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    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Der Traum meiner Kindheit:

    Hinter dem Haus meiner Eltern liegt (real) ein ansteigender Acker. Ich bitte meine Mutter um Erlaubnis, dort mit meinem Schlitten fahren zu dürfen; es liegt Schnee. Sie verbietet es streng und rigoros. Um Erklärung bittend, erwidert sie nur, daß es eben nicht möglich sei, dort mit dem Schlitten zu fahren, es liegt feuchter Ackerboden unter dem Schnee - da gleitet der Schlitten nicht. Meine Bitte, es ausprobieren zu dürfen, wird klar abgelehnt, es wird mir verboten. Nun gehe ich heimlich nach oben und setze mich auf den Schlitten. Zu meiner großen Freude funktioniert es! Ich jubiliere und gerate jäh in größte Angst: vor mir sehe ich einen Strudel, der Ackerboden dreht sich, unausweichlich werde ich gleich in die Tiefe gezogen werden, ich habe panische Angst, kann nichts mehr tun. Hätte ich doch auf das mir sinnlos erscheinende Verbot hören sollen, müßte ich nicht doch gehorsamer sein? Dann endet der Traum.

    Ob es stimmt, weiß ich nicht, in meiner Erinnerung aber habe ich diesen Traum als Kind -neben anderen schrecklichen Träumen - immer wieder geträumt. Noch heute, Jahrzehnte später, ist er mir so in Erinnerung...
    Hallo,
    Dieser Kindheitstraum spiegelt einen einfachen Konflikt wider. Sie als Kind sind neugierig, wollen spielen, die Eltern sind streng, gehen nicht auf Ihre Bedürfnisse ein. Der Traum geht dann weiter, dass trotz der Freude, die Sie beim Ausleben ihrer Bedürfnisse erleben, auch die Angst kommt, dass etwas Schlimmes passiert, wenn man nicht auf die Eltern hört. Das hat das Kind gelernt, es kann mitunter Jahre dauern, dieses Muster zu durchbrechen und festzustellen, dass die Angst bzgl. der Eltern unbegründet war (sie ist nur unreflektiert von den Eltern übernommen worden).

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Schredl

  2. Inaktiver User

    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Hallo Herr Schredl,

    darf ich auch noch einmal?

    In der vorletzten Nacht hatte ich einen Traum, der meine Stimmung immer noch beeinflusst. Die ProtagonistInnen waren ehemalige Mitschülerinnen von mir, nur Frauen.

    Ich habe geträumt, dass eine von ihnen sich das Leben nehmen möchte und sich dafür wünscht, dass wir (eine Gruppe mehrerer Mitschülerinnen, ich mit dabei) sie beim Sterben begleiten - so ungefähr wie Sokrates, der im Kreise seiner Freunde den Giftbecher trinkt. Wir sind in meinem Zimmer. Nachdem die Mitschülerin lange Zeit über alles Mögliche geredet hat, schluckt sie Tabletten und stirbt auch in unserem Beisein. Ich empfinde eine Mischung aus Entsetzen, Genervtsein und Mitgefühl, das Gefühl des Entsetzens und auch ein Erschauern verstärken sich, als sie tot auf dem Bett liegt.

    Da aber die Wirkung der Tabletten nur langsam einsetzt, sitze ich mit einer weiteren Mitschülerin am Tisch, um über unsere geplante Reise zu sprechen, die am nächsten Tag los gehen soll. Ich habe eigentlich keine Lust dazu und habe auch noch keinen Koffer gepackt. Es ist auch zu spät, um noch Geld für die Reise von der Bank abzuheben. Während die Mitschülerin im Gespräch immer mehr über die Planung spricht, bin ich gelangweilt und genervt.

    Wir räumen dann, ich wieder mit einem Gefühl des Entsetzens, die Leiche der Mitschülerin, die auf dem Boden liegt, aus dem Weg. Dann erwache ich.

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    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Zitat Zitat von bernauerin Beitrag anzeigen
    nun hatte ich nochmal einen sehr eindrücklichen traum, vielleicht finden Sie die zeit, etwas dazu zu schreiben.
    ich bin (in letzter zeit mehrmals im traum) auf der flucht, eines meiner kinder ist dabei. wir sind mit einem braunen haflinger unterwegs, ich reite ziemlich schnell (obwohl ich nicht reiten kann), dann kommen wir in ein haus. es ist ein älteres haus, auf dem land, an sich schön, mit weißen türen und fensterrahmen. das haus ist lang und schmal, ein zimmer geht in das nächste über. wir müssen hier durch, die verfolger sind irgendwo anwesend, vielleicht im unteren geschoß. wir kommen in ein weiteres zimmer, das steht eine kleine weibliche person, ich weiß irgendwie, dass sie zu den "bösen" gehört. wir fliehen in das nächste zimmer, ich schließe die tür hinter mir mit dem schlüssel ab, das geht bei manchen zimmern, aber ich spüre auch, dass es für die "bösen" andere möglichkeiten gibt, uns zu finden. wir kommen zum letzten zimmer, das haus endet an der schmalseite mit einem fenster, dann kommen wiese und wald.. ich öffne es, sehe hinunter (1.stock), ein kleines vordach aus papier versperrt mir die sicht, ich entferne es. dann sehe ich, dass unten der alte, runde eisentisch (aus dem garten meines vaters, jetzt auf meiner terrasse) steht, man könnte es schaffen darauf zu springen, dann ist es nicht mehr weit zum erdboden. aber: wie sollen wir das pferd durch das fenster auf den tisch bringen? wir wissen nicht mehr weiter.
    hier endete der traum.
    trotz der bedrohlichen situation und des unbefriedigenden endes war der traum in seinen bildern sehr angenehm. ich komme auch jetzt damit nicht weiter.
    gruß von bernauerin
    Hallo,
    Die Expertenberatung geht heute zu Ende. Die Herangehensweise wäre, die Grundmuster des Traumes herauszuarbeiten. Flucht im Traum als Muster entspricht am ehesten Vermeidungsverhalten am Tage. Das Pferd ist eine Helferfigur (Energie), Kind (etwas, das Fürsorge braucht), schöne Bilder (Wohlfühlen). Das "Wir wissen nicht mehr weiter" ist Ausdruck von Hilflosigkeit, hier zeigt der Traum, dass die übliche Strategie "Vermeiden" nicht wirklich gut ist. Der Traum kann dazu genutzt werden, zu überlegen, was es noch an Lösungsansätzen für diese Situation gibt. Nichts so einfach - weil da mehr Information notwendig wäre - ist die Frage, welche Wachumstände diese Gefühle (in einer leichteren Form, da der Traum überspitzt) hevorruft. Das ist sicher lohnenswert, zu schauen, ob es in Ihrem aktuellen Leben Vermeidungstendenzen gibt, bei genauerem Hinschauen stellt sich meist heraus, dass aktivere Umgehensweise langfristig effektiver sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Schredl

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    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Herr Schredl, herzlichen Dank für Ihre Erläuterung.
    Ich habe es mir ja fast gedacht. Im Hier und Jetzt daran arbeiten und nicht in die Traumwelt flüchten...
    Aber es ist ja richtig so rum.





    Zum Thema Traumerinnerung habe ich noch eine Frage, anlehnend an die von Kuschelchen und Ihre Antwort.

    Ich habe einmal gelesen, dass auch B-Vitamine für fehlende Traumerinnerung verantwortlich sein können, so denn ein Mangel besteht.
    Können Sie das aus Ihrer Praxis bestätigen? Oder gehört das in die Welt der medizinischen Fabeln?

    Mit freundlichen Grüßen
    Utetiki
    Hallo,
    Ich habe keine Erfahrungen mit der Auswirklung von B-Vitaminen auf die Traumerinnerung, es gibt zu diesem Thema Beobachtungen aus der Literatur, aber keine kontrollierten Studien. Da die Traumerinnerung sehr empfindlich auf Aufmerksamkeitslenkung reagiert, kann natürlich der Gedanke beim Einnehmen möglicherweise wirksamer sein als die Vitamine selbst. Die Daten zeigen, dass ganz simple Methoden die Traumerinnerung massiv steigern können (Etwas dazu lesen, gefragt werden (vom Therapeuten), sich vornehmen, etwas zu schreiben zurecht legen usw.)

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Schredl

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    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Herr Schredl,

    darf ich auch noch einmal?

    In der vorletzten Nacht hatte ich einen Traum, der meine Stimmung immer noch beeinflusst. Die ProtagonistInnen waren ehemalige Mitschülerinnen von mir, nur Frauen.

    Ich habe geträumt, dass eine von ihnen sich das Leben nehmen möchte und sich dafür wünscht, dass wir (eine Gruppe mehrerer Mitschülerinnen, ich mit dabei) sie beim Sterben begleiten - so ungefähr wie Sokrates, der im Kreise seiner Freunde den Giftbecher trinkt. Wir sind in meinem Zimmer. Nachdem die Mitschülerin lange Zeit über alles Mögliche geredet hat, schluckt sie Tabletten und stirbt auch in unserem Beisein. Ich empfinde eine Mischung aus Entsetzen, Genervtsein und Mitgefühl, das Gefühl des Entsetzens und auch ein Erschauern verstärken sich, als sie tot auf dem Bett liegt.

    Da aber die Wirkung der Tabletten nur langsam einsetzt, sitze ich mit einer weiteren Mitschülerin am Tisch, um über unsere geplante Reise zu sprechen, die am nächsten Tag los gehen soll. Ich habe eigentlich keine Lust dazu und habe auch noch keinen Koffer gepackt. Es ist auch zu spät, um noch Geld für die Reise von der Bank abzuheben. Während die Mitschülerin im Gespräch immer mehr über die Planung spricht, bin ich gelangweilt und genervt.

    Wir räumen dann, ich wieder mit einem Gefühl des Entsetzens, die Leiche der Mitschülerin, die auf dem Boden liegt, aus dem Weg. Dann erwache ich.
    Hallo,
    Der Traum verwendet drastische Bilder, der verständlicherweise Ihre Stimmung beeinflusst. Zunächst sind diese dramatischen Bilder so zu sehen, dass Sie das Grundthema des Traumes verstärken. Ein Thema, das mir auffällt, weil es sich wiederholt, ist, dass Sie im Traum etwas machen, was andere Personen von Ihnen möchten, was Ihnen aber gar nicht gefällt. Die Frage, ob Sie selbst das miterleben wollen oder mit der Freundin über den geplanten Urlaub reden wollen, tritt im Traum nicht auf. Es sind sicher noch andere Themen im Traum, der Tod der Mitschülerin könnte auf das Grundmuster "Leid in der näheren Umgebung" hinweisen. Wenn so etwas im näheren Umfeld vorliegt, kann schnell das Gefühl der Verpflichtung entstehen. Die Reise wiederum steht für die angenehmen Seiten im Leben, die sich im Traum jedoch nicht so einfach realisieren lassen. Eine Idee wäre es, für die Traumsituationen zu überlegen, was Sie anders gemacht hätten, wenn Sie den Traum in der Wachvorstellung durchgehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Schredl

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    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    An alle Personen, die Träume und Fragen in das Forum eingebracht haben.

    Die Experten-Beratung geht heute zu Ende. Ich hoffe, dass die Anregungen Ihnen geholfen haben, Ihre Träume besser zu verstehen. Mir selbst hat es sehr viel Spaß gemacht und es eine Freude, zu sehen, wie vielfältig Träume sind und dass es Menschen gibt, die dieses Medium für den Lebensweg nutzen.

    Weiterhin viele spannenden Träume.

    Michael Schredl

  7. Inaktiver User

    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Zitat Zitat von Michael_Schredl Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Die Expertenberatung geht heute zu Ende.
    Vielen Dank für Ihre Deutungen.

    Es war sehr hilfreich für mich zu erfahren, dass es Grundmuster gibt und - vor allem - dass man die Traumerlebnisse nicht 1:1 auf das Wachleben übertragen kann.

  8. User Info Menu

    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Hallo Herrr Schredl,

    vielen Dank für Ihre sehr, sehr engagierte Beratung!

    Ihnen weiterhin spannende Forschungsergebnisse


  9. Inaktiver User

    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Ich schließe mich an: Danke!

  10. Administrator

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    AW: Experten-Beratung: Was unsere Träume uns sagen können

    Zitat Zitat von Michael_Schredl Beitrag anzeigen
    An alle Personen, die Träume und Fragen in das Forum eingebracht haben.

    Die Experten-Beratung geht heute zu Ende. Ich hoffe, dass die Anregungen Ihnen geholfen haben, Ihre Träume besser zu verstehen. Mir selbst hat es sehr viel Spaß gemacht und es eine Freude, zu sehen, wie vielfältig Träume sind und dass es Menschen gibt, die dieses Medium für den Lebensweg nutzen.

    Weiterhin viele spannenden Träume.

    Michael Schredl
    Lieber Herr Schredl,

    wir danken Ihnen sehr für Ihre Deutungen, Anregungen und Ihr Engagement bei uns im Forum.
    Wir freuen uns wirklich sehr, dass Sie die Träume vieler Userinnen und User auf eine so verständliche und umfassende Art und Weise gedeutet haben.

    Vielen Dank

    Herzliche Grüße
    das Bfriends-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

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