Hm das sollte ein allgemeines "Du" sein, vielleicht wäre "man" besser.
Die schwieriger Frage ist eher nicht was man nicht will sondern was man will. Und erst wenn ich beides weiss stehe ich sicher zu mir. Dann ergibt sich die Grenze automatisch.Hm, ich würde davon ausgehen, dass ich anderen nur Grenzen aufzeigen kann, wenn ich zuvor wahrgenommen habe, wo ich stehe und was ich nun wirklich nicht mehr will.
Ja so meinte ich das.
Kommt meist bei Menschen vor, denen in der Kindheit widersprüchliche Signale gegeben wurden durch die Eltern. Da reicht es aus wenn die Körpersprache nicht zur Wortwahl oder Handlung passt.
Beispiel:
Mutter beschliesst am Spielplatz nach Hause zu gehen.
Sie geht zum Kind und sagt, in 5min gehen wir ich muss noch einkaufen und der Laden macht zu.
Nach 5min geht die Mutter mit ihrem Kind los. Während sie losgehen kommt eine gute Freundin der Mutter und verwickelt diese in ein längeres Gespräch.
Was meint ihr geht in dem Kind vor?
Kenne ich sehr gut was Du beschreibst. Nur führt die Konfliktvermeidung geradezu ins Gegenteil dessen was Du erreichen möchtest.Ja, weil ich nicht möchte, dass jemand schlecht über mich denkt. Oder wenn es eine Person ist, der ich öfter begegne, möchte ich nicht, dass schlechte Stimmung zwischen uns herrscht!
Kenne ich auch gut genug diesen Spruch von meiner Mutter:Da harpert es bei mir, offenbar bin ich nicht authentisch, ich möchte nett sein, damit ich gemocht werde und kenne meine Grenzen gar nicht. Und selbst wenn ich sie kenne, habe ich Angst, sie zu "verteidigen".
Das wurde mir halt schon mit Muttermilch eingetrichtert und vorgelebt: nett kommt weiter, nett wird von allen gemocht.
Dabei stimmt das gar nicht und der Spruch "nett ist die kleine Schwester von Schei**" hat schon einen Wahrheitsgehalt. Also nett in Form von "nachgiebig".
Sag lieber nix, kommst nur in einen Blödsinn rein
Der Klügere gibt nach (was sie nicht dazugesagt hat: bis er der Dumme ist!)
Es ist mit Sicherheit richtig auch nachzugeben oder sogar vor einem Konflikt davonzulaufen wenn man erkennt, dass man ihm nicht gewachsen ist oder der Schaden grösser ist wie der Nutzen. Aber immer nur nachzugeben unterminiert das Selbstvertrauen.
Der erste Schritt ist erstmal anzuerkennen das Du im Moment so tickst.Wie mache ich meine Grenzen ausfindig? Wie lerne ich, meine Grenzen zu ziehen, bestimmt aber nicht unhöflich?
Der nächste Schritt ist die Selbstverurteilungen von Dir zu beenden.
Dann die Verurteilung von anderen beenden.
Und dann heisst es üben üben üben und sich bewusst werden und auf seine eigenen Impulse hören.
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Ergebnis 21 bis 30 von 43
Thema: Aggressionen ausleben?
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26.10.2011, 14:13Inaktiver User
AW: Aggressionen ausleben?
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26.10.2011, 14:32Inaktiver User
AW: Aggressionen ausleben?
Schöner, interessanter Beitrag, Stecher!
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26.10.2011, 16:44
AW: Aggressionen ausleben?
Im Sinne von Grenzen: Ich kann meine Zeit anderen geben, in denen ich ihnen zum Beispiel helfe. Werktags zwischen 9 und 18 Uhr kann ich meine Zeit nicht weggeben, da ist "meine" Zeit nicht meine: Sie gehört mir nicht.
Grenzen entstehen zwischen konkurrierenden Ansprüchen um finite Resourcen. Zeit, Energie, Aufmerksamkeit, materielle Dinge. Mittwoch will ich mein Auto benutzen. Mein Freund will am Mittwoch auch mein Auto benutzen. Da geht es um eine Grenze. Ich kann mein Auto verleihen: Es ist meins. Aber eben *weil* es meins ist, kann ich es auch *nicht* verleihen, und damit die Grenze verteidigen.
Wo dagegen keine Knappheit herrscht, brauchen keine Grenzen verteidigt zu werden. Das meine ich mit, wenn ich etwas bin, bin ich es für jeden. Ich brauche nicht meinem Nachbarn gegenüber miesepetrig zu sein, weil meine Fröhlichkeit sonst nicht für den Rest des Tages reicht. Sollte das doch der Fall sein, erhalte ich die Fröhlichkeit permanent mit Energie aufrecht, und es wird ein Konflikt um Energie. Oder um das Recht anderer, von mir etwas vorgespielt zu bekommen damit sie sich besser fühlen. *Dann* sind wir wieder bei Grenzen.
Zwei Gründe:Nur weil man vielen etwas (eine Kleinigkeit) gibt, ist das doch nicht nichts.
Erstens, wenn jemand immer etwas bekommt, weiß er nicht, daß er es bekommt. Für ihn fühlt es sich so an, als bekäme er nichts. So entsteht Blindheit für eigene Privilegien.
Zweitens: Warum sollte ich zu jemandem, der mich als Fußabstreifer behandelt genau so großzügig und verzeihend sein wie zu jemandem, der mich auf Händen trägt? Ist das fair gegenüber dem, der mich auf Händen trägt?
(Ich sehe es oft, daß Leute ihre Freunde *schlechter* behandeln als Fremde, denn zu den Fremden müssen sie ja "nett" sein, bei ihren Freunden "dürfen" sie ihr emotional erschöpftes und ausgepowertes Selbst sein. Da wird niemandem gegeben: Die Fremden sehen nicht, was sie kriegen, und die Freunde kriegen nix.)Geändert von wildwusel (26.10.2011 um 17:00 Uhr)
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26.10.2011, 20:17Inaktiver User
AW: Aggressionen ausleben?
Danke für die interessanten Ausführungen!
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26.10.2011, 21:12
AW: Aggressionen ausleben?
Vielen Dank für die Antworten, die mich wirklich zum nachdenken bringen.
Vor 1 1/2 Jahren ging meine 10-jährige Ehe zu Ende. Die Lieblingfloskeln von meinem Mann waren "Stell' Dich nicht so an an", "Hab' Dich nicht so", "Meine Güte, was Du wieder hast".Wie bist du eigentlich auf diesen Namen gekommen? In solchen Dingen glaube ich nicht an Zufälle. Was sagt der Name über dich aus?
Wenn mir kalt war, wenn ich ein Lebensmittel nicht mochte, dauernd kamen diese Sprüche.
Wenn ich etwas gemacht habe, was ihm nicht passte, war sein Hauptargument, dass er das ja auch nicht machen würde. Und als Steigerung, dass er keinen kenne, der das machen würde.
Der lebte in einer Welt, in der nicht sein konnte, was nicht sein darf!
Er selber nahm sich aber ziemlich viel raus. Er hat mich nie real betrogen, aber war ziemlich im Internet unterwegs, CS, Fototausch (nackig) usw. Handyspeicher und Messenger quollen über vor Frauennamen. Ich wusste immer, da stimmt was nicht, wusste aber nie, was da nicht stimmt.
Drauf angesprochen hiess es immer "Das bildest Du Dir ein", "Ich mache nichts", "Was unterstellst Du mir, "Ich bin traurig, dass Du mir nicht vertraust" usw.
Ich kann hier in der Kürze nicht wiedergeben, wie schlimm unsere Situation wurde, auf jeden Fall habe ich irgendwann geschnüffelt. Selbst bei Beweisen schwarz auf weiß hat er noch geleugnet oder wahlweise mir die Schuld gegeben, seinen Spass bei anderen FRauen zu suchen.
Ups, soviel zu meinem Nicknamen. Aber wenn ich das so schreibe, merke ich, dass mein Mann ständig über meine wenigen Grenzen, die ich hatte rübergetrampelt ist. Und ich wusste nie, wie ich meine Grenzen verteidigen soll.
Grenzen in der Ehe/Beziehung ist auch ein Thema, genauso wie "zu nett sein".Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten,
sondern jene, die ausweichen.
Marie von Ebner-Eschenbach
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27.10.2011, 00:42Inaktiver User
AW: Aggressionen ausleben?
Oh je, das ist ja eine traurige Geschichte …
Da hast du ja einiges durchgemacht.
Und auch damals war das Thema Grenzen eigentlich schon wichtig, sagst du heute!
Was hast du damals mit deiner Wut gemacht?
Und jetzt hast du dir selber den ambivalenten Namen "Schnüfflerin" gegeben …
Ambivalent, weil er mit dieser schlimmen Erfahrung verbunden ist. Weil Schnüffeln nicht Positives ist. Und gleichzeitig bist du vermutlich heilfroh, dass du es getan hast, weil du so Klarheit und Gewissheit bekommen hast!
Vielleicht bist du eher eine Dr.Watson? Eine kluge Detektivin, die oft sehr gutmütig ist.
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27.10.2011, 05:49
AW: Aggressionen ausleben?
Hallo Schnüfflerin,
da hast Du in kurzer Zeit ja schon viel lernen können über Dich *lächel*
Ich möchte nochmal auf Dahlke zurückkommen. Das Wichtigste, was er vermitteln möchte, ist wohl, dass Seele und Körper zusammenhängen, das heißt, wenn Du krank wirst, ist das auch eine Reaktion auf etwas, was in Deiner Seele nicht im Reinen ist.
Ob das dann wirklich das ist, was er sagt, möchte ich dahingestellt lassen. Ich hab das immer als Vorschlag angesehen, mal da genauer hinzuschauen und dann schon auch festgestellt, dass das nicht der wirkliche Grund war, aber dass tatsächlich was nicht ok war/ist.
Dass man "Aggression" viel weiter fassen muss als nur wütend sein und dass es durchaus eine positive Emotion sein kann, haben ja schon die anderen sehr gut beschrieben.
Es ist halt die (Be)-Wertung der Emotion, die das Ausleben schwierig macht.
Ansich ist jede Emotion wertfrei, das heißt, zum rechten Zeitpunkt und in angemessener "Ausführung" ist sie hilfreich.
Wir haben alle mehr oder weniger eine innere Instanz, die die Bewertung vornimmt. Meist ist diese Instanz von den elterlichen Vorurteilen und Urteilen besetzt und leider sehr unbewusst. Um sich dessen bewußt zu werden braucht es einen Beobachter, der nicht im Geschehen steckt.
Das können Freunde sein, die feedback geben, die Leute hier oder auch der Therapeut. Am besten ist der eigene innere Beobachter, aber den wahrzunehmen ist sehr schwer, weil diese "Stimme" recht leise ist.
Ich nenne sie bei mir "Bauchgefühl".
Z.B.: Du gibst Dir hier einen Nick, der wahrhaftig nicht positiv besetzt ist. Fühlt sich für mich seltsam an ;)
Ein Nick hat doch die Aufgabe, etwas Spezielles über Dich auszusagen, was Dich von anderen unterscheidet. Warum benennst Du Dich also negativ? Hat das was mit Deiner Selbstwahrnehmnung zu tun?
Du erklärst, dass Du in Deiner Ehe, oder besser noch von Deinem Ex dazu getrieben wurdest.
Hm....
Mag sein, aber offensichtlich hast Du diese Eigenschaft verinnerlicht und zu Deiner gemacht und verurteilst Dich jetzt dafür.
Frage: Wie oft machst Du das mit Dir, dass Du eine von außen eingebrachte, negative Eigenschaft zu Deiner machst und Dich dafür verurteilst?
BIST Du wirklich eine Schnüfflerin? Und wenn ja, kann es nicht sein, dass diese Eigenschaft auch sinnvoll für Dich sein kann?
Wenn Du z.B. gerne eine gute Stimmung verbreiten möchtest, musst Du da nicht genauestens in die verborgenen Ecken Deines Gegenübers schaun, damit Du ihm nicht versehentlich auf die Füsse trittst?
Du kannst Dir (oder anderen, vertrauenswürdigen Menschen) solche und ähnliche Fragen zu allem stellen, was Dich bewegt.
Sehr oft wirst Du Antworten bekommen, die Dir "nicht schmecken". Dann kannst Du Dich wieder fragen, was daran Dir "nicht schmeckt".
Auf diese Weise kannst Du Dich dazu erziehen, auf Distanz zu Dir selbst zu gehen und einen Überblick zu gewinnen, was Du wirklich für gut und richtig hälst und was Du nicht möchtest. Und Dein innerer Beobachter bekommt eine lautere Stimme.
Und das Wichtigste: Die Bewertungs-Instanz wird nach und nach von Dir besetzt und nicht mehr von Deinen Eltern oder sonst wem.
Ist zugegeben ein etwas längerer und auch manchmal steiniger Weg, aber am Ende steht eine bessere Selbstwahrnehmung Deiner Grenzen und somit auch der Grenzen der anderen.
und... Dein Körper muss nicht mehr mit der Holzhammer-Methode des Krank-Werdens reagieren.
Eins noch: Der Weg, in seine Seele zu schaun ist öfter schmerzhafter als krank zu sein. Weil krank sein nicht in Deine Verantwortung fällt ;)
Weil, wer bleibt schon der Arbeit fern, weil er einfach ausgepowert ist. Aber wenn der Kopf sich verkrampft und eine Migräne hervorruft, dann ist man gezwungen, sich die Ausszeit zu gönnen.
Ich denke, Du verstehst, worauf ich hinaus will :D
Halt die Öhrchen steif
maia
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27.10.2011, 07:16
AW: Aggressionen ausleben?
Hallo Schnüfflerin
nochmals eine Variante zum Thema "Höflichkeit und Grenzen setzen":
ich bin gern höflich. Ich lege Wert auf gute Umgangsformen. Wo immer es geht, sage ich etwas mit "bitte, danke, würdest du die Freudnlichkeit haben, könntest du vielleicht...". Und das funktioniert in den meisten Fällen.
Es funktioniert nicht in allen Fällen. Es gibt da einen relativ kleinen aber mühsamen Anteil an Personen, bei denen das nicht geht und die eine nette, höfliche Sprache nicht verstehen. Und da werd ich halt deutlicher.
Ich hatte mal eine Nachbarin, eine ältere Dame, die war praktisch Analphabetin, was sie durch ihr sehr soziales, offenes, freundliches Wesen ausglich. Manchmal half ich ihr, einen Brief vom Amt zu lesen oder eine Grusskarte zu schreiben und solche Dinge, ging hin und wieder Tee trinken zu ihr.
Eines nicht so schönen Tages klopft sie bei mir an der Tür. Ich brauchte an dem Tag dringend Ruhe und wollte niemanden sehen. Erst machte ich nicht auf, aber sie insistierte, sie muss gesehen haben, dass ich zuhause war. (innerliches Grummeln: nur weil ich da bin, heisst das noch lang nicht, dass mich Hinz und Kunz sehen darf! gnagnagnagna) Irgendwann öffnete ich, und da war sie, wieder mit einer Grusskarte an jemanden, die ich bitte helfen sollte zu schreiben. Ich antwortete, ruhig und höflich: Nein, nicht heute, ich habe jetzt keine Zeit, ich kann jetzt nicht. (in dem Moment war ich schon ein Dampfkochtopf mit den drei Ringen oben sehr gut sichtbar. Es hatte nichts mit ihr zu tun aber verdammt nochmals meine Laune war unterirdisch schlecht und NEIN ICH BRAUCH DAS JETZT DEFINITIV NICHT ICH KRIEG MORDGELÜSTE VERDAMMT). In dem Moment entschied sie sich nicht zu gehen, sondern fing an wie ein Kind mit einer hohen penetranten Stimme zu quietschen "bitte bitte bitte bitte mache es für mich bitte bitte..."
ich bin sehr geräuschempfindlich. gewisse Frequenzen bringen mich in einer Zehntelsekunde von Null auf Hundert, und sie hatte genau eine von denen getroffen, aber da ich eh schon auf ca 85 war in der Aggressionsskala, war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Ich sagte laut und deutlich "meine Antwort ist NEIN!" und schlug ihr die Tür vor der Nase zu.
Ja, das war weder nett noch höflich, aber es war entspannend und notwendig. Ja, sie war dann während einer gewissen Zeit beleidigt und grüsste mich nicht mehr. Aber sie kam mich auch nicht mehr bei mir daheim stören, oder Dinge ausleihen. uff.
Grenzen setzen führt nicht immer dazu, dass man gemocht wird. Es führt aber auf alle Fälle dazu, dass man respektiert wird. und das ist schon sehr viel wert. Wenn dann irgendwann noch Sympathie dazu kommt, ist das ein Bonus, der gern genommen wird.
grüsse, barbara
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31.10.2011, 19:58
AW: Aggressionen ausleben?
Sport machen nützt bei mir gar nichts.
Wenn ich sauer bin auf jemanden, und ein paar Runden um den Block laufe, statt meine Wut zeitnah beim Verursacher auszuleben, bin ich hinterher zwar körperlich ausgepowert, aber immer noch wütend.
Bin ich hingegen aggressiv dem Verursacher gegenüber, bin ich innerhalb kurzer Zeit innerlich wieder völlig auf normalnull.
Und ich habe auch lieber Menschen um mich, die ab und an mal richtig rumholzen können.
Die sind in der Regel direkter, spielen weniger passiv-aggressive Spielchen, manipulieren weniger emotional, erpressen weniger durch Krankheit, etc. und sind weniger nachtragend.
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31.10.2011, 20:10
AW: Aggressionen ausleben?
Ich habe kurz ein bisschen gegoogelt und keine klare Unterscheidung zwischen Aggression und Wut finden können.
Wenn ich wütend bin, werd ich zum Wüterich.
Für mich ist das das Gleiche wie aggressiv sein.
Sie auch hier: Aggression
Formen der Aggression sind:
1.offene, physische Form (gegenüber Lebewesen): Schlagen, Töten, körperliches Bedrohen, autoaggressiv (gegen sich selbst gerichtet)
2.offene, physische Form (gegenüber unbelebten Objekten): bewusste Verunreinigung, bewusste nachlässige Behandlung von Gegenständen, Sachbeschädigung (u. a. Vandalismus) und Zerstörung von Gegenständen,
3.offene, verbale oder nonverbale Form: Beleidigen, Spotten, Gesten und mimische Ausdrucksweisen, Schreien, rohe und bewusst vulgäre Sprachstile und Umgangsformen,
4.verdeckte Form: Phantasien,
5.indirekte Form: Sachbeschädigung (von Gegenständen der Person(en), gegen die sich die Aggression richtet), üble Nachrede, Mobbing, Schikanen, Barrieren errichten,
6.emotionale Form: als Folge von Stress, Ärger, Wut, Groll, Hass, Neid.
Weiter gefasst bezeichnet Aggression ein Arbeiten, ein Wetteifern oder ein selbstbewusstes Auftreten als eine wesentliche Form des „In-Angriff-Nehmens“. Diese Handlungsweisen haben im Vergleich mit der engeren Definition nichts mit einer Schädigung oder Verletzung zu tun.
„Mit Aggression ist jedes Verhalten gemeint, das im wesentlichen das Gegenteil von Passivität und Zurückhaltung darstellt“ (Bach & Goldberg 1974, S. 14, zit. nach Nolting 2000, S. 24).
„Als Aggression gilt alles, was durch Aktivität, zunächst durch Muskelkraft, eine innere Spannung aufzulösen sucht“ (Mitscherlich 1969 a, S. 12, zit. nach Nolting 2000, S. 24).
„Wir definieren Aggression als jene dem Menschen innewohnende Disposition und Energie, die sich ursprünglich und später in den verschiedensten individuellen und kollektiven, sozial gelernten und sozial vermittelten Formen von Selbstbehauptung bis zur Grausamkeit ausdrückt.“ (Heinelt, 1982.)
Weitere (motivationale) Unterscheidungsmerkmale:
1.positive (z. B. im Sport) vs. negative,
2.spontane vs. reaktive vs. befohlene,
3.ernste vs. spielerische.
Typische Aggressionsziele sind zum Beispiel:
1.das Durchsetzen eigener Wünsche und Interessen, die mit Wünschen anderer im Konflikt stehen,
2.Beachtung durch andere finden (Rangordnung),
3.Reaktion auf Aggression anderer (Abwehr, Notwehr),
4.Vergeltung erlittener Aggressionsakte (Rache).



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