Hallo Kuschelchen,
als selber Introvertierte (also, ich finde Leute anstrengend und Alleinsein aufbauend) habe ich ein bißchen den Eindruck du schiebst hier der Intoversion Dinge zu, für die sie höchstens indirekt ("Leute sind anstrengend") verantwortlich ist. Introversion ist meines Wissens und meiner Ansicht nach eine andere Wahrnehmung, ein anderer Fokus und eine andere Selbstdefinition -- kein Mangel und keine Schwäche! Und dieses Anders sollte man nutzen, und nicht dagegen ankämpfen.
Deine leise Stimme: Das kann natürlich daher kommen, daß du keine Leute um dich rum haben willst und dich unwohl fühlst, wenn du sprichst, also eine Folge von Introvertiertheit sein, daß es dir "die Stimme verschlägt". Aber Stimme ist Technik, und Technik hilft -- wenn die Psyche der Stimme keine Kraft geben will, können Wissen und Training es tun. Und, du brauchst nicht extrovertiert zu werden um auch unter Menschen zu wissen, was du wert bist und deiner Meinung Bedeutung beizumessen. Viele extrovertierte Menschen erscheinen mir in ihrer Angewiesenheit darauf, von anderen wahrgenommen zu werden, um zu existieren, ungeheuer unsicher.
Dein schlechtes Erinnerungsvermögen: Intovertierte schenken oft ihren eigenen Gedanken und Wahrnehmungen mehr Aufmerksamkeit als den sozialen Spielchen um sich herum. Und nur an das, dem wir Aufmerksamkeit geschenkt haben, können wir uns erinnern. Das ist kein *schlechtes* Erinnerungsvermögen, sondern ein *anderes*. Manchmal eines, das von anderen Menschen, die sich ja auch wahrgenommen fühlen wollen, weniger repektiert wird. Welchen Sachen schenkst du Aufmerksamkeit, und wie gut kannst du dich an die erinnern? Es ist möglich, die Aufmerksamkeit ein bißchen auzuweiten ohne sich gleich zu einem anderen Menschen zu machen. (Geht sowieso nicht, wenn du mich fragst, von Hirnverletzungen mal abgesehen.)
Du deutest an, daß Erzählen etwas ist, was du können willst, es aber nicht deine Stärke ist, da du zu unkonkret und unfokussiert bist, und eben Details vergißt. Wenn dir das wirklich wichtig ist, üb es! Tagebuch schreiben hilft, um Eindrücke und Ereignisse in eine Struktur zu bringen. Von da an kann man dann mal gucken, wie man Sachen in Pi mal Daumen drei Sätze bringt -- Einleitung, Entwicklung, Auflösung. Viele großer Erzähler sind introvertierte Menschen gewesen, die Fähigkeit zu reflektieren und die Geduld mit dem Nichtoffensichtlichen sind etwas, daß "Erzähltalent" ausmacht. (Es hängt natürlich auch immer von den Zuhörern ab. Ich war eine Weile als semiprofessionelle Erzählerin unterwegs (tolle Sachen, die Leute halten *alle* die Klappe, wenn man anfängt zu reden!), aber meine Familie findet mich immer noch langweilig.)
Wenn dein Sprech- und Lebensrhythmus nicht zu dem anderer paßt, kannst du ihn vielleicht besser als Rhythmus, als Zeitverhalten und Muster wahrnehmen als als Satz sozialer Regeln und nonverbaler Hinweise. Wie lange reden Leute? In wie lange Pausen kommt man rein? Was macht das "hohe Tempo" aus, das du empfindest, und handelt es sich dabei wirklich um "mehr Leben" oder nur um "mehr Wind"?
Ein mögliches Vorgehen ist auch, mal mit einem aus der Runde unter vier Augen zu reden, das du in diesen Runden Problem hast und dich untergebuttert fühlst, und ihn oder sie zu bitten, da zumindest mal ein Auge drauf zu haben, vielleicht dir etwas den Rücken freizuhalten bzw. deine Zeitscheiben zu verteidigen.
Ich würde sagen, entscheide, was dir wichtig ist, was du *können* willst. Wenn es dir wichtig genug ist, etwas daran zu tun, lerne es. Wenn es dir den Aufwand nicht wert ist, ist es auch nicht wichtig. An seinen Fertigkeiten kann man erfolgreich was tun. An seiner Persönlichkeit eher nicht.
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Ergebnis 11 bis 19 von 19
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10.10.2011, 14:49
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
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12.10.2011, 19:54
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
Hallo!
Ich denk' mir das mal so, dass extravertierte Menschen eben mehr Impulse bekommen und sich schneller weiter entwickeln, mehr Termine verwursteln müssen oder sich mehr Möglichkeiten ergeben.hmmm was hat denn das Lebenstempo mit extrovertiert zu tun?
Naja, das ging ja nicht den ganzen Abend. Vielleicht bin ich da dann auch ziemlich empfindsam, weil ich mir eh schon so uninteressant vorkomme.Ich bin extrovertiert, selbstbewußt etc. - aber deswegen bin ich noch lange keine Dampfwalze, die leisere Menschen einfach überfährt. Empathie ist da so ein Stichwort. Auch leisen Menschen muß man doch zuhören!!
Danke fürs Aufbauen. Wenn es mir jedoch überall so ergeht, liegt es zumindest ein Stück weit an mir selbst.DU mußt dich nicht ändern. Aber vielleicht mal über deine Freunde nachdenken?!
Da ist die Frage: Wer bin ich nun wirklich? Ich merke, dass ich ein riesen Problem damit habe, so zu sein wie ich bin. Weil die Stimmungsmacher z. B. gut ankommen. Wenn jemand sich viel ins Gespräch einbringen kann, dann erzählt man sich oft nachher noch davon. "Das fand ich total interessant" oder "Die/Der war aber mal echt der Hammer". Ich bezweifele, dass man sowas über mich sagen würde. Die interessanten Leute bleiben dann im Gedächtnis und man beschäftigt sich und freut sich über diesen Kontakt. Bei mir ist es wohl so, ja, die ist ganz nett, aber das war's logischerweise auch schon. Die Frage wäre, ob ich mich ein Stück weit ändern könnte. Aber mir fällt es extrem schwer, mich in Gespräche richtig gut einzubringen.Ich glaube, vom Introvertierten zum Extrovertierten zu "mutieren", das geht nicht. Man IST einfach irgendwo auf der Skala zwischen den beiden Polen. Das BIST DU, und wenn Du daran versuchst, etwas zu ändern, verbiegst Du Dich.
Als Kind war ich sehr extravertiert. Doch bereits in der Grundschule war das Geschichte. Ich denke mir wurde das wirklich irgendwie abgewöhnt durch viel Kritik usw. Rückblickend habe ich aber auch ein wenig Angst, wieder so zu werden. Da war ich nämlich wirklich eine Dampfwalze. Heute mache ich mir extrem viele Gedanken um andere, dass ich ihnen möglichst nicht auf die Füße trete und mich zu breit mache. Ein anderer Punkt ist, dass ich natürlich über die Jahre meist nur wegen meines Lieb- und Nettseins gelobt wurde. Naja, wohl weil es sonst dann auch nix mehr viel zu loben oder bewundern gab. Keine Ahnung.Eine ganz andere Frage aber ist: bist Du schüchtern? Schüchtern hat erst mal nichts mit intro- oder extrovertiert zu tun. Viele setzen Schüchternheit gleich mit Introvertiertheit, aber ich halte das für falsch. Schüchtern sein bedeuetet, dass man sich nicht traut (warum auch immer), so zu sein wie man wirklich ist. Und vielleicht ist dieses "wirklich sein" eben auch, dass man eigentlich eine extrovertierte Persönlichkeit hat, aber sich nicht traut, das auszuleben - weil es einem aberzogen wurde, man schlechte Erfahrungen gemacht oder sonst was.
Als Kind habe ich geredet wie ein Buch. Und diese Tendenz habe ich immer noch in mir. Das schaffe ich heute noch bei meinem Mann und meiner Mutter. Das gefällt mir aber ganz und gar nicht, dass ich dann ganz schön viel an einem Stück schwalle. Da kommt dann alles raus, was mir grad durch den Kopf geht. Man könnte denselben Inhalt auch gekürzt wieder geben, aber wozu? LOL Ich mag das überhaupt nicht an mir und es geht mit einer stärkeren inneren Nervosität einher. Das heißt auch nicht, dass es unbedingt interessant wäre, mir zuzuhören. Es ist nicht besonders spannend und auch sonst nicht besonders toll erzählt.
Tja, welches wäre das dann? Wenn ich jetzt wieder wie früher werden würde? Dann würde mich niemand mehr loben oder gut finden, weil ich so schön ruhig und lieb bin. Das wäre für mich so eine Art Identitätsverlust. Irgendwie seltsam. Mein wahres Ich erschreckt sich wahrscheinlich immer, wenn andere so gut ankommen und traut sich nicht mehr so raus. Weiß auch nicht. Vielleicht versuche ich dann immer so zu sein, wie diejenigen, die so gut ankommen und die so toll gefunden werden. Das gelingt natürlich eh nicht, aber mein eigenes Ich ist da erstmal abgemeldet.Es gibt Wege, an seiner Schüchternheit zu arbeiten! Und dann geht es nicht darum, vom Intro- zum Extrovertierten zu "mutieren", sondern im Gegenteil, endlich sein "wahres Ich" ans Tageslicht zu lassen!
Ich glaube, es war wohl nach dem Essen keiner mehr so richtig aufnahmefähig. Außerdem kam grad jemand rein, der dann die Aufmerksamkeit gekriegt hat. Und es war auch nicht so interessant, was ich da so zu erzählen versuchte. Ich häng' mich dann an dem einen Mal auf, wo mir mal niemand zugehört hat. Das fällt deshalb wohl mehr ins Gewicht, weil ich eh nicht so oft den Mund aufmache bei solchen Gelegenheiten.Es sind schlichtweg die falschen Gesprächspartner, besonders arg finde ich es, wenn es nahestehende Menschen sind, sie sollten dir eigentlich den nötigen Respekt geben und dir auch dann zuhören, wenn du ins stottern kommst oder während dem erzählen selbstunsicher wirst.
Ja, es gibt auch Unterschiede, das stimmt.Bei mir kommt es auf meine Verfassung an, manchmal bin ich sehr unsicher und gehemmt und dann mal wieder überhaupt nicht.
Ja, ich habe auch einfach meinen Satz nicht mehr beendet. Kam mir irgendwie blöde vor.Wenn ich merke, dass mir Bekannte oder Kollegen nicht mehr zuhören oder ich sie langweile, dann höre ich einfach auf zu reden, manchmal sogar mitten im Satz, weil ich so etwas unhöflich finde und ich mir das nicht weiter antun muss.
Mh, ich denke dann immer, dann war ich halt nicht interessant genug, sonst hätten sie mir sicher zugehört. Dann habe ich was falsch gemacht.Bei nahestehenden Menschen passiert mir das in der Regel nicht und wenn doch, dann spreche ich sie darauf an.
Das ist sicher auch völlig richtig. Du bekommst dämliche Kommentare?u brauchst nicht traurig zu sein. Ich zähle auch eher zu den Introvertierten aber wenn ich mit Menschen zusammen bin, die zu mir passen, kann ich ganz und völlig anders sein. Wenn ich im Gesräch ständig unterbrochen werde und ich merke man hört mir nicht zu, ich bekomme dämliche Kommentare zu hören, man fängt an zu gähnen, dann werde ich ruhig, denke mir meinen Teil und gehe. Ich weiß, dass ich auch anders sein kann und suche mir die Menschen aus, mit denen ich gerne zusammen bin.
Wahrscheinlich weil man sich so schön bei ihnen auskotzen kann, oder?Beide Veranlagungen haben ihre Berechtigung, ihre Vor- und Nachteile und es hängt sehr stark von der Umgebung ab, wie sie zum Tragen kommen. Bei Treffen mit mehreren Menschen sind die Extravertierten naturgemäß im Vorteil: sie sprechen gern und viel und können andere problemlos unterhalten. Introvertierte landen da sehr leicht am Rand.
Bei Zweiergesprächen kann das ganz anders aussehen, da sind Introvertierte in ihrer leisen und nachdenklichen Art oft wunderbare Gesprächspartner, die von anderen geschätzt werden.
Das Problem ist wohl eher, dass man erst mal zum Zweiergespräch hinkommen muss. Denn die, die in der Gruppe auffallen und Kontakte eingehen können, schleppen die Gesprächspartner sich zuerst ab. Und wer will sich mit dem Mauerblümchen unterhalten? Erfahrungsgemäß springen die auf mich an, die ebenfalls uninteressant für die anderen sind. Die heften sich dann an mich dran. Und ich glaube, meine Zweiergesprächsqualitäten lassen mangels Übung auch zu wünschen übrig. Auf jeden Fall mit Menschen, die ich nicht so gut kenne. Immerhin ist da eine höhere Erwartung an mich gesetzt und ich sitze voll im Rampenlicht.
Das ist wohl wahr. Aber alle laufen dort zusammen, bei so einer Frau. Und man vergisst sie auch sicher nicht so schnell, sie kommt mit jedem in Kontakt und kennt Gott und die Welt. Während man mich recht schnell irgendwo stehen lassen würde und sich anderen unterhaltsameren Leuten zuwendet. Ich bin sozusagen immer im Windschatten eines anderen. In der Gruppe bin ich halt mit dabei, aber letztlich bin ich doch mit niemandem wirklich in Kontakt.Ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich die einzelnen Stile bewertet werden, erlebte ich gestern. Mein Mann und ich wollten eine Bergwanderung machen und fuhren das erste Stück mit dem Bus. Am Busplatz war eine Frau um die fünfzig, die offensichtlich eine der zufällig Wartenden kannte. Sie legte sofort los: Ach wie schön, dass du auch da bist..... in einer Lautstärke, dass alle alles mit bekamen. Dann ging es weiter mit dem Wetter, irgendwann kamen fast alle anwesenden Frauen mit einander ins Gespräch. Ich fand den kleinen Plausch lustig und die Frau nett, wenn auch ein wenig laut.
Mein Mann sagte hinterher: Grauenvoll, ich kann solche lauten Frauen, die gleich alle anquatschen, nicht ausstehen! Eine schreckliche Vorstellung, so etwas zuhause zu haben
Danke. Meine Stimme ist so leise, dass man mit Training auch nicht so viel erreichen kann. Ein bisschen sicherlich. Zum anderen, traue ich mich natürlich nicht so richtig, aufzufallen, was dann auch wieder zum leiseren Sprechen führt. Auch muss ich an meinem Energielevel arbeiten.den vorherigen Antworten kann ich mich nur anschließen, aber Du hast in Deinem Posting "ein ziemlich leises Stimmorgan" erwähnt.
Sollte Dich Deine Stimme tatsächlich beeinträchtigen, dann such doch einmal einen Logopäden auf. Diese können durch entsprechende Übungen sehr wohl die Stimmlage, als auch die Stärke verändern, soweit ich weiß ist zumindest das Erstgespräch kostenlos.
Grundsätzlich solltest Du einfach so sein, wie Du Dich fühlst
Glaub ich dir. Mein Mann meinte das auch mal zu mir. Er wäre auch mal ganz froh, wenn er mal niemanden entertainen müsste. Heißt: wenn er dann bei mir ist, braucht er das nicht zu tunMir ist das mal passiert, dass eine Freundin (oder besser Bekannte) auf mich zukam mit den Worten "Halte mir mal ein Gespräch!" und mir zum ersten Mal klar wurde, dass sie mich als eine Art Alleinunterhalter sieht, der für ihre gute Laune zuständig ist. Worüber ich schon sauer war. Da kommt man recht schnell in die Rechtfertigungsfalle, wenn man einfach mal nur leise ist, eben weil einem gerade danach ist. Und Fragen wie "Was ist denn heute mit dir?" oder "Du hast doch was!" fliegen da auf einen zu und kein Mensch glaubt dir wenn du sagst, dass du heute einfach nur nicht so gesprächig bist. Und das nervt auch ganz schön.
Ich kriege aber auch meine Sprüche. Am besten sind die, wenn meine Begleitperson dann gefragt wird: "kann die kein Deutsch?" Einige denken, ich käme irgendwie aus Polen oder Rumänien. Ich seh' wohl irgendwie so aus. Naja, und das liegt für die natürlich dann nahe. Oder jemand kommt zu mir und meint: erzähl mir mal einen Schwank aus deinem Leben. Damit kann ich dann natürlich auch nix anfangen. Wenn ich das könnte, würde ich mich vielleicht rege am Gespräch beteiligen. Ich weiß nicht. Oder meist so Fragen, die dann kommen, ob ich immer so ruhig wäre, oder, sag doch mal was. Oder so dumme Sprüche wie: Oh, sie hat was gesagt. Also da kann ich auch ein Lied von singen
Echt? Wieso das? Weil sie dir gut zuhören können? Würdest du sie näher kennen lernen wollen? Oder fallen sie einfach nur auf?Mir als extrovertiertem Menschen fallen ruhigere sehr angenehm auf.
Da gibt's dann wohl auch Unterschiede.Die lauten Typen, die über dich drüber rennen ohne Rücksicht, kannst du getrost in die Tonne klopfen. Die Ursache ist hier nicht deren Extrovertiertheit sondern deren Egoismus. Und das ist was völlig anderes.
DankeDu bist gut so, wie du bist .
Ja, das Gefühl hab' ich.In der heutigen Welt werden Introvertierte oft als defizitäre Menschen betrachtet.
Aber oft ist es eben so, wer zuerst kommt malt zuerst. Und es mag eine Weile dauern, bis herauskommt, dass der Typ, der sich hervorgetan und gut verkauft hat, nix kann. Das heißt dann aber auch lange nicht, dass die Leisen dann ran dürfen. Oder doch? Immerhin braucht man ja nen Dummen, der den Mist wieder hinbiegt...Dabei sind diejenigen, die sich am meisten vordrängen, noch lange nicht am sympathischsten, und diejenigen, die sich am besten verkaufen können, noch lange nicht die kompetentesten. Nicht wenige Fehlentscheidungen kommen zustande, weil man, um Entschlossenheit zu beweisen, vorschnell agiert, ohne ausreichend über die Folgen nachzudenken, auf die die Nachdenklicheren aufmerksam machen.
Hört sich interessant an.Du solltest mal das Buch von Susan Cain lesen:
Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt: Amazon.de: Susan Cain, Franchita Mirella Cattani, Margarethe Randow-Tesch: Bücher
Irgendwie musste aber doch jemand auf diese Werke aufmerksam werden.Ohne introvertierte Menschen gäbe es keine Relativitätstheorie, keine Chopin-Nocturnes, keinen Harry Potter, keine Evolutionstheorie und keine PCs - und damit vermutlich nicht mal das Internet!
Ja, letzteres muss auch. Gar nicht mal so einfach.Für Introvertierte ist es wichtig, dass sie sich von der allgemein propagierten Ablehnung der Introversion abzugrenzen, ihre ureigenen Qualifikationen zu schätzen zu wissen und ab & an nicht versäumen, auf sie aufmerksam zu machen.
Das habe ich im Grunde schon. Aber ich merke schon, dass man sich natürlich auch schnell mit mir langweilt und so - und bin dann meist neidisch auf die, die damit so gar keine Probleme haben. Und die Extravertierten können beides - Gruppen- und Zweiergespräche.Außerdem ist ein wohlwollendes Umfeld wichtig, das den Introvertierten introvertiert sein lässt und seinen Wunsch nach Rückzug und Zurückhaltung respektiert. Mit einem Freundeskreis, der alle, die keine Dampfplauderer sind, für langweilig hält, tust Du Dir als Introvertierte keinen Gefallen. Du profitierst sowieso am meisten in Zweiergesprächen, und da profitiert man auch am meisten von Dir.
Ja, das sieht halt keiner. Wobei man bei mir leider auch nicht von einer hohen Konzentrationsfähigkeit sprechen kann. Leider.Mir hat man seit frühester Jugend vorgeworfen, nicht kontaktfreudig genug und zu ungesellig zu sein. Die positiven Seiten, hohe Konzentrationsfähigkeit, sich selbst beschäftigen zu können, ohne dauernd Bespaßung zu verlangen, oder meine Belesenheit, wurden weit weniger gesehen und gelobt.
Angst vor Ablehnung - trifft auf jeden Fall bei mir zu. Und ich habe definitiv das Gefühl, Chancen verpasst zu haben und auch noch viele zu verpassen....allerdings wichtig, Introversion und Schüchternheit auseinanderzuhalten. Schüchterne sind meistens selbstwertschwache Menschen, die von der Angst vor Ablehnung ihrer Person beherrscht werden, und zwar in dem Maß, dass sie sich viele Chancen im Leben entgehen lassen.
Vielleicht liegt da das Problem. Welche Nischen wären denn gut für Introvertierte? Vielleicht tue ich mich schwer, wenn ich bestimmten Leuten, die ich interessant finde, nicht genug auffalle. Da sind dann eben immer andere am Ball und mich hat man schnell vergessen. Lieber meide ich diese Menschen als dass ich mich total blamiere und sie mich für doof halten.Introvertierte können mit sich selbst zufrieden sein und nur unter der Abwertung leiden, die man ihnen als Persönlichkeitstyp entgegen bringt, aber in ihren Nischen dennoch viel erreichen und glücklich sein. Wichtig ist, dass sie sich diese Nischen gezielt suchen.
Man steht auf jeden Fall selten im Rampenlicht.als selber Introvertierte (also, ich finde Leute anstrengend und Alleinsein aufbauend) habe ich ein bißchen den Eindruck du schiebst hier der Intoversion Dinge zu, für die sie höchstens indirekt ("Leute sind anstrengend") verantwortlich ist. Introversion ist meines Wissens und meiner Ansicht nach eine andere Wahrnehmung, ein anderer Fokus und eine andere Selbstdefinition -- kein Mangel und keine Schwäche! Und dieses Anders sollte man nutzen, und nicht dagegen ankämpfen.
Ja, geht mir auch so. Ich denke dann manchmal, dass ich es zum Glück nicht soo nötig habe. Wenn ich es dann aber doch mal schwer nötig hätte, bei Menschen, zu denen ich mich hingezogen fühle, dann bin ich leider auch nur die Unnahbare und kann dann immer nur dabei zugucken, wie die Extravertierten sich ranmachen.Deine leise Stimme: Das kann natürlich daher kommen, daß du keine Leute um dich rum haben willst und dich unwohl fühlst, wenn du sprichst, also eine Folge von Introvertiertheit sein, daß es dir "die Stimme verschlägt". Aber Stimme ist Technik, und Technik hilft -- wenn die Psyche der Stimme keine Kraft geben will, können Wissen und Training es tun. Und, du brauchst nicht extrovertiert zu werden um auch unter Menschen zu wissen, was du wert bist und deiner Meinung Bedeutung beizumessen. Viele extrovertierte Menschen erscheinen mir in ihrer Angewiesenheit darauf, von anderen wahrgenommen zu werden, um zu existieren, ungeheuer unsicher.
Ich habe das Gefühl, dass ich keinen wirklichen Raum einnehmen möchte oder kann. Und wenn ich laut sprechen würde, hätte ich plötzlich eine Präsenz, ist doch so? Damit kann ich wohl nicht umgehen.
Ich träume halt viel vor mich hin. Aber so wirklich gutes Erinnerungsvermögen. Hat wohl auch was mit Konzentrationsvermögen zu tun, was bei mir schonmal sehr schlecht ist.Dein schlechtes Erinnerungsvermögen: Intovertierte schenken oft ihren eigenen Gedanken und Wahrnehmungen mehr Aufmerksamkeit als den sozialen Spielchen um sich herum. Und nur an das, dem wir Aufmerksamkeit geschenkt haben, können wir uns erinnern. Das ist kein *schlechtes* Erinnerungsvermögen, sondern ein *anderes*. Manchmal eines, das von anderen Menschen, die sich ja auch wahrgenommen fühlen wollen, weniger repektiert wird. Welchen Sachen schenkst du Aufmerksamkeit, und wie gut kannst du dich an die erinnern? Es ist möglich, die Aufmerksamkeit ein bißchen auzuweiten ohne sich gleich zu einem anderen Menschen zu machen. (Geht sowieso nicht, wenn du mich fragst, von Hirnverletzungen mal abgesehen.)
Vielleicht sollte man seine Erzählungen vorher tatsächlich ein wenig üben?! Ich tue mich im Zusammenfassen wohl sehr schwer. Man sieht es an meinem ellenlangen Beitrag und so würde auch mein Tagebuch aussehen. Meine Gedanken sind so konfus und ich schreibe einfach alles auf, was mir in den Kopf schießt. Deshalb schaffe ich es auch nicht, regelmäßig Tagebuch zu schreiben und wenn, dann könnte ich das niemals mehr lesen, weil es einfach zu viel ist.Du deutest an, daß Erzählen etwas ist, was du können willst, es aber nicht deine Stärke ist, da du zu unkonkret und unfokussiert bist, und eben Details vergißt. Wenn dir das wirklich wichtig ist, üb es! Tagebuch schreiben hilft, um Eindrücke und Ereignisse in eine Struktur zu bringen. Von da an kann man dann mal gucken, wie man Sachen in Pi mal Daumen drei Sätze bringt -- Einleitung, Entwicklung, Auflösung.
Das ist ja lustig. Und interessant!Viele großer Erzähler sind introvertierte Menschen gewesen, die Fähigkeit zu reflektieren und die Geduld mit dem Nichtoffensichtlichen sind etwas, daß "Erzähltalent" ausmacht. (Es hängt natürlich auch immer von den Zuhörern ab. Ich war eine Weile als semiprofessionelle Erzählerin unterwegs (tolle Sachen, die Leute halten *alle* die Klappe, wenn man anfängt zu reden!), aber meine Familie findet mich immer noch langweilig.)
Sprechtempo ist auch sowas. Viele reden ganz schön schnell, da komme ich mir vor wie eine verbale Schnecke. Dann denke ich oft, ich müsste eigentlich auch so schnell sein, der andere wartet doch auf eine Antwort und verdreht innerlich sicher schon die Augen. Und dann verhaspele ich mich nur umso mehr und fühle mich gestresst.Wenn dein Sprech- und Lebensrhythmus nicht zu dem anderer paßt, kannst du ihn vielleicht besser als Rhythmus, als Zeitverhalten und Muster wahrnehmen als als Satz sozialer Regeln und nonverbaler Hinweise. Wie lange reden Leute? In wie lange Pausen kommt man rein? Was macht das "hohe Tempo" aus, das du empfindest, und handelt es sich dabei wirklich um "mehr Leben" oder nur um "mehr Wind"?
Wow - naja, das ist eine gute Idee. Aber ich glaube nicht, dass ich das möchte.Ein mögliches Vorgehen ist auch, mal mit einem aus der Runde unter vier Augen zu reden, das du in diesen Runden Problem hast und dich untergebuttert fühlst, und ihn oder sie zu bitten, da zumindest mal ein Auge drauf zu haben, vielleicht dir etwas den Rücken freizuhalten bzw. deine Zeitscheiben zu verteidigen.
Vielleicht liegt es auch sehr viel daran, dass ich eben meine Persönlichkeit nicht ändern kann. Und wenn ich jemandem imponieren möchte, der eben nicht auf die meine Persönlichkeit abfährt - dann kann ich das wohl schlecht wegstecken.Ich würde sagen, entscheide, was dir wichtig ist, was du *können* willst. Wenn es dir wichtig genug ist, etwas daran zu tun, lerne es. Wenn es dir den Aufwand nicht wert ist, ist es auch nicht wichtig. An seinen Fertigkeiten kann man erfolgreich was tun. An seiner Persönlichkeit eher nicht.
Es sind eben die Extravertierten, die oft auffallen und man eben darüber spricht, sie im Gedächtnis bleiben und ich so schnell vergessen werde. Zumindest empfinde ich das so. Das macht mich dann etwas traurig und ich fühle mich irgendwie etwas einsam. Dann beneide ich oft die, die sich dann in den Mittelpunkt rücken können und entsprechend Aufmerksamkeit kriegen.
Ich könnte vielleicht ein paar Witze lernen, aber würde es auch zu mir passen? Ich weiß es nicht. Welche Fertigkeiten möchte ich erlernen. Das wäre eine wirklich gute Frage. Da frage ich mich schon wieder: womit könnte ich denn punkten? Ist das der richtige Weg?
Lieben Gruß
Kuschelchen
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13.10.2011, 12:25
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
@ Kuschelchen
Auch Introvertrierte brauchen ein Profil! Viele haben schon eins, z.B. Hobbies oder Interessen, die nicht unbedingt mainstream sind, wo sich dann wenige Gleichgesinnte treffen. Ein fast schon klischeemäßiges Beispiel sind Computerfreaks in Computer Clubs – die Erfinder der PCs und des Internets hatten da auch Kontakte rein.Vielleicht liegt da das Problem. Welche Nischen wären denn gut für Introvertierte? Vielleicht tue ich mich schwer, wenn ich bestimmten Leuten, die ich interessant finde, nicht genug auffalle. Da sind dann eben immer andere am Ball und mich hat man schnell vergessen. Lieber meide ich diese Menschen als dass ich mich total blamiere und sie mich für doof halten.
Es gibt allerdings Minderheitengruppen, da kommt man schwer rein, weil die in Bezug auf Trittbrettfahrer paranoid sind – leider kein schöner Zug. Wichtig ist, dass die Gruppe ausreichend tolerant ist und abweichende Individualitäten zulässt – und bitte nicht nur per Lippenbekenntnis, sondern konkret, wenn es um die Integration solcher Individuen geht (so lange es sich um Individuen handelt, die sich der Gruppe anschließen, sie aber nicht sprengen möchten.)
Bei mir im Haus hat grad ein Schach-Club aufgemacht, das ist auch ein typisches Introvertrierten-Hobby.Auch alles, was mit Basteln oder künstlerischer Betätigung zu tun hat, ist geeignet für introvertierte Menschen. Für die Kunst kann es dann auch Nischen geben, wo Du mehr öffentliche Aufmerksamkeit kriegst, z.B. eine schöne Foto- oder Gemälde-Ausstellung oder eine Lesung in Deinem Stamm-Café. Dazu musst Du mit dem Inhaber sprechen und ein bisschen Werbung dafür machen, per Plakat, Einladungsflyern, Rundmail unter Deinen Bekannten. So kannst Du auch als Introvertierte etwas Ruhm einheimsen.Man steht auf jeden Fall selten im Rampenlicht.
Oder Du schließt Dich einem Chor oder einer Theatergruppe an …
Du wirst wohl nicht umhin kommen, Dir zu überlegen, was Dir in Deinem Leben wichtig ist, und was Du noch erreichen möchtest. Und dann musst Du überlegen, wie Du das oder eine Alternative davon umsetzen kannst. Wichtig sind für Dich Bundesgenossen und ein kleiner treuer Fanclub, Menschen, die Dich unterstützen und das gut finden, was Du machst. Dann spielt es auch weniger Rolle, dass irgendwelche Nörgler es nicht gut finden.Angst vor Ablehnung - trifft auf jeden Fall bei mir zu. Und ich habe definitiv das Gefühl, Chancen verpasst zu haben und auch noch viele zu verpassen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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13.10.2011, 12:44Inaktiver User
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
Könnte es sein, dass genau in dem Teil, den ich markiert habe, das eigentliche Problem liegt? Du sprichst unstrukturiert, kommst nicht auf den Punkt, es wird möglicherweise gar nicht klar, was der Punkt ist, und das langweilt Deine Zuhörer.
Ich würde an der Nervosität ansetzen und beim Thema. Wie bei einer Rede bedarf es dazu einer gewissen Vorbereitung, ein Thema das Dich und die anderen interessiert eignet sich besonders gut. Vorher überlegen, was genau Du rüberbringen möchtest und das dann in einigen Sätzen verpacken.
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13.10.2011, 12:53
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
Hallo!
Im Grunde hat man ja auch eins. Aber mir ist das nicht so gut, da ich meist am PC hänge und irgendwelche Sachen runterlade oder sortiere. Ich bin dabei, wieder mehr meine Interessen herauszufiltern und dem wieder nachzugehen. Und wenn ich eben gerne ganz langweilig und unspektakulär durch den Wald spaziere, dann tu' ich eben das und stürze mich in meiner Freizeit eben nicht von Hochhäusern oder betreibe Reitsport oder sonstwas Tolles. Ich kann das wohl nur schwer akzeptieren, dass vielleicht jemand anderes in einer Runde mit etwas Tollem glänzen kann und ich eben nur Waldspaziergänge mache. Oder gerne lese und nicht mal mehr weiß, wie der Buchtitel und der Autor denn nochmal warenAuch Introvertrierte brauchen ein Profil!
Nun, die Idee ist natürlich nicht schlecht. Computer ist jetzt nicht so mein Ding. Surfen liebend gerne, aber sonst....Viele haben schon eins, z.B. Hobbies oder Interessen, die nicht unbedingt mainstream sind, wo sich dann wenige Gleichgesinnte treffen. Ein fast schon klischeemäßiges Beispiel sind Computerfreaks in Computer Clubs – die Erfinder der PCs und des Internets hatten da auch Kontakte rein.
Ich glaube zum Schachspielen würde mir auf Dauer der Nerv fehlenBei mir im Haus hat grad ein Schach-Club aufgemacht, das ist auch ein typisches Introvertrierten-Hobby.
Das ist schon eher meinsAuch alles, was mit Basteln oder künstlerischer Betätigung zu tun hat, ist geeignet für introvertierte Menschen. Für die Kunst kann es dann auch Nischen geben, wo Du mehr öffentliche Aufmerksamkeit kriegst, z.B. eine schöne Foto- oder Gemälde-Ausstellung oder eine Lesung in Deinem Stamm-Café. Dazu musst Du mit dem Inhaber sprechen und ein bisschen Werbung dafür machen, per Plakat, Einladungsflyern, Rundmail unter Deinen Bekannten. So kannst Du auch als Introvertierte etwas Ruhm einheimsen.
Oder Du schließt Dich einem Chor oder einer Theatergruppe an …
Ich bin dabei, mich wieder hochzurappeln. Leider ist meine Konzentrationsfähigkeit wirklich ganz schön schlecht geworden. Ob das an der schlechten Ernährung und dem vielen Zuckerkonsum liegt (sicher mit eine Ursache, aber selbst schuld)?! Ich kann mir kaum noch irgendwelche Texte merken, aber wenn ich dran arbeite, kann's ja nur besser werden.
Ja, das stimmt.Du wirst wohl nicht umhin kommen, Dir zu überlegen, was Dir in Deinem Leben wichtig ist, und was Du noch erreichen möchtest.
Ja, ich verzweifele dabei, wenn ich sehe wie andere das umsetzen können, was ich auch gerne machen würde und dann eben durch ihre Extravertiertheit und ihr Temperament viel weiter kommen und mehr Aufmerksamkeit erhalten, die sich besser durchsetzen können. Ich bin halt eher der leise Typ und habe den Eindruck, dass das eben nicht so gefragt ist und die Leute eben besser unterhalten werden möchten. Ich bin dabei, mir meine Nische zu suchen, aber leicht ist es nicht. Die Konkurrenz ist überall sehr stark.Und dann musst Du überlegen, wie Du das oder eine Alternative davon umsetzen kannst.
Scheinbar kann ich aber mit sowas gar nicht gut umgehen. Wenn das Thema zu sehr hochgejubelt wird im Familienkreis und die andern auch gerne im Rampenlicht stehen würden, dafür aber viel mehr das Bedürfnis haben als ich. Tja, da hab' ich's nämlich wieder gehabt. Die sind sehr extravertiert und haben sich dann irgendwie durchgesetzt. Und ich muss jetzt irgendwie wieder bei Null anfangen. Soviel zum Theme Intoleranz gegenüber Trittbrettfahrern. Jeder soll ja tun können, was er möchte. Aber mir waren das zu viele Überschneidungen in meinen persönlichen Bereich hinein. Und dann hab' ich mich irgendwann einfach ganz zurückgezogen. Nun habe ich etwas entdeckt, was mich mehr vor diesen Dingen schützt, weil es weniger Ruhm und Fans mit sich bringt. Nun muss ich nur noch den Mut dafür aufbringen.Wichtig sind für Dich Bundesgenossen und ein kleiner treuer Fanclub, Menschen, die Dich unterstützen und das gut finden, was Du machst. Dann spielt es auch weniger Rolle, dass irgendwelche Nörgler es nicht gut finden.
Aber grundsätzlich finde ich es sehr schwer, introvertiert zu sein. Im Gegensatz zu anderen brauche ich unheimlich viel Privatsphäre. Die Extravertierten haben damit null Probleme und können sich überall toll entfalten. Während ich mich oft durch Anwesenheit anderer eher gestört fühle :seufz:
Lieben Dank euch allen für eure lieben Beiträge
Herzliche Grüße von eurem
Kuschelchen
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13.10.2011, 15:23
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
@ Kuschelchen
Und was lädst Du da so runter?Aber mir ist das nicht so gut, da ich meist am PC hänge und irgendwelche Sachen runterlade oder sortiere.
Ich mach das auch – aber gezielt für meine Veranstaltungen, da forste ich das Netz auf passende Bilder für die Diashow durch oder schaue bei youtube, was es für passende Musikstücke gibt. Bei meinen Veranstaltungen bin ich nicht unbedingt der Star, aber ganz klar die Organisatorin und diejenige, die durch die Veranstaltung führt, d.h. ich heimse da schon einiges an Anerkennung & Lob für meine Ideen ein!
Du musst ja keine Hauptrolle übernehmen oder einen Solopart. Eine kleine, originelle Rolle kann bereits ausreichen, damit man auf Dich aufmerksam wird. Oder Du gehörst im Chor zu den begehrten Sopranistinnen oder weiblichen Tenören oder Baritonen. (Viele Chöre haben mit Männermangel zu kämpfen, deshalb sind Frauen mit tiefen Stimmen willkommen.)Das ist schon eher meins Ich bin dabei, mich wieder hochzurappeln.Du übernimmst die Abwertung der Introvertierten und benutzt sie als Entschuldigung dafür, dass Du bisher nichts umgesetzt hast. Es gibt Introvertierte, die um der Sache willen, die ihnen wichtig erscheint, ein bisschen mehr aus sich heraus gehen als sie eigentlich wollen. Das kompensieren sie natürlich mit entsprechenden Rückzügen und Ruhephasen. Die Entschuldigung „Ich bin introvertiert, also übersehen mich zwangsläufig alle“ gilt nicht. Man kann sich auch als Introvertierter sichtbar machen – sogar auf die leisere Art, wo das nämlich angebracht erscheint.Ja, ich verzweifele dabei, wenn ich sehe wie andere das umsetzen können, was ich auch gerne machen würde und dann eben durch ihre Extravertiertheit und ihr Temperament viel weiter kommen und mehr Aufmerksamkeit erhalten, die sich besser durchsetzen können. Ich bin halt eher der leise Typ und habe den Eindruck, dass das eben nicht so gefragt ist und die Leute eben besser unterhalten werden möchten. Ich bin dabei, mir meine Nische zu suchen, aber leicht ist es nicht. Die Konkurrenz ist überall sehr stark.
Ich empfehle Dir wirklich das Buch von Susan Cain!Und was ist das, wenn ich fragen darf?Nun habe ich etwas entdeckt, was mich mehr vor diesen Dingen schützt, weil es weniger Ruhm und Fans mit sich bringt.Dafür haben Introvertierte wesentlich mehr Tiefgang als viele Extravertierte, die einfach nur oberflächlich sind!Aber grundsätzlich finde ich es sehr schwer, introvertiert zu sein. Im Gegensatz zu anderen brauche ich unheimlich viel Privatsphäre. Die Extravertierten haben damit null Probleme und können sich überall toll entfalten. Während ich mich oft durch Anwesenheit anderer eher gestört fühle :seufz:
Kennst Du Anne Clark?
Eine der berühmtesten introvertierten Sängerinnen, die ich kenne!
Sie macht keine hektische Bühnenshow, sie überzeugt durch ihre Stimme, ihre Kompositionen und ihre tiefgängigen Texte!
http://www.youtube.com/watch?v=sJmiNdnPjlA
Einer meiner Lieblingssänger ist auch eher introvertiert, James LaBrie von Dream Theater. Wenn der Guitarrist John Petruccci ein dreiminütiges Solo spielt, verschwindet er schon mal von der Bühne, was sich eigentlich für den Frontman nicht gehört. Dann kommt er wieder, wenn sein Gesangspart dran ist. Er kann ganz sanft bis kraftvoll-aggressiv singen, er bringt eine große emotionale Bandbreite an Emotionen rüber.
http://www.youtube.com/watch?v=kspuX...eature=relatedGeändert von Latona (13.10.2011 um 15:58 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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13.10.2011, 19:12
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
Ja Kuschelchen, ich lerne gerne introvertierte Menschen kennen. Und nicht (nur), weil sie mir zuhören
.
Ich finde sie schlichtweg interessant. Sie sind einfach spannend, weil sich hinter ihrem ruhigen Wesen oftmals ein sehr interessantes Gedankengut verbirgt. Die einen tragen eben ihr Herz auf der Zunge und die anderen halten es halt etwas mehr zurück.
Ich habe zwei Freundinnen, die viel ruhiger sind als ich. Und ich liebe es, wenn sie mir dann mal wieder etwas aus ihrem Leben erzählen und ich an ihren Gedanken teilhaben darf. Es sind nämlich beides sehr kluge Menschen mit einem Leben, das so ganz anders ist, als meins. Und gerade das ist so klasse: Ich kann durch sie quasi ein anderes Sein erleben. Hm, ich merke gerade, es fällt mir nicht leicht zu beschreiben, wie ich das meine, aber ich hoffe, du konntest dennoch was damit anfangen
Ja und noch was: Sie sind beide überaus gute Ratgeber
.
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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14.10.2011, 08:44
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
Ist man den immer das Eine oder das andere??
Es gibt doch Runden, in denen es ruhiger zugeht, Runden in denen ein Gag den nächsten jagt, Runden, in denen man sich gern produziert und Spaß hat, dass man im Mittelpunkt steht, Runden, in denen man froh ist, wenn man nichts oder wenig sagen muss...
Man selbst lässt sich doch davon anstecken, bzw. beeinflussen, wie die Chemie der Gruppe ist.
Manchmal ist man selbst besonders gut drauf, manchmal ist man z.B. müde etc.
Man sollte sich selber interessant finden, bzw. das was man zu sagen hat. Vielleicht sollte man daran - also am eigenen Selbstbewusstsein- schrauben.
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14.10.2011, 08:59
AW: Und die rote Lampe geht an - die Introvertierte.......
Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, dass dein Problem viel mit deinem gegenüber zu tun hat.
Ich gehöre eher zu den zurück haltenden menschen, wurde früher auch öfter mal angestubst, ob ich denn noch da sei, weil ich nichts gesagt hatte.
Wenn ich jedoch mit Menschen zusammen bin, die mir auch zeigen, dass das was ich zu sagen habe auch für sie von Interesse ist, dann lebe ich schon auf. Wenn es dann auch noch ein Gebiet ist, auf dem ich mich besonders gut auskenne, umso besser.
Wenn du gerne liest, dann versuche doch mal dich mit Menschen zu treffen, die ebenfalls lesen und ihr könnt euch über Bücher austauschen.
Oder Musik, vielleicht Klassik.
Es gibt bestimmt ein Thema, das die besonders liegt, sei es, weil es dich sehr interessiert oder dass du aus anderen Gründen viel darüber weißt, das ist doch immer ein Anknüpfpunkt.da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba


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