung hochlaufen kann. Dann habe ich möglicherweise irgendwann etwas von meinen Zielen erreicht. Aber der steinige, mühevolle Weg, das Überwinden, das sich prostituieren, das ständige Überschreiten der eigenen Grenzen - das alles lässt mich davor zurück scheuen. Das nennt man wohl mangelnden Ehrgeiz, mangelnden Willen. Ich habe immer noch das Bild im Kopf, dass das Leben doch schön sein muss, dass man sich wohlfühlen sollte.

    Was ich sagen will ist, die Beantwortung der Frage nach dem "Was will ich? muss unbedingt mit der Frage nach dem "Was kann, was vermag ich" einhergehen. Und wie geht man dann damit um, dass eine große Lücke dazwischen zu klaffen scheint?

    Diese Frage muss ich für mich beantworten.

    Ich wünsche dir jedenfalls von Herzen, dass du deine Fragen für dich beantworten kannst, dass du Zufriedenheit fühlst und dass du "im Fluß" bleibst.

    Liebe Grüße

    Balea

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    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Zitat Zitat von Cassis Beitrag anzeigen
    Mit drei Bewerbungen am Tag setzt du dich einem total unrealistischen Druck aus.
    Vor allem die Bewerbungen werden nichts, außer du haust immer die selben Textbausteine raus.
    Das Anschreiben wird immer wichtiger. Da soll man schon zeigen was man der jeweiligen Firma bieten kann. Dafür braucht man Zeit für die Recherche und Schreiben. Mit 2-3 guten Bewerbungen pro Woche bist du gut dabei.
    Klingt gut. Vielleicht schaffe ich das ja auch. :-)

    LG

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    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Hallo Balea,
    Zitat Zitat von Balea Beitrag anzeigen
    du hast es überstanden und viele andere auch. Ich weiss auch, dass das nur eine Phase ist, egal wie lange sie dauert.
    Überstanden ja - zumindest momentan - aber jeder kann jederzeit (wieder) in diese Situation kommen. Diese Phase ist sehr anstrengend - gerade deshalb, weil man nicht weiß wie lange sie dauert!
    Schöne Momente können immer nur Belohnung sein und sie sind auch nicht in der Mehrzahl.
    Nein, sehe ich absolut nicht so. Damit verordnest du Dir geradezu ein Unglücklichsein in der momentanen Situation, als hättest Du jetzt nicht Besseres "verdient". Du darfst auch jetzt jede Menge glückliche Momente haben, obwohl und vielleicht sogar weil Du arbeitslos bist und Dir Deinen Tag freier gestalten kannst.

    Versuche, Dich nicht ausschließlich durch Deine Arbeitslosigkeit zu sehen. Die Arbeitslosigkeit abzustellen ist Deine momentane Aufgabe nicht mehr und nicht weniger. Aber es ist nicht die Definition deiner Person.

    .... und die kleinen Schritte, jeden Tag.
    Jeden Tag einen und an guten Tagen zwei! Und dabei das Leben nicht vergessen!

    Ich denke, ich pack das.
    Da bin ich ganz sicher!


    I am the master of my fate: I am the captain of my soul.

    William E. Henley

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    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gut hab ich vielleicht zu kurz geschrieben.

    Sex ist für mich Ausdruck.
    Sex ist ja beim Menschen nicht nur Fortpflanzung.
    Im Sex erlebe ich mich mit einem anderen Menschen und wie es mir dabei geht, welche Ängste dabei hochkommen wie ich Sex empfinde, das alles sagt etwas über mich als Mann oder Frau aus.

    Und Du stellst das Thema sehr deutlich raus und für mich ist das ein Zeichen, dass es Dir ziemlich bescheiden geht.
    Danke für deine Meinung.

    Aber genau dieses Gefühl habe ich nicht. Sex ist für mich mehr als nebensächlich. Er ist aber nun mal die Voraussetzung, um eine Beziehung zu führen, um nicht mehr allein zu sein. Darum ist natürlich der Sex ein Thema, sobald es bei mir um den "Mangel" an Beziehung zu einem Mann geht.

    Übrigens - wie ich Sex empfinde, hängt ja nicht allein von mir ab, sondern auch von meinem Partner. Und das kann sich eben teilweise fundamental unterscheiden. Wie ich Sex empfinde hat zudem auch etwas damit zu tun, was ich erlebt habe. Und das wiederum hat oft gar nichts damit zu tun, was ich für ein Mensch, was ich für eine Frau bin.

    Du bist ein Mann. Für dich steht und fällt ein Mensch offenbar mit seiner Einstellung zum Sex. Ich bin eine Frau und damit zum Glück unabhängig von Sex bzw. von sexueller Befriedigung. Soviel zu diesem Thema.

    Viele Grüße

    Balea

  5. Inaktiver User

    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Zitat Zitat von Balea Beitrag anzeigen

    Du bist ein Mann. Für dich steht und fällt ein Mensch offenbar mit seiner Einstellung zum Sex. Ich bin eine Frau und damit zum Glück unabhängig von Sex bzw. von sexueller Befriedigung. Soviel zu diesem Thema.

    Viele Grüße

    Balea
    Warum erwähnst das Thema dann wenn es so belanglos für Dich ist?

    Nur das man was schreibt? Ich halte das nicht für Zufall was Du in Deinem Eingangspost und in welcher Reihenfolge geschrieben hast.

    Sex gehört numal zum Leben dazu, Sex bedeutet eigentlich nur Mann und Frau, die Polarität des ganzen, Du glaubst, dass ich über den Akt an sich schreibe, da hast Dich geschnitten.

    Sex geht viel weiter als Du im Moment meinst, es geht um den weiblichen und männlichen Pol in Dir und wenn Du diesen ausklammerst wirst Du im Leben immer wieder Schwierigkeiten damit bekommen.

    Nach Deiner Vaterbeziehung und Beziehung zu Männern allgemein brauch ich dann eigentlich nicht mehr fragen.

    Ich kann Dir nur eins mitgeben, wenn Du die Vaterbeziehung und die männlichen Anteile verdrängst wirst Du auch in der Arbeit oder mit Autoritäten männlichen Geschlechts immer wieder zusammenrasseln oder es bleibt der Erfolg aus.
    Geändert von Inaktiver User (06.11.2011 um 23:19 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Zitat Zitat von Balea Beitrag anzeigen
    Aber genau dieses Gefühl habe ich nicht. Sex ist für mich mehr als nebensächlich. Er ist aber nun mal die Voraussetzung, um eine Beziehung zu führen, um nicht mehr allein zu sein. Darum ist natürlich der Sex ein Thema, sobald es bei mir um den "Mangel" an Beziehung zu einem Mann geht.

    Übrigens - wie ich Sex empfinde, hängt ja nicht allein von mir ab, sondern auch von meinem Partner. Und das kann sich eben teilweise fundamental unterscheiden. Wie ich Sex empfinde hat zudem auch etwas damit zu tun, was ich erlebt habe. Und das wiederum hat oft gar nichts damit zu tun, was ich für ein Mensch, was ich für eine Frau bin.
    Das stimmt, aber Deine Erfahrungen prägen Dich ja. Du schriebst zwischenzeitlich, dass der Sex in Deiner letzten Beziehung für Dich alles andere als gut gewesen ist.

    Ich will Dir überhaupt nichts einreden, wenn Du diese Entscheidung, Sex aus Deinem Leben herauszuhalten, so willst, gibt es da gar nichts zu sagen.

    Für mich ist es einfach nur befremdlich, mit 36 Jahren Sex so komplett auszuschließen. Es gibt alle möglichen psychologischen Bedeutungen, mit dem dieses Thema verknüpft ist. Für mich ist Sex aber einfach auch ein Ausdruck von Lebendigkeit, Verbundenheit und eben auch körperlichen Spaß. Dies herauszuhalten wäre für mich eine Form von Beschneidung, und damit eben auch wieder "Mangel".

    Wie gesagt, es ist Deine Entscheidung. Ich habe bei diesem Thema eben aufgemerkt, eben weil Du auch erwähntest, dass Du in Deiner letzten Beziehung schlechte Erfahrungen gemacht hast.

    Natürlich stelle ich mir die zentralen Fragen, die du angedeutet hast. Was ich will, ist klar zu beantworten. Dann kommt aber die Frage: "Was kann ich dafür leisten? Was kann ich fühlen?". Und dann erscheint mir die Zukunft und die Zielerreichung wie ein riesiger mühevoller Berg, denn ich nur mit Anstrengung und Überwindung hochlaufen kann. Dann habe ich möglicherweise irgendwann etwas von meinen Zielen erreicht. Aber der steinige, mühevolle Weg, das Überwinden, das sich prostituieren, das ständige Überschreiten der eigenen Grenzen - das alles lässt mich davor zurück scheuen. Das nennt man wohl mangelnden Ehrgeiz, mangelnden Willen. Ich habe immer noch das Bild im Kopf, dass das Leben doch schön sein muss, dass man sich wohlfühlen sollte.
    Auch das klingt so furchtbar angestrengt. Ich glaube, sich selbst auf die Schliche zu kommen, hat damit zu tun, hinzufühlen, was einem gut tut. Dass es dann noch mal Anstrengung bedeuten kann, die Bedingungen dafür zu schaffen - ja, das ist so. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass man dafür die Energie aufbringt und dass dies sehr befreiend wirken kann, weil man rauskommt aus der passiven Haltung "Irgendwann muss es ja mal besser werden", hin zu einer aktiven Selbstgestaltung.

    Ich gebe Dir aber Recht, dass man sich auch damit überfordern kann, wenn man zu viel auf einmal will. In Deiner Situation sind einfach große Baustellen vorhanden, die wirst Du nicht in zwei Wochen allesamt aufgelöst haben. ich finde auch, dass Du an einiges schon rangehst und aktiv bist. Trotzdem wirkst Du resigniert. Und vielleicht darf das auch einfach mal sein: anerkennen, dass Deine Situation gerade nicht einfach ist. Sich hier auskotzen, austauschen, Trost abholen. Vielleicht gibt Dir das, zusammen mit dem, was Du im realen Leben anfängst, schon ein wenig mehr Kraft für den nächsten Schritt. Ich habe mal irgendwo einen Spruch gelesen, sinngemäß etwa so: "Das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon." Also heißt es Kräfte einteilen, stetig dabei bleiben, sich vom Ziel nicht hetzen lassen, sondern es als "Leitstern" sehen und sich langsam darauf zu bewegen. Nicht überfordern, nicht ständig die Grenzen überschreiten, das Tempo den "Begleitumständen" anpassen - so wie man eben auf einer Anhöhe seine Kräfte anders einteilt als im Flachland. Vielleicht auch zwischendurch eine Pause machen, etwas trinken, sich von anderen motivieren lassen.

    Viele Grüße!
    Geändert von Inaktiver User (07.11.2011 um 09:18 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Liebe Catamara,

    ja, ich habe mir das gleich zu Herzen genommen und versuche nun, jeden Tag den Druck rauszunehmen. Ich mache jeden Tag einen kleinen Schritt und den Rest des Tages mache ich, was mir Spaß macht. So fühle ich mich wohler. Nervig sind nur die Fragen von anderen, auch vom Arbeitsamt, wo ich mich denn schon beworben hab und naja, ob schon was Festes in Sicht ist usw.. Ich sag dann jetzt immer: "Nö, ich lass das ruhig angehen. Ich will jetzt erstmal Meins machen und mir überlegen, wo es jetzt hingehen soll." Damit müssen sie sich jetzt zufrieden geben.

    Hatte jetzt eigentlich Werbeagenturen beim Bewerben im Blick, aber da sagte man mir: "Sehr viel Arbeit für echt wenig Geld". Dann überlegte ich, ob ich in Richtung Medien, TV, Radio gehe, z.B. erstmal durch ein Praktikum. Da habe ich nun erfahren: "Das ist noch schlimmer als Werbeagentur. Da bist du 24 h im Dienst. Du bist dort nur 'ne Hure und lässt dich ausbeuten." Naja, das hat mir dann doch die Motivation genommen. Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich auch schauen muss, das ich ein bissl Geld verdiene und nicht gerade 16-20 h am Tag arbeiten muss. Will ja auch mal sowas wie 'ne Rentenversicherung abschließen. Dazu brauch ich bissl Geld.

    Na, mal sehen. Auf jeden Fall hast du Recht. Ich nehme mir jetzt Zeit und setze mich nicht unter Druck. Ich mache jetzt erstmal etwas Weiterbildung und entspanne mich. Es nützt wirklich nichts, sich fertig zu machen. Step by Step. Es wird schon.

    Auch mit dem Sex mach ich mir am besten keinen Druck. Ich empfinde ja keinen Mangel. Ich lebe prima ohne. Wenn ich was vermissen würde, würde ichs ja ändern.

    Ich danke Dir für deine hilfreiche Meinung.

    Lass es dir gut gehen.

    Liebe Grüße

    Balea
    Geändert von Balea (12.11.2011 um 18:49 Uhr) Grund: Rechtschreibung

  8. User Info Menu

    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Hmm, das Mangel-Thema lässt mich irgendwie nicht in Ruhe. Wenn man also davon ausgeht, dass man Mängel hat, dann lassen sich bei mir spontan einige Mängel herausstellen. Wenn ich es positiv formuliere, klingt das so:

    Ich wünsche mir:

    (1) eine Libido
    (2) einen Partner
    (3) einen Job
    (4) eine Wohnung, in der ich nicht den Alkoholiker unter mir jeden Tag beim Lärmen zuhören muss.

    So. Und was nun? Sind das gravierende Mängel? Oder nur Luxus-Mängel? Sind das zu viele Mängel? Oder ist jede Erwähnung dieser Mängel nur Jammerei, weil schliesslich jeder Mensch solcherart Mängel hat?

    Kann man denn nicht in jeder Lebenssituation zufrieden sein? Was nützt die Unzufriedenheit?

    Hmm. Vielleicht sollte ich das alles nicht als Mängel empfinden? Ist es nicht die Gesellschaft, die einem vorschreibt, was es wert ist, zu besitzen? Brauchen wir die obigen Sachen wirklich?

    Ich habe keine Ahnung, ob diese Mängel wichtig sind, oder ob man nicht besser einfach nur zufrieden wäre. Ich denke, das beste ist, nicht zu schauen, was einem fehlt, sondern was man hat. Ja, ich glaube, das ist das Beste.

    Mir gehts gut.

    Liebe Grüße

    Balea

  9. User Info Menu

    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Nein, mir geht es nicht gut. Gar nicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Single und arbeitslos...wie gehen wir damit um?

    Zitat Zitat von Balea Beitrag anzeigen
    Nein, mir geht es nicht gut. Gar nicht.
    Das merkt man Dir an, und es tut mir sehr leid. Mir fallen leider keine tröstenden Worte ein.

    Dir geht es nicht gut, dabei ist es unerheblich, ob die Gesellschaft das genauso bewerten würde wie Du. Ich weiß nicht, vielleicht ist jetzt einfach mal die Zeit zum Jammern und Klagen, vielleicht auch die, Dir Hilfe zu holen, vielleicht auch die, das, was Du in Angriff nehmen kannst, schon mal zu beginnen.


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