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  1. Registriert seit
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    Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Hallo!

    Bin grad ein wenig traurig. Ich bin eine Leisetreter und introvertiert. Dass ich nicht die erste Wahl bin, wenn es um den lustigen Umgang geht und die Unterhaltung is klar. Verstehe ich auch. Doch oft tut es einfach nur weh.

    Mir ist es grad gestern wieder passiert, dass ich auch mal was erzählt habe und schnell wieder an den Punkt gelangt bin, wo dann andere Dinge wieder interessanter waren und mir keiner mehr zugehört hat.

    Eigentlich möchte ich gar nicht ständig Mittelpunkt irgendwelcher Stimmungsrunden sein. Aber solche Momente schmerzen mich doch sehr. Und auch der Punkt, an dem bei solchen Treffen mit Verwandten, Bekannten, Freunden oder was auch immer sich die extrovertierten "Stimmungsmacher" am Schluss quasi dann noch mehr oder weniger alleine gegenseitig unterhalten und man als Introvertierte immer mehr ausgeblendet wird...

    Ich mache denen im Grunde keinen Vorwurf - die sind so wie sie sind - und ich würde es sicher auch so machen, wenn ich mehr aus mir herausgehen könnte. Das ist ja nicht bös gemeint. Doch ich komme mir da sowas von blöd dabei vor und bin natürlich verletzt und traurig. Es kommt einem manchmal so vor, dass man nur gut genug ist solange sich nichts interessanteres bietet. Und erst wenn dieses wieder von der Bildfläche verschwunden ist, dann hat man auch wieder einen Platz.

    Eine Veränderung meines Wesens sehe ich im Moment auch nicht wirklich. Ich tue mich sehr schwer, mich an irgendwelche Dinge zu erinnern. Heißt, wenn ich was erzählen möchte, kann ich mich an das meiste nicht mehr gut erinnern und es kommt eher zusammenhanglos und stockend, denn interessant und humorvoll rüber. Dazu habe ich ein ziemlich leises Stimmorgan, was mir das auch alles nur schwerer macht. Diese Dinge aber zu verbessern, da sehe ich nicht wirklich eine gute Möglichkeit. Die Frage wäre auch, ob das wirklich sinnvoll wäre, zum extrovertierten Menschen zu mutieren, damit man nicht ständig abgehängt wird und mit dem Lebenstempo z. B. des Partners oder anderen nicht mithalten kann.

    Liebe Grüße am Feiertag


    Kuschelchen

  2. Inaktiver User

    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Hallo

    hmmm was hat denn das Lebenstempo mit extrovertiert zu tun?

    Ich bin extrovertiert, selbstbewußt etc. - aber deswegen bin ich noch lange keine Dampfwalze, die leisere Menschen einfach überfährt. Empathie ist da so ein Stichwort. Auch leisen Menschen muß man doch zuhören!!

    Auf diese eingehen...

    Das weder deine Familie noch deine Freunde das können finde ich eher traurig!!

    DU mußt dich nicht ändern. Aber vielleicht mal über deine Freunde nachdenken?!

  3. Inaktiver User

    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Liebes Kuschelchen,

    ich hoffe, ich schreibe jetzt nicht am Thema vorbei... Aber das ist meine spontane Reaktion:

    Ich glaube, vom Introvertierten zum Extrovertierten zu "mutieren", das geht nicht. Man IST einfach irgendwo auf der Skala zwischen den beiden Polen. Das BIST DU, und wenn Du daran versuchst, etwas zu ändern, verbiegst Du Dich.

    Eine ganz andere Frage aber ist: bist Du schüchtern? Schüchtern hat erst mal nichts mit intro- oder extrovertiert zu tun. Viele setzen Schüchternheit gleich mit Introvertiertheit, aber ich halte das für falsch. Schüchtern sein bedeuetet, dass man sich nicht traut (warum auch immer), so zu sein wie man wirklich ist. Und vielleicht ist dieses "wirklich sein" eben auch, dass man eigentlich eine extrovertierte Persönlichkeit hat, aber sich nicht traut, das auszuleben - weil es einem aberzogen wurde, man schlechte Erfahrungen gemacht oder sonst was.

    Mein Rat an Dich wäre, doch mal in Dich zu gehen und nachzufühlen: 1) fühlst Du Dich einfach in Deinem Bekannten- und Freundeskreis als Introvertierte nicht akzeptiert? Ganz deutlich: haben Deine Freunde/Bekannten ein Problem mit Deiner Introvertiertheit ? 2) Oder wärst Du gerne "lauter", "lustiger" etc. und wüßtest auch, wie das ginge, traust Dich aber nicht? Ergo: Hast Du ein Problem mit Deiner Introvetiertheit?

    ad 1) Falls ja, ist das vielleicht einfach der falsche Freundeskreis für Dich?

    ad 2) Es gibt Wege, an seiner Schüchternheit zu arbeiten! Und dann geht es nicht darum, vom Intro- zum Extrovertierten zu "mutieren", sondern im Gegenteil, endlich sein "wahres Ich" ans Tageslicht zu lassen!

    Alles Gutem
    weihaiwej
    Geändert von Inaktiver User (03.10.2011 um 19:30 Uhr) Grund: Ergänzung

  4. Inaktiver User

    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Kuschelchen,

    vielleicht suchst Du Dir die falschen Gesprächspartner?

  5. Inaktiver User

    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Ich verstehe dich sehr gut, bei mir ist es manchmal nicht anders.

    Es sind schlichtweg die falschen Gesprächspartner, besonders arg finde ich es, wenn es nahestehende Menschen sind, sie sollten dir eigentlich den nötigen Respekt geben und dir auch dann zuhören, wenn du ins stottern kommst oder während dem erzählen selbstunsicher wirst.

    Bei mir kommt es auf meine Verfassung an, manchmal bin ich sehr unsicher und gehemmt und dann mal wieder überhaupt nicht.

    Wenn ich merke, dass mir Bekannte oder Kollegen nicht mehr zuhören oder ich sie langweile, dann höre ich einfach auf zu reden, manchmal sogar mitten im Satz, weil ich so etwas unhöflich finde und ich mir das nicht weiter antun muss.

    Bei nahestehenden Menschen passiert mir das in der Regel nicht und wenn doch, dann spreche ich sie darauf an.

  6. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Du brauchst nicht traurig zu sein. Ich zähle auch eher zu den Introvertierten aber wenn ich mit Menschen zusammen bin, die zu mir passen, kann ich ganz und völlig anders sein. Wenn ich im Gesräch ständig unterbrochen werde und ich merke man hört mir nicht zu, ich bekomme dämliche Kommentare zu hören, man fängt an zu gähnen, dann werde ich ruhig, denke mir meinen Teil und gehe. Ich weiß, dass ich auch anders sein kann und suche mir die Menschen aus, mit denen ich gerne zusammen bin.

    Reflektieren und ehrlich mit sich sein, aus welchen Motivationen heraus man bestimmte Handlungen ausführt.

    Sei wie die stolze Rose: selbstbewusst, glücklich und frei, und nicht wie das Veilchen im Moose, so dämlich, bescheuert und scheu.

    Das Leben verstehen kann man nur rückwärts, aber leben müssen wir es vorwärts.
    (Søren Kierkegaard)

  7. Inaktiver User

    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Zitat Zitat von Kuschelchen Beitrag anzeigen
    Die Frage wäre auch, ob das wirklich sinnvoll wäre, zum extrovertierten Menschen zu mutieren, damit man nicht ständig abgehängt wird und mit dem Lebenstempo z. B. des Partners oder anderen nicht mithalten kann.
    Ich fürchte, das geht nicht. Ob jemand eher introvertiert oder extravertiert ist, ist weitgehend angeboren. Diese Unterschiede sind schon bei ganz kleinen Kindern vorhanden und können willentlich kaum beeiflusst werden.

    Beide Veranlagungen haben ihre Berechtigung, ihre Vor- und Nachteile und es hängt sehr stark von der Umgebung ab, wie sie zum Tragen kommen. Bei Treffen mit mehreren Menschen sind die Extravertierten naturgemäß im Vorteil: sie sprechen gern und viel und können andere problemlos unterhalten. Introvertierte landen da sehr leicht am Rand.
    Bei Zweiergesprächen kann das ganz anders aussehen, da sind Introvertierte in ihrer leisen und nachdenklichen Art oft wunderbare Gesprächspartner, die von anderen geschätzt werden.

    Ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich die einzelnen Stile bewertet werden, erlebte ich gestern. Mein Mann und ich wollten eine Bergwanderung machen und fuhren das erste Stück mit dem Bus. Am Busplatz war eine Frau um die fünfzig, die offensichtlich eine der zufällig Wartenden kannte. Sie legte sofort los: Ach wie schön, dass du auch da bist..... in einer Lautstärke, dass alle alles mit bekamen. Dann ging es weiter mit dem Wetter, irgendwann kamen fast alle anwesenden Frauen mit einander ins Gespräch. Ich fand den kleinen Plausch lustig und die Frau nett, wenn auch ein wenig laut.
    Mein Mann sagte hinterher: Grauenvoll, ich kann solche lauten Frauen, die gleich alle anquatschen, nicht ausstehen! Eine schreckliche Vorstellung, so etwas zuhause zu haben


  8. Registriert seit
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    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Hallo Kuschelchen,

    den vorherigen Antworten kann ich mich nur anschließen, aber Du hast in Deinem Posting "ein ziemlich leises Stimmorgan" erwähnt.

    Sollte Dich Deine Stimme tatsächlich beeinträchtigen, dann such doch einmal einen Logopäden auf. Diese können durch entsprechende Übungen sehr wohl die Stimmlage, als auch die Stärke verändern, soweit ich weiß ist zumindest das Erstgespräch kostenlos.

    Grundsätzlich solltest Du einfach so sein, wie Du Dich fühlst

    alles Gute

    jackpot

  9. Avatar von beklamo
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    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    Hallo Kuschelchen,

    weißt du, die Extrovertierten sind auch nicht immer glücklich mit ihrer Art .

    Ich weiß wovon ich rede, denn ich gehöre eher zu der Fraktion, die immer mit 'nem flotten Spruch und irgendwelchen Geschichten dabei sind. Und wenn man so gestrickt ist, dann erwarten die Leute auch immer von einem, dass man IMMER gut drauf ist und immer das Gespräch am Laufen hält.
    Mir ist das mal passiert, dass eine Freundin (oder besser Bekannte) auf mich zukam mit den Worten "Halte mir mal ein Gespräch!" und mir zum ersten Mal klar wurde, dass sie mich als eine Art Alleinunterhalter sieht, der für ihre gute Laune zuständig ist. Worüber ich schon sauer war. Da kommt man recht schnell in die Rechtfertigungsfalle, wenn man einfach mal nur leise ist, eben weil einem gerade danach ist. Und Fragen wie "Was ist denn heute mit dir?" oder "Du hast doch was!" fliegen da auf einen zu und kein Mensch glaubt dir wenn du sagst, dass du heute einfach nur nicht so gesprächig bist. Und das nervt auch ganz schön.

    Mir als extrovertiertem Menschen fallen ruhigere sehr angenehm auf. Also mach dir keine Sorgen. Die lauten Typen, die über dich drüber rennen ohne Rücksicht, kannst du getrost in die Tonne klopfen. Die Ursache ist hier nicht deren Extrovertiertheit sondern deren Egoismus. Und das ist was völlig anderes.

    Du bist gut so, wie du bist .
    Falls mich jemand sucht, ich bin im Wandel.

    keine Ahnung von wem

  10. Avatar von Latona
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    AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......

    @ Kuschelchen

    In der heutigen Welt werden Introvertierte oft als defizitäre Menschen betrachtet.
    Dabei sind diejenigen, die sich am meisten vordrängen, noch lange nicht am sympathischsten, und diejenigen, die sich am besten verkaufen können, noch lange nicht die kompetentesten. Nicht wenige Fehlentscheidungen kommen zustande, weil man, um Entschlossenheit zu beweisen, vorschnell agiert, ohne ausreichend über die Folgen nachzudenken, auf die die Nachdenklicheren aufmerksam machen.

    Du solltest mal das Buch von Susan Cain lesen:

    Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt: Amazon.de: Susan Cain, Franchita Mirella Cattani, Margarethe Randow-Tesch: Bücher

    Ohne introvertierte Menschen gäbe es keine Relativitätstheorie, keine Chopin-Nocturnes, keinen Harry Potter, keine Evolutionstheorie und keine PCs - und damit vermutlich nicht mal das Internet!

    Für Introvertierte ist es wichtig, dass sie sich von der allgemein propagierten Ablehnung der Introversion abzugrenzen, ihre ureigenen Qualifikationen zu schätzen zu wissen und ab & an nicht versäumen, auf sie aufmerksam zu machen.

    Außerdem ist ein wohlwollendes Umfeld wichtig, das den Introvertierten introvertiert sein lässt und seinen Wunsch nach Rückzug und Zurückhaltung respektiert. Mit einem Freundeskreis, der alle, die keine Dampfplauderer sind, für langweilig hält, tust Du Dir als Introvertierte keinen Gefallen. Du profitierst sowieso am meisten in Zweiergesprächen, und da profitiert man auch am meisten von Dir.

    Mir hat man seit frühester Jugend vorgeworfen, nicht kontaktfreudig genug und zu ungesellig zu sein. Die positiven Seiten, hohe Konzentrationsfähigkeit, sich selbst beschäftigen zu können, ohne dauernd Bespaßung zu verlangen, oder meine Belesenheit, wurden weit weniger gesehen und gelobt.

    Erst als ich erkannt habe, dass ich auch zu den introvertierten Menschen gehöre, und dass ich deswegen nicht schlechter bin als Johanna Dampf in allen Gassen, tue ich mich auch leichter damit, das zu akzeptieren, und mich nicht mehr unter Druck zu setzen bzw. setzen zu lassen, eine andere sein zu müssen.

    Ich kann auf Menschen zugehen und öffentlich reden, auch wenn es mir nicht immer leicht fällt. Ich tue es, wenn es nötig ist, aber ich muss es nicht tun, um damit mir und anderen ständig zu beweisen, wie kontaktfreudig ich doch bin, und dass man mich für eine unnahbare Langweilerin hält, wenn ich es nicht tue. Damit ist schon einiges von dem Druck weg.

    Es ist allerdings wichtig, Introversion und Schüchternheit auseinanderzuhalten. Schüchterne sind meistens selbstwertschwache Menschen, die von der Angst vor Ablehnung ihrer Person beherrscht werden, und zwar in dem Maß, dass sie sich viele Chancen im Leben entgehen lassen.

    Introvertierte können mit sich selbst zufrieden sein und nur unter der Abwertung leiden, die man ihnen als Persönlichkeitstyp entgegen bringt, aber in ihren Nischen dennoch viel erreichen und glücklich sein. Wichtig ist, dass sie sich diese Nischen gezielt suchen.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
    Geändert von Latona (10.10.2011 um 12:53 Uhr)

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