Liebe Userinnen und User,
Im aktuellen BRIGITTE-Dossier “Wie wir im Traum Probleme lösen” (Heft 23, seit 19.10. im Handel) geht es rund um die Traumforschung, und wie unsere Träume uns weiterhelfen können. Versuchen auch Sie manchmal, stärker auf Ihre Träume zu achten?
Bis zum 2.11. können Sie Prof. Michael Schredl, Traumforscher des ZI Mannheim, und Autor des Ratgebers “Träume – die Wissenschaft enträtselt unser nächtliches Kopfkino” hier ihre Fragen stellen!
Bitte haben Sie Verständnis, dass Prof. Schredl aus Zeitgründen nicht täglich Ihre Fragen beantworten wird.
Gruß
das BRIGITTE.de-Team
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19.10.2011, 15:16
Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.10.2011 um 15:29 Uhr) Grund: Link ergänzt
Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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20.10.2011, 11:48Inaktiver User
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Ja, dann fang ich gleich mal an.
Ich muss dazu etwas ausholen.
Es geht um einen Traum, in dem meine Mutter eine Rolle spielt.
Sie ist im Jahr 2008 mit 80 Jahren verstorben.
Seit dem Jahr 1980 war sie schwerkrank, mit immer wiederkehrenden guten und schlechteren Phasen. Ich war 18, als ich begonnen habe, mich in "schlechten Phasen" um sie zu kümmern (sie war vewitwet), sie bei Bedarf zu pflegen, ihr zu helfen, sie zum Arzt oder ins Krankenhaus zu fahren, den Haushalt zu führen, für sie einzukaufen etc. Mein Bruder und eine Nachbarin haben mich unterstützt. Dies habe ich 25 Jahre lang getan.
Gerade in den letzten Monaten zuhause (sie war zum Schluss im Seniorenheim) ging es ihr körperlich sehr schlecht und ich bin oft mehrfach täglich zu ihr gefahren., wenn sie nicht gerade im Krankenhaus war.
Mein Fazit: Ich muss eigentlich kein schlechtes Gewissen haben, mehr konnte ich nicht für sie tun.
Dennoch träume ich, eigentlich seit ihrem Tod, immer und immer wieder den (inhaltlich) gleichen Traum: Ich kümmere mich nicht um meine Mutter, "vergesse" sie förmlich, dann fällt es mir plötzlich ein, dass es sie gibt, ich gehe zu ihr - und sie ist völlig vernachlässigt in ihrer Wohnung, hat nichts zu Essen, liegt einsam im Sterben.
Ich wache dann auf und fühle mich sehr schlecht.
Falls es irgendwie von Bedeutung ist: Gerade in diesem Traum träume ich nicht "lucid" (heißt das so?). Ansonsten habe ich oft Träume, in denen ich weiß, dass ich träume. Die sind sehr angenehm, weil ich dann wie ein Vogel durch die Luft fliegen kann
Vielen Dank fürs Lesen.
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20.10.2011, 22:57
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Hallo,
Danke für den interessanten Traum. Träume lassen sich auf zwei Arten genauer anschauen. Die eine Sichtweise ist, dass der Traum einen Konflikt im Außen widerspiegelt, die andere Sichtweise ist, dass der Traum eine anschauliche Szene verwendet, um einen inneren Konflikt widerspiegelt. Wenn die erste Herangehensweise nicht weiterbringt, macht es Sinn, den zweiten Weg zu betrachten. In ihrem Traum wird die Mutter, die sie sehr geliebt haben, als Bild verwendet, um deutlich zu machen, dass Thema Vernachlässigung, sich nicht kümmern ein Thema ist, doch geht es vielleicht nicht um die Mutter, sondern um eigene Bedürfnisse, die angesichts der Anforderungen der Situation auf der Strecke geblieben sind. Neben der Möglichkeit, im Wachleben zu schauen, was Sie mometan brauchen, was Sie nährt und stärkt, ist eine weitere Möglichkeit, anhand der Traumsituation zu schauen, was Ihnen besser gefällt. Wie würde der Traum aussehen, damit er ein befriedigendes Ende bekommt.
Grüße
Michael Schredl
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20.10.2011, 23:31Inaktiver User
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Oh, ein Traumexperte!
Dann hab ich auch eine Frage: ich träume immer wieder, besonders in der letzten Zeit, dass ich bestimmten Menschen, die ich kenne, etwas wichtiges sagen will. Im Traum ist mein Anliegen sehr dringend und ich spüre das auch, wache dann manchmal ganz unruhig auf, als hätte ich mich bewegt.
Aber: entweder bekomme ich kein Wort heraus, oder ich werde von fremden Menschen von meinem Gegenüber abgedrängt, etwas zupft an meinem Ärmel oder lenkt mich ab, es sind auch schon naturkatastrophen (Flutwelle!) passiert, die mein Vorhaben verhindert haben.... und im Traum werde ich immer verzeifelter, weil ich unbedingt etwas sagen will!
Dieses Motiv kehrt immer wieder, mit verschiedenen Personen (mein Mann, von dem ich mich gerade getrennt habe, seine Mutter, mit der ich nicht gut konnte, ein bestimmter Mann, den ich sehr gerne habe....). Es sind eigentlich immer nur Personen, zu denen ich eine... entweder problematische oder für meine Bedürfnisse unzureichende Beziehung habe.
Ich kann mir da keinen Reim drauf machen
Nachtrag: weil ich heute sehr oft daran denken mußte... diese Personen, denen ich etwas sagen will, verhalten sich im Traum (und, wenn ich es recht bedenke - auch im Leben) distanziert. Das ist im TRaum der totale Horror, bringt mich aber dort dazu, meine Bemühungen zu verstärken.....Geändert von Inaktiver User (21.10.2011 um 16:06 Uhr) Grund: Nachträg
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21.10.2011, 06:47
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Hallo Herr Schredl,
seit meiner Kindheit, also seit ich mich erinnern kann, habe ich ein wiederkehrendes Albtraummotiv.
Überall dort, wo ich bin, laufen Horrorfilme (im Fernsehen, im Kino ...). Ich verlasse dann den Raum und gehe in einen anderen, aber dort ist auch wieder ein Fernseher, oder es handelt sich um ein Kino, und auf der Leinwand läuft wieder ein Horrorfilm, oder die Personen im Traum verwandeln sich und agieren wie in einem Horrorfilm u.s.w.
Auf diese Art kann ich durch viele Räume oder Häuser laufen, ohne den Horrorfilmen jemals zu entkommen.
An eine konkrete Handlung des Films oder der Filme oder an konkrete Figuren kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß dann nur: Horrorfilm, nix wie weg.
Die Träume sind in den letzten Jahren sehr selten geworden. Ich kann mich aber auch an Zeiten erinnern, in denen ich sie mehrmals pro Woche hatte.
Interessant finde ich, dass mein jüngerer, einziger Bruder das selbe wiederkehrende Albtraummotiv hat. Filme, Fernseher, Kinos, der Versuch, dem zu entkommen, gleichzeitig die Unmöglichkeit ... genau die selben Albträume. Auch er hat diese Träume seit er sich erinnern kann. Wir haben uns schon oft darüber unterhalten und fanden dieses Übereinstimmungen witzig und seltsam, zumal wir niemanden sonst kennen, der solche Dinge träumt.
Beide finden wir diese Träume sehr beklemmend/beängstigend und verstörend.
Ich selbst hätte auch im Wachzustand Angst vor Horrorfilmen und würde mir nie einen ansehen, mein Bruder hingegen hat einen Beruf gewählt, der ihn oft damit in Kontakt bringt.
Der Altersabstand zwischen meinem Bruder und mir ist recht groß, wir hatten also nur eine kurze "gemeinsame Kindheit". Bei uns zuhause wurden damals nie Horrorfilme geschaut.
Grüße und vielen Dank
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21.10.2011, 12:20Inaktiver User
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Vielen Dank für Ihre Analyse
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21.10.2011, 12:27Inaktiver User
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Ich finde das Thema ziemlich spannend
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21.10.2011, 13:01Inaktiver User
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Ich habe geträumt, mich fragt mal Jemand nach meinen Träumen... (;
Nein, ernsthaft.
Die wenigen Träume, an die ich mich erinnern kann, spielen wiederkehrend in einem weitläufigen, renovierungsbedürftigen Haus, welches ich erforsche.
Zur Zeit der -sehr heftigen- Trennung von meinem Mann fehlte z.B. das Dach, so dass die Küche einen Meter unter Schnee lag. Das war ein sehr bedrohlicher Traum damals.
Dann später war es eher abenteuerlich, die nicht genutzten Zimmer zu betreten, dazu passt, dass es mich im realen Leben fasziniert, Freilichtmuseen, aber auch Häuser von Bekannten, Musterhäuser und alte Burgen, Schlösser, etc. zu besichtigen.
Meine liebste Beschäftigung als Kind war, mir am Schwebebahnfenster die Nase platt zu drücken, um abends einen Blick in die erleuchteten Wohnungen zu erhaschen.
D.h., Gebäude werden erst in Zusammenhang mit der Geschichte der darin lebenden /gelebt habenden Menschen interessant.
Nun bin ich in einer beruflichen Umbruchsituation.
Mir ist bewusst, dass die unbetretenen Räume Teile meiner Selbst sein könnten, welche erforscht werden wollen. Bin als Kind durch massive Ängste am „Leben“ gehindert worden.
Ich würde so gerne heraus bekommen, ob ich auch beruflich einen neuen Weg einschlagen sollte.
Der bisherige ging ziemlich an meinen Interessen und Leidenschaften vorbei, fürchte ich.
Ist es möglich, dass dieselben Träume sowohl eine realistische Leidenschaft beschreiben als auch einen inneren Prozess darstellen können? Ist doch ziemlich viel Zufall, oder?
Geändert von Inaktiver User (21.10.2011 um 20:56 Uhr)
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21.10.2011, 16:11
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Lieber Herr Schredl,
ich habe mehrere wiederkehrende Träume, vielleicht können Sie mir zum einem oder anderem etwas schreiben:
- ich bekomme meine Augen nicht auf! ich versuche zu sehen, aber es klappt einfach nicht, sie sind verklebt oder ich werde so geblendet, dass ich nichts sehe. Was könnte dass denn beudeten?
- ich entdecke dass ich noch Reste meiner festen Zahnspange im Mund habe, die ich scheinbar über Jahre völlig vergaß, (ich hatte tatsächlich während meiner gesamten Jugend lose und feste Zahnspangen und jeweils Nachkorrekturen, heute sind die Zähne wieder krumm) ich versuche die Spangenreste mir selbst mit einer Zange rauszumachen, es fängt ganz harmlos an, bis ich irgendwann nur noch Drähte im Mund habe, viel Blut und abgebrochene Zähne.
- ich falle die Treppe herunter und zucke zusammen.
- ich entdecke, dass meine kleinen Zwerkaninchen oder die Katze plötzlich bei mir auf der Arbeit, am Flughafen auf alle Fälle völlig zufällig weit weg von zu Hause neben mir auftauchen. Ich bin erschrocken, dass sie so wehrlos und ungeschützt in der Fremde sind, schaffe es sie einzufangen und versuche sie nach Hause zu bringen. Leider zappeln die Tiere, ich halte sie also immer fester und weiß ich tue ihnen dabei sehr weh. Ich komme natürlich nie zuhause mit den Tieren an.
Könnten Sie mir diesbezüglich etwas Hilfeleistung geben?Die Bricom bildet mich immer noch
- formerly known as marimekko
_clementine_fruchtig süß & kernarm
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21.10.2011, 18:31Inaktiver User
AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können
Ich kann mich sehr oft an meine Träume erinnern. Sie unterscheiden sich - wohl je nach Gemütszustand, aber auch je nachdem, was ich gerade am Tag erlebt habe.
Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind immer in Schwarz-Weiß, es ist immer Nacht in ihnen und sie spielen durchgehend an Orten meiner Kindheit (entweder in der elterlichen Wohnung oder vor dem Haus, in dem ich gewohnt habe).
Ich lebe seit meinem 16. Lebensjahr nicht mehr dort und bin heute 42. Wieso aber bleibt dieser Plot dennoch bestehen? Gibt es dafür eine Erklärung? Oder ist das ohne weiteren Belang?


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