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    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Aber dann, irgendwann, ab einem bestimmten Alter, [..] kommt die "Krise", weil sich die Endlichkeit des Lebens abzeichnet. Der Horizont wird sichtbarer. Und man beginnt, sich damit auseinanderzusetzen. Zumindest diejenigen, die diesen Gedanken nicht ausweichen. Oder davor wegrennen.
    Da ist etwas Wahres dran!

    Ich bin zwar mehr als zehn Jahre jünger und noch mitten in der Familienphase, habe aber einige ziemlich zeitintensive Hobbies und merke: Es geht einfach nicht alles, was ich gerne tun würde. Ich kann nichts mehr so richtig genießen. Die Wochen und Monate fliegen nur so dahin, die Mitte des Lebens steht kurz bevor oder ist sogar schon überschritten. Was will, was kann ich noch erreichen?

    Sein Leben entschleunigen, sich auf eine etwas langsamere Gangart einzustellen kostet enorme Kraft, will vielleicht sogar (wieder) gelernt sein. Ich denke, während der Familienphase verlernen es viele. Verlernen auch, mit sich selbst in Kontakt zu bleiben, weil oft kaum Zeit bleibt, dem Bauch zuzuhören.

    Noch scheinen Du und Dein Mann gesund zu sein. Welch Glück! Vielleicht werden Euch gesundheitliche Probleme oder einfach nur die Wehwehchen des Alters irgendwann dazu zwingen, es ruhiger gehen zu lassen.

    Ich hatte auch immer erwartet, dass sich mein Leben "um die Mitte herum" etwas eingependelt hätte, ich etwas ruhiger und gelassener werden würde, aber ich fürchte, es gibt noch vieles zu lernen... Die Weisheit des Alters schein es nicht umsonst zu geben.

    Es grüßt nemosi

  2. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Zitat Zitat von nudelup Beitrag anzeigen
    1.Eigentlich hatte ich erwartet, dass das Leben mit erwachsenen Kindern und „sortierten
    Rahmenbedingungen“ deutlich entspannter werden würde. Meins/unseres ist es nicht!
    Das will ich langfristig so nicht!
    Das kannst du doch selbst steuern, indem du klare Prioritäten setzt.
    Zitat Zitat von nudelup Beitrag anzeigen
    3.Ich/wir sind nicht ständig am rennen. Es gibt durchaus auch Ruhephasen bei uns, und zwar
    ganz bewusst, da das Thema mangelnde Energie und Erschöpfung schon auch eine Rolle spielt.
    Warum ist die Energie aus solchen ganz bewussten Ruhephasen dann aber so schnell
    wieder weg?
    Vielleicht ist die Entspannung nicht tief genug, weil du im Kopf schon wieder bei der nächsten Tätigkeit bist?

    Zitat Zitat von nudelup Beitrag anzeigen
    4. Wenn ich Ruhephasen habe, um ganz bewusst „Drive“ rauszunehmen, dann komme ich schon
    zur Ruhe. Aber da kommen keine Gedanken und Gefühle.
    Wo sind die? Bräuchte ich die? Braucht die jeder? Will ich die haben?
    Es ist viel leichter, Gefühle durch Außenreize auszulösen als durch Ruhephasen. Die Gefühle in Ruhephasen kommen oder sie kommen nicht, das kann man nicht steuern. Wichtig ist erst mal, das Gedankenkreisen loszulassen. Du klingst nicht so, als ob du diesen Punkt schon erreicht hättest

    Mit 50+ wird einem klar, dass man nicht mehr endlos Zeit hat. Die einen machen dann Listen, was sie noch alles tun könnten und möchten (und verzetteln sich leicht), die anderen fangen an, aufzuräumen und ein Downgrading zu machen, um sich in der noch verfügbaren Zeit den Themen zu widmen, die ihnen wirklich wichtig sind.

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    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Hallo,

    ihr gebt mir ganz schön viel zum Nachdenken! Ich merke auch, dass ein geschriebener Gedankenaustausch eine ganz andere Dynamik hat, wie sich mit jemandem persönlich zu unterhalten.
    Was mir am meisten zum denken gibt, ist die „nachzuholende Jugend“. Da könnte durchaus was dran sein. Wir haben sehr jung Kinder bekommen und geheiratet. Da hatte ich ganz schnell Prioritäten, die andere in dem Alter noch nicht hatten. Eine meiner Stärken ist, mich zurückzunehmen und die Dinge zu tun, die getan werden müssen. Wobei ich keine dieser Frauen bin, die dann im Nachhinein Anbetung und Bewunderung für ihre Aufopferung erwarten. Ich bin da sehr pragmatisch, was getan werden muss, muss halt jetzt mal getan werden und wenn sich die Familie dann auch so entwickelt, wie man es sich wünscht, dann geht das ja auch leicht. Der Gedanke, es werden schon wieder Zeiten kommen, wo auch für meine Bedürfnisse wieder mehr Luft ist, hat mir da schon auch geholfen, entspannt zu bleiben.

    Das zweite Thema, das ihr angesprochen habt, ist, wie die Luft in den geänderten Rahmenbedingungen „gefüllt“ wurde. Die Luft war eigentlich nur recht kurze Zeit da. Mein Mann war lange Jahre in einem Handwerksbetrieb tätig. Geschätzt für sein Spezialistenkönnen und für seine genaue und korrekte Arbeitsweise. Durch geänderte gesetzliche Vorgaben sind die Aufträge drastisch zurückgegangen und plötzlich war er für den Betrieb zu teuer und der Geschäftsführerin nicht devot genug. Einfach loswerden konnte man ihn wegen seiner langen Betriebszugehörigkeit nicht, also hat man ihn gemobbt. Mein Mann ist sehr beständig, aus seiner Sicht müsste es eigentlich, wenn alles passt, keine Veränderungen geben. Er hat sich sehr schwer getan, zu akzeptieren, dass das wirklich Mobbing ist und, dass sich das trotz seines guten Willens nicht ändern lässt. Bis er zu der Erkenntnis kam, dass er tatsächlich gemobbt wird und, dass sich das auch nicht ändern wird, hat es eine ganze Weile gedauert und bis er dann eine einigermaßen passende andere Stelle gefunden hat, sind insgesamt ca. 5 Jahre vergangen. Dieser Zeitraum war für mich sehr schwierig. Erstens hat es mich als Partnerin belastet, zu erleben, wie mein Mann systematisch krank gemacht wird und zweitens hat es unsere Ehe belastet. Nachdem mein Mann die neue Arbeitsstelle angetreten hat, war auch nicht von heute wieder “Friede, Freude, Eierkuchen“. In der Zeit kamen dann bei mir in der Arbeit auch noch gravierende Änderungen. Wir waren zu dritt in der Abteilung, eine Kollegin hat gekündigt, die zweite war über ca. 4 Monate krank und ist immer noch in Abständen immer wieder länger krank.
    Und das bei meiner Veranlagung (und dem jahrelangen Training), mich und meine Bedürfnisse zurückzustellen, weil halt Dinge getan werden müssen.

    Das könnte schon mein Thema sein: Stell das jetzt zurück, es gibt dringender Dinge zu erledigen, dafür ist später noch Zeit - und so werden meine "Listen" natürlich auch immer länger und drängender.

    Nudel

  4. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    und jetzt stelle dir vor: es macht krach, peng, wusch---------------- und wenn rauch und qualm weg ist--------------- ist alles anders. du bist krank, dein mann nicht mehr da -------------- was ist wirklich wichtig?

  5. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Schreck! Furchtbare Vorstellung. Meinst du das hilft jemandem?

    Eine Nummer kleiner tut's vielleicht auch

  6. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Wenn dir die Listen helfen, durchzuhalten, ist nichts dagegen einzuwenden, so lange dir bewusst ist, dass es keine Garantie dafür gibt, dass du diese Dinge tatsächlich mal nachholen kannst. Es kann auch so kommen, wie brighid schreibt.

    Wenn du akzeptieren kannst, dass das vielleicht nur schöne Träume sind, an die zu denken dich entspannt, ist alles gut. Solltest du bei der Vorstellung, dass alles anderes kommen kann, in ein tiefes Loch fallen, wäre es höchste Zeit, einen Teil der Träume im Hier und Jetzt zu leben.

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    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Zitat Zitat von nudelup Beitrag anzeigen
    Und das bei meiner Veranlagung (und dem jahrelangen Training), mich und meine Bedürfnisse zurückzustellen, weil halt Dinge getan werden müssen.

    Das könnte schon mein Thema sein: Stell das jetzt zurück, es gibt dringender Dinge zu erledigen, dafür ist später noch Zeit - und so werden meine "Listen" natürlich auch immer länger und drängender.

    Nudel
    Liebe Nudel,

    auf mich machst Du einen ähnlichen Eindruck, wie auf Brünette: lebenshungrig.

    Und Du schreibst selbst ja auch, warum es so sein könnte: weil Dir das, was Deine Bedürfnisse angeht, im Leben davon zu fliegen scheint.

    Vielleicht ist es Deine Form von Midlifekrisis: dieses zunehmende Erkenntnis der Endlichkeit des Lebens und dass es vielleicht nicht reichen könnte, alles erleben zu können, was man sich noch vorgenommen hat. Gerade Deine Listen sind es doch, die Dir das fühlbar vermitteln.

    Dabei finde ich das garnicht so bedenklich, wie Du selbst anscheinend. Soviel sich schon alleine wünschen und vornehmen zu können, das ist ein Privileg, das nicht jedem vergönnt ist. Dazu braucht es nicht nur einfach die Zeit - Lebenszeit - sondern auch ganz einfach die Mittel und gute Gesundheit, um das umsetzen zu können.

    Dass Du so viele Wünsche hast, ist doch eigentlich richtig toll: Du bist vielseitig interessiert, möchtest Dich ausprobieren, dazu lernen, erfahrungen sammeln, wissen sammeln und wer weiß was noch. Du bist wahrlich nicht das Heimchen am Herde, das irgendwann sich und andere nur noch langweilt oder ausschließlich nur noch durch die Kinder und Enkelkinder und deren Leben selbst lebt. Du wirst einmal die Mutter, Schwiegermutter und Oma sein, die wirklich etwas zu erzählen hat und weitergeben kann.

    Wenn Du auch nicht alles auf Deinen Listen wirst umsetzen können, es wird bestimmt viel mehr sein, als Andere jemals schaffen werden.

    Kannst Du die verschiedenen Punkte auf Deiner Liste nicht einer Bewertung unterziehen, nach denen Du sie sortierst? Beginnend mit dem, was wirklich das absolut unbedingt wichtigste ist, was Du unbedingt machen möchtest bis hin zu "... und wenn dann noch Zeit ist, dann möchte ich noch..." ? Dann wächst die Zufriedenheit, je mehr Du schon umgesetzt hast, und der Lebenshunger wird langsam etwas "gestillter". Vielleicht solltest Du die Dinge, die besonders Deine Fitness vorraussetzen in ihrer Priorität nach oben auf die Liste setzen, und die Dinge, die Du auch noch etwas älter und langsamer tun kannst, weiter nach unten.

    Bei allen ÜBerlegungen ist mir aber eins besonders im Sinn: mach soviel Du kannst und schaffst, aber genieße es! Denke nicht an irgendetwas anderes, nur an das, was Du tust. Denke erst an das Nächste, wenn Du bei dem Wunsch davor auf Deine Kosten gekommen bist, Du diesbezüglich Dein Bedürfnis hast stillen können. Es wird Dich lange jung und frisch und lernfähig und flexibel erhalten.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dir das erhalten kannst und dass Du den Blick darauf richten kannst, was Du umsetzen konntest, und nicht auf das, was nicht - oder noch nicht.

    Viele Grüße,
    E.
    Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
    "Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama


  8. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schreck! Furchtbare Vorstellung. Meinst du das hilft jemandem?

    Eine Nummer kleiner tut's vielleicht auch
    wenn es zum nachdenken anregt- dann hat es seinen zweck erfüllt.

  9. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wenn es zum nachdenken anregt- dann hat es seinen zweck erfüllt.
    Darf ich dir dazu meine Gedanken sagen, die dein Vorschlag ausgelöst hat?

    In der beschriebenen Situation wäre vermutlich wichtig: Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit.
    Und dass man noch drei, vier, fünf liebe Menschen hat, die einem beistehen oder zu denen man eine gute Verbindung hat!

    Wichtig wäre auch, dass man in der Lage ist, etwas zu finden, das einem Freude macht. Wenn man nicht mehr wandern gehen kann, dass man dann gerne liest. Wenn man nicht mehr lesen kann, dass man anderen gerne zuhört. Etc.

    Es gibt viele, sehr viele alte Menschen, die können nicht mehr laufen, nicht mehr lesen und es fällt ihnen schwer, einem Gespräch geistig zu folgen. Oder es strengt sie zu sehr an.

    Es ist, glaube ich, eine große Herausforderung, wenn man etwas verliert, sich wieder mit Freude einem neuen Lebensinhalt zuzuwenden. Das wäre aber eine sehr wichtige Fähigkeit. (Was kann man dafür tun, um die zu erlernen?)
    Und wer kann schon von sich mit Sicherheit behaupten, wie er sich nach solch schweren Verlusten verhalten wird?
    Ob er depressiv und verbittert reagiert oder mit einem "Wir freuen uns an dem, was wir noch haben!" Man erlebt da oft große Überraschungen!

  10. Inaktiver User

    AW: Ich "fliege" durch mein Leben

    Deine Vorschläge klingen sehr gut und vernünftig, Fenimi.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und wer kann schon von sich mit Sicherheit behaupten, wie er sich nach solch schweren Verlusten verhalten wird?
    Ob er depressiv und verbittert reagiert oder mit einem "Wir freuen uns an dem, was wir noch haben!" Man erlebt da oft große Überraschungen!
    Man weiss nie mit Sicherheit, wie man reagieren wird, aber um die fünfzig hat man doch schon einiges erlebt und es gibt Anhaltspunkte dafür, wie man mit Krisen umgeht. Solche Situationen sind ein gutes Mittel, sich selbst kennen zu lernen: neigt man dazu, depressiv zu werden oder strampelt man intuitiv wie der Frosch in der Milch, bis man wieder einigermaßen festen Grund unter den Füßen hat.

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