Antworten
Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 43
  1. Inaktiver User

    AW: Aggressionen ausleben?

    Das Buch von Dahlke ist ein Klassiker. Ich habe es vor vielen, vielen Jahren gelesen und nicht mehr ganz parat. Ich fand es gut und mir hat es damals geholfen.

    Ich denke, du solltest nicht zu lange darüber nachgrübeln!
    Besser ist es, seine Erklärungsmodelle sagen einem gleich etwas und zwar vom Gefühl her. Oder es passt auf dich gerade nicht. Wäre ja auch nicht weiter schlimm.
    Dafür passt es vielleicht bei der nächsten Erkrankung.

    Das Halsschmerzen und Wut zusammenhängen kann ich bestätigen
    Ich erinnere mich an ein Telefonat, bei dem ich mich sehr geärgert habe. Ich legte auf und hatte das Gefühl, mich hätte ein Messer in den Hals gestochen. Es wurde eine heftige Angina, von der vorher NICHTS zu spüren gewesen war.

    Wenn man ein Gefühl sozusagen chronisch unterdrückt, dann ist man innerlich ständig ambivalent.
    Steht z.B. zwischen "Ich bin wütend auf meine Tochter" und "Ich helfe dem Kind nicht, wenn ich jetzt auch noch wütend und laut werde und sie mit meinen Gefühlen belaste". Irgendwann lebt der Körper dann die unterdrückten Gefühle in Form von einer Krankheit aus. (So stelle ich es mir vor.) Und Dahlke versucht die Sprache des Körpers zu entschlüsseln.

    Wenn man erst einmal wahrgenommen hat, was man will und was man nicht will bzw. was in einem los ist, wird man wieder handlungsfähig. Dann muss man meiner Meinung nach gar keine Kissen mehr zerreißen oder mit Gläsern werfen. Oft löst sich ein Problem schon, wenn man sich endlich mal eingesteht: "An sich möchte ich, dass sie das selbstständig tut und nicht immer meine Hilfe braucht." Oder ähnliches.

  2. User Info Menu

    AW: Aggressionen ausleben?

    Es muss eine Möglichkeit geben, Wut zu zeigen, ohne unfreundlich zu meinen Mitmenschen zu werden
    Warum? Ganz provokativ gefragt? Warum ist schon wieder die Beschraenkung da " Bloss nicht unfreundlich" erscheinen? Warum das was andere von dir denken ueber das stellen was du fuehlst?

  3. Inaktiver User

    AW: Aggressionen ausleben?

    Es ist gar nicht nötig unfreundlich zu werden. Es reicht, wenn man eindeutig ist. Und Grenzen setzt.
    Wohl dem, der das kann, ohne unfreundlich oder laut zu werden.

    Man kann seine Wut auch zeigen, ohne unfreundlich zu werden.

  4. Inaktiver User

    AW: Aggressionen ausleben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist gar nicht nötig unfreundlich zu werden. Es reicht, wenn man eindeutig ist. Und Grenzen setzt.
    Wohl dem, der das kann, ohne unfreundlich oder laut zu werden.

    Man kann seine Wut auch zeigen, ohne unfreundlich zu werden.
    Lizzie64 hats bereits angesprochen, Aggressionen sind eben nicht gleichzusetzen mit aggressiv werden!

    Und um auf Dein Post einzugehen, vor allem ist es wichtig nicht die Grenzen bei anderen zu setzen wie es in Ratgeberbüchern nur so entgegenschallmeit, sondern

    sich selbst gegenüber Grenzen zu setzen!

    Und wenn ich in mir ganz klar und eindeutig weiss wo meine eigenen Grenzen verlaufen, dann bin ich auch in der Lage diese nach Aussen zu vermitteln und damit setze ich indirekt bei anderen dann die Grenze.

    Und sich selbst gegenüber eine Grenze zu setzen kann manchmal viel schwieriger sein als die andere Form.

    Das bedeutet nämlich erstmal Innenschau in Form vielleicht solcher Fragen:

    Wo übergehe ich mich selbst?
    Wo lasse ich mich überreden, obwohl mein Impuls schon sagte NEIN?
    Wo halte ich selbst Vereinbarungen nicht ein?

    Das alles sind Aggressionsthemen, manche eher passiver andere eher aktiver Natur. Aggression kommt von aggredere = rangehen.
    Und wenn Du Deine Impulse unterdrückst dann bist Du Spielball und dann wirst Du wütend, und eigentlich liegt unter der Wut ein ganz anderes Gefühl begraben, meist Enttäuschung.

    Um das aber erstmal auseinanderdröseln zu können musst Du bewusster werden, das fängt schon damit an was es in Deinem Kopf nach dem Erwachen so denkt. Hör da mal genau hin was es da oben denkt und schreibs auf, wirst überrascht sein.

  5. Inaktiver User

    AW: Aggressionen ausleben?

    Hallo Stecher, sei gegrüßt!

    Wer ist das "du" in deinem Beitrag?

    Sich selber Grenzen setzen …

    Hm, ich würde davon ausgehen, dass ich anderen nur Grenzen aufzeigen kann, wenn ich zuvor wahrgenommen habe, wo ich stehe und was ich nun wirklich nicht mehr will.

  6. Moderation

    User Info Menu

    AW: Aggressionen ausleben?

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen
    Sicherlich ist Sport in jeder Hinsicht wichtig, nicht nur, um Aggessionen abzubauen.
    Ich denke aber, das kann nicht (ausschliesslich) der Weg sein, um die Aggressionen loszuwerden.
    Ich meinte das eher als diagnostisches Hilfsmittel.

    Du begibst dich in eine Situation, in der du so doll zuhauen kannst oder sogar sollst wie du willst (oder kannst), und überläßt dich ihr. Dadurch kannst du die Kontrolle und Zurückhaltung, die du vielleicht zu gut gelernt hast, loslassen. Wenn du dann feststellst, du kommst in einen Flow und deine Technik wird immer besser, du achtest mehr auf deine Umgebung und Details -- dann sind da nicht viele Agressionen. Wenn du feststellst, du haust zu wie Muhammed Ali, und die einzige Art, wie sich das noch besser anfühlen könnte wäre, wenn du mehr und doller zuhaust -- dann sind da Agressionen.

    Und dann kann man die Gefühle mal merken und zum Untersuchen vorholen, und gucken, was sie sind und wo sie herkommen und wo sie normalerweise herumliegen.

  7. Inaktiver User

    AW: Aggressionen ausleben?

    Hallo Stecher,

    schöner Beitrag! Ich bin aber etwas irritiert ob Deiner Wortwahl und wollte Dich fragen, was Du damit meinst, `sich selbst Grenzen setzen´. Ich würde eher wie Fenimi sagen, dass das Wahrnehmen und Respektieren der eigenen Grenzen das Entscheidene ist. Im Sinne von Eigenverantwortlichkeit. Und damit in einer Art Selbstverpflichtung die Grenzen einhalten, das nach außen hin klar machen. Höchstens nach einer bewussten Entscheidung auszuprobieren, ob Grenzen erweiterbar sind. Ist es das, was Du meinst oder sind da noch andere Gedanken dabei?

    Schnüfflerin, Frust, Schmerz und Furcht sind ja auch Signale dafür, dass etwas nicht stimmt. Und wenn sie von außen verursacht wurden, dann finde ich Farinellis Frage berechtigt: Warum dies nicht auch mal verdeutlichen? Auch das heißt nicht zwangsläufig, dem anderen die Keule über den Schädel zu ziehen. Aber warum müssen Reaktionen immer "freundlich" sein? Es gibt nun mal Konflikte auf der Welt, das Leben ist kein Streichelzoo und das darf doch auch mal deutlich gemacht werden. Wovor hast Du Angst?

  8. User Info Menu

    AW: Aggressionen ausleben?

    Wenn man erst einmal wahrgenommen hat, was man will und was man nicht will bzw. was in einem los ist, wird man wieder handlungsfähig.
    Das ist ein grosses Problem für mich. Es gibt einige wenige Dinge, bei denen ich mir sicher bin, dass ich sie will oder nicht will. Ansonsten bin ich aber ständig am überlegen und abwägen, was nun richtig oder falsch ist!

    Warum ist schon wieder die Beschraenkung da " Bloss nicht unfreundlich" erscheinen? Warum das was andere von dir denken ueber das stellen was du fuehlst?
    Ja, weil ich nicht möchte, dass jemand schlecht über mich denkt. Oder wenn es eine Person ist, der ich öfter begegne, möchte ich nicht, dass schlechte Stimmung zwischen uns herrscht!

    Und wenn ich in mir ganz klar und eindeutig weiss wo meine eigenen Grenzen verlaufen, dann bin ich auch in der Lage diese nach Aussen zu vermitteln und damit setze ich indirekt bei anderen dann die Grenze.
    Da harpert es bei mir, offenbar bin ich nicht authentisch, ich möchte nett sein, damit ich gemocht werde und kenne meine Grenzen gar nicht. Und selbst wenn ich sie kenne, habe ich Angst, sie zu "verteidigen".

    Das wurde mir halt schon mit Muttermilch eingetrichtert und vorgelebt: nett kommt weiter, nett wird von allen gemocht.
    Dabei stimmt das gar nicht und der Spruch "nett ist die kleine Schwester von Schei**" hat schon einen Wahrheitsgehalt. Also nett in Form von "nachgiebig".

    Wie mache ich meine Grenzen ausfindig? Wie lerne ich, meine Grenzen zu ziehen, bestimmt aber nicht unhöflich?
    Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten,
    sondern jene, die ausweichen.


    Marie von Ebner-Eschenbach

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Aggressionen ausleben?

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen
    Das ist ein grosses Problem für mich. Es gibt einige wenige Dinge, bei denen ich mir sicher bin, dass ich sie will oder nicht will. Ansonsten bin ich aber ständig am überlegen und abwägen, was nun richtig oder falsch ist!
    Damit kannst du dich beschäftigen, bis die Sonne ausbrennt.

    Du kannst natürlich sagen, "Das ist mir nicht wichtig genug, um eine Entscheidung zu treffen oder etwas dafür zu tun, ich nehm's wie's kommt". Damit ist das auch vom Tisch, und man muß nicht zu allem eine Meinung oder einen Eifer haben.

    Aber wenn es dir wichtig genug ist: Stell dir vor, wie es sich anfühlen würde, die Sachen zu haben. Dann stell dir vor, wie es sich anfühlen würde, die Sache nicht zu haben. Was gewinnst du, wenn du keine Entscheidung triffst? Du gibst lediglich die Kontrolle darüber aus den Händen, was du bekommst und was , was du bekommst und was nicht.

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen
    Ja, weil ich nicht möchte, dass jemand schlecht über mich denkt. Oder wenn es eine Person ist, der ich öfter begegne, möchte ich nicht, dass schlechte Stimmung zwischen uns herrscht!
    Die Leute denken, was sie wollen, da kann man nicht viel dran machen.

    Es werden dich nie alle mögen, es wird dich nie keiner mögen, und der bei weitem größten Anzahl der Leute wirst du komplett egal sein. Such dir Leute, die dich mögen und die du magst, nutze die Seiten von dir, die von dir und anderen gemocht werden -- bist du verständnisvoll, lieb, kreativ, ehrlich, praktisch, großzügig, lustig, weise? Was mögen Leute an dir? Das ist das, wo es sich lohnt, Energie reinzustecken, mehr als in eine unspezifisches und generalisiertes "nett". Wer jedem gibt, gibt keinem.

    Manche Sachen kann man allerdings jedem geben, weil sie einen selbst ausmachen. Wenn du fair und ehrlich bist, oder höflich und wortgewandt, bist zu es zu jedem, genau wie du für alle Leute die gleiche Nase im Gesicht hast. Du kannst zu sanft und verständnisvoll sein und nicht über Menschen urteilen, das gibt eine gute Annährung an "nett". Aber da spielt die Authentizität mit rein: Du kannst nur jedem das gleiche Gesicht zeigen, wenn es auch dein Gesicht ist.

    Deine Grenzen: Überlege, was dir gehört. Faustregel: Wenn du etwas weggeben kannst, gehört es dir. Und dann überlege, was von dir du weggeben willst und was nicht. Das "nicht" ist deine Grenze. Der nächste Schritt ist, sie zu verteidigen. Das heißt, wenn jemand etwas von dir will, was du nicht weggeben möchtest, mußt du einen Weg finden, es ihm nicht zu geben. Das ist nicht immer einfach (und oft sauschwierig), aber man lernt durch Übung.

  10. Inaktiver User

    AW: Aggressionen ausleben?

    Liebe Schnuefflerin!

    Wie bist du eigentlich auf diesen Namen gekommen? In solchen Dingen glaube ich nicht an Zufälle. Was sagt der Name über dich aus?

    Und dein Avatar, das süße Wesen, wer ist das? Kommt mir irgendwie bekannt vor.
    Der ist so nett
    Vielleicht solltest du ihn versuchsweise mal für einige Zeit durch einen Hai ersetzen. Man gucken, wie sich das anfühlt.

    Wie mache ich meine Grenzen ausfindig? Wie lerne ich, meine Grenzen zu ziehen, bestimmt aber nicht unhöflich?
    Am Besten geht das natürlich mit der Hilfe eines guten Therapeuten.

    Wenn du deine Grenzen nicht spürst, wirst du sie durch Nachdenken auch nicht unbedingt finden. Da solltet du zunächst üben, deine Gefühle (und deinen Körper) besser wahrzunehmen, denke ich.

    Im Grunde ist das, was du schreibst, nicht sooo ungewöhnlich. So wurden früher die meisten Frauen erzogen. Es ist halt die Frage, wie stark das Nett-sein-um-jedem-Preis bei dir ausgeprägt ist.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Faustregel: Wenn du etwas weggeben kannst, gehört es dir
    Um das zu verstehen, brauche ich noch ein paar warme Worte …

    Nur, was ich wirklich besitze, kann ich auch weiter geben … Okay.
    Wenn ich gar nicht fröhlich bin, kann ich anderen auch keine Fröhlichkeit geben.
    Obwohl die manchmal dabei kommt, die Fröhlichkeit, … Wenn man sich auf andere Menschen anstatt auf sich selbst konzentriert.

    Wer jedem gibt, gibt keinem.
    Stimmt das wirklich?
    Nur weil man vielen etwas (eine Kleinigkeit) gibt, ist das doch nicht nichts.

Antworten
Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •