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    AW: Remember you are unique ...

    @ Cariad
    Muss das nicht jeder? Sogar die, die sich in einem komplett "spießigen" Leben am wohlsten fühlen? Denn auch die werden gerne von selbsternannten Individualisten angefeindet.

    Die Spießer haben den Vorteil, dass sich Gleichgesinnte leichter finden lassen, eben weil es so viele von ihnen gibt. Die Sonderlinge müssen immer gucken, wo sie reinpassen könnten.

    Für mich sind das zwei Erkenntnisschritte, die unweigerlich aufeinander folgen: Erstens: Ich empfinde mich als anders als alle anderen. Zweitens: Die Evidenz spricht dafür, dass sich alle anderen auch als anders als alle anderen empfinden.

    Diesen Dualismus empfinde ich selbst als sehr merkwürdig.

    Grüße, Cariad

    PS: Um diesen Dualismus geht es mir hier - nicht darum, dass nun mal jeder mit seiner eigenen, speziellen Eigenheit ein gutes Leben finden muss.
    Es gibt Abstufungen im Individualismus: Vom richtiggehenden Mitläufer des Durchschnitts mit wenig eigener Meinung und eigenem Profil über Menschen, die in vieler Hinsicht dem Durchschnitt entsprechen, aber in mehr oder wenig zahlreichen Punkten stark vom Durchschnitt abweichen bis hin zu den Sonderlingen oder Exzentrikern, die wesentlich mehr Abweichungen gegenüber dem Durchschnitt aufweisen als Gemeinsamkeiten.
    Man kann sich das als Kontinuum vorstellen.

    Ich vermute, dass sich die meisten Menschen irgendwo um die Mitte herum verteilen, also die übliche Gauss’sche Normalverteilung, vielleicht mit ein paar mehr am Mitläuferende als am Sonderlingende. Die wenigsten werden zugeben, Mitläufer zu sein, vielen fällt es auch nicht mal auf, dass sie Mitläufer sind. Es sind die Leute, die von sich sagen, dass sie halt ganz normal seien, ohne groß auf ein besonderes Profil hinzuweisen. Diese Normalität ist wichtig für sie, an der orientieren sie sich und die gibt ihnen Sicherheit. Wenn man ganz normal ist, kann man nichts falsch machen.

    Natürlich ist auch jeder ganz Normale einzigartig, denn schließlich ist er weder ein Klon noch macht er alles bis in die letzte Kleinigkeit wie eine andere Person.

    Einzigartigkeit ist eine Sache, die Ausprägung des Individualismus eine andere. Und Menschen, deren Individualismus sehr ausgeprägt ist, die sind natürlich etwas Besonderes, denn man findet sie nicht an jeder Ecke.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Remember you are unique ...

    Ich glaube, dass es im Nachbarstrang in keiner Weise darum geht, sich "besonders" zu fühlen - sondern um die Beobachtung, bestimmte Dinge nicht so gut zu können wie andere (das Leben genießen, sich anzupassen, etc.) - ich hatte beim Lesen Deines Strangs hier denselben Eindruck: ein bisschen "Rüge" dafür, dass man sich ja für so besonders hält. Das ist meines Erachtens ein merkwürdiges Lesen des anderen Strangs. Da geht es um das Gefühl "nicht dazuzugehören".

    Und selbst wenn das jeder irgendwann einmal hätte, würde das an dem individuellen Gefühl wenig ändern. Als beruhigend empfinde ich das auch nicht.

    Ich halte mich in manchen Dingen für recht normal, ich komme - inzwischen - auch mit ganz unterschiedlichen Menschen klar. In anderen Dingen bin ich es nicht. Mir ist die Kategorie nicht sonderlich wichtig. Ich kenne Menschen, die unglaublich viel damit argumentieren, sie agierten und seien "normal". Ich kenne viele Menschen, die sich ihrer Normalität und der Durchschnittlichkeit großer Teile ihres Lebens durchaus bewusst sind (wie gesagt, ich zähle mich selbst dazu) und sich in ganz bestimmten Dingen besonders fühlen. Ich kenne auch Menschen, die ihre Individualität überbetonen und zwanghaft alles immer anders machen müssen als alle anderen, das finde ich auch recht anstrengend und aufgesetzt. Ich halte wie gesagt Deine Kategorisierung für komisch.

    Zur Hypersensitivität (oder welche Worte es für diese relativ neue Schublade gibt) - dabei geht es nicht darum, sich ach so toll anders zu fühlen. Die Kategorie ist ja auch nicht unumstritten. Es ist aber eine Erklärung für manche Dinge, die tatsächlich "anders" sind. Dadurch wird man nicht als Mensch ganz anders. Tatsächlich ist es so, dass wenig Menschen in meinem Umfeld meine sensuelle Überempfindlichkeit (und die ist sehr viel ausgeprägter als "normal") nachvollziehen können. Ich habe mir das abzutrainieren versucht und bin daran fast verzweifelt, weil ich eben dachte, ich reagiere "nicht normal". Inzwischen kann ich damit besser umgehen. Und insofern (und das hat auch noch ein bisschen andere Konsequenzen) bin ich tatsächlich anders als die meisten. Ich bin also dabei und noch in einigen anderen Dingen (IQ, auch eine umstrittene Kategorie) tatsächlich mit anderen genetischen Vorbedingungen geboren als der Durchschnitt.

    Und ich bin froh, das zu verstehen, die Folgen zu begreifen und mich dadurch bewusster entscheiden zu können, wie ich damit umgehe. Und ich glaube um nicht viel mehr geht es im anderen Strang.

    Wer sich dadurch gut fühlen muss, dass er entweder total besonders oder total normal ist, ist so oder so nicht umfassend er selbst, meine ich. Aber das Erkennen von Unterschieden kann sehr hilfreich sein für das Verstehen des Selbst und der Umwelt.

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    AW: Remember you are unique ...

    Ich frage mich auch, warum man sich angegriffen fühlen muss, wenn andere sich für was Besonderes halten. Das heißt doch noch lange nicht, dass sie sich für etwas Besseres halten.
    Wenn man aber immer wieder merkt, dass man anders als die meisten anderen ist, dann sollte es auch erlaubt sein, sich als was Besonderes zu fühlen.

    Wie gesagt, viele fühlen sich wohl dabei, ganz normal zu sein. Wer etwas Besonderes sein will, der muss sich dann eben auch ein bisschen Normabweichung trauen! Auch wenn er Gefahr läuft, dafür angefeindet zu werden. Umsonst gibt's nichts, nicht mal den Tod, denn der kostet das Leben.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  4. Moderation

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    AW: Remember you are unique ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... just like everyone else.
    Nette Beobachtung. Und so wahr.

    Heh. Wir haben das mal aus gegebenem Anlaß gespielt. Es dauert etwa drei Fragen, bis man aus einer Gruppe von 30 alle "Minderheiten" raussortiert hat und nur eine/r noch steht. Wenn man's geschickt macht, ist das der zertifizierte Freak der Gruppe. (Witzig: Die einzige Frau in einer Klasse von Technikern "rausfragen".)

    Komplett durchschnittlich zu sein wäre schon ziemlich besonders.

    Die Einsicht, daß jeder in seinem Kopf was besonderes ist und niemand sich gerne ignoriert fühlt, ist aber im Umgang mit Menschen sehr hilfreich. Und die Erfahrung, daß Leute unterschiedlich sind, hält (hoffentlich) von Pauschalurteilen und übereilten Annahmen ab.

    Wobei, in "sich für was Besonderes halten" klingt so eine Hierarchisierung und sich daraus ergebende Herablassung mit. Es ist wahrscheinlich völlig normal alles was man zu fassen bekommt in "besser/schlechter als"-Beziehungen zu stopfen, aber es stiftet auch sehr viel Unfrieden und manchen Sarkasmus, wenn z.B. alle Eltern im Bekanntenkreis hochbegabte Kinder haben und man sich fragt, wo sind eigentlich die normalbegabten?

    Soll sich jeder für was Besonderes halten, ist ja auch wahr, solange er oder sie nicht vergißt, für das plus zwei Euro gibt's ne Tasse Kaffee.

  5. Inaktiver User

    AW: Remember you are unique ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich sind das zwei Erkenntnisschritte, die unweigerlich aufeinander folgen: Erstens: Ich empfinde mich als anders als alle anderen. Zweitens: Die Evidenz spricht dafür, dass sich alle anderen auch als anders als alle anderen empfinden.

    Diesen Dualismus empfinde ich selbst als sehr merkwürdig.
    Diese Sichtweise klingt recht wissenschaftlich und kopfgesteuert.
    Aber das Selbst(wert)gefühl und die Eindrücke darüber, was "normal" und was "anders" ist werden doch auf einer ganz anderen Ebene geprägt.
    Was nützt es mir z.B. zu wissen, dass statistisch gesehen die Hälfte der Bevölkerung introvertiert ist, wenn mit von klein auf eingetrichtert wurde, dass introvertiert sein eben nicht "normal" ist, und wenn ich in meinem Umfeld mit meiner stark ausgeprägten Introvertiertheit deutlich anecke.

    Und dass es da draussen in der Welt noch mehr Menschen gibt wie mich (was ich heute dank Internet weiß) finde ich zwar irgendwie beruhigend - es lindert aber nicht zwangsläufig den Leidensdruck, den ich bei der Bewäligung meines Alltags habe.

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    AW: Remember you are unique ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Nachtmahr: Musst du nicht. Ich werde weiterhin warten, ob sich jemand zu meiner Ausgangsfrage meldet:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meldet sich hier jemand, der sagt: "Och, in Gruppen fühle ich mich eigentlich immer dazugehörig. Ich bin nun wirklich normal in jeder Hinsicht"?


    Grüße, Cariad
    @ Cariad, warum so gehässig? Ich versuche deine Frage wirklich zu verstehen, denn außer der von dir gestellten Frage lese ich in deinen Zeilen ganz viel Abwertung (und da bin ich offensichtlich nicht allein ) und frage mich, woher das kommt.
    Geändert von Nachtmahr (13.10.2011 um 19:12 Uhr)

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    AW: Remember you are unique ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    (...)Für mich sind das zwei Erkenntnisschritte, die unweigerlich aufeinander folgen: Erstens: Ich empfinde mich als anders als alle anderen. Zweitens: Die Evidenz spricht dafür, dass sich alle anderen auch als anders als alle anderen empfinden.

    Diesen Dualismus empfinde ich selbst als sehr merkwürdig.

    Grüße, Cariad

    PS: Um diesen Dualismus geht es mir hier - nicht darum, dass nun mal jeder mit seiner eigenen, speziellen Eigenheit ein gutes Leben finden muss.
    Ich kann Dich gut verstehen.

    Für mich ist dieser Dualismus allerdings nicht merkwürdig, sondern einfach einer von vielen Paradoxien (Paradoxone? Paradontose? ) des Lebens: Einerseits ist das Leben so kostbar, weil es jeden von uns nur ein einziges Mal auf dieser Welt gibt, noch nie gegeben hat und nie mehr geben wird (außer, ich glaube an Wiedergeburt). Andererseits kann dieses kostbare Leben, dieses kostbare "Ich", das so besonders und einzigartig ist, von einem Augenblick zum anderen ausgelöscht werden - was auch jeden Tag tausendfach auf der Erde passiert - so als ob es nichts wert wäre.

    Was ist (schon) ein Menschenleben?

    Für mich ist das ein großes Mysterium, mit dem ich aber inzwischen gut leben kann.
    C'est la vie.

    Und ich finde überhaupt nichts abwertendes in dem Gedanken, nichts Besonderes zu sein, bzw., so wie alle zu sein, wenn ich mich denn einmal plötzlich in dieser Erkenntnis wiederfinde.

    "Der Mensch ist bestürzt, sieht er an sich selsbt die allgemeine Regel bestätigt." (Leopardi)

  8. Inaktiver User

    AW: Remember you are unique ...

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Einerseits ist das Leben so kostbar, weil es jeden von uns nur ein einziges Mal auf dieser Welt gibt, noch nie gegeben hat und nie mehr geben wird [...]
    Willkommen zurück, Bruennette! Mehr davon.

    Und bitte - von allen anderen Postern dieses Stranges auch.

  9. Inaktiver User

    AW: Remember you are unique ...

    @Cariad: Vielleicht ist liegt dem auch eine Art Begriffsverwirrung zugrunde: Wir sind eben nicht alle gleich - aber sehr ähnlich.

    Damit würde sich die Gauss´sche Normalverteilung Plus-Minus inklusive all der Ausreißer erklären lassen.

    Die Diskrepanz scheint also darin zu stecken, wie man sich gleichzeitig individuell und zugehörig fühlen kann.

    Gefühlsspagat zwischen zweier an sich konträrer Pole, sozusagen.


    Spannend.

  10. User Info Menu

    AW: Remember you are unique ...

    Ich bin einzigartig.Es gibt niemanden wie mich. Es gibt Tausende von Menschen mit aehnlicher Lebensgeschichte..die aber anders empfinden. Und es gibt Tausende mit anderer Lebensgeschichte die aehnlich empfinden. Aber meine DNA ist einmalig auf dieser Welt und damit auch der Umgang mit Situationen.Kein Mensch auf dieser Welt reagiert hunderprozentig gleich auf Situation x wie ich.
    Andere Menschen sind aber auch einzigartig und dann teile ich unter, je nachdem wie ich es gerade brauche..diejenigen die mich verstehen..und die Anderen. Und die Anderen, das bin nicht ich. Erst in DEM Augenblick grenze ich ab.
    Hast du Leid, z.B. du bist alleinerziehend, arbeitslos und bekommst gerade die Mitteilung du hast Brustkrebs, suchst du dir Trost in der Gruppe die genau dies auch hat. Die Anderen verstehen das nicht. Aber im Endeffekt bleibst du trotz Gruppe mit deiner Angst alleine.
    Bist du frisch verliebt gehst du mit Freundinnen aus die aehnlich im Rausch sind. Die anderen "Langeweiler" verstehen das nicht. Trotzdem glaubst du dass deine Liebe einzigartig ist.
    Und sie ist es..genau wie dein Schmerz.
    Du willst deinen Schmerz oder deine Liebe nicht abgewertet fuehlen indem dir jeder sagt: Du bist sowas von normal, du bist ne Ameise. DU lebst, DU fuehlst..auf deine eigene Weise. Wir fuehlen uns nicht wohl gesagt zu bekommen dass wir normal sind..weil wir wissen es stimmt nicht. Wir sind einzigartig und als solche wollen wir respektiert werden. Je groesser der Druck der Umgebung ist sich in ein Schema pressen zu muessen, desto mehr verteidigen wir unsere Einzigartigkeit. Und desto mehr wird es zum "Ich" gegen "Sie, die gesichtlose Masse".
    Ich verstehe dein Problem damit nicht.Warum hast du Angst vor Menschen die sie selber sein wollen. Warum machst du sie mit so einem Thread runter? Fuehlst du dich nur wohl in der Masse und Menschen die anders denken und fuehlen stellen fuer dich eine Bedrohung dar? Oder fuehlst du dich "unique" weil du glaubst du bist die Einzige die sich mit dieser Frage beschaeftigt
    Geändert von Farinelli (13.10.2011 um 21:08 Uhr)

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