Du fragst nach Empfehlungen. Schwierig, weil ja jedem etwas anderes hilft.
Ich habe vieles Verschiedenes probiert. Im nachhinein kann ich sagen, dass alles zu seiner Zeit irgendwie richtig gewesen ist, auch wenn ich´s vielleicht nicht sofort als hilfreich empfand und sich erst später herausstellte, was es bewirkte, oder es "nur" den Weg für das darauf Folgende ebnete.
Wichtig war für mich auf jeden Fall die PsychoANALYSE.
Und eine körperorientierte Begleitung. (Kannst ja mal die "bioenergetische Analyse" nach Alexander Lowen googeln- oder Psychodrama, oder Systemische Strukturaufstellungen).
Zweieinhalb Jahre lang nahm ich auch Antidepressiva. In dieser Phase habe ich einwandfrei funktioniert, aber heute kommt es mir so vor, als habe nur mein Körper mein Leben gelebt, die Symptome (die Schmerzen) waren ganz oberflächlich unterdrückt, und somit ein tieferer auflösender Umgang mit ihnen verhindert - "verlorene Jahre" - , ich würde das NIE wieder wollen!
Das Absetzen war der Horror- auch wenn sie vermutlich absolut notwendig gewesen sind, die Zeit zu überbrücken, bis die Seele wieder kraftvoll genug war, sich wirklich auseinanderzusetzen.
Hör vertrauensvoll auf Dein Herz, es wird Dir das Richtige raten. Wenn Du es lässt.![]()
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Thema: Fühle mich wertlos...
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12.10.2011, 17:58Inaktiver User
AW: Fühle mich wertlos...
Geändert von Inaktiver User (12.10.2011 um 18:31 Uhr)
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12.10.2011, 18:25Inaktiver User
AW: Fühle mich wertlos...
Ich glaube, das ist die seit Wochen interessanteste Äußerung, die ich gelesen habe
Zitat von Bambiii

Dass du über eine Psychoanalyse ernsthaft nachdenken könntest, haben dir ja nun schon einige geraten. Ich schließe mich dem an!
Wie war eigentlich so deine Kindheit? Warst du da auch schon niemand? Wie kam es zu deinem Wertverlust? Denn stelle dir mal einen Säugling vor, der dann zum Kleinkind wird, zum Schulkind und dann zum Teenager - wo ging der Wert dieses Menschen bei dir verloren?
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13.10.2011, 09:43
AW: Fühle mich wertlos...
Was für berührende Beiträge hier! Danke!
Auch ich empfinde mich als anders als das Gro der Menschen, habe mich viele Jahre meines Lebens vom Rest der Menschen abgespalten gefühlt - ein sehr schmerzhaftes Gefühl. Und langsam lerne ich, mit meinem Anderssein umzugehen.
Wie schön zu lesen, dass es auch so manch anderem so geht und wie ihr euren Weg findet!!
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13.10.2011, 10:05
AW: Fühle mich wertlos...
Hallo Nachrmahr,
dann war mein Posting nicht völlig umsonst
.
Nein, es gibt etliche Menschen, die anders ticken als die Masse, ich habe einige kennen gelernt und durfte ihren Weg begleiten. Das fand ich als sehr bereichernd.
Bambiii scheint einen sehr destruktiven Umgang damit gewählt zu haben
... Ich fühle die Dramatik, die dahintersteckt, aber ich fühle auch, dass sie das partout nicht loslassen will. Noch nicht...
Allen "Eigenartigen" einen lieben Gruß von mir und einen lieben Dank, dass ihr euch "zeigt",
Gabriella
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13.10.2011, 10:23Inaktiver User
AW: Fühle mich wertlos...
Eine interessante Frage ist ja auch, ob man selbst tatsächlich so sehr anders ist, als "der Rest der Welt". Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich bis auf ein paar Eigenheiten ziemlich normal zu sein scheine. Es hat lange gebraucht. Ich denke, es hängt bei mir damit zusammen, dass ich als Kind ständig niedergemacht worden bin und durch die Schuld, die ich auf mich lud (weil Kinder das ja immer tun
) den unerschütterlichen Glauben verinnerlichte, dass mit mir wohl eine ganze Menge nicht stimmen kann, wenn meine Umwelt mit so viel Ärger und Wut auf mich reagiert...
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13.10.2011, 12:39Inaktiver User
AW: Fühle mich wertlos...
Ja, das Niedergemacht-Werden kann eine Ursache sein.
Aber genauso ist es möglich, dass man zu sehr vergöttert worden ist von Anfang an, dass die Eltern sich selbst aufwerten müssen, indem sie wirkich "ganz ganz besondere" Nachkommen in die Welt gesetzt haben-
ein unsagbarer Druck, den man ebenso "leicht" verinnerlicht (um geliebt zu werden, eine Daseinsberechtigung zu empfinden und einen Platz in der Welt).
Zumal es dann aber auch trotzdem ein Tabu ist, "besonderer" als die Eltern zu werden- destruktivste Doppelbödigkeit, die sehr häufig zu erleben ist.
Dies kann die kindliche Einschätzung des eigenen Wertes auf massive Art untergraben, weil es sich subtil als Erfüllungsgehilfe für den Selbstwert der Eltern erfährt.
Es gibt ja eben leider keine Bedienungsanleitung fürs Leben, warum sich jemand wie entwickelt.
Geändert von Inaktiver User (13.10.2011 um 12:46 Uhr)
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13.10.2011, 13:40
AW: Fühle mich wertlos...
@schlaflos68
Meine Kindheit?! Ich weiß nicht. Ich denke ich war zufrieden. Ich erinnere mich nicht so wirklich. Mein Vater hat uns verlassen als ich 6 war. Danach war ich mehr oder weniger ein Anhängsel meiner Schwester, weil meine Mutter viel arbeiten war.
Aber das sind allessamt Dinge die ich nicht herauf holen will, weil ich denke dass ich mit 23 alt genug bin um mein eigenes Leben zu leben. Ich kann doch nicht jetzt - in dem Alter - noch die "Schuld" bei meinen Eltern oder in meiner Kindheit suchen.
@Ella969
Ja das mag sein, dass du recht damit hast. Und ich frage mich ob ich jemals loslassen werde... Ob ich das kann... Oder will ich das gar nicht? Es scheint einfacher zu sein, nichts zu ändern, alles beim Alten zu belassen. Ob Leid oder Schmerz - ein neuer Weg bedeutet mehr davon als ohnehin schon da ist.
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13.10.2011, 14:00
AW: Fühle mich wertlos...
Ich hab auch das Gefühl dass das Schlimmste für mich ist, dass ich denke dass es jeder sieht.
Ich komme irgendwohin und jeder denk "Was will die denn hier?"
Ich hab das Gefühl, ich hab nicht das Recht auf Leben...
Männer hab ich aus diesem Grund verloren, weil ich niemals deren Freunde kennen lernen "kann". Bei meinem letzten Freund habe ich es mir immer wieder geschworen, er war mir so viel wert. Jedesmal hab ich es mir vorgenommen und dann doch wieder "Warte auf einen Tag an dem du dich besser fühlst." So hab ich mich von Wochenende zu Wochenende geschlichen und nicht gemerkt, dass ich gar nie ernsthaft vorhatte mit ihm mitzukommen.
Die starren mich alle an und fragen sich was er von einer wie mir will...
Die sehen das alle, dass ich es nicht wert bin...
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13.10.2011, 14:46
AW: Fühle mich wertlos...
@ Bambiii
Das hört sich für mich nicht unbedingt nach einer glücklichen Kindheit an. Du hattest keinen Vater in der Nähe, und auch Deine Mutter war wenig für Dich da. Als Anhängsel Deiner Schwester hast Du Dich vielleicht auch nicht superwohl gefühlt. Du erinnerst Dich nicht wirklich. Vielleicht verdrängst Du ja auch das Unwohlsein und die Enttäuschung über Deine Kindheit.
Seit wann hast Du denn dieses Wertlosgefühl? Oder tauchte das erst in der Pubertät auf?
Wie war da Dein Verhältnis zu Gleichaltrigen? Die werden in dieser Lebensphase ja immer wichtiger, auch das andere Geschlecht.
Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Ursachenforschung. Wenn Du Dich dem jetzt nicht stellst, kann es sein, dass Du Deine massiven Selbstwertmangelgefühle bis zum Tod mit Dir rumschleppen musst, denn von selbst vergehen die nicht! Du mußt was dagegen tun!Aber das sind allessamt Dinge die ich nicht herauf holen will, weil ich denke dass ich mit 23 alt genug bin um mein eigenes Leben zu leben. Ich kann doch nicht jetzt - in dem Alter - noch die "Schuld" bei meinen Eltern oder in meiner Kindheit suchen.
Es gibt viele Menschen, die nach Jahren des Leidensdrucks dann doch eine Psychotherapie angefangen haben, und etlichen kann auch geholfen werden. Je früher Du dagegen was unternimmst, desto besser!
Weißt Du, was Du da machst? Du projizierst Deine eigene Meinung über Dich in die Köpfe anderer Menschen. Nur weil Du von Dir denkst, Du seist nichts wert, müssen das die anderen noch lange nicht so sehen. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie es denken, wenn sie merken, dass Du es von Dir selbst denkst! Der einzige Ansatzpunkt ist also wirklich Dein eigenes Denken über Dich!Männer hab ich aus diesem Grund verloren, weil ich niemals deren Freunde kennen lernen "kann". Bei meinem letzten Freund habe ich es mir immer wieder geschworen, er war mir so viel wert. Jedesmal hab ich es mir vorgenommen und dann doch wieder "Warte auf einen Tag an dem du dich besser fühlst." So hab ich mich von Wochenende zu Wochenende geschlichen und nicht gemerkt, dass ich gar nie ernsthaft vorhatte mit ihm mitzukommen.
Die starren mich alle an und fragen sich was er von einer wie mir will...
Die sehen das alle, dass ich es nicht wert bin...Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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13.10.2011, 15:17


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