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    AW: Remember you are unique ...

    @ emdi
    Aber wirfst du da nicht Individualismus und Egoismus durcheinander? Meine persönliche Erfahrung ist, dass gerade Menschen, die mit sich sehr im Reinen sind und sich, auf welche Art auch immer, verwirklichen können, anderen Menschen viel zurückgeben können.

    Und wenn man in die hier erwähnten "früheren Zeiten" zurückblickt sieht man doch häufig auch, dass Solidarität durch Anpassung um jeden Preis erkauft werden musste. Wer da (auch ohne eigenes Dazutun) aus dem Raster viel, bekam ebenfalls soziale Kälte zu spüren.

    Ich denke, dass mangelnde Solidarität eher etwas mit Angst zu tun hat. Wenn es in einer Gesellschaft nicht für alle Menschen Zukunfstperspektiven gibt muss man eben sehen wo man bleibt - und ist sich im Zweifelsfall selbst der Nächste. Aber das gab es auch schon in früheren Zeiten.
    Zum Teil hast Du sicher Recht: Angst ist etwas, das zu allen Zeiten Entsolidarisierung fördert: Wenn es schon welche treffen muss, dann möglichst nicht mich. Und dass es früher Solidarität nur gegen Anpassung gab, ist sicher richtig. Und genau dahin will ich nicht mehr zurück.

    Auf der anderen Seite ist es so, dass viele auf die Freiheiten, die ihnen die Individualisierung bringt, nicht mehr verzichten möchten. Gleichzeitig sehen sie nicht, dass das eben auch seinen Preis hat: Wenn ich mich auf niemanden mehr einstellen müssen will, dann kann ich eben auch keine innige Zweisamkeit erleben – höchstens mit meinem Plüschkuschelbär, denn der hat keine eigenen Vorstellungen von seinem Leben, die er umgesetzt haben will.

    Ab einem bestimmten Punkt treffen sich Individualismus und Egoismus, nämlich dann, wenn andere nur noch eine randständige Rolle im eigenen Leben spielen.
    Danke für die Empfehlung, das ist bereits auf meiner Liste der noch anzuschaffenden Bücher. Ich überlege auch, ob ich es an ein paar extrovertierte Menschen in meinem Umfeld verschenken sollte .
    Damit tust Du sicher ein gutes Werk.
    Wenn meine Schwiegerfamilie zusammenkommt gibt es z.B. gluten- und laktosefreies Essen. Das gemeinsame Essen ist daduch nicht weniger schön. Und wenn ich mich mit Freundinnen treffe, kommen wir eigentlich auch immer auf einen Nenner, und oft lernt man dadurch doch auch ganz neue Gerichte kennen.
    Dass man auf Lebensmittelallergien Rücksicht nehmen muss, ist klar, die waren wohl auch früher noch nicht so verbreitet. Aber wenn der eine dieses, der andere das und der dritte jenes nicht isst, dann wird die Auswahl der zu kombinierenden Lebensmittel und damit die Anzahl der Gerichte für ein gemeinsames Essen immer kleiner.

    Ich selbst bin nicht hochbegabt und habe mich auch nie völlig unverstanden von meiner Umwelt gefühlt. Allerdings bin ich offenbar in einem Familie reingeboren, in die ich nicht reinpasse mit meiner introvertierten Art und meiner Nachdenklichkeit. Ich habe in dieser Familie sehr schlimme Ausgrenzungserlebnisse erfahren müssen und bin auch aufgrund meiner dadurch entstandenen Verletzbarkeit in der Schule zur Außenseiterin geworden. Später hab ich dann festgestellt, dass es nicht nur das ist, sondern dass ich in vieler Hinsicht auch anders denke als die meisten Menschen um mich rum. Ich hinterfrage mehr und gebe mich nicht einfach mit platten Stammtischparolen zufrieden. Ich lehne inhaltslose Actionfilme und Kunst nur um der Kunst willen sowie Ästhetik als höchstes Gestaltungsprinzip ab. Fairness ist für mich ganz wichtig.

    Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass Außenseitergruppen oft selbst einen erheblichen Anpassungsdruck auf ihre Mitglieder ausüben. Das fängt bei Frauengruppen der autonomen Frauenbewegung an, die in den 80er Jahren zum größten Teil aus Lesben bestanden, welche Heterafrauen sowieso nicht ernstgenommen haben (außer als Entwicklungsgebiet) und hört bei den heutigen Gothics auf, wo man nur wirklich dazugehört, wenn man gepierct, tätowiert und intimrasiert ist und seelenlose Elektromusik hört.
    Geändert von Latona (19.10.2011 um 12:31 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  2. Inaktiver User

    AW: Remember you are unique ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber wie kommt man bloß da hin, in sich selbst zu ruhn und geerdet zu sein? (Das frag ich mich jeden Tag ungefährt 20 mal..)
    Das hab ich auch nicht jeden Tag, aber ab und zu.
    Das freut mich dann sehr.

    Zunehmend ist das Gefühl öfters.
    Zum Glück oder Gott sei es gedankt, denn das wollte ich immer- war einer meiner Lebensziele von Jugend auf.

    Das ist das zunehmende Alter und der nicht abreißende Wunsch, mit sich in's Reine zu kommen.

    Ich versuche etwas, das mir nicht gut tut, zu sehen und darauf so zu reagieren, wie ich glaube, dass es richtig ist.

    Das sind dann aber keine Kleinigkeiten, sondern Grundsätzlichkeiten.
    Kleinigkeiten versuche ich über die Schulter zu werfen.

    @Latona:

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